Franz Xaver Kroetz

Regisseur  Drehbuchautor  Darsteller  Schriftsteller  Dramatiker

       

S e i n e   F i l m e

  

4-Wochen-TV-Planer mit Filmen von/mit F. X. Kroetz

   

  

Infokasten

     

"Ich bin ein Star, ihr könnt mich mal"

(Quelle: Interview 'sueddeutsche.de' vom 11.06.2011)

        

Auf die Frage, er möge bitte eine Lebensweisheit von sich geben,

antwortete er im Oktober 2008 in einem Interview im "Focus":

"Eins bist du dem Leben schuldig, kämpfe oder duld' in Ruh,

bist du der Amboss, sei geduldig, bist du der Hammer, schlage zu!"

  

   

  

 

  

 

Vielseitig und eigenwillig: Franz Xaver Kroetz - Foto: Andrea Pollak

Einer der größten und eigenwilligsten Dramatiker und Stückeschreiber der Gegenwartsliteratur:

 Franz-Xaxer Kroetz

 

©Andrea Pollak/www.isarbote.de

  

  

Geboren am 25. Februar 1946 in München, aufgewachsen in Simbach (Niederbayern). Nach dem Tod seines Vaters brach er die Wirtschaftsoberschule ab und nahm Schauspielunterricht.

 

Ab 1961 Schauspielschule in München, später Max Reinhardt-Seminar Wien, hier durfte er zwei Semester überspringen, um nach weiteren zwei Semestern vorzeitig entlassen zu werden. Dann Arbeit in verschiedenen Berufen, u.a. als Kraftfahrer, Arbeiter in einer Großmarkthalle und als Krankenpfleger. "Mit 18 Jahren war ich ein ausgebranntes Talent" (Kroetz über Kroetz), der dann andere berufliche Wege für sich entdeckte: das Stückeschreiben und Inszenieren. "Ich war immer ein Kasperl im Sinne von Theatermann." 

Er war Schauspieler an kleinen Münchner Theatern, wie Fassbinders 'antiteater' oder dem Büchner-Theater, wo 1968 sein Oblomow (nach Iwan Gontscharow) uraufgeführt wurde. 1969 kam er als Schauspieler an die Tegernseer Ludwig-Thomas-Bühne Rottach-Egern, wo im gleichen Jahr sein Stück Hilfe, ich werde geheiratet uraufgeführt wurde. Hier arbeitete er auch als Regisseur. Seine großen Vorbilder waren die Werke von Marieluise Fleißer und Ödön von Horváth. Und so schrieb Kroetz auch Dialektstücke über "sozial Unterprivilegierte". 

 

Mit den Einaktern Heimarbeit und Hartnäckig, die an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt werden, kommt 1971 der Durchbruch. Mit zahlreichen Stücken wie Maria Magdalena, Mensch Meier, Stallerhof oder Wunschkonzert wird Kroetz in den 1970er-Jahren zum wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsdramatiker auf den heimischen Bühnen, der von 1972 bis 1980 Mitglied der DKP ist und in dieser Zeit zweimal für die bayerische Landesliste kandidiert. Seine Stücke handeln zumeist von gesellschaftlichen Randfiguren oder von Menschen, die an ihrer sozialen Situation verzweifeln. Neben 50 Dramen schreibt er Hörspiele, Drehbücher und Romane. 1981 wird sein Stück Nicht Fisch, nicht Fleisch am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt und ist wenig später an der Schaubühne in der Inszenierung von Peter Stein und an den Münchner Kammerspielen zu sehen. Protagonisten in diesem Stück sind zwei Ehepaare, deren fast aussichtslose Lage in einer von Ausbeutung und Brutalität geprägten Arbeitswelt vor Augen geführt wird. Versuche, aus dieser Welt auszubrechen, scheitern. "In den Dialogen enthüllt sich der Widerspruch zwischen eingebildeter und tatsächlicher Situation. Die Wahrnehmung dieses Widerspruchs löst Existenzangst aus". (Kursiv: zitiert aus der Website wissen.de)

 

Zu den diversen Preisen, mit denen er im Lauf seiner Karriere geehrt wird, gehören unter anderem der Bertolt-Brecht-Literaturpreis (1995), das Bundesverdienstkreuz (2005) und der Marieluise-Fleißer-Preis (2007).

