Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1961

...und ein wenig Zeitgeschichte

Jahresrückblick - 1961 - Tagesschau

 

  

  

  

 

 

In der Bundesrepublik werden 80 Spielfilme gedreht, DEFA-Spielfilme: 25.

 

14. Januar 

Beginn der neuen Quizreihe des HR mit dem Titel Kleine Stadt - ganz groß mit Hans Joachim Kulenkampff, ein Wettkampf mit Mannschaften aus zwei Städten.

  

Romy Schneider, 1957 - Foto: Murnau-Stiftung

Romy Schneider

in "Scampolo", 1957, Regie: Alfred Weidenmann

©Murnau-Stiftung

 

17. Januar 

Inszenierung des Aristophanes-Stückes Lysistrata [>>> Artikel aus "Hamburger Flimmern - Zeitschrift für Film und Fernsehen" von Michael Töteberg (zu Seite 17 scrollen) - pdf-Datei] von Fritz Kortner. Produziert wird das Fernsehspiel von Gyula Trebitsch, der Romy Schneider einsetzen möchte. Regisseur Fritz Kortner findet Schneider zu jung und lehnt erst einmal ab, möchte sich dann aber doch ein Bild von ihr machen und sie treffen. Er sagt Romy Schneider die Rolle zu. Und am 17. Januar 1961 hatte das bundesdeutsche Fernsehen einen Skandal durch das Fernsehspiel DIE SENDUNG DER LYSISTRATA. Verstoß gegen Moral und Sittlichkeit, sagen die Leute. Wegen angeblicher anzüglicher Szenen wird das Fernsehspiel mit Romy Schneider und Barbara Rütting in den Hauptrollen in Bayern nicht gesendet werden (dort hat sich ja auch 1977 der Sender aus dem Petersen-Film Die Konsequenz weggeschaltet). Der HR, NDR, RB und SFB übertragen das Fernsehspiel. Trebitsch lässt den Film einen Tag vor der geplanten Erstausstrahlung in einem Kino (München ?) vorführen. Vielleicht war es gut gemachte Publicity oder einfach Neugier: Bis auf den Bayerischen Rundfunk haben letztendlich alle Fernsehsender an der Ausstrahlung festgehalten. Der Bayerische Rundfunk entschließt sich erst 1975, das Fernsehspiel in seinen dritten Programmen auszustrahlen. Weitere Informationen ARD-Chronik >>> 

    

4. Februar

'Die kleine Talentprobe für jedermann' mit Peter Frankenfeld startet unter dem Titel Toi Toi Toi in der ARD.   

 

12. Februar - VII. Westdeutsche Kurzfilmtage 

In Oberhausen werden 6 Hauptpreise vergeben; einer davon geht an den bundesdeutschen 12minütigen Film von Alexander Kluge und Peter Schamoni Brutalität in Stein. In Bild- und Textdokumenten wird NS-Architektur mit ideologischen Herrschaftsbedingungen in Verbindung gesetzt. Erzähler des Films sind Hans Clarin und Christian Marschall.

  

Z 15. Februar

Beim Absturz einer Sabena-Maschine (Flug 548 - OO-SJB, BOEING 707), die sich im Linienflug vom Idlewild-Airport (N.Y.) zum Flughafen Brüssel-Zaventem befand, kamen 61 Fluggäste, 11 Besatzungsmitglieder und ein Landwirt am Boden ums Leben. Unter dem Opfern befand sich die gesamte 18-köpfige Eiskunstlauf-Nationalmannschaft und weitere 16 Begleiter ums Leben. Sie waren auf dem Weg zur Weltmeisterschaft nach Prag.  Der Flugzeugabsturz fordert 73 Menschenleben.

