Rainer Wolffhardt

Regisseur  Drehbuchautor

     

Seine Filme

   

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Ein Mann, der Filmgeschichte schrieb

  Interview vom 21.01.2011

Augsburger Allgemeine, von Ernst Hofmann

 

   

  

  

  

Regisseur Rainer Wolffhardt

Foto: BR / Sessner

Geboren am 27. August 1927 in Hanau.

Gestorben am 9. September 2017. 

  

Rainer Wolffhardt war der älteste von sechs Geschwistern. Nach dem Krieg studierte er Altphilologie und besuchte die Otto-Falckenberg-Schule. Nach dieser Ausbildung wurde er an die Münchner Kammerspiele engagiert. Da er der Meinung war, kein sonderlich guter Schauspieler zu sein und den Wunsch hatte, Regie zu führen, machte er erst einmal seine Schularbeiten, d.h. Arbeit als Regie-Assistent bei Hans Schweikart, Fritz Kortner und Bert Brecht.

 

Seit 1957 war Rainer Wolffhardt Fernsehregisseur, zuerst für den Süddeutschen Rundfunk (Zusammenarbeit mit dem Autor Helmut Pigge, *1919-2000) und dann Arbeit als freier Regisseur für den Bayerischen Rundfunk. Rainer Wolffhardt verfilmte etliche Klassiker, z.B. von Oskar Maria Graf (Anton Sittinger), Lena Christ (Rumplhanni) und Franz Xaver Kroetz (Der Mensch Adam Deigl und die Obrigkeit). Zumeist drehte er Dramen mit historischem Hintergrund, aber auch Komödien.

 

1968 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis für sein Fernsehspiel Berliner Antigone.

 

Einer seiner größten Fernseherfolge war die 32-teilige Serie Löwengrube, die die Geschichte der Münchner Familie Grandauer in der Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 50er-Jahre zeigt. Das Drehbuch zu dieser Serie schrieb Willy Purucker. Leider zeigte der Bayerische Rundfunk die Serie irgendwann nur noch in stark gekürzten Folgen, daher ging der Regisseur auch gerichtlich dagegen vor und löst so eine öffentliche Debatte über den Schutz von Fernsehwerken als Kulturgut aus.

  

Neben TV-Adaptionen von Bühnenstücken drehte der Regisseur frühzeitig schon auch aktuelle Themen: die Konfrontation von politischer Unterdrückung Ost und Wirtschaftsgaunertum West in Besuch aus der Zone (nach Dieter Meichsner, 1958); Verdrängung der Nazi-Vergangenheit in Der Frieden unserer Stadt (1960) von Peter Adler oder Kaiserhofstraße 12 von Valentin Senger der neuerliche Einstieg ins Rüstungsgeschäft in Die Entscheidung (1963) von Gerd Oelschlegel. Mit kontinuierlichem gesellschaftskritischem Interesse hatte W. vom Ende der 50er-Jahre bis in die Gegenwart, in Zusammenarbeit mit bekannten Autoren, ein Bild vom bundesrepublikanischen Alltag und seiner Geschichte entworfen. Vier Filme nach Büchern von Thomas Valentin erzählen poetisch-realistisch Liebesgeschichten und porträtieren zugleich den Alltag in drei weiteren Epochen, Jugend einer Studienrätin (1972) und Eine Jugendliebe (1977) im Zweiten Weltkrieg, Schulzeit (1977) in der Adenauer-Ära, Stark wie der Tod (1977) spiegelt zugleich die beginnende Politisierung der Jugend.

 

Mein Lieblingsfilm von R. W. ist die Verfilmung Martin Luther mit einem grandiosen Lambert Hamel in der Titelrolle.

  

Rainer Wolffhardt war in zweiter Ehe mit der Schauspielerin Britta Fischer verheiratet, das Paar hat eine Tochter.

(Quelle: u.a. Egon Netenjakob: "TV-FILMLEXIKON - Regisseure - Autoren - Dramaturgen", Fischer-Cinema TB-Verlag, Originalausgabe März 1994, Frankfurt/Main - mit Erlaubnis des Autors)

  

 

 

 

  

  

  

  

  

 

  

 

 

 

 

 

 

   

   

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 13. Sept. 2017

  

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