Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1994

...und ein wenig Zeitgeschichte

Jahresrückblick - 1994 - Tagesschau

 

       

     

  

  

In Deutschland wurden 60 Spielfilme gedreht.

  

1. Januar 

West3 beginnt mit der Ausstrahlung eines 24-Stunden-Vollprogramms. Das Nachtprogramm wird vor allem durch Wiederholungen bestritten.

Im ZDF beginnt nach Aussage von Autor Robert Stromberger die letzte Staffel von Diese Drombuschs. Hauptdarsteller sind Witta Pohl und Günter Strack

  

Z 1. Januar 

Die Deutsche Bahn AG wird gegründet.

   

3. Januar 

ARD-Ausstrahlungsbeginn des Boulevardmagazins Brisant (MDR, Sendeleitung: Jörg Howe) im Nachmittagsprogramm von 17.10 bis 17.40 Uhr. Die Sendung wird von ehemaligen Mitarbeitern kommerzieller Programmanbieter moderiert und ist auch in ihrem Erscheinungsbild vergleichbaren Boulevardmagazinen kommerzieller Anbieter angepasst.

Auf RTL startet das Nachrichtenmagazin Nightline. Es wird werktags von 0.00 bis 0.30 Uhr ausgestrahlt und ist zentraler Bestandteil der von Helmut Thoma angekündigten »Informationsoffensive« von RTL. (Quelle: tv-programme.net)

  

Z 3. Januar 

Absturz eines Flugzeuges vom Typ Tupolew Tu-154 der Baikal Air. Kurz nach dem Start in Richtung Moskau stürzt die Maschine wegen Triebwerksproblemen ab. Alle 125 Menschen, die sich an Bord befinden, sterben. Auch am 6. Juni 1994 stürzt in China eines Maschine gleichen Typs ab, wobei wiederum 160 Menschen sterben mussten.

  

4. Januar 

Die ARD sendet eine neue Staffel der Erfolgsserie Liebling - Kreuzberg in der Regie von Werner Masten. Autor der Serie ist Ulrich Plenzdorf, der Jurek Becker ablöst.

  

14. Januar 

RTL-Ausstrahlungsbeginn der Comedy-Sendereihe Cheese, moderiert von Hape Kerkeling.

  

Loriot

Dieses private Foto zeigt den Künstler bei einer Lesung 2005. Die Aufnahme wurde nach Zusendung an den Künstler handsigniert. Es handelt sich um ein gemeinfreies Foto von Wikimedia Commons bzw. Wikipedia.

14. Januar 

Bayerischer Filmpreis - Es werden zehn Preise vergeben: u.a. an den Regisseur Wim Wenders und die Nachwuchsregisseurin Katja von Garnier, die Darstellerin Katja Riemann und den Nachwuchsdarsteller André Eisermann. Bernd Eichinger bekommt den Produzentenpreis und Vicco von Bülow (Loriot) erhält den Ehrenpreis.

  

15. Januar 

Die ARD übernimmt die subversive satirische Sendereihe Schmidteinander (WDR), von und mit Harald Schmidt und Herbert Feuerstein, die bereits im Dritten Programm des WDR sehr erfolgreich gelaufen ist.

 

10. Februar 

SAT.1 eröffnet die Krimiserie Schwarz greift ein. Ex-Fahnder Klaus Wennemann spielt einen ehemaligen Polizisten, der nun als Priester immer noch in Kriminalfällen ermittelt. Die Serie konnte keinesfalls die Popularität der Serie Der Fahnder erreichen. 

  

  

10. bis 21. Februar - Berlinale

Die beiden deutschen Wettbewerbsbeiträge Alles auf Anfang von Reinhard Münster und Der Blaue von Lienhard Wawrzyn gehen leer aus. Zu den deutschen Beiträgen im 'Forum' gehören u.a. Ab nach Tibet von Herbert Achternbusch.

Ehrengast ist Sophia Loren.

  

  

23. Februar

Emil Obermann, geboren am 27. Dezember 1921, langjähriger Moderator des TV-Magazins "Pro und Contra", stirbt.

  

  

21. März 

Deutscher Kurzfilm erhält Oscar - Der Kurzfilm Schwarzfahrer von Pepe Danquart wird mit einem OSCAR belohnt.

   

Hannelore Hoger als "Bella Block" - Foto: ZDF/Stephan Persch

Hannelore Hoger als "Bella Block - Die Kommissarin"

©ZDF/

Stephan Persch

26. März 

Der Hamburger Autor und Regisseur Max Färberböck (Schlafende Hunde) präsentiert im ZDF Bella Block - Die Kommissarin, die Serie läuft in den folgenden Jahren sehr erfolgreich im ZDF und ist bis heute eine der erfolgreichsten Krimi-Serien im Fernsehen. Siehe auch News 2015 >>>

Inhalt der ersten Episode: Bella Block (gespielt von Hannelore Hoger), langjährige und erfolgreiche Kommissarin bei der Hamburger Mordkommission, fährt, weil sie endlich Urlaub machen will, in die Ferien aufs Land. Hier, wo auf den ersten Blick noch alles intakt ist, wird sie in die Tragödie ihrer Nachbarn hineingezogen. Der Bauer Werner Petersen vermutet, von dem Geschäftsmann und Gönner der Familie, Erich Schatthauer, um sein Haus und sein Ackerland betrogen worden zu sein. Doch niemand glaubt ihm. Als Petersen auch noch sieht, dass seine Frau ihn verlassen möchte und Tochter Lissi den mutmaßlichen Betrüger bewundert, läuft er Amok. Für das Dorf und die Polizei ist der Fall mit der Diagnose "Depression" abgeschlossen, aber für Bella Block fängt er erst an..." (ZDF-Pressetext)

Weitere Darsteller in dieser ersten Folge: Dieter Montag, Johanna Schall, Lisa Karlström, Ortrud Beginnen, Peter Lohmeyer, Ralf Richter, Werner Rehm, Axel Prahl, Gustav-Peter Wöhler u.a.

  

Z 22. April 

Der seit zwei Jahren gesuchte Kaufhauserpresser "Dagobert", der mit richtigem Namen Arno Funke heißt, wird in Berlin festgenommen. Mit fünf Bombenanschlägen auf Karstadt-Kaufhäuser hatte er das Unternehmen erpresst. Der 44jährige Täter hatte besonders durch eine Reihe spektakulärer, aber gescheiterter Geldübergabeaktionen in der Öffentlichkeit Aufsehen erregt. (Siehe auch 5. September.)

  

Z 27. Mai 

Der Schriftsteller Alexander Solschenizyn kehrt nach 20jährigem Exil in den USA in seine Heimat zurück. Obwohl die Ausbürgerung von Michail Gorbatschow am 15. August 1990 aufgehoben wurde, kehrte Solschenizyn erst am 27. Mai 1994 nach Russland zurück.

  

Z 29. Mai 

In Santiago de Chile stirbt der ehemalige Staats- und Parteichef der DDR, Erich Honecker, im Alter von 81 Jahren an einem Krebsleiden.

   

9. Juni 

Das RTL-»Nachtjournal« strahlt ein Interview mit der Mutter des kleinen Kevin aus, die gerade die Nachricht von der Ermordung ihres Sohnes erhalten hat. Ein Reporter befragt die offensichtlich unter Schock stehende Frau nach ihren Rachegefühlen. Dieses Interview löst heftige Proteste aus und führt zu einer Anzeige beim Presserat. (Quelle: tv-programme.net)

 

Vielseitige Künstlerin und mutig in ihrer Rollenauswahl:

Christiane Hörbiger

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

9. Juli - Deutscher Filmpreis 

In Berlin gehen drei Filmbänder in Gold an den Film Kaspar Hauser von Peter Sehr mit André Eisermann in der Hauptrolle. Für den Wim Wenders-Film In weiter Ferne so nah! gab es für Kameramann Jürgen Jürges ein Filmband. Für den Film Tafelspitz bekam Christiane Hörbiger für ihre Rolle ebenfalls einen Preis. Für große Verdienste um den deutschen Film erhalten Günter Rohrbach und Fee Vailland 'Filmbänder in Gold'.

  

20. September 

RTL beginnt mit der Ausstrahlung der Serie Doppelter Einsatz. Erzählt werden die Erlebnisse zweier Polizistinnen in Hamburg. Die Hauptrollen werden von Despina Panajou, Eva Scheurer, Petra Kleinert und Sylvia Haider gespielt.

Am gleichen Abend startet eine zweite Krimiserie Im Namen des Gesetzes. Zwei Kommissare und zwei Staatsanwälte ermitteln in Berlin gemeinsam gegen Verbrecher. Autor der Serie ist der Altmeister des deutschen Fernsehkrimis Harald Vock. Hier spielen u.a.  Henry van Lyck als Oberstaatsanwalt Lotze, Britta Schmeling als Staatsanwältin Glaser, Michael Fitz, Wolfgang Bathke, Mariella Ahrens und Uwe Fellensiek.

 

5. September 

SAT.1 zeigt den Fernsehfilm Das Phantom - Die Jagd nach Dagobert in der Regie von Roland Suso Richter. Der Film erzählt von den zahlreichen Pannen der Polizeiermittlung gegen den Berliner Kaufhauserpresser »Dagobert«, der kurz vor Abschluss des Films gefasst wird. Das Filmende muss also umgeschrieben werden. Hauptdarsteller sind Dieter Pfaff und Jörg Gudzuhn als Kommissare. (Siehe auch 22. April.)

    

29. Oktober 

RTL-Ausstrahlungsbeginn der Surprise Show, moderiert von Linda de Mol. Nach dem Vorbild der »Rudi Carell Show« (ARD) werden hier den Kandidaten »überraschend« ihre Herzenswünsche erfüllt.

 

1. November 

Mit der Folge »Jenseits der Schattengrenze. Ein Vietnam-Soldat kann nicht vergessen« eröffnet das ZDF die Dokumentationsreihe 37 Grad.

   

5. November 

Das ZDF zeigt den Fernsehkrimi Rosa Roth: In Liebe und Tod, nach einer Idee von Felix Huby, geschrieben von Matthias Herbert, in der Regie von Carola Rola.

Die erste Folge: Rosa Roth (gespielt von Iris Berben) ist Kommissarin bei der Berliner Mordkommission und wird mit dem wohl schwierigsten Fall ihrer Laufbahn konfrontiert: Bei einem Attentat auf den russischen Waffenhändler Raskow wird versehentlich ein 14-jähriges Mädchen erschossen. Kommissarin Roth wird mit den Ermittlungen betraut. Zusammen mit ihren Kollegen Kleinmann und Kubick versucht sie, den Attentäter zu finden, der selbst schwer verletzt wurde. Aber die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als erwartet, weil sie durch Steinkopf, Kriminaloberrat des LKA, das in eigener Sache hinter Raskow her ist, an allen möglichen Stellen behindert wird. Doch dann geschieht ein zweiter Mord, durch den Rosas Leben selbst in tragischer Weise betroffen wird. (Quelle: ZDF)

Nachtrag (Okt. 2012): Letzter Fall für Rosa Roth >>>

  

7. November 

n-tv ändert sein Programmschema. Statt der bisherigen Nachrichten wird künftig eine Mischung aus »News plus Hintergrund, plus Interview, plus Wirtschaft« gesendet. Die Sendezeit der stündlichen Nachrichtensendung wird um 30 Minuten erweitert. Dann folgen jeweils 30 Minuten Talk-Shows, Analysen oder der tägliche Bericht »Villa Bonn«. Der Anteil der Wirtschaftsberichterstattung wird verstärkt.

  

Z 13. November 

Michael Schumacher wird erster deutscher Formel I-Weltmeister. 

  

28. November

RTL gibt aufgrund ständig sinkender Einschaltquoten sein 'Frühstücksfernsehen' auf. Als Ersatz werden jugendorientierte Serien und Cartoons im 50minütigen Wechsel mit Kurznachrichten ausgestrahlt. RTL startet seine zweite Daily Soap Unter uns. Nach dem Vorbild der Lindenstraße und des Marienhofs werden Geschichten rund um die Bewohner des Hauses Schillerstraße 10 in Köln erzählt.

  

12. Dezember 

SAT.1 stellt ebenfalls sein Frühstücksfernsehen ein. An diesen Sendeplatz tritt unter dem Titel »Brunch-TV« ein »unterhaltsames Vollprogramm«.