     

Z 28. Februar

Das Bundesverfassungsgericht legt fest, dass Rundfunk Ländersache ist. Die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geplante "Deutschland Fernsehen GmbH", die dem Bund unterstellt werden sollte, wird als verfassungswidrig erklärt. (Information aus Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Lebendiges Museum Online)

   

28. März 

Beim NDR läuft zum ersten Mal Das Fernsehgericht tagt. Nach einem festgelegten Handlungsablauf improvisieren Fachleute wie Richter, Staatsanwälte und Verteidiger gemeinsam mit Berufsschauspielern und Laiendarstellern. Die erste Folge heißt  »Diebstahl und Hehlerei 1«. Regie führt Ruprecht Essberger nach einer Idee der Rechtsanwältin Sina Walden. In den Sendungen werden anhand echter Akten Gerichtsverhandlungen mit Saalpublikum nachgestellt. Laiendarsteller und Juristen agieren ohne vorgeschriebene Dialoge. In den Verhandlungspausen interviewen NDR-Reporter die anwesenden Zuschauer. Die gern gesehene populäre Reihe wird bis 1978 fortgesetzt. (Quelle: u.a. ARD-Chronik)

  

Z 12. April 

Der sowjetische Kosmonaut Juri Alexejewitsch Gagarin startet als erster Mensch ins Weltall.

   

13. Mai  

Im Alter von 60 Jahren stirbt in Hollywood der amerikanische Schauspieler Gary Cooper

  

14. Mai

Der Hessische Rundfunk zeigt im Abendprogramm der ARD die erste Folge der Serie Es darf gelacht werden. Werner Schwier als Moderator zeigt heiter kommentierte Kurzfilme aus der Stummfilmzeit. Schwiers Startsignal an den Filmvorführer war der Satz: "Ich gebe das Zeichen, vorausgesetzt der Operateur sieht es." Die Sendung läuft bis 1965 in 65 Folgen. (Quelle: Wikipedia)

  

1. Juni 

Die ARD strahlt bis zum 31. März 1963 ein zweites gemeinsames Fernsehprogramm aus.

Dieses Programm wird am 1. April 1963 vom ZDF abgelöst. Am 6. Juni wird der Staatsvertrag über die Anstalt Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF) mit Sitz in Mainz in Stuttgart von den Ministerpräsidenten der Länder unterschrieben.

   

4. Juni 

Mit Ausnahme des WDR, der zu diesem Zeitpunkt sein Regionalprogramm ausstrahlt (dort läuft parallel die Sendung Prisma des Westens), senden von nun an alle Fernsehsender der ARD sonntags die 25minütige vom NDR produzierte Sendung Diesseits und jenseits der Zonengrenze. Die Sendung widmet sich der DDR in sachlicherem, weniger vom Kalten Krieg geprägten Ton als Die rote Optik (1958-1964). Letztgenannte Sendereihe mit Thilo Koch befasst sich mit der Berichterstattung der damals nicht nur von ihm so genannten "sowjetisch besetzten Zone" und zeigt einen Überblick aus politischen Sendungen des Fernsehens der DDR. 

    

Z 15. Juni 

Walter Ulbricht, DDR Staats- und Parteichef, erklärt in einer internationalen Pressekonferenz: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten". 

 

25. Juni - Deutscher Filmpreis

Ein abendfüllender Dokumentarfilm (Faust) von Peter Gorski bekommt einen Bundesfilmpreis. Gerd Oelschlegel erhält einen weiteren Bundesfilmpreis für das Drehbuch des Films Zwei unter Millionen. Bundesfilmpreis an die Darsteller Hilde Krahl (Das Glas Wasser), Heinz Rühmann (Das schwarze Schaf), Christian Doermer (Flucht nach Berlin), Blandine Ebinger  und Hanns Lothar (beide Der letzte Zeuge).

    

 

Filmplakat Das Wunder des Malachias

Quelle: Holger.Elgaard

24. Juni bis 5. Juli - Berlinale 

Bernhard Wicki erhält für seinen Film Das Wunder des Malachias einen Silbernen Bären, ebenfalls Gert Fröbe für seine Rolle in Der Gauner und der liebe Gott.