   

1992 heiratet Franz-Xaxer Kroetz die Schauspielerin Marie-Theres Relin, Tochter der Schauspiellegende Maria Schell und des Regisseurs Veit Relin. Aus dieser Beziehung stammen drei gemeinsame Kinder (Josephine, Magdalena, Ferdinand). Die Ehe wurde 2006 geschieden.

  

In den 80er Jahren schreibt er die Stücke Furcht und Hoffnung der BRD, Bauern sterben und Der Nusser, das am Bayerischen Staatsschauspiel uraufgeführt wird. Immer öfter arbeitet Kroetz auch selbst als Regisseur. Er inszeniert am Bayerischen Staatsschauspiel Stigma von Felix Mitterer, seine eigene Uraufführung von Oblomow (nach dem Roman von Iwan Gontscharow) und regelmäßig an den Münchner Kammerspielen vorwiegend seine eigenen Stücke wie Der Weihnachtstod (Uraufführung 1985). Nach einem Rückzug vom Theater in den 90er Jahren wieder an den Kammerspielen ein erfolgreiches Comeback mit Der Drang und Das Wunschkonzert, beide mit Sibylle Canonica, Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti mit Jörg Hube und Michael von Au sowie Bauerntheater

  

Unauslöschlich bleibt natürlich die Rolle des Klatschreporters Baby Schimmerlos in Helmut Dietls Kir Royal, die ihm nach seiner (Kroetz') Meinung sehr geschadet hätte >>> siehe Interview (www.sueddeutsche.de) >>>.

  

2002 trat er in der Münchner Tatort-Episode Wolf im Schafspelz als Bauer Karl Stadler auf.

  

Einen Bayerischen Filmpreis für den Schauspieler gab es zuletzt für den Joseph Vilsmaier Film Die Geschichte vom Brandner Kaspar>>> Interview mit Franz Xaver Kroetz zu seiner Rolle als Brandner Kaspar bei Youtube.

    

Am 11. April 2010 spielte Kroetz die Rolle des HartzIV-Empfängers Georg Pranger in der Polizeiruf 110-Episode Die Lücke, die der Teufel lässt, Regie: Lars Montag, Drehbuch: Dirk Kämper und Lars Montag.

  

Franz Xaver Kroetz als schrulliger Sonderling in dem Fernsehfilm "Die Tote im Moorwald"

©ZDF/Tobias Pfeifer

Für seine herausragende Einzelleistung in dem ZDF-Fernsehfilm Die Tote im Moorwald wurde Franz Xaver Kroetz am Samstag, 10. März 2012, beim Fernseh-Krimi-Festival in Wiesbaden in der Kategorie "Schauspiel" ausgezeichnet:

Inhalt: Die angehende Künstlerin Josefine verlässt nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter überstürzt die Stadt München und zieht in eine alte, verlassene Molkerei auf dem Land. Sie flieht damit auch vor ihrem Freund Simon, der sich entgegen seiner Beteuerungen noch immer nicht von seiner Frau getrennt hat. Und Josefine möchte endlich herausfinden, wer ihr Vater war. Ihre Mutter hatte das Dorf mit Beginn ihrer Schwangerschaft verlassen und Josefine allein in der Stadt großgezogen. Im nahe bei der Molkerei gelegenen Dorf bangt man seit Tagen um ein vermisstes Mädchen, denn schon Jahre zuvor war eine junge Frau aus der Gegend verschwunden. Für die Vermisste wird deshalb das Schlimmste befürchtet. Simon versucht, seinen Streit mit Josefine beizulegen. Er verspricht ihr, bald mit ihr zusammenzuziehen. Und er fordert, dass Josefine den unwirtlichen Ort rasch wieder mit ihm verlässt. Josefine ist überglücklich, will aber noch bleiben. Während in dem Dorf und im angrenzenden Moorgebiet ein Großaufgebot an Polizei auf der Suche nach der Vermissten ist, nähert sich Josefine in der entlegenen, halb verfallenen Molkerei, die ihr nun auch als Atelier dient, ihrem freundlichen Nachbarn an. Der merkwürdige alte Kamrad wirkt auf sie wie ein schrulliger Sonderling, doch er kennt das Dorf und seine Bewohner. Josefine erhofft sich von ihm, etwas über Mutter und Vater zu erfahren. Kamrad benimmt sich geheimnisvoll, und ihre ersten Recherchen führen sie auf den heruntergekommenen Hof von Angelika, die Josefine mit der Mistgabel von ihrem Grundstück verjagt. Auch in der Dorfkneipe scheinen die Menschen verstockt und stehen ihr ablehnend gegenüber. In dem abgeschieden liegenden Molkerei-Gebäude mitten in der Moorlandschaft fühlt sich die junge Frau zunehmend unwohl. Durch Kamrads auffälliges Gebaren werden Josefines Ängste geschürt. Bald vermutet sie in ihm den Mörder des verschwundenen Mädchens. Doch die Polizei glaubt ihr nicht und führt klare Beweise für Kamrads Unschuld an. Verwirrt geht Josefine zurück in ihr Atelier, wo sie von Simons Anwesenheit überrascht wird. Auch Simon erscheint der freundliche Herr, der Wissenswertes über Josefines Familie verspricht, zwar seltsam, in jedem Fall aber unverdächtig. Als es zum neuerlichen Zerwürfnis mit Simon kommt, bleibt Josefine mit Kamrad allein in der Molkerei zurück (Quelle: ZDF Pressetext)

   

Auszeichnungen:

1972  Deutscher Kritikerpreis

1974  Hannoverscher Dramatikerpreis

1976  Mülheimer Dramatikerpreis für Das Nest

1985  Ernst-Hoferichter-Preis

1995  Bertolt-Brecht-Literaturpreis

1996  Oberbayerischer Kulturpreis

1999  Pfeifenraucher des Jahres

2005  Bundesverdienstkreuz

2007  Marieluise-Fleißer-Preis

2008  Bayerischer Filmpreis für Die Geschichte vom Brandner Kaspar

  

  

Nachfolgend einige wichtige Theaterarbeiten

  

Wildwechsel (1971; Uraufführung, Städt. Bühnen Dortmund)

  

Heimarbeit und Hartnäckig, Regie jeweils Horst Siede, Münchner Kammerspiele, 1971

Inhalt des Stückes "Heimarbeit": Martha und Willy leben in ihrem eigenen Häuschen mehr oder weniger nebeneinander her. Willy verliert durch Sauferei und einem Unfall mit seinem Motorrad seine Arbeit. Seinen langen Krankenhausaufenthalt nutzt seine Martha, die als Putzfrau ihren Teil zur Haushaltskasse beisteuert, zu einem Seitensprung, der nicht folgenlos bleibt. Der Unfall zwingt Willy zur Heimarbeit und so tütet er Blumensamen ein. Nachdem Marthe ihm den Seitensprung und die Schwangerschaft beichtet, stellt Willy auf stur, denn "es ist ja nicht sein Kind", wie er ihr immer wieder zu verstehen gibt. Seine Mutter - so erinnert sich Willy - hat in früherer Zeit mehrere Kinder abgetrieben. Er gibt seiner Frau ja "nur den Ratschlag", wie er sich später bei ihr entschuldigt. Die Abtreibung misslingt, das Kind kommt behindert auf die Welt. Willy tötet das Kind, als Martha ihn wegen seiner unentwegten Demütigungen verlässt. Willy wird nicht belangt für sein Tun und Martha kommt eines Tages wieder zu ihm zurück... und alles ist wieder eitel Sonnenschein.