   

15. Dezember 

RTL2-Ausstrahlungsbeginn des Nachrichtenmagazins »Die Redaktion«, moderiert von Joachim Steinhöfel. Die Sendereihe richtet sich an ein jugendliches Zielpublikum und informiert über aktuelle Themen und spannende Ereignisse. Auch die Arbeit der Journalisten selbst wird thematisiert.

  

18. Dezember 

ARD-Ausstrahlungsbeginn von Jurek Beckers Serie Wir sind auch nur ein Volk: Die Programmdirektoren der ARD beschließen die Produktion einer Familienserie, die das Verständnis zwischen "Wessis" und "Ossis" verbessern soll, und betrauen den Autor Steinheim (Dietrich Mattausch) mit der Abfassung der Drehbücher. Für seine Recherchen stellt ihm Produzent Meister (Hans Korte) eine Ostfamilie als Studienobjekt zur Verfügung. Manfred Krug spielt den arbeitslosen Familienvater. Konflikte zwischen Westautor und Ostfamilie bleiben nicht aus.

ODEON-Film schreibt: "Der schlitzohrige arbeitslose Ost-Berliner Benno Grimm (Manfred Krug) wird samt seiner Familie zum Studienobjekt des West-Schriftstellers Steinheim (Dietrich Mattausch); der Zuschauer durchschaut, was dem naiven Steinheim lange noch ein Rätsel bleiben wird: Realität muss inszeniert werden, damit sie in ihren tatsächlichen Ost-West-Unterschieden deutlich wird. Die Aufhebung dieser Ost-West-Entfremdung erfordert längere Zeiträume als politischer Voluntarismus es möchte. Eine Thematisierung von Ost-West-Vorurteilen, kurzweilig-überdreht gespielt und inszeniert, mit exzellenten Dialogen und dem unübertroffenen Witz des Autors Jurek Becker."

  

18. Dezember 

Pro7 startet die Serie Der Gletscherclan. Erzählt wird von Intrigen und Leidenschaften der Industriellenfamilie Jauffenberg (mit Dietmar Schönherr in der Hauptrolle). Aufgrund niedriger Einschaltquoten wird die Serie vorzeitig abgesetzt.

  

21. Dezember 

Die ARD zeigt die Dokumentation "Kirch Royal" über den Medienzar Leo Kirch und sein Imperium in der Reihe »Zeichen der Zeit«. 

   

25. Dezember 

Die ARD zeigt den ersten Teil des zweiteiligen Fernsehfilms von Axel Corti und Gernot Roll Radetzkymarsch nach dem gleichnamigen Roman von Josef Roth. In den Hauptrollen sind Max von Sydow und Tilman Günther zu sehen. Leider ist Regisseur Axel Corti noch während der Dreharbeiten zu diesem Dreiteiler gestorben (am 29.12.1993), so dass Kameramann Gernot Roll die weitere Regiearbeit übernahm. Posthum wurde Axel Corti 1995 für seinen Film mit dem Grimme-Preis bedacht.

   

26. Dezember 

Das ZDF beginnt mit der Ausstrahlung der Serie Frauenarzt Dr. Merthin mit Sascha Hehn als Hauptdarsteller. Am gleichen Abend beginnt das ZDF mit der Ausstrahlung einer weiteren Staffel der Erfolgsserie Das Traumschiff.

  

27. Dezember 

Die ARD eröffnet eine Reihe von Kochsendungen mit Alfred Biolek und prominenten Gästen: "alfredissimo!".

  

  

  

S o n s t i g e s

  • Die Bavaria Filmstadt feiert ihr 75-jähriges Jubiläum.

  • Am 31. Januar verlässt Günter Rohrbach nach 15 Jahren die Bavaria Film. Sein Nachfolger als Geschäftsführer für den Bereich Produktion wird Thilo Kleine.

  • Für SAT.1 wird die Reihe Schwurgericht entwickelt.

  • Für RTL entstehen die Serie Und tschüss sowie erste TV-Romane, darunter Schneewittchens Baby und Weihnachten mit Willy Wuff, den zu Weihnachten mehr als sieben Millionen Zuschauer sehen.

  • 13 Folgen der Serie Gegen den Wind werden an Originalschauplätzen in St. Peter Ording an der Nordsee für das WWF produziert. Inhalt: "Nik Andersen und Sven Westermann sind echte Männerfreunde. Ihre gemeinsame große Liebe ist das Surfen - und die schöne Britta, die die Freundschaft der beiden smarten Surfer immer wieder auf eine harte Probe stellt. Sven, Nik und ihre Clique erleben Liebe und Freundschaft, Siege und Niederlagen und einige Schicksalsschläge. Unterstützt werden sie von Svens Vater, dem Pensions-Besitzer John Westermann, und Niks Mutter Christine, die im Laufe der Serie sogar ein Paar werden und heiraten. In der letzten Staffel bekommt Nik mit Rettungsschwimmer Patrick einen neuen Konkurrenten im Kampf gegen den Wind." Die Serie wird von diversen Regisseuren gedreht, u.a. Rüdiger Nüchtern. Mit Hardy Krüger jr., Ralf Bauer, Daniela Ziegler, Henry van Lyck, Julia Heinemann u.a. (Pressetext ardvideoshop)

  • Die ARD will von 1995 an die Vorabendserie Marienhof täglich ausstrahlen. Die produktionstechnischen Voraussetzungen werden geschaffen.

  • In Nordrhein-Westfalen wird das Tochterunternehmen "Colonia Media Filmproduktionsgesellschaft mbH" gegründet. Geschäftsführer ist Dr. Georg Feil. Die erste Produktion ist die ARD-Vorabendserie Die Partner, die in Düsseldorf produziert wird.

  • Im Juni zieht der private Fernsehsender RTL2 in die Bavaria Filmstadt.

  • Im Herbst feiert Dominik Grafs Die Sieger Premiere, der bei 12 Millionen Mark Produktionskosten an der Kinokasse floppte.

  • Erfolgreich sind Fernsehfilme für das Erste: Veith von Fürstenbergs Tatort (Mord in der Akademie) sehen am 24. April 10,6 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 35,1 Prozent). Der Polizeiruf 110 - 1a Landeier*), u.a. mit Inge Meysel, wird im Folgejahr sogar mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. *) Der Polizeiruf "1a Landeier" spielt nicht in Olpe, wie die ARD schreibt, sondern in dem bergischen  Städtchen Volpe, ein Fantasiename. Olpe dagegen ist eine (reale) Stadt im Sauerland.

  

M U S I K A L I S C H E S 1994

  • Kurt Cobain, geb. 1967, einer der Hauptvertreter des sogenannten Grunge-Rock, Leadsänger der Band "Nirvana", nimmt sich am 5. April 1994 das Leben.

  • Die deutschen Bands "Rammstein" ("Neue deutsche Härte") und "Limp Bizkit" ("Nu Metal") werden gegründet.

  • Vom 12. - 14. August 1994 erinnert zum 25jährigen Jubiläum ein Konzert an das legendäre Woodstock-Festival von 1969. Auftretende Künstler waren teilweise schon beim ersten Konzert dabei, wie z.B. Joe Cocker und Grateful Dead.

  

A k t u e l l e   H i t s  1994

Crazy - Aerosmith
All About Soul - Billy Joel
Streets Of Philadelphia - Bruce Springsteen
All For Love - Bryan Adams, Rod Stewart & Sting
Katzeklo - Helge Schneider
Summer In The City - Joe Cocker
Jessie - Joshua Kadison
Without You - Mariah Carey

  

  

B A M B I - S i e g e r  1994    

Folgende Künstler erhielten den Filmpreis BAMBI 1994

   

  

Sieger der "Goldenen Kamera" von HörZu 1994 

Folgende Künstler bekamen die "Goldene Kamera" von HörZu 1994

  

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1994

Kategorie männliche Filmstars: Gold Keanu Reeves, Silber Tom Hanks, Bronze Kevin Costner

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Whoopi Goldberg, Silber Julia Roberts, Bronze Winona Ryder

Kategorie Sänger: Gold Michael Jackson, Silber Joshua Kadison, Bronze Bryan Adams

Kategorie Sängerinnen: Gold Mariah Carey, Silber Janet Jackson, Bronze Madonna

Dancefloor: Gold DJ Bobo, Silber 2 Unlimited, Bronze Whigfield

Rap und Techno: Gold Marusha, Silber Mark 'Oh, Bronze The Prodigy

Kategorie TV-Stars männlich: Gold Luke Perry, Silber Jonathan Brandis, Bronze Joe Lando

Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Jennie Garth, Silber Shannen Doherty, Bronze Pamela Anderson

Kategorie TV-Moderatoren: Gold Kristiane Bakker, Silber Ray Cokes, Bronze Arabella Kiesbauer 

Kategorie Pop-Gruppen: Gold Take That, Silber Worlds Apart , Bronze East 17

Band Rock: Gold Bon Jovi, Silber Aerosmith, Bronze Nirvana  

  

  

L I T E R A T U R

"TV-Filmlexikon - Regisseure, Autoren, Dramaturgen 1952-1992", Egon Netenjakob, Fischer Cinema TB Nr. 11947, Fischer Taschenbuch-Verlag, März 1994, ISBN 3-59611947-2.

(Mit begeistertem Lesen dieses Buches hatte ich die Idee, mein "Deutsches Filmhaus" ins Leben zu rufen. Ich möchte mich ausdrücklich bei Herrn Netenjakob dafür bedanken, dass er mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem Lexikon für mein Filmhaus zu übernehmen.)

    

  

E i n i g e   K i n o-  u n d  F e r n s e h f i l m e   d e s   J a h r e s  1 9 9 4

   

Auf Wiedersehen Amerika

Regie: Jan Schütte + Drehbuch: Jan Schütte, Thomas Strittmatter

Isaak, Moshe und dessen Frau Genovefa unternehmen auf ihre alten Tage eine Schiffsreise von Brooklyn/USA nach Polen. Es wird eine Odyssee, die sie gegen ihren Willen nach Deutschland führt. Erinnerungen legen sich über Hoffnungen, Neue und Alte Welt gehen eine vertrakte Verbindung ein. Freundlich, lakonisch, traurig erzählen Schütte, Strittmacher und Mauch (Kamera), was Emigration als Verlust bedeutet.

      

  

Der bewegte Mann

Regie + Drehbuch: Sönke Wortmann

Sönke Wortmanns urkomische Realfilm-Adaption Der bewegte Mann nach Ralf Königs Comics wurde nicht nur "der" Kick seiner Karriere und der von Hauptdarsteller Til Schweiger, sondern auch einer der an den Kinokassen erfolgreichsten deutschen Komödien (6,5 Millionen Zuschauer). Darin jobbt der attraktive Axel als Kellner und wird von seiner Freundin Doro (Katja Riemann) in flagranti auf dem Restaurant-Klo erwischt. Das bedeutet Rausschmiss. Weil der kleine Macho pleite ist und nicht weiß, wo er hin soll, lässt er sich, nachdem er von Walter (Rufus Beck) schon bei einer Schwulenparty abgefüllt wurde, vom freundlichen, schwulen Norbert (Karrierekick für Joachim Król) überreden, bei ihm zu übernachten. Unterdessen entdeckt Doro, dass sie von Axel schwanger ist und würde ihm vielleicht doch noch verzeihen. (Quelle: Amazon)

Niemand hätte mit diesem Erfolg an der Kinokasse gerechnet: über 5 Mio Zuschauer.

  

     

Frauen sind was Wunderbares

Regie + Drehbuch: Sherry Hormann

Eine Vierecksgeschichte, die an einem Hochzeitstag beginnt.

Zeno (Kai Wiesinger) ist Unidozent und alleinerziehender Vater des 6jährigen Benny. Zu Frauen hat Zeno ein gebrochenes Verhältnis. Ganz im Gegensatz zu dem TV-Autor Arthur (Thomas Heinze), der sich für unwiderstehlich hält, aber noch in der Hochzeitsnacht von seiner Frau rausgeschmissen wird. Unvermeidlich, dass sich diese beiden gegensätzlichen Typen kennenlernen und Freunde werden. Und wohl noch unvermeidlicher, dass sich beide in dieselbe Frau verlieben: Kim (Barbara Auer), die attraktive Lehrerin. Zu dumm nur, dass sich Kim zwischen Arthur und Zeno nicht entscheiden kann. Und so sind natürlich Chaos und Katastrophen unvermeidlich, bis sich erneut beweist, was schon alle ahnten: Frauen sind doch was Wunderbares. (Quelle: Amazon)

     

   

Martha

1973/74, Regie + Drehbuch: Rainer Werner Fassbinder

Späte Kino-Erstaufführung eines Fassbinder-Films, der aus technischen Gründen (?) bisher nur dem Fernsehen vorbehalten war. Psychologisches Melodram.