  

Chris Howland - ©De Caesius (Wikipedia-User)

Seit vielen Jahren bei den Zuschauern beliebt:

Chris Howland

©De Caesius (Wikipedia-User)

18. Juli 

Ausstrahlungsbeginn der Show Vorsicht Kamera mit Chris Howland, die der amerikanischen Reihe 'Candid Camera' nachempfunden ist. Auch in der deutschen Fassung werden ahnungslose Bürger von Lockvögeln in abstruse Situationen gebracht und dabei mit versteckter Kamera gefilmt. Der Lockvogel ist in den meisten Fällen der Regisseur der Sendung Helmut »Helli« Pagel. Diese Show wird 1980 unter dem Titel "Verstehen Sie Spaß" wieder in das ARD-Hauptabendprogramm aufgenommen. Die Sendung hatte wechselnde Moderatoren/Moderatorinnen, und zwar: Kurt Felix (1980-1990) ( 2012), Paola Felix (1983-1990), Karl Dall (1983-1990), Harald Schmidt (1992-1995), Dieter Hallervorden (1996 und 1997), Cherno Jobatey (1998-2002), Frank Elstner (2002-2009) und Guido Cantz (seit 2010). 

  

1. August

Der Hessische Rundfunk scheidet aus der gemeinschaftlichen Sendung "Abendschau" aus. SDR und SWF produzieren die erfolgreiche Regionalsendung nun im täglichen Wechsel (außer sonntags).

  

5. August  

Ausstrahlung des ersten Teils eines fünfteiligen Fernsehromans der DEFA mit dem Titel Gewissen in Aufruhr. Erwin Geschonneck in der Rolle des Oberst Ebershagen, dessen Erlebnisse ihn am Sinn des Krieges zweifeln lassen. Nach dem autobiografischen Bericht von Rudolf Petershagen, der im 2. Weltkrieg Offizier der deutschen Wehrmacht, Kommandant von Greifswald, war, das er durch kampflose Übergabe vor der Zerstörung durch sowjetische Truppen bewahrte. Regie führte Hans-Joachim Kasprzik.

     

Z 13. August

Unter der Aufsicht bewaffneter Kontrolleure der Volkspolizei und Volksarmee mauern von diesem Tag an Ostberliner Arbeiter (Stundenlohn 1,38 Mark) die Sektorengrenze in der ehemaligen Hauptstadt zu. So entsteht in wenigen Wochen das wohl hässlichste von Menschen errichtete Bauwerk der ganzen Welt: DIE BERLINER MAUER. Eine mit Stacheldraht gesicherte Zone mit sogenanntem "Todesstreifen". Die Mauer soll den Flüchtlingsstrom von über 2,5 Millionen Menschen stoppen, die seit 1949 bis zum August dieses Jahres aus der DDR in den Westen geflohen sind. Von dieser Aktion wird der Westen völlig überrascht. Protestschreiben nach Moskau werden geflissentlich übersehen und auch ein Besuch des amerikanischen Vizepräsidenten Johnson wird zurückgewiesen. Am 16. August war es dann leider endgültig so weit und für alle Bewohner der DDR und Ost-Berlins wird die Grenze zur Bundesrepublik Deutschland gesperrt.

    

24. August

Der DEFA-Film Der Fall Gleiwitz von Gerhard Klein (Kommentar von Ralf Schenk in der Berliner Zeitung vom 8. Februar 2014) nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase wird uraufgeführt. Amazon schreibt: "Der Fall Gleiwitz rekonstruiert minutiös den von den Nazis am 31.August 1939 fingierten polnischen Überfall, der den Grund für den Krieg gegen Polen liefern sollte. In exakter Verbindung von dokumentarischem Beweismittel und Gestaltungsmitteln, zeigt der Film einen authentischen Bericht über die Vorbereitung und Ausführung des Anschlags...".

  

4. September 

Das von der ARD beschlossene Fernsehprogramm für Zuschauer in der DDR wird ab sofort täglich vormittags für zwei bis drei Stunden über die Zonenrandsender ausgestrahlt.