 

Männersache (72; UA, Staatstheater Darmstadt)

  

Oberösterreich (72; UA, Hamburg)

  

Stallerhof (72; UA, Dt. Schauspielhaus Hamburg)

  

Globales Interesse (72; Bayer. Staatsschauspiel München)

Dolomitenstadt Lienz (72; Kammerspiele Bochum)

Herzliche Grüße aus Grado (73)

Weitere Aussichten ... (73; Fernsehspiel)

Maria Magdalena (74; UA, Heidelberg)

Das Nest (75; UA, München)

Reise ins Glück (75; UA, Zürich)

Sterntaler (77; UA, Braunschweig)

Agnes Bernauer (77; UA Leipziger Theater)

Mensch Meier (78; UA, Düsseldorf)

Der stramme Max (80; UA, Recklinghausen)

Nicht Fisch, nicht Fleisch (81; UA, Düsseldorf)

Furcht und Hoffnung der BRD (84; UA, Bochum)

Bauern sterben (85; UA, München)

Der Weihnachtstod (86)

Der Nusser (86; UA, München)

Zeitweh (88)

Oblomow (89; UA, München)

Bauerntheater (91; UA, Köln)

  

Der Drang (94; UA, München) - Ein Gespräch -

Hilde und Otto sind Besitzer einer Friedhofsgärtnerei. Sie nehmen Fritz, Hildes Bruder, bei sich auf, der wegen Exhibitionismus im Gefängnis saß. Seine bloße Anwesenheit bringt aber Unruhe in den Betrieb: Ottos verborgene Sexualphantasien kommen an die Oberfläche. Aber seine Frau Hilde will oder kann sie nicht befriedigen. Otto konzentriert sich somit ganz auf die junge Angestellte der Gärtnerei, Mitzi, die sich aber eher für Fritz interessiert, der ihre Fantasie anregt. Fritz will aber von alldem nichts wissen. Nach einem Ausflug in den Biergarten fällt Otto schließlich über Mitzi her. Es entsteht ein heilloses Durcheinander, das letztlich darin gipfelt, dass Hilde versucht, Mitzi umzubringen. Damit der Familienfrieden wieder hergestellt wird, wird Mitzi verstoßen, Fritz fährt mit dem Fahrrad davon. Es kehrt wieder Ruhe ein. (rk)

  

Ich bin das Volk (94; UA, Wuppertal)

Der Dichter als Schwein (96; UA, Düsseldorf)

Woyzeck (96; Hamburger Schauspielhaus)

Das Ende der Paarung (2000; UA, Berlin)

Die Trauerwütigen (2001)

   

 

Buchveröffentlichungen (eine Auswahl)

Drei Stücke (71)

Vier Stücke (72)

Gesammelte Stücke (75)

Drei neue Stücke (76, 79)

Weitere Aussichten (76)

Chiemgauer Geschichten (77)

Der Mondscheinknecht (82)

Frühe Prosa. Frühe Stücke (83)

Nicaragua-Tagebuch (85)

Sämtliche Stücke (87; 3 Bde.)

Stücke I-IV (89; 4 Bde.)

Brasilien-Peru-Aufzeichnungen (91)

Heimat Welt. Gedichte eines Lebendigen (96).  

  

Weitere Filme von/mit F. X. Kroetz sind auf der IMDb-Website gelistet.

 

 

 

   

  

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 12. Dez. 2015

  

Diese Kurzbiografie kann nur Stichpunkte aus dem Leben und Wirken des Künstlers enthalten und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, deshalb sind hier Links angebracht, die weitere Hinweise geben.

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