Hauptdarsteller: Margit Carstensen und Karlheinz Böhm

  

    

Die Sieger

Regie: Dominik Graf

Politthriller um ein Sondereinsatzkommando der Düsseldorfer Polizei im Kampf gegen Geldwäsche und Drogengeschäfte. Leider floppte der Film: Produktionskosten 12 Millionen Mark. Kinozuschauer in der Bundesrepublik: 200000 !!!

Eine Filmkritik von Peter Körte, Frankfurter Rundschau, 22.09.1994 >>>

    

    

  

G e s t o r b e n

 

Erwin Strittmatter

am 14. April 1992 in Schulzenhof

  

©Günter Prust

(mit freundlicher Erlaubnis)

31. Januar - Erwin Strittmatter, geboren am 14. August 1912

Sorbisch-deutscher Schriftsteller, der auf deutsch geschrieben hat. Einer der bekanntesten Schriftsteller der DDR. Hat das Buch zu einem meiner Lieblingsfilme geschrieben: Der Laden, der von Jo Baier inszeniert wurde.

"Erwin Strittmatter wurde 1912 in Spremberg als Sohn eines Bäckers und Kleinbauern geboren. Das Realgymnasium verließ er mit 17 Jahren, begann eine Bäckerlehre und arbeitete danach in verschiedenen Berufen. Von März 1941 bis Frühjahr 1945 gehörte er der Ordnungspolizei an, war im Polizeigebirgsjäger-Regiment 18 an Einsätzen in Slowenien, Finnland und Griechenland beteiligt, seit 1942 Bataillonsschreiber und seit 1944 Kriegsberichter. Nach dem Kriegsende arbeitete er als Bäcker, Volkskorrespondent und Amtsvorsteher, später als Zeitungsredakteur in Senftenberg. Seit 1951 lebte er als freier Autor zunächst in Spremberg, ab 1952 in Berlin. 1954 verlegte er seinen Hauptwohnsitz nach Schulzenhof bei Gransee. Dort starb er am 31. Januar 1994.   

Seine Romane: "Ochsenkutscher" (1951), "Tinko" (1955), "Der Wundertäter I–III" (1957/1973/1980), "Ole Bienkopp" (1963), "Der Laden I–III" (1983/1987/1992). Außerdem veröffentlichte er Erzählungen, Kurzprosa und Stücke. Postum erschienen, von Eva Strittmatter herausgegeben: "Vor der Verwandlung. Aufzeichnungen" (1995), "Geschichten ohne Heimat" (2002), "Kalender ohne Anfang und Ende. Notizen aus Pieštány" (2003). 2012 erschien: "Nachrichten aus meinem Leben. Aus den Tagebüchern 1954-1973"." (Quelle: Aufbau-Verlag)

  

 

  

Hinweise zum Foto: Lore Lorentz am 26. Mai 1966 mit dem "Kom(m)ödchen" in den Niederlanden, Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 919-1959)

Lore Lorentz, 1966 

 

22. Februar - Lore Lorentz, geboren am 12. September 1920

(Weitere Informationen bietet www.steffi-line.de

Lore Lorentz wird als Lore Schirmer, Tochter eines Ingenieurs, in Mährisch-Ostrau geboren. Sie studiert in den Jahren 1940-44 Geschichte, Philisophie und Germanistik in Wien und Berlin. 1944 Heirat mit dem Regisseur Kay Lorentz. Ohne irgendwelche Theaterkenntniss zu besitzen, gründete sie zusammen mit ihrem Mann die kleine Schauspielbühne Kom(m)ödchen. Ihren Grundsatz "Wir dürfen die Demokratie nicht verplempern" setzte sie in mehr als 40 Programmen im Programm des "Kom(m)ödchens" um. Mit von der Partie auf der Bühne waren u.a. Werner Vielhaber, Bernd Nesselhut, Hans Walter Clasen, Eduard Marwitz, Iris Fanslau und Ruth Henrichs und Hanne Wieder. Weitere ehemalige und aktuelle Ensemble-Mitglieder sind hier im kleinen Who-is-who zu finden.

Im Jahre 1959 wurden die Fernsehübertragungen des "Kom(m)ödchens" vom Verteidigungsminister Strauß für ein ganzes Jahr verboten. Umso mehr ist Lore Lorentz von der Wichtigkeit ihrer Arbeit überzeugt. 1967 zieht das "Kom(m)ödchen" die in Düsseldorder Kunsthalle um. In den Jahren 1976-78 ist Lorentz Dozentin für Chanson, Song und Musical an der Folkwang-Hochschule in Essen. 1976 lehnte sie gemeinsam mit ihrem Mann Kay Lorentz die Annahme des Bundesverdienstkreuzes ab. Beide erhalten im Laufe ihres Bühnenlebens etliche Preise, u.a. den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis, Verleihung des Staatspreises des Landes Nordrhein-Westfalen, Auszeichnung mit der Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. 1993 hatte die Mimin ihren letzten Auftritt im "Kom(m)ödchen". Lore Lorentz stirbt an den Folgen einer Lungenentzündung. Sie liegt begraben auf dem Friedhof in Düsseldorf-Heerdt. (Quelle: u.a. (at/iz) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland)

Hinweise zum Foto: Lore Lorentz am 26. Mai 1966 mit dem "Kom(m)ödchen" in den Niederlanden

Rechteinhaber: Nationaal Archief (Den Haag, Rijksfotoarchief; Bestandsnummer: 919-1959)
Urheber/Fotograf: Evers, Joost / Anefo;  mehr bei www.gahetna.nl, Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: www.gahetna.nl/over-ons/open-data / CC BY-SA 3.0 NL

   

  

13. Februar - Edgar Ott, geboren am 2. Juli 1929 in Berlin-Dahlem

Deutscher Schauspieler, der im Berliner Hebbel-Theater die Schauspielschule besucht. In den Jahren 1975 bis 1979 wurde Edgar Ott in der TV-Krimiserie Kommissariat 9 für eine der Hauptrollen eingesetzt. Danach arbeitete er fast ausschließlich als Hörspiel- und vielbeschäftigter Synchronsprecher, der u.a. durch sein "Tööröööhhh" des kleinen Elefanten Benjamin Blümchen bekannt wurde. Er war die Stimme von TV- und Kino-Größen wie Telly Savallas, Chuck Connors, Philippe Noiret oder Lino Ventura, Bill Cosby, Rod Steiger und Gene Hackman mit unverwechselbarer Stimme. Auch für viele weitere Comicfiguren hatte er seine Stimme verliehen, beispielsweise sang Edgar Ott im Disney-Dauerbrenner "Dschungelbuch" das Lied von Bär Balu "Probier's mal mit Gemütlichkeit"

Am 13. Februar 1994 stirbt er im Alter von nur 64 Jahren und findet auf der Insel Sylt seine letzte Ruhe

Eine Liste der wenigen Filme, in denen Edgar Ott eine Rolle spielte, sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

  

  

28. Februar - Jürgen von Alten, geboren am 12. Januar 1903

Deutscher Filmschauspieler und Regisseur.

Jürgen van Alten finanziert sich sein Schauspielstudium mit allerlei Arbeiten. Er bekommt ein Volontariat bei den Städt. Bühnen in Hannover. Von dort aus gibt ihm Gustav von Ucicky die erste Filmrolle in dem 1931 gedrehten Streifen York. Das bekommt er von der "Tobis"-Filmgesellschaft das Angebot für vier Filme, wobei die bekanntesten Der Biberpelz ist und Stärker als Paragraphen sind. 1933 wurde von Alten zum Direktor an das Komödienhaus in Dresdens Reitbahnstraße berufen, dort führte er auch Regie. Gustaf Gründgens holte ihn als Gastregisseur nach Berlin. In den Jahren 1935 und 36 leitete er das Schillertheater. Im Jahr 1938 drehte von Alten für den jungen Fernsehsender "Paul Nipkow" (auch Deutscher Fernseh Rundfunk) einige Fernsehspiele, u.a. Das verlorene Lächeln und Wer bist du?. Er drehte in der Zeit des Nationalsozialismus einige heute sogenannte Verbotsfilme  wie z.B. Togger, ein Pamphlet gegen die Pressefreiheit und vermeintliche, ausländische Überfremdung deutscher Zeitungen im Speziellen. Dieser Film zählt zu den über 40 stark propagandistischen Filmen nationalsozialistischer Produktion, die heute als Vorbehaltsfilm eingestuft werden und deren öffentliche Aufführung daher Einschränkungen unterliegt. Weitere braune Propagandafilme waren u.a. Das Gewehr über und Sechs Tage Heimaturlaub, beide Filme das deutsche Militär verherrlichend. 1937 drehte er mit Gustav Knuth und Carsta Löck den Film Heimweh,  Nach dem Krieg leitete Jürgen von Alten die Kammerspiele in Hannover. In weiteren Jahren erhielt er gelegentliche Arbeit als Regisseur und Schauspieler am Theater der Jugend, Berliner Theater, Hebbel-Theater und Theater am Reichskabarett. (Quelle: Einige Textpassagen  aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 1, Seite 81 - mit Erlaubnis des Autors)

Eine Liste der Filme von/mit Jürgen von Alten sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

   

  

  

15. März - Jürgen von Manger, geboren am 6. März 1923

Deutscher Komiker und Kabarettist, der die Kunstfigur Adolf Tegtmeier aus dem "Kohlenpott" ins Leben gerufen hat. 

Hans Jürgen Julius Emil Fritz von Manger, wie er mit vollem Namen hieß, wurde in Koblenz geboren und zog mit seinen Eltern im Alter von neun Jahren in die sauerländische Stadt Hagen, wohin sich sein Vater, der Staatsanwalt war, hatte versetzen lassen. Hier besuchte von Manger das Gymnasium. 1939 bot sich ihm die Gelegenheit, als Statist am Hagener Theater eingesetzt zu werden, denn noch konnte sich der junge Mann nicht entscheiden, ob er Künstler oder Rechtswissenschaftler werden wollte. Hier am Theater konnte er zwei Jahre lang Erfahrungen sammeln, bevor der Krieg ihm einen Strich durch seine beginnende künstlerische Karriere machte und er 1941 nach Russland eingezogen wurde. Nach Kriegsende konnte Jürgen von Manger am Theater Hagen als Schauspieler arbeiten.

1947 wechselte er zum Schauspielhaus Bochum, 1950 an das Schauspielhaus Gelsenkirchen. Neben seiner Arbeit am Theater studierte er 4 Jahre lang Rechtswissenschaften in Köln und Münster und ließ sich nebenbei als Schauspieler ausbilden. Seine berühmte Figur des "Adolf Tegtmeier", die eigentlich für das Radio gedacht war, wurde durch Jürgen von Manger bis in die 1980er-Jahre so bekannt, dass Künstler und Kunstfigur nicht mehr auseinanderdividiert werden konnten. Bereits das 1961 im Radio von ihm dargebotene Stück "Der Schwiegermuttermörder" war durch den typisch westfälischen rabenschwarzen Humor so erfolgreich, dass weitere Geschichten einfach folgen mussten. Im Mittelpunkt seiner oft schwarzhumorigen Geschichten stand immer der "kleine Mann von der Straße" mit all seinen Alltagssorgen, Schwächen und Stärken, wie z.B. die seine Comedy-Serie "Mensch bleiben", die 1970 zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt wurde. Von 1972 bis 1979 sah man von Manger als 'Tegtmeier' im Fernsehen mit seinen halb dokumentarischen Filmen "Tegtmeiers Reisen", in denen er in amüsanter Weise Land und Leute seines jeweiligen Reiselandes beschrieb. Als Sprecher von Hörspielproduktionen machte er sich ebenfalls einen Namen, herauszuheben ist (was kaum bekannt ist) hier die WDR-Produktion, in dem von Manger den Gollum aus Tolkiens "Der kleine Hobbit" spricht.

1987 wurde Jürgen von Manger mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und 1990 bekam er den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Er war verheiratet mit der Fotografin Ruth von Manger, geb. Stanszus, die in der Bochumer City viele Jahre lang ein exklusives Damenmodegeschäft besaß. Seine letzten Lebensjahre verbrachte der sympathische Künstler, der nach einem Schlaganfall im Jahre 1985 seinen Beruf auf der Bühne nicht mehr ausüben konnte, in Herne, wo er am 15. März 1994 verstarb. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Hagen-Delstern.