  

18. September

Dag Hammarskjöld, UN-Generalsekretär, kommt während einer Friedensmission im Kongo ums Leben. Er stürzt auf dem Flug von Leopoldville nach Ndola/Sambia (früher Rhodesien) ab. Weiterhin sterben 11 Insassen der Maschine. Die bis dato nicht geklärte Ursache des Absturzes soll wieder aufgerollt werden (Nachricht auf  der Tagesschau-Seite vom 30.12.2014). Posthum erhält der frühere UN-Botschafter Schwedens den Friedensnobelpreis posthum. Siehe hierzu auch Artikel in der FAZ vom 17. März 2015 >>>

  

2. Oktober 

Peter von Zahn produziert eine eigene Sendung mit Auslandsberichterstattung Die Reporter der Windrose berichten.

"Sechs Reporter berichteten aus dem Ausland in aller Welt über aktuelle Themen aus Politik und Gesellschaft. Peter von Zahn, der zuvor in Bilder aus der neuen Welt den deutschen Zuschauern Amerika näher gebracht hatte, wollte mit der neuen Reihe zeigen, dass auch der Rest der Welt zwar groß und kompliziert, aber überschaubar ist." (Info aus dem "Fernsehlexikon" von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier.)

   

4. Oktober 

Gestatten mein Name ist Cox, erfolgreiche Hörfunkserie, die 1952 beim NWDR in Hamburg erstmalig über den Äther ging (Autoren: Rolf und Alexandra Becker), kommt als Fernsehserie ins Vorabendprogramm einiger ARD-Anstalten. Die erste Staffel umfasst 13 Folgen von jeweils 20 Minuten Dauer. Die Hauptrolle spielt Günter Pfitzmann, Regie führt John Olden. 1965 gibt es 13 weitere Folgen. 

  

  

22. Oktober 

Mit den Worten "Hallo, meinä lieben Freundaa" (oder so ähnlich) in unbeholfenem Deutsch beginnt eine der beliebtesten und vor allem ersten Musiksendungen des deutschen Fernsehens: Musik aus Studio B. Moderiert wird die Sendung bis 1969 von Chris Howland, der schon 1953 als »Schallplatten-Jockey« im Fernsehen aufgetreten ist. Die Sendung lief mit Unterbrechungen bis 1976 und hatte wechselnde Moderatoren, aber Chris Howland alias "...ihr alter Freund Heinrich Pumpernickel" blieb unvergessen.

  

Einige Künstler, darunter die Sängerin Manuela ("Schuld war nur der Bossa Nova") und Schlagersänger Rex Gildo hatten hier ihre ersten TV-Auftritte. Die Sendung wurde aufgezeichnet und hatte nach kurzer Zeit eine unverkennbare Titelmelodie, die jeder mit dieser Sendung in Verbindung brachte: "Melody Fair" des kanadischen Komponisten Robert Farnon (der nichts zu tun hat mit dem gleichnamigen Schauspieler der TV-Serie "Der Doktor und das liebe Vieh"). Leider ging die Geschichte der beliebten Sendung recht traurig weiter. Durch einen Streit zwischen Unterhaltungschef Vock und Chris Howland (nachzulesen bei Wikipedia) war Vock so wütend, dass er sämtliche Bänder bis auf die 50. Jubiläumsausgabe löschen ließ. Welch ein Verlust!!!

Weitere Moderatoren von "Musik aus Studio B" waren Peter Fröhlich, Henning Venske, Lisa Fitz, Mary Roos, Reiner Schöne, Katja Ebstein, Peter Horton und Lena Valaitis, die am 20. September 1976 letztmalig durch die Sendung führte.

  

26. Oktober 

Mit Friedrich Domin in der Titelrolle entsteht der Fernsehfilm Korczak und die Kinder: Ein jüdischer Arzt und Leiter eines Kinderheimes in Polen begleitet 40 Kinder bis in die Gaskammer, obwohl ihm versprochen wurde, ihm selbst würde nichts geschehen, wenn er die Kinder dazu brächte, ohne Widerstand der Evakuierung Folge zu leisten.

Niemals - so sagt man - hat Janusz Korczak in seinem Leben gelogen. Er führt ein Leben in Liebe und ohne Lüge, ein Leben für seine 66 Kinder. Ja, der Kinderarzt Dr. Korczak, Leiter eines jüdischen Waisenhauses in Warschau, tat für seine Zöglinge mehr, als vielleicht mancher leiblicher Vater hätte tun können. Er erzog sie zur Wahrheitsliebe, indem er die Lüge mied. Nur einmal sagte er den Kinder nicht die Wahrheit: als sie evakuiert werden sollten. Jeder im Warschauer Getto wußte, was eine "Evakuierung" bedeutete. --- Das ist die Geschichte, die Erwin Sylvanus nach einer wahren Begebenheit auf eine ungewöhnliche Weise dargestellt hat. Die Personen des Stückes treten nicht sofort in das Geschehen ein. Man lernt zunächst die Schauspieler kennen und einen Mann, der vielleicht die Rolle des Spielleiters innehat. Er erzählt von Korczak, und er unterhält sich auch mit den Darstellern über das Stück. Erst im Verlauf des Spiels stellt sich langsam die Identität zwischen Schauspielern und Rollen ein. (Quelle: tv-programme.net)

(Diese Geschichte wurde auch 1990 unter dem Titel Korczak von Ziegler-Film produziert. Das Drehbuch schrieb Agnieszka Holland, Regie führte der polnische Regisseur Andrzej Wajda.)

   

9. November 

Der SFB übernimmt die Aufführung des für den Abend im Deutschen Fernsehen angekündigten Stücks Schweyk im Zweiten Weltkrieg von Bertolt Brecht nicht. Weitere Informationen >>>

  

16. November 

Clark Gable stirbt im Alter von 58 Jahren in Kalifornien. Bekannt wurde Butler einem Millionenpublikum als Fletcher Christian in Meuterei auf der Bounty und vor allem als Rhett Buttler an der Seite von Vivian Leigh in dem Herzschmerzfilm Vom Winde verweht.

  

19. Dezember  

Der erste Teil einer fünfteiligen Krimiserie läuft unter dem Titel Der Ermordete greift ein. Regie führt Kurt Jung-Ahlsen. In den Hauptrollen sind u.a. Annekathrin Bürger, Marga Legal, Barbara Dittus und Rudolf Ulrich zu sehen. Weitere Informationen hierzu sind auf der Krimihomepage zu finden.

  

  

S o n s t i g e s / O h n e   D a t u m

  

Franz Peter Wirth setzt die Klassiker-Tradition mit der Inszenierung von Schillers Wallenstein in zwei Teilen fort. Schillers "Wallenstein" gehört zu den großen deutschen Geschichtstragödien. Im Mittelpunkt steht der berühmteste Feldherr des 30jährigen Krieges, Wallenstein, Herzog von Friedland. Als es im Jahr 1634 zum Bruch zwischen ihm und dem Kaiser kommt und Wallenstein sich mit den Schweden gegen den Kaiser verbünden will, fällt seine Armee von ihm ab. Wallenstein wird in Eger ermordet. (Quelle: Bestandsverzeichnis der Fernsehspiele 1955 - 88, herausg. vom  Hessischen Rundfunk, Frankfurt 1989) 

Der Klassiker von Schiller wurde von Franz Peter Wirth 3 mal verfilmt: 1961/62: 

 

1961/62 SWR, 2 Teile (mit Wilhelm Borchert als Wallenstein), weitere Darsteller: Dieter Kirchlechner, Wolfgang Weiser, Ernst Fritz Fürbringer, Alexander Golling, Wolfgang Kieling, Hanns Ernst Jäger u.a. Szene aus "Wallenstein", Regie: Franz Peter Wirth - Foto: SWR