  

   

18. März - Peter Borgelt, geboren 20. September 1927

Fernseh-, Film- und Theaterschauspieler. Peter Borgelt wird am 20. September 1927 in Rostock in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Sein Vater Paul Borgelt ist Schauspieler, die Mutter Sängerin. Nach einer begonnenen und abgebrochenen Lehre am Bau beschließt er, Komponist zu werden und schreibt sich im Konservatorium in Kamenz ein. Nebenbei arbeitet er als Aushilfe am Burgstädter Kreistheater und beschließt, eine Schauspielausbildung zu machen, zu der er dann auch privaten Unterricht nimmt. Nach der bestandenen Ausbildung bekommt er ein Engagement beim Burgstädter Theater. Weitere Stationen für den jungen Schauspieler sind Magdeburg, Halberstadt, Schwerin und Leipzig. Seit 1967 bis zu seinem Tod ist er am Deutschen Theater in Berlin tätig. Hier war er letztmalig zu sehen in "Der Turm" von Hugo von Hofmannsthal und in "Der Wald" von Nikolai Alexejewitsch Ostrowski. Aber Peter Borgelt ist auch beim Fernsehen tätig, zum Beispiel in TV-Krimis oder Fernsehfilmen wie Die Abenteuer des Werner Holt (1965, Regie: Joachim Kunert) als Unterfeldmeister Böhm, in dem 4teiligen Fernsehfilm  Geheimcode B13 aus dem Jahr 1967 oder als Sir Robert Ratcliff in Leben und Tod König Richard III., eine Fernsehaufführung aus dem Jahre 1976, in der Inszenierung von Manfred Wekwerth. Zwei herausragende Filme waren die Fernsehinszenierung von Kurt Jung-Alsen mit dem Titel 1913, hier ist er Graf Otto von Beeskow und der zweiteilige Fernsehfilm Zwei Briefe an Pospischiel (1970). In der maritinem Unterhaltungssendung des DDR-Fernsehens "Klock 8 - achtern Strom" war er zeitweise der gastgebende Seemann. Die Sedung war vergleichbar  mit der unterhaltsamen vom NDR produzierten Musiksendung "Haifischbar" mit Hilde Sicks und Ernst Grabbe als Wirtsleute, die erstmals 1962 im westdeutschen Fernsehen lief; hier traten z.B. Freddy Quinn, Lale Andersen oder Ralph Bendix auf. Aber wirklich berühmt wurde er mit der Rolle des Oberleutnants bzw. Hauptmanns Peter Fuchs (nach der Wende dann Kriminalhauptkommissar) in der DDR-Krimidauerserie Polizeiruf 110, in der er seit der ersten Folge (Der Fall Lisa Murnau) von 1971 bis 1991 in 84 Episoden spielte. Mit der Rolle des  Peter Fuchs kam Borgelt zwar zu einer sehr großen Popularität, aber ihm wurden kaum noch andere Rollen angeboten. Nur vereinzelt war der Künstler noch in TV-Filmen zu sehen wie Der blaue Boll (1988), Schulmeister Spitzbart (1989), Der Sturmgeselle Sokrates (1991), Frank und Robert (1992).

Der Schauspieler starb an seiner Krebserkrankung im Alter von nur 66 Jahren in Berlin. Er liegt begraben auf dem Friedhof "Zur frohen Botschaft" in Berlin-Lichtenberg.

Eine Liste der Filme mit Peter Borgelt sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

    

    

4. April - Kurt Meisel, geboren am 18. August 1912

Österreichischer Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, der zunächst Rechtswissenschaften studierte. Nach einem Volontariat am Wiener Volkstheater debütierte er 1933 an den Münchner Kammerspielen in "Wie es euch gefällt". Seine erste Filmrolle hatte er 1934, wobei er in den weiteren Jahren unendlich viele Rollen als Nebendarsteller bekleidete. Weiterhin spielte er an der Kleinen Komödie in München und an zwei Berliner Theatern. Er arbeitete in der Folge mit etlichen namhaften Regisseuren wie Gustaf Gründgens, Jürgen Fehling und Karl-Heinz Stroux zusammen. Die Rollen, die er besetzte, waren vielfältig. Er konnte den weinerlichen Playboy Graf Eugen Opalla in Die göttliche Jette ebenso darbieten wie den gemeinen Triebtäter in Schlussakkord (1936). Weitere Filme der 1930er- und 1940er-Jahre mit Kurt Meisel waren 1938 Nanon, wo er den jungen Hector spielte, in dem Luis Trenker-Film Der Feuerteufel gibt er den Erzherzog Johann. Außerdem war er auch in sogenannten Vorbehaltsfilmen zu sehen wie in Der große König (1942), Die goldene Stadt (1942) und dem unsäglichen Kolberg von Veit Harlan (1945). Es gelang ihm wohl nach dem Krieg der Übergang als Charakterschauspieler, jedoch war es ihm nicht vergönnt, sympathische Typen zu spielen, die aber um so intensiver. In ausländischen Produktionen, schreibt Kay Weniger, sei er mit Vorliebe als verabscheuungswürdiger Nazi-Offizier oder ähnlich schräge Charaktere besetzt worden wie z.B. in Die Katze als Hauptmann Heinz Müller. Wohl eine seiner wichtigsten und besten Rollen war 1947 die Titelrolle in der Büchner-Adaption Wozzeck, in der er den unglücklichen Titelhelden abgibt, der in wütender Verzweiflung zum irren Mörder wird.

In den 1950er-Jahren führte Meisel auch häufiger Regie als das er vor der Kamera zu sehen war wie Tragödie einer Leidenschaft (1949), wozu "Moviepilot" schreibt: "Regisseur Kurt Meisel beleuchtet die soziale und seelische Abgründigkeit des zaristischen Russlands und schuf eine Atmosphäre, die einmalig russisch ist." Außerdem führte er in zwei Rühmann-Komödien Regie, aber leider nur mit mäßigem Erfolg: Das Sonntagskind (1956) und Vater sein dagegen sehr (1959). Mit Beginn der Spielzeit 1960 wurde Meisel Oberspielleiter und Schauspieler des Bayerischen Staatsschauspiels in München. 1966 ging er vier Jahre lang als Oberregisseur und stellvertretender Direktor an das Burgtheater nach Wien. Er übernahm in dieser Zeit auch Lehraufträge am Mozarteum in Salzburg und an der Wiener Filmakademie. 1970 spielte er unter Gustav Mankers Regie am Wiener Volkstheater den Senator Nicolson in der Erstaufführung von Hochhuths "Guerillas". 1972 wurde Kurt Meisel Intendant im Bayerischen Staatsschauspiel, diese Tätigkeit führte er bis 1983 aus. Hier u.a. Arbeit mit dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergman mit Stücken wie "Hedda Gabler", "Traumspiel", "Drei Schwestern" und "Tartuffe". Kurt Meisel war mit der Schauspielerin Ursula Lingen, Tochter des Schauspielers Theo Lingen, verheiratet. Er starb an einen Schlaganfall. Sein Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof. (Quelle: Einige Informationen und Textpassagen aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 5, Seite 376-377 - mit Erlaubnis des Autors)

Eine Liste der Filme mit/von Kurt Meisel sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

    

  

Margot Trooger

in "Das Verrätertor"

Aushangfoto mit freundlicher Genehmigung von ©Einhorn-Film
 

24. April - Margot Trooger, geboren am 2. Juni 1923

Wurde in Rositz/Thüringen geboren. Besuch des Lyzeums, danach Handelsschule. In Innsbruck arbeitete sie als Sekretärin. 1945 ging sie nach München und nahm bis 1947 Schauspielunterricht bei Eva Fiebig, Siegfried Süßenguth und Ernst Fritz Fürbringer. Ihr Filmdebüt gab sie 1946 bei der Eröffnung des Theaters in Bamberg in Hofmannsthals "Der Tor und der Tod".  An den Bremer Kammerspielen erhielt die junge Trooger 1947 ihr erstes festes Engagement. 1948 kam sie nach Stuttgart. Von 1950 bis 1952 spielte sie am Kleinen Theater in Baden-Baden und arbeitete nebenbei beim Südwestfunk. Weitere Stationen waren Wuppertaler Bühnen, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Schiller- und Schloßparktheater in Berlin unter Boleslaw Barlog, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Bayerisches Staatsschauspiel München, Münchner Kammerspiele und Schauspielhaus Zürich.

  

1964 ließ sie sich von dem Bühnenbildner Jörg Zimmermann scheiden, aus deren Verbindung eine Tochter, Sabina Trooger, hervorging, die ebenfalls Schauspielerin wurde. 1977 zog sich Margot Trooger, die an der unheilbaren Lungenfibrose litt, von der Schauspielerei zurück, machte aber Anfang der 90er Jahre noch einmal als Schriftstellerin mit dem Lyrikband "Sommer, Wiesen, Winterwälder – Geschichte vom Dasein" auf sich aufmerksam. Viele Jahre lang lebte die schwer lungenkranke Schauspielerin zurückgezogen im bayerischen Mauerberg. Wegen ihrer Erkrankung konnte sie das Föhnklima in München nicht vertragen und zog  1993 nach Mörlenbach/Odenwald (ihre Grabstätte) wo sie im Alter von 70 Jahren am 24. April starb. 

Mir ist Margot Trooger immer noch(!) in Erinnerung als "Sonne" in Peterchens Mondfahrt von 1959. 

  

Eine Kino- und TV-Filmauswahl der Schauspielerin: Ihr Debüt beim Film gab sie 1949 in Ich mach' dich glücklich, hier spielt sie in einer kleinen Rolle  neben Heinz Rühmann und Hertha Feiler eine Bardame, 1952 waren es bereits zwei Filme, in denen sie mitspielte: Lockende Sterne an der Seite von Rudolf Prack und in dem dramatischen Heimatfilm Wenn abends die Heide träumt, wiederum an der Seite von Rudolf Prack. Die Bernauerin (TV-Film von 1958, Regie: Gustav Rudolf Sellner), Die Dame in der schwarzen Robe und Der Kirschgarten (1960 und 1966, beide Regie: Peter Zadek), Das lange Weihnachtsmahl (1962, Regie: Walter Rilla, nach Wilder), Das Halstuch (der "Straßenfeger" aus dem Jahre 1962, Regie: Hans Quest), Die spanische Puppe (1967, Regie: Helmut Käutner), Eine Gefangene bei Stalin und Hitler (1968, Regie: Paul May), Tatort - Wodka Bitter Lemon (1974, Regie: Franz-Peter Wirth). 1971 spielte Margot Trooger auch als Fräulein Prysselius in dem überaus erfolgreichen Kinderfilm Pippi Langstrumpf mit. Ihre letzte Arbeit war der ZDF-Fernsehfilm von 1977 nach einem Drehbuch von Herbert Asmodi: Der Abgeordnete von Bombignac. (Quelle: Einige Informationen aus www.steffi-line.de

Eine Liste der Filme mit Margot Trooger sind bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

  

  

  

Ernst Schröder - Foto: VIRGINIA

Ernst Schröder

Foto© Virginia Shue, Hamburg  starfotos@virginia-hamburg.de

  

26. Juni - Ernst Schröder, geboren am 27. Januar 1915

Deutscher Film- und Theaterschauspieler

Ernst Schröder wurde als Sohn eines Schneidermeisters in Wanne-Eickel in Westfalen geboren. Nach der Schule nahm er Schauspielunterricht bei Saladin-Schmitt in Bochum. Am Bochumer Schauspielhaus begann er 1934 als Schauspieler, Regieassistent und auch als Bühnenassistent. Allerdings waren die Bühnenbildentwürfe Schröders so ausgefallen, dass Saladin Schmitt, der immer sehr viel für außerordentliche Talente tat, versuchte, ihn als Schauspieler einzusetzen. Ernst Schröder hatte also seine erste Rolle als Zwerg im Immermann-Drama "Merlin".

1936/37 spielte er an den Städt. Bühnen Bielefeld, 1937/38 an den Bühnen in Kiel. Nach dem Reichsarbeitsdienst kam er 1938/39 an das Schiller-Theater Berlin (wo zu dieser Zeit Heinrich George die Intendanz hatte), dem er nach seiner Soldatenzeit (1940-42) erneut von 1942 bis zur Schließung aller Bühnen (1944) angehörte. 1944/45 wurde er erneut zum Kriegsdienst eingezogen. Die amerikanische Kriegsgefangenschaft war überstanden und Ernst Schröder begann 

Ernst Schröder in "Jedermann" - Foto: VIRGINIA

Ernst Schröder als "Mammon" in "Jedermann", Salzburger Festspiele 1981

Foto© Virginia Shue, Hamburg

  starfotos@virginia-hamburg.de

 

1945 am Hebbel-Theater, leitete dort von 1946 bis 1948 die Schauspielschule. 1948 übernahm er die Direktion des Rheingau-Theaters. Verschiedene Theaterstationen bis 1983 (Tribüne Berlin, Theater am Kurfürstendamm Berlin, Münchner Kammerspiele, Renaissancetheater Berlin, Schauspielhaus Zürich, Freie Volksbühne Berlin). Von 1949 - 1951 hatte er einen Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin, seit 1956 ist Ernst Schröder ordentliches Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Schröder war nicht nur auf Klassiker abonniert, sondern fand auch Zugang zu modernen Großmeistern. So stand er zusammen mit Heinz Rühmann in München 1965 auf der Bühne und wartete auf Godot. Außerdem trat er mit Becketts "Endspiel" 150 mal auf. In den 50er- und 60er-Jahren drehte er zahlreiche Kinofilme, wie z.B. in dem amerikanischen Kriegsfilm Der längste Tag, zu diesem Film gehörten die Regisseure Ken Annakin, Bernhard Wicki, Andrew Marton, Gerd Oswald. Auch im Fernsehen war er präsent, wie z.B. in der TV-Serie Lorentz und Söhne. Des Öfteren war er die deutsche Stimme von Spencer Tracy.

Am 26. Juli 1994 schied Ernst Schröder im Alter von 79 Jahren in einem Berliner Krankenhaus freiwillig aus dem Leben, indem er sich aus dem vierten Stock stürzte. Zwei Jahre zuvor hatte er der Akademie der Künste in Berlin persönlich sein künstlerisches Archiv übergeben. Ernst Schröder erhielt während seiner langjährigen Karriere als Schauspieler zahlreiche Ehrungen: Seit 1974 war er Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, unter anderem verlieh man ihm 1979 in Zürich den Literaturpreis und 1986 zeichnete man ihn für seine Leistungen mit dem "Filmband in Gold" aus. Veröffentlichte die Bücher "Die Arbeit des Schauspielers" (1966) und "Das Leben verspielt" (1978). 

Der Schauspieler hatte drei Kinder und war zweimal verheiratet. Seine 1942 geborene Tochter Christiane, ebenfalls Schauspielerin, hatte sich am 17. September 1980 in San Francisco durch einen Sprung von der Golden Gate Bridge das Leben genommen.

 

Einige Filme (Kino und TV) mit Ernst Schröder: Kino: Ohm Krüger (1940, Regie: Hans Steinhoff), Liebe ohne Illusion (1955, Regie: Erich Engel), Der 20. Juli (1955, Regie: Falk Harnack), Mein Schulfreund (1960, Regie: Robert Siodmak), Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse (1964, Regie: Hugo Fregonese). TV: Abendstunde im Herbst (1960, Regie: Rudolf Noelte), Das Leben des Galilei (1962, Regie: Egon Monk), Die Flucht nach Holland (1967, Regie: Ludwig Cremer), Derrick - Das Bordfest (1976, Regie: Alfred Weidenmann), Die Eingeschlossenen von Altona (1980, Regie: Pinkas Braun), Der Aufstieg - Ein Mann geht verloren (1980, Regie: Peter Patzak), TV-Serie Lorentz und Söhne (1988, Regie: Claus Peter Witt).

Eine Liste der Filme mit Ernst Schröder sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

   

  

18. Juli - Gottfried Reinhardt, geboren am 20. März 1913 

Regisseur, Produzent

Der Regisseur und Filmproduzent Gottfried Reinhardt wurde in Berlin geboren. Nach seinem Abitur war er zunächst als Schauspieler und Regisseur im Deutschen Theater, das unter der Leitung seines Vaters Max Reinhardt (*09.09.1873 - 31.10.1943) stand, tätig. 1932 ging er zu Studienzwecken in die USA, entschied sich nach der Machtergreifung der Nazis dort zu bleiben und arbeitete zunächst für Ernst Lubitsch als Regieassistent. Bald darauf bekam er ein Angebot von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) als Lektor und Autor. Ab 1942 leistete er Kriegsdienst für die USA und kehrte 1954 nach Europa zurück, wo er Gerhart Hauptmanns Drama Vor Sonnenuntergang mit Hauptdarsteller Hans Albers verfilmte. Dafür erhielt er bei den Berliner Filmfestspielen 1956 den Publikumspreis Goldener Bär. Reinhardts deutsche Filme gehören stilistisch dem zu dieser Zeit gepflegten Bildungsbürgerkino der Adenauer-Ära an. Er ist der Regisseur des Films Menschen im Hotel. 1959 drehte er Abschied von den Wolken mit O. W. Fischer und Peter van Eyck, 1960 Liebling der Götter mit Ruth Leuwerik und Peter van Eyck, Stadt ohne Mitleid mit Kirk Douglas und Christine Kaufmann und Elf Jahre und ein Tag mit Ruth Leuwerik und Bernhard Wicki (1963). (Quelle: Wikipedia)

Eine Liste der Filme von Gottfried Reinhardt sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

  

 

9. September - Käthe Braun, geboren am 11. November 1913

Theater- und Filmschauspielerin, Drehbuchautorin

Katharina (Käthe) Braun stammt aus Oberbayern und erhielt privaten Schauspielunterricht. 1935 bekam sie ihr erstes Engagement am Bayerischen Staatstheater. 1938 wechselte sie vom Münchener Residenztheater ans Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 1941 bis zur Schließung aller deutschen Bühnen im Sommer 1944 trat sie am Stadttheater der elsässischen Metrolole Straßburg auf. 1945 Rückkehr nach München. Ab 1947 diverse Theater in Berlin (z.B. Ostberliner Deutsches Theater, Schillertheater West-Berlin). In dieser Zeit hatte sie auch den einen oder anderen Auftritt im Film, wobei sie auch 1936 erste Filmerfahrungen gemacht hatte (Die Drei um Christine, Regie: Hans Deppe). Die DEFA bot Käthe Braun an, in zwei Filmen Hauptrollen zu spielen: Semmelweis - Retter der Mütter, ein 1950 gedrehtes Arztdrama um den deutschen Arzt Ignaz Semmelweis, der bereits Mitte des 19. Jahrhunderts das Auftreten von Kindbettfieber auf mangelnde Hygiene bei Ärzten und Krankenhauspersonal zurückführte. Er war bemüht, Hygienevorschriften in Krankenhäusern einzuführen. Regie zu diesem Film  führte Georg C. Klaren. Käthe Braun spielte hier sehr eindrucksvoll die Marie Lanthaler. Weiterhin war sie 1951 zu sehen in Falk Harnacks Das Beil von Wandsbek als Stiene Teetjen, die Frau des Schlachters (Erwin Geschonneck).  Käthe Braun war die Ehefrau des zum Umfeld der Weißen Rose gehörenden NS-Widerstandskämpfers und Filmregisseurs Falk Harnack (1913–1991). Einem breiteren Publikum ist Käthe Braun bekannt in der Rolle der Mutter von Ludwig Thoma in der gleichnamigen Filmreihe der 1960er-Jahre, wie z.B. Lausbubengeschichten, Tante Frida, Ludwig auf Freiersfüßen. (Quelle: Einige Textpassagen  aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 1, Seite 534-535 - mit Erlaubnis des Autors)

Eine Liste der Filme mit Käthe Braun sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

  

  

11. September - Marianne Hold, geboren am 15. Mai 1933 (andere Quelle schreibt 1929)

Deutsch-österreichische Schauspielerin, die in den 1950er-Jahren ein Star der Heimat- und dramatischen Bergfilme war. Für den Film entdeckt wurde sie von Luis Trenker. Sie wuchs in Tirol auf und machte während des Krieges eine Ballett- und Schauspielunterricht. Gegen Kriegsende musste sie mit ihrer Mutter aus der Heimat fliehen. Der Vater galt als vermisst. Mutter und Tochter kamen nach Innsbruck. Die Mutter heiratete erneut, aber Marianne konnte sich mit ihrem Stiefvater nicht verstehen. Sie zog nach Rom und arbeitete dort, um sich über Wasser zu halten, als Haushaltshilfe. Durch einen Zufall bekam sie eine Assistentenstelle in den Schnitt-Studios von Cinecitta, hier lernte sie Luis Trenker kennen, der ihr 1950 eine kleine Rolle in seinem italienisch produzierten Film Duell in den Bergen, wobei man gleich auf die blauäugige Blonde aufmerksam wurde. Weitere kleine italienische Produktionen folgten. 1953 setzte sie Hans Deppe in seinem Film Ferien vom Ich neben Rudolf Prack ein. Sie wurde bald darauf eine beliebte Mimin, die ohne schauspielerische Ausbildung in etlichen Filmen aus der Alpenregion zu sehen war. Einige ihrer Filme waren auch spanisch produziert oder international coproduziert. 

Weitere Filme waren Ave Maria, ein 1953 gedrehtes Melodram von Alfred Braun mit Zarah Leander (Marianne Hold spielt die Tochter). Bei www.steffi-line.de ist zu lesen, dass die Schauspielerin nur wenige Male beweisen konnte, dass sie mehr zu bieten hatte, als in anspruchslosen Melodramen und rührseligen Stücken das patente Mädchen zu minen. Eine dieser Ausnahmen die die Titelrolle in Julien Duviviers poetischem Meisterwerk Marianne (1955) mit Horst Buchholz, Udo Vioff und Michael Verhoeven an ihrer Seite. In den späten 1950er-Jahren stand sie des öfteren mit Gerhard Riedmann vor der Kamera, so z.B. in Die Prinzessin von St. Wolfgang, Bei der blonden Kathrein oder die Ganghofer-Adaption Waldrausch. Weitere melodramatische Filme waren noch Von der Liebe besiegt, Die Lindenwirtin vom Donaustrand (1957, Regie: Hans Quest) und Schwarzwälder Kirsch und Mein Schatz ist aus Tirol

1964 lernte Marianne Hold bei Dreharbeiten in Bangkok den australisch-britischen Geschäftsmann und Chemiker Friedrich von Strobl kennen, die beiden heirateten. Das Paar ließ sich im Rom nieder und Marianne Hold zog sich aus dem Filmgeschäft zurück. Ihr Mann allerdings begann unter dem Pseudonym Frederick Stafford (1928-1979) eine Karriere als Filmschauspieler. Der Bruder der Schauspielerin, Siegfried Hold (1931-2003), arbeitete als Kameramann. Marianne Hold starb am 11. September 1994 und ist auf dem Friedhof in Zürich-Witikon neben ihrem Mann begraben. (Quelle: Einige Textpassagen  aus steffi-line und Informationen aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 4, Seite 22-23 - mit Erlaubnis des Autors)

Eine Liste der Filme mit Marianne Hold sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.   

 

  

Dolly Haas...

...auf einem Sammelbild aus der Serie "Bühnenstars und ihre Autogramme", die 1933 den
"Gold-Saba"-Zigaretten der "Garbaty"-Zigarettenfabrik beilagen.
Urheber: Fotoatelier "Zander & Labisch"  (Albert Zander u. Siegmund Labisch (1863–1942))
Quelle: film.virtual-history.com; Lizenz siehe weiter unten
*)

16. September - Dolly (Dorothy) Haas, *29. April 1910

Deutsche Schauspielerin.

Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte sie Ballettstunden genommen und durfte wenige Jahre darauf erstmals Vorstellungen - u.a. an der Hamburger Staatsoper und als Solotänzerin in der Ballettschule von Olga Brandt - mit selbst einstudierten Tänzen geben. 1927 trat sie in Berlin auf, sowohl in den großen Show-Revuen von Erik Charell und Hermann Haller als auch in Kabarett-Veranstaltungen (z.B. in Werner Fincks "Katakombe"), in denen sie mit ihren improvisierten Darbietungen einige Erfolge verzeichnen konnte. Nach ihrem Durchbruch in der Revue-Inszenierung von Erich Engel, Wie werde ich reich und glücklich (1930), folgten Hauptrollen beim Film. mit der Komödie Dolly macht Karriere von Anatole Litvak wurde die junge Frau über Nacht zum Star. Mit ihrer Darstellung der "Scampolo" in der gleichnamigen Nicodemi-Verfilmung erhielt Dolly Haas 1932 ihre interessanteste Rolle mit der Harry Liedtke-Komödie Der Page vom Dalmasse Hotel, in der sie den Titelpart übernahm. Mit dieser für ihren Typus nicht ungewöhnliche Hosenrolle erreichte sie einen neuen Popularitätshöhepunkt. 1934 verließ Dolly Haas unter dem Eindruck des staatlich verordneten Antisemitismus Deutschland, um in London in dem Lustspiel "Girls Will Be Boys" noch einmal in eine Hosenrolle zu schlüpfen. Nach einem kurzen Gastspiel im deutschen Kino Ende 1934 übersiedelte Dolly Haas zusammen mit ihrem Mann, dem Bühnenregisseur Hans (John) Brahm (1893-1935) nach England, wo er seine Frau in dem Remake eines Griffith/Gish-Erfolges von 1918, "Broken Blossoms", in Szene setzte. Nach einem weiteren englischen Film mit dem Titel "Spy of Napoleon" zog das Ehepaar Haas/Brahms in die USA, wo die Schauspielerin zwar einen Vertrag, aber keine Rolle erhielt. Aber sie landete einige beachtliche Erfolge am Broadway. Nach ihrem Auftritt in "Brecht on Brecht" (1962) zog sie sich von der Bühne zurück. Ihre einzige Rückkehr zum Film seit 1936 ermöglichte 1952 Alfred Hitchcock, als er die bläßliche Blonde als die von ihrem Ehemann erschossene Alma Keller, Ehefrau eines im Mittelpunkt des Geschehens stehenden Mörders (O. E. Hasse), in dem Gewissenskonflikt-Krimi Ich beichte (Inhalt: Ein Mord geschieht. Durch die nächtlichen Straßen eilt ein Mann in einer Priester-Soutane. Sein Ziel ist die Kirche. Der Mörder beichtet die Tat einem echten Priester. Pater Michael Logan nimmt dem Täter das Versprechen ab, sich der Polizei zu stellen. Ein Versprechen, das niemals eingelöst wird. Plötzlich gerät er selbst unter Verdacht. Seine vergessene Vergangenheit macht Pater Logan zum Angeklagten. Ist er vielleicht doch nicht ganz unschuldig? Aber er darf sich nicht entlasten, trotzdem er den Mörder kennt. Er hat geschworen, das Beichtgeheimnis zu wahren. Obwohl dem Pater der elektrische Stuhl droht, ist sein Gewissen stärker... -Amazon-) besetzte.

Dolly Haas bekam für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film 1975 das Filmband in Gold. Die Berliner Filmfestspiele widmeten ihr 1983 eine Retrospektive und Rosa von Praunheim dreht über sie 1987 ein Porträt mit dem Titel Dolly, Lotte und Maria. Dolly Haas starb in New York an einer Krebserkrankung.

*) Weitere Hinweise zum Foto Dolly Haas: (Urheber "Fotoatelier Zander & Labisch", Berlin): Das Atelier von Albert Zander und Siegmund Labisch († 1942) war 1895 gegründet worden; die inaktive Firma wurde 1939 aus dem Handelsregister gelöscht. Externe Recherche ergab: Labisch wird ab 1938 nicht mehr in den amtlichen Einwohnerverzeichnissen aufgeführt, so dass sein Tod angenommen werden muss; Zander wiederum war laut Aktenlage ab 1899 nicht mehr aktiv am Atelier beteiligt und kommt somit nicht als Urheber dieses Fotos in Frage. Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. (Quelle: Wikipedia)

Eine Liste der Filme und/oder Kurz-Biografie mit Dolly Haas sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

 

  

  

Ruth Niehaus

©Virginia Shue, Hamburg  starfotos@virginia-hamburg.de

24. September - Ruth Niehaus, *1925

Deutsche Schauspielerin und Regisseurin. 1951 Debüt als Filmtochter Atlanta Nägele in der Curt Goetz-Komödie Das Haus in Montevideo. Ihre erste Hauptrolle hatte sie bereits 1952 neben Hermann Schomberg ihre erste Hauptrolle in Rosen blühen auf dem Heidegrab. Da dieser Film zu den Highlights des schauspielerischen Schaffens von Ruth Niehaus gehört, wird er häufig in den Goethe-Instituten im Ausland gezeigt. Große Theatererfolge konnte sie am Wiener Burgtheater und am Düsseldorfer Schauspielhaus unter Gründgens feiern. Sie war die Luise in "Kabale und Liebe", die Desdemona in "Othello" und die Julie in "Dantons Tod". In den Bad Hersfelder Festspielen konnte der Zuschauer Ruth Niehaus als Titania in "Ein Sommernachtstraum" bewundern. Weiterhin war sie zwischen 1964 und 1968 bei Oskar Fritz Schuh am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg unter Vertrag.

Sie spielte mit Dietmar Schönherr in Rosenmontag; in Weg ohne Umkehr konnte man sie an der Seite von Ivan Desny sehen. Anfang der 1960er-Jahre nahm Ruth Niehaus nur noch sporadisch Rollen an, so in einer Tatort-Folge mit dem Titel Miriam und auch in den TV-Serien Der Alte und Sonderdezernat K1. 1987 holte sie Horst Königstein für seinen Film Reichshauptstadt privat vor die Kamera. 1989 drehte die ARD in der Reihe "Frauengeschichten" ein Portrait über Ruth Niehaus.

Ihre letzte Rolle spielte sie 1991 in der Kinoproduktion von Detlev Buck Wir können auch anders. Ruth Niehaus war die Großtante der Schauspielerin Valerie Niehaus. (Quelle: Einige Informationen aus wikipedia)

Eine Liste der Filme mit Ruth Niehaus sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

  

  

   

Hertha Feiler und Heinz Rühmann in "Hauptsache glücklich" aus dem Jahr 1941, Regie: Theo Lingen - Foto: Murnau-Stiftung

Hertha Feiler und Heinz Rühmann in "Hauptsache glücklich" aus dem Jahr 1941, Regie: Theo Lingen

©Murnau-Stiftung

3. Oktober - Heinz Rühmann

Schauspieler

Heinz-Rühmann-Gedenkseite

  

Heinz Rühmann wurde am 7. März 1902 in Essen geboren. Im Alter von 17 Jahren verließ er das Gymnasium, wobei er schon dort seine Lehrer parodierte, um Schauspielschüler bei Friedrich Basil zu werden. (Bemerkung am Rande: Friedrich Basil wies übrigens einige Monate später auch einen "Nachwuchspolitiker" namens Adolf Hitler in Mimik und Rhetorik ein.) 

Rühmann wurde 1920 am Lobe- und Thalia-Theater in Breslau engagiert und hatte bis 1961 immer wieder Theaterverpflichtungen, beispielsweise in Bremen, an der Bayerischen Landesbühne, am Schauspielhaus in München. Ein Engagement brachte ihn an das Residenztheater in Hannover, wo er mit den noch sehr jungen Kollegen Theo Lingen und Rudolf Platte gemeinsam auftrat. Von 1925 bis 1929 gehörte er unter Otto Falckenberg zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, wo sich der kleine, schmächtige Schauspieler mehr und mehr zum 'jugendlichen Komiker' etablierte. Sein komödiantisches Talent fiel überall auf, auch wenn er nicht komisch sein sollte. Und mit dem Stück "Der Mustergatte" feierte er rund 2000 mal den Bühnenerfolg in München (die Filmversion erfolgte 1937). Der erste Auftritt des jungen Rühmann auf der Theaterbühne in Berlin war 1927, wo er unter Max Reinhardt auch an der Seite von Marlene Dietrich spielte. 

 

Heinz Rühmann in "Hauptsache glücklich" - Foto: Murnau-Stiftung

Heinz Rühmann in "Hauptsache glücklich" aus dem Jahr 1941

Regie: Theo Lingen

©Murnau-Stiftung

Ebenfalls 1927 hatte Rühmann seinen Filmeinstand mit einem Film, der für ihn völlig fehlbesetzt war. Er musste in der Regie von Geza von Bolvary in dem Film Das deutsche Mutterherz einen wenig liebenswerten Sohn spielen, der so mies geraten war, dass er sogar seine Mutter schlägt (die Kopie des Film gilt als verschollen). Der nächste Film brachte 1930 fast zeitgleich mit dem Beginn des Tonfilmzeitalters den Durchbruch für Rühmann, wo er in der Regie von Wilhelm Thiele an der Seite von Willy Fritsch und Oskar Karlweis in Die Drei von der Tankstelle eingesetzt und mit diesem Film so berühmt wurde, dass er sich endlich sein heißgeliebtes Hobby erlauben konnte: ein eigenes Flugzeug. Der Film hatte die Kinokasse mit 4,3 Millionen Reichsmark klingeln lassen. Von nun an spielte Heinz Rühmann in jedem Jahr in großen Komödien der Ufa die Hauptrolle. Er war neben Hans Albers zu seiner Zeit der bestbezahlte deutsche Filmschauspieler. Allein in den 30er-Jahren dreht Rühmann an die 40 Filme. Bekannte Filme dieser Zeit waren Bomben auf Monte Carlo, So ein Flegel, Heinz im Mond. Die Karriere von Heinz Rühmann geriet Ende der 30er-Jahre in Gefahr, als er zunächst einigen Widerstand gegenüber Goebbels nachdrücklicher Forderung zeigte, sich von seiner jüdischen Frau Maria Bernheim zu trennen. Auf großen Druck ließ er sich 1938 dann doch scheiden, brachte seine Ehefrau ins neutrale Ausland (Schweden) in Sicherheit. Dafür wurde er vom Propagandaminister belohnt mit einer eigenen Herstellungsgruppe bei der Filmproduktion "Terra". Rühmann stand dem damaligen Regime weitgehend neutral gegenüber und so spielte er während des Krieges Unterhaltungsfilme wie Quax, der Bruchpilot (1941) oder Die Feuerzangenbowle (1944). 

 

Filmszene aus "Die drei von der Tankstelle" - Foto: Murnau-Stiftung

Willy Fritsch, Heinz Rühmann und Oskar Karlweis in "Die drei von der Tankstelle" aus dem Jahr 1930

Regie: Wilhelm Thiele

©Murnau-Stiftung

 

Mit seiner zweiten Ehefrau, der österreichischen Schauspielerin Hertha Feiler (verstorben 1970) ging er mit seinem alten Bühnenstück Der Mustergatte nach dem Krieg auf Tournee, die beide nach Berlin und München führte. In München traf Rühmann den ehemaligen Produktionschef seiner alten Firme "Terra". Beide beschlossen, wieder eine eigene Firma zu gründen, die sie Comedia Film GmbH nannten. Aber der Versuch, als Produzent und Schauspieler im Nachkriegsdeutschland wieder Fuß zu fassen, scheiterte, so dass die Firma 1952 in Konkurs ging. Dabei muss noch erwähnt werden, dass bis 1959 die Hälfte aller Gagen des Schauspielers gepfändet wurden, um die Schulden, die hinterlassen wurden, zu bezahlen. 

 

Heinz Rühmann 1937 in dem Film "Die Umwege des schönen Karl",

Regie: Carl Froelich

Das Bild gilt als gemeinfrei

Heinz Rühmann unternahm Mitte der 50er-Jahre erneut einen Versuch, sich wieder als Filmstar einen Namen zu machen. Zuvor hatte er bereits als Theaterschauspieler einen beachtlichen Erfolg erzielt 1954 mit dem Stück Warten auf Godot, welches von Fritz Kortner, der mittlerweile aus dem Exil heimgekehrt war, inszeniert wurde; Partner bei diesem Stück auf der Bühne war der Staatsschauspieler Ernst Schröder, der im gleichen Jahr wie Rühmann verstarb. Kay Weniger schreibt u.a. "Nach Jahren der Aktivität in unterdurchschnittlichen Filmen, in denen Heinz Rühmann regelmäßig das 'arme Würstchen vom Dienst', den kleinen Angestellten, überforderten Familienvater, unbeschwerten Briefträger oder den unter einem tyrannischen Vorgesetzten leidenden Buchhalter zu geben hatte, gelang dem einstigen Kassenmagnaten 1955 das Comeback. Rühmann wagte den Sprung in die Klamotte und spielte die Titelrolle in Charleys Tante mit seiner Frau als Partnerin." Auch der Film an der Seite von Carlheinz Schroth und Waltraud Haas Wenn der Vater mit dem Sohne hatte einen beachtlichen Publikumserfolg. Helmut Käutner gab ihm 1956 die Möglichkeit, auch einen äußerst schwierigen Charakter zu spielen mit der Rolle des Hauptmanns von Köpenick. Dieser Film wurde ein riesengroßer Erfolg und die Kritik lobte Rühmann als "einen Mann der leisen Töne" (Kay Weniger). Für diese Leistung bekam Rühmann ein Filmband in Gold. Es folgen Filme wie die Dürrenmatt-Verfilmung Grieche sucht Griechin und Es geschah am hellichten Tag in der Regie von Ladislao Vajda. Weitere Filme in den 1950er- und 1960er-Jahren waren 1956 Das Sonntagskind, 1957 Vater sein dagegen sehr, 1958 Der Pauker, 1959 Menschen im Hotel, 1960 Der Jugendrichter, Mein Schulfreund, Der brave Soldat Schwejk, 1961 Max, der Taschendieb, 1963 Das Haus in Montevideo wozu "Wikipedia" u.a. schreibt: "Während für die erste Verfilmung (1951) noch Goetz selbst Regie, Drehbuch und Hauptrolle übernahm, inszenierte zwölf Jahre später Helmut Käutner eine Neuverfilmung mit Heinz Rühmann als sittenstrengem Professor Nägler. Rühmann zögerte zunächst, die Rolle zu übernehmen, die bereits der inzwischen verstorbene und von ihm hochgeschätzte Autor Goetz verkörpert hatte. Er konnte aber durch einen Brief seiner Witwe Valérie von Martens umgestimmt werden, der zufolge Goetz sich Rühmann als Hauptdarsteller für seine Stücke ausdrücklich gewünscht hatte. In den Folgejahren spielte er noch in zwei weiteren Curt-Goetz-Neuverfilmungen die Hauptrolle: in Dr. med. Hiob Prätorius und Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden...? (1966). Die Uraufführung war am 17. Oktober 1963 im Theater am Kröpcke in Hannover."

  

Mitte der 1960er-Jahre nahm Rühmann ein Angebot des amerikanischen Regisseurs und Produzenten Stanley Kramer an, in Hollywood eine Rolle in dem Film Das Narrenschiff zu übernehmen. So spielte Rühmann an der Seite von Vivian Leigh, José Ferrer, Simone Signoret und Oskar Werner eine bemerkenswerte Rolle als Jude Löwenthal. Durch diese Rolle wurde Altmeister Hitchcock auf Rühmann aufmerksam, aber es kam letztendlich zu keiner Zusammenarbeit. Dennoch konnte Rühmann nochmals eine respektable Leistung zeigen, in dem er 1968 in der Regie von Gerhard Klingenberg die Rolle des Vertreters Loman in Der Tod eines Handlungsreisenden in einem ZDF-Fernsehspiel mit Bravour meisterte - immerhin hatte der Schauspieler schon die 65 Jahre überschritten.

Kay Weniger schreibt weiterhin sehr treffend: "Der Willy Loman in Der Tod eines Handlungsreisenden zeigte den alternden Schauspieler noch einmal als vorzüglichen Charakterinterpreten mit einem unverkennbaren Talent für leise, fast zarte Zwischentöne. Aus dem ehemaligen munteren Kerlchen mit dem sonnigen Gemüt der frühen 30er-Jahre, dem zwangsvergnügten Durchhaltekomiker der Kriegsjahre und dem nicht unterzubutternden Stehaufmännchen der frühen Wirtschaftswunderära war ein gereifter, vielschichtiger, überaus introvertierter und nachdenklicher Charakterinterpret der leisen Töne geworden... Nach langen Jahren der Filmabstinenz - zuletzt hatte er 1976 mit der Rolle eines Stadtstreichers in Michael Verhoevens Gefundenes Fressen in einem Kinofilm mitgewirkt - konnte der wie Rühmann äußerst introvertierte Wim Wenders, ein Vertreter der deutschen Filmemacher-Generation, den Neunzigjährigen für eine Abschiedsrolle gewinnen. Rühmanns Chauffeur Konrad in In weiter Ferne, so nah wurde zur Quintessenz eines deutschen Lebens: ein Greis, der das Jahrhundert der Weltkriege hautnah erlebt und erlitten hat und daraus für sich seine ganz persönlichen, philosophischen Schlüsse zieht."

(Quelle: Einige Textpassagen  aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 6, S. 673-676 - mit Erlaubnis des Autors)

Eine Liste der Filme und/oder Kurz-Biografie mit Heinz Rühmann sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

 

    

  

9. Oktober - Rolf Thiele, geboren am 7. März 1918

Regisseur, Produzent

Seine Filmarbeit begann er als Produzent. Er gründete, zusammen mit Hans Albich, in Göttingen die "Filmaufbau GmbH" (1946). Als Regisseur brachte ihn ein deutscher "Sittenfilm" in die Schlagzeilen: Das Mädchen Rosemarie (1958). Der in Böhmen geborene Thiele hatte in Berlin und Prag Philosophie und in Göttingen Soziologie studiert. Zusammen mit Hans Abich gründete er 1946 die Produktionsgesellschaft 'Filmaufbau Göttingen' mit der das Duo 1948 die Adaption von Borcherts Heimkehrerdrama >Draußen vor der Tür<, Liebe 47 herstellen ließ, seinen ersten und zugleich künstlerisch recht beachtlichen Film. Auch die zweite Produktion, das sakral-pathetische Rührstück Nachtwache, das von Glauben, Zweifel und Selbstzweifel eines Pfarrers (Hans Nielsen) erzählt, wurde ein ungewöhnlich großer Erfolg und typisch für die frühen Jahre von den Folgen des Nazismus schwer gezeichneten Bundesrepublik. Weitere Filme folgten, die sich als gute Unterhaltungsfilme erwiesen. Aber 1958 gelang ihm ein großartiger Erfolg mit Das Mädchen Rosemarie, in der Titelrolle der Edelhure Rosemarie Nitribitt tritt Nadja Tiller in Aktion. Der Film, die Geschichte vom Leben, Lieben und brutalen Sterben einer Luxus-Dirne, die im Alter von 27 Jahren in ihrem Appartement erdrosselt aufgefunden wurde,  beinhaltete ein (für damalige Zeiten) recht gewagtes Stück Gesellschaftskritik und war gut ausgestattet mit satirisch-kabarettistischen Seitenhieben auf das heuchlerische Wohlstandsbürgertum der jungen Adenauerschen Bundesrepublik. Hier spielte alles mit, was Mitte der 1950er-Jahre einen großen Namen hatte: Peter van Eyck, Gert Fröbe, Mario Adorf, Horst Frank, Carl Raddatz, Karin Baal, Helen Vita u.v.m. Der Film bescherte den Kinokassen 8 Millionen mal Eintrittsgeld, das ist für diese Zeit ein grandioser Erfolg. Weitere Filme folgten mit El Hakim (1957), Tonio Kröger (1964), Die Ente klingelt um halb acht (1968), Frauenstation (1975), Wälsungenblut (1964). Als Produzent trat er bei dem Spielfilm Schöner Gigolo - armer Gigolo (1978) mit David Bowie und Sydne Rome in Erscheinung.

Nachdem Rolf Thiele die Thomas Mann-Adaptionen Wälsungenblut und Tonio Kröger gedreht hatte, begab er sich in die Niederungen des sogenannten Soft-Porno-Kinos der späten 1960er- bis Mitte 1970er-Jahre und dreht Filme wie Grimms Märchen von lüsternen Pärchen, Der scharfe Heinrich oder auch Gelobt sei, was hart macht. An seine früheren Erfolge konnte er nicht mehr anknüpfen, so zog er sich im Alter von 63 Jahren aus dem Filmgeschäft zurück. (Quelle: Einige Textpassagen  aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 7, S. 650-651 - mit Erlaubnis des Autors)

Eine Liste der Filme und/oder Kurz-Biografie von Rolf Thiele sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

  

   

Eberhard Feik

©Udo Grimberg

(Wikipedia-Benutzer Chester100)

18. Oktober - Eberhard Feik, geboren am 23. November 1943

Schauspieler. Weitere Informationen über den Schauspieler sind auf der Webseite des WDR (Stichtag) zu finden.

Eberhard Feik wurde am 23. November 1943 in Chemnitz geboren. Nach dem Abitur studierte er  Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften an der Universität Köln. 1966/67 nahm er an der Schauspielschule des Theaters "Der Keller" in Köln Schauspielunterricht. Einige berufliche Erfahrungen konnte er an den Studentenbühnen in Köln und Bonn sammeln. Seine ersten Stationen im Theater waren das Theater am Dom in Köln, das Stadttheater in Krefeld, danach die Staatstheater in Stuttgart und Frankfurt am Main. 1973 wechselte er zur Berliner Schaubühne mit der Intendanz Peter Stein, der er sechs Jahre lang angehörte. Eberhard Feik führte auch selbst Regie, arbeitete in Konstanz, Pforzheim, Dortmund und Karlsruhe. Er inszenierte Stücke von Bertolt Brecht, Henrik Ibsen, William Shakespeare und Friedrich Schiller. Man sah ihn als Valentin in Goethes "Faust", als Feldkoch in Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" und in der Uraufführung von Peter Weiss' "Hölderlin", Regie hier Peter Palitzsch. An den Städt. Bühnen Frankfurt/Main sieht man Feik als Hogan in dem Stück "Richards Korkbein", er spielt den Pfarrer in Mussets "Man spielt nicht mit der Liebe" und in "Die Wupper" von Lasker-Schüler, hier hatte Luc Bondy die Regie. Feik hatte unzählige Theaterrollen, z.B. war er der Heinz in "Oberösterreich" von Franz Xaver Kroetz und ein Reisender in Hölderlins "Empedokles", um hier nur zwei herauszugreifen. Er wirkte auch in mehreren Kinderfilmen mit, z. B. in Max von der Grüns Die Vorstadtkrokodile und Schöne lahme Ferien und Die Distel. Oder er spielte in Fernsehfilmen wie Uns reicht das nicht (1979, Regie: Jürgen Flimm), Die Macht der Männer ist die Geduld der Frauen (1978, Regie: Christina Perincioli), Soulsister, (1978, Regie: Dieter Buchmann), Ein Mann von gestern (1980, Regie: Tom Toelle), Ab in den Süden (1981, Regie: Wilfried Dotzel), Die Pawlaks - Eine Geschichte aus dem Ruhrgebiet (1982, Regie: Wolfgang Staudte), Blaubart (1984, Regie: Krzysztof Zanussi), Kennwort: Möwe (1986, Regie: Tom Toelle) mit. 

Einem breiten Publikum aber wurde er erst durch die Rolle des "Christian Thanner" bekannt, den er in 29 Tatort-Folgen und zwei anderen Krimifolgen an der Seite von Götz George ("Schimanski") verkörperte. Von 1981 bis 1991 ermittelte das Duo in Duisburg im Ruhrgebiet, meist mit sehr unkonventionellen Methoden. Nach einer Umfrage im Mai 2008 war die Figur Thanner zusammen mit Schimanski immer noch der beliebteste Tatort-Kommissar.

1988 erlitt der Schauspieler bei Dreharbeiten einen Herzinfarkt, in dessen Folge er sich drei Bypass-Operationen unterziehen musste. Seine letzte große Fernsehrolle war 1993 Ein Mann am Zug. 1994 erlag er im Schwarzwald bei einer Fahrradtour einem weiteren Herzinfarkt. Eberhard Feik war mit der Schauspielerin Anneli Wagner verheiratet, mit der er zwei Töchter hat. (rk)

Eine Liste der Filme mit Eberhard Feik sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

   

  

23. Oktober - Tilli Breidenbach, geboren am 2. August 1910

Deutsche Schauspielerin, die in Völklingen an der Saar geboren wurde. Sie wuchs in Belgien und Köln auf. Nach ihrem Abitur nahm sie ein Studium in Germanistik, Romanistik und Kunstgeschichte auf. Dann absolvierte sie ein Schauspielstudium bei der Städt. Bühnen Köln. Wichtige Theaterstationen waren: Staatstheater Darmstadt, Schleswig Holsteinisches Landestheater Kiel, Theater Essen. Mit Gustav Rudolf Sellner arbeitete sie überwiegend in Kiel und Darmstadt. Weiter Stationen waren Luzern (wo sie ihren zweiten Ehemann, den Regisseur Ernst Dietz kennenlernte), die Freie Volksbühne Berlin und das Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg, das Atelierstheater in Bern, das Staatstheater in Kassel und weitere. Im Theater hatte sie Rollen quer durch die Klassiker, u.a. die Titelrolle in "Iphigenie auf Tauris", die Arkadia in Tschechows "Die Möwe", die Marie Bahrs in "Das Konzert" oder die Königin in Shakespeares "Hamlet". Sie spielte in über 100 Aufführen als Mathilde Zahnd in Dürrenmatts "Die Physiker" und über 120 mal die "Irre von Chaillot" von Giraudoux. 

Tilli Breidenbach wurde auch durch das Fernsehen bekannt und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Zadek (Pott, Der, 1970), Reinhard Hauff (Zündschnüre, 1974), Rainer Wolffhardt (Haus ohne Hüter, 1974; Stark wie der Tod, 1977, Schulzeit, 1977, Martin Luther 1983), Ulf Miehe (John Glückstadt, 1974/75) zusammen. Einem großen Publikum wurde die Mimin durch ihre Rolle als Lydia Nolte in der Endlos-TV-Serie Lindenstraße  von Hans-W. Geißendörfer bekannt. Tilli Breidenbach lieh auch ihre Stimme der Spinne Thekla in der Zeichentrickserie Die Biene Maja oder der Großmutter von "Heidi" in der gleichnamigen Trickserie, und sie war in der Muppet-Show als Gardrobiere Hilda zu hören. Von März 1942 bis August 1949 war Tilli Breidenbach mit dem Schauspieler Hans Wehrl (1905 – 1995) verheiratet, aus der Verbindung stammt Sohn Mathias. Im Mai 1950 ehelichte sie den Theaterschauspieler Ernst Dietz (1916 – 1989), von dem sie sich im Mai 1957 scheiden ließ.

Eine Liste der Filme mit Tilli Breidenbach sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

    

  

Robert Graf und Agnes Fink in "Der schöne Gleichgültige"
(Le Bel indifférent) von Jean Cocteau

Regie: Franz Peter Wirth
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

28. Oktober - Agnes Fink, geboren am 14. Dezember 1919

Deutsche Schauspielerin, die in Frankfurt/Main geboren wurde. Nach ihrem Schulbesuch begann sie 1938 ein Studium an Hochschen Konservatorium in Frankfurt, wo sie mangels Begabung wieder entlassen wurde. Im selben Jahr jedoch gab sie ihr Debüt am Theater der Stadt Heidelberg. In den Jahren 1939-1943 war sie im Ensemble des Theaters in Leipzig. Kurz vor Schließung sämtlicher Bühnen im Land kam sie 1944 an das Bayerische Staatsschauspiel nach München. 1945 heirate sie den Schweizer Schauspieler und späteren Regisseur Bernhard Wicki und ging mit ihm an das Schauspielhaus nach Zürich. 1949 kehrte sie nach München an das Bayerische Staatsschauspiel zurück und blieb dort bis 1956. Weitere Theaterstationen waren dann Kammerspiele München, Deutsches Schauspielhaus Hamburg, Thalia-Theater Hamburg, Staatliche Schauspielbühne Berlin. Agnes Fink war in unzähligen Theaterrollen zu sehen, die hier nicht alle erwähnt werden können, einige wenige waren: "Miß Sara Sampson" (Lessing) mit Peter Lühr, "Der Misanthrop" (Molière), "Die Glasmenagerie" (T. Williams) mit Therese Giehse, "Die natürliche Tochter" (Goethe), "Wie es euch gefällt", "Was ihr wollt" (beide Shakespeare). Sie war die Alkmene in Kleists "Amphitryon", hatte die Titelrolle in "Die Herzogin von Langeais", sie war die Henriette in Strindbergs "Rausch", hatte in der Regie von Rudolf Noelte die Titelrolle in Schillers "Maria Stuart", unter Fritz Kortner hatte sie eine Rolle in Rehbergs "Cäsar". Daneben hatte sie etliche Gastrollen an oben genannten Theatern wie auch bei den Salzburger Festspielen spielte sie von 1973-1977 in Hofmannsthals "Jedermann", an den Münchner Kammerspielen war sie die Irma in Genets "Der Balkon", Regie: Ernst Wendt; an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlins hatte sie 1983 die Rolle der Marthe in Bonds "Sommer", 1985 Frau Alving in Ibsens "Gespenster", Regie: Ernst Wendt), 1987 die Agrippina in Racines "Britannicus"; am Thalia-Theater Hamburg 1993 Amme in Strindbergs "Der Vater". Unter August Everding hatte sie am Schauspielhaus Zürich eine Gastrolle und war u.a. 1966 Alice in Albees "Winzige Alice". 1968 war spielte sich unter Wickis Regie Titelrolle in Shakespeares "Antonius und Cleopatra".  

Agnes Fink 1956 als Eliza Doolittle in einer Fernsehfassung  von George Bernard Shaws "Pygmalion"
Axel von Ambesser spielte Professor Higgins,
Ernst Stahl-Nachbaur den Oberst Pickering; Regie: Hannes Tannert
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

   

Ab Mitte der 1950er-Jahre konnte man die Mimin auch in Kino- und Fernsehfilmen sehen, wie z.B. 1954 in Rudolf Jugerts Gefangene der Liebe, 1956 in Peter Beauvais' Fernsehfilm Schinderhannes, 1958 in Majestät auf Abwegen von Robert A. Stemmle. In Graf Öderland stand sie 1968 mit Bernhard Wicki vor der Kamera, die Regie hatte Rolf Hädrich. 1970 gab ihr Wicki eine der schönsten Rollen ihrer Fernsehkarriere in Das falsche Gewicht (nach Joseph Roth) mit Helmut Qualtinger. Unter der Regie ihres Mannes Bernhard Wicki spielte sie 1989 die Mutter des Leutnant Lohse (Ulrich Mühe) in Das Spinnennetz nach dem gleichnamigen Roman von von Joseph Roth; der Film erhielt ein Filmband in Gold und den Bayerischen Filmpreis.

Vereinzelt war sie auch in TV-Serien wie Der Kommissar, Der Alte oder Tatort zu sehen. Außerdem lieh sie als Synchronsprecherin Katherine Hepburn, Ellen Burstyn und Joan Fontaine ihre Stimme. Ihre letzte Rolle spielte sie unter der Regie von Karin Brandauer in dem Fernsehfilm Marleneken

 

Für ihre Arbeiten konnte sie auch einige Preise entgegennehmen, z.B. 1957 den Deutschen Kritikerpreis, 1960 und 1961 den Goldenen Bildschirm und 1975 das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 

Eine Liste der Filme mit Agnes Fink sind bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

 

  

  

15. November - Lia Wöhr, *1911

Regisseurin, Schauspielerin. Lia Wöhr ist - genau so wie Heinz Schenk - unauslöschlich mit der Fernsehsendung "Der blaue Bock" verbunden. Außerdem spielte sie in früheren Jahren die Putzfrau der TV-Serie der 1960er-Jahre Die Hesselbachs.

 

  

  

5. Dezember - Günter Meisner, *18. April 1926

Deutscher Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler mit recht umfangreicher Karriere auch in ausländischen Filmen, meistens waren seine Rollen jedoch mit negativem Charakter besetzt. Er machte eine Lehre als Stahlgießer. Während des Krieges war er Bordfunker und Fallschirmspringer. 1948 erhielt er Schauspielunterricht bei Gustaf Gründgens, der ihn an sein Theater nach Düsseldorf holte, wo er sein erstes Engagement erhielt. Weitere Stationen waren das Schauspielhaus Bochum, die Tribüne Berlin, das Junge Ensemble Berlin, das Theater am Kurfürstendamm in Berlin und die Ruhrfestspiele in Recklinghausen. 1959 gründete Meisner die Galerie Diogenes Berlin, die den unterschiedlichsten Kunstrichtungen und ihren meist noch unbekannten Protagonisten eine alternative Plattform gab. Im Jahre 1962 wurde das Diogenes Studio-Theater angegliedert. Hier wurden vor allen französische Stücke von Artaud, Cocteau, Vian oder Ionesco aufgeführt; daneben verfasste er auch eigene Bühnenstücke.

Die Filmkarriere von Günter Meisner war recht unspektakulär, denn sie begann 1957 mit einer kleinen Rolle als Wachsoldat in dem Douglas Sirk-Film Zeit zu leben, Zeit zu sterben. Weiterhin folgten mehrere kleine Rollen, z.B. in Viel Lärm um Nichts von Ludwig Berger, wo Meisner einen Gerichtsschreiber gibt, oder in Hier bin ich - hier bleibe ist, ein Musiklustspiel mit Caterina Valente. 1959 hatte er in dem Arztdrama Aus dem Tagebuch eines Frauenarztes von Werner Klingler schon einer etwas größere Rolle zu bekleiden, er war hier Oberarzt Dr. Rott. In den nachfolgenden Jahren, vor allem aber in internationalen Produktionen, war Meisner meistens auf grimmige, verschlagene Typen und gemeine Schurken abonniert.

Kurz vor seinem Tod war er noch in der beliebten Vorabendserie Praxis Bülowbogen als Stadtstreicher zu sehen. Viele Jahre lang hatte sich Meisner im sozial-politischem Bereich engagiert. Ende der 1960er-Jahre organisierte er die "Biafrahilfe", in dessen Rahmen er Hilfs- und Versorgungsflüge für die vom Hungertod bedrohte Bevölkerung durchführte, wobei er teilweise sogar selbst die Maschinen mit den Versorgungsgütern flog. (Quelle: Einige Textpassagen  aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf - mit Erlaubnis des Autors)

 

Günter Meisner starb bei Dreharbeiten zu einem "Tatort" (Die Kampagne).

Eine Liste der Filme mit Günter Meisner sind bei IMDb und Filmportal zu finden.

 

 

31. Dezember - Elma Karlowa, *12. März 1932

Schauspielerin kroatischer Herkunft. Zu Beginn der 1950er-Jahre hatte Elma Karlowa in Dubrovnik und ihrer kroatischen Heimatstadt Zagreb erstmals Theater und einige Filmrollen im jugoslawischen Kino gespielt, ehe sie 1953 von dem ungarischen Regisseur Géza von Bolváry in der deutsch-jugoslawischen Koproduktion Einmal kehr' ich wieder eingesetzt wurde, wo sie an der Seite von Heinz Drache spielte, der sie dazu überredete, in Deutschland zu bleiben. Fortan spielte die Mimin in Deutschland in mehr oder weniger anspruchslosen Filmen, Komödien und Musikfilmen (Jede Nacht in einem anderen Bett, 1956, Regie: Paul Verhoeven; Almenrausch und Edelweiß, 1957, Regie: Harald Reinl usw.). Da die Schauspielerin im Laufe der 1960er-Jahren stark an Gewicht zugenommen hatte, blieben gute Rollen aus und sie musste sich mit Sexfilmchen und Softpornos über Wasser halten (Junge Mädchen mögens heiß, Was Schulmädchen verschweigen) und sie verschwand sogar ganz von der Leinwand. Zeitweise musste sie sogar als Putzfrau arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie bekam Depressionen und versuchte, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen. Jürgen Roland holte sie 1969 wieder vor die Kamera für eine Episode der Krimireihe Dem Täter auf der Spur. In den 1970er-Jahren war es Rainer Werner Fassbinder, der der Schauspielerin zu einem Comeback verhalf, in dem er sie in einigen seiner Filme besetzte (Bolwieser, Faustrecht der Freiheit, Martha, Welt am Draht, Angst essen Seele auf oder Berlin Alexanderplatz). Auch andere Regisseure des "Neuen Deutschen Films" arbeiteten mit ihr. So spielte sie in Filmen von Peter Patzak (Das Einhorn), May Spils (Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt) oder Christian Rischert (Wenn ich mich fürchte). Einige Male war sie auch im "Tatort" zu sehen (1978, 1992, 1994).

Elma Karlowa starb in München an den Folgen ihrer Diabetes-Erkrankung1). Sie ist in Sydney/Australien begraben. (Quelle: Einige Textpassagen  aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf - mit Erlaubnis des Autors)

 

1) schreibt der "SPIEGEL"

Eine Liste der Filme mit Elma Karlowa sind bei IMDb und Filmportal zu finden.

 

  

  

  

  

    

 

 

  

  

  

  

  

  

    

  

  

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 12.11.2015

 

Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den jeweiligen Jahren nur eine Auswahl von Nachrichten treffen konnte.

 Alle Informationen der Film- u. Fernsehchronik sind nach bestem Wissen gesammelt und aufgeschrieben worden, sollten sich aber doch Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine E-Mail. Vielen Dank.

   

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Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Kay Weniger, der mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem "Personenlexikon des Films" für diese Chronik zu übernehmen.

Weiterhin enthält diese Chronik Informationen aus der Website HDG/LEMO (Haus der Geschichte/Lebendiges Museum Online) und aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.