  

Szene aus "Wallenstein" von Franz Peter Wirth:

Wolfgang Kieling (links) als Terzky, Wilhelm Borchert (Mitte) als Wallenstein und Alexander Golling (rechts) als Illo

www.swrmediaservices.de

 

1978 ZDF, 4 Teile (mit Rolf Boysen als Wallenstein), weitere Darsteller: Romuald Pekny, Werner Kreindl, Ernst Fritz Fürbringer, Hans Caninenberg u.a.
1987 HR, (mit Thomas Holtzmann als Wallenstein), weitere Darsteller: Krista Stadler, Irina Wanka, Rolf Becker, Jacques Breuer, Manfred Andrae, Rita Russek, Dieter Kirchlechner, Karl-Heinz von Hassel, Walter Renneisen, Friedrich von Thun, Peter Fricke, Herbert Stass, Heinz Weiss, Christian Berkel u.a.

      

      - die Filme Das Glas Wasser und Der brave Soldat Schwejk

      - der Regisseur Kurt Hoffmann

      - der Kameramann Günther Anders

      - die Darsteller Hubert von Meyerinck und Karin Baal

  • Erstmals werden vom Bundesinnenminister Spielfilmprämien vergeben, die mit je 250.000 Mark dotiert sind. Elf Filme, die "geeignet sind, das Ansehen der Bundesrepublik im Ausland besonders zu fördern", u.a. Das Glas WasserDie BrückeDas schwarze SchafDer brave Soldat SchwejkJons und EmineFaust. Elf weitere Filme bekommen 200.000 Mark zugesprochen, darunter sind: Der Engel, der seine Harfe versetzteDer Gauner und der liebe GottDer JugendrichterDer letzte ZeugeDer Rest ist Schweigen und Menschen im Hotel.

  • Erste Regiearbeiten von Niklaus Schilling, Christian Rischert und Rainer Erler.  

  • Damals hießen sie nicht Harry & Toto, sondern Huber & Dambrowski, das erste Polizisten-Duo im deutschen Fernsehen. Für den WDR produziert die Bavaria die Vorabend-Serie Funkstreife ISAR 12 bereits 1960 (Ausstrahlungsbeginn 10. Januar 1961). "ISAR 12 - bitte kommen!" So ruft die Zentrale die Funkstreife, wenn sie einen Einsatz meldet. Und schon eilt die Besatzung der ISAR 12 mit Blaulicht und Martinshorn herbei: Polizeimeister Alois Huber zusammen mit Hauptwachtmeister Karl Dambrowski aus Berlin - und dem Dritten im Bunde, Wachtmeister Dieter Resch. Dieser kommt aus Osnabrück und erlebt bereits an seinem ersten Arbeitstag seine blauen Wunder: Statt Verbrecher- und aufregender Verfolgungsjagden warten die kleinen Alltagsgeschichten auf ihn. Die Serie läuft zwischen 1960 und 1963  35 mal und folgende Regisseure haben daran mitgearbeitet: Michael Braun, Günter Gräwert, Imo Moszkowicz, Theo Mezger, Günther Richardt.

  

    

M U S I K A L I S C H E S  1961

  • Der Modetanz des Jahres ist der "Twist".

  • Lale Andersen trat als deutsche Teilnehmerin bei Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne (heute: "Eurovision Song Contest") an mit dem Titel "Einmal sehen wir uns wieder". Gewinner ist der französische Sänger Jean Claude Pascal. "Ein Schiff wird kommen", bekannt geworden durch Lale Andersen, wird noch von weiteren Interpretinnen aufgenommen: Caterina Valente, Lys Assia und Melina Mercouri, aber Lale Andersens Version blieb die beliebteste.

  • Der Elvis Presley-Song "Are you lonesome tonight" katapultierte sich sofort an die Spitze der amerikanischen und englischen Charts.

  • Ebenfalls einen Welterfolgt konnte Nana Mouskouri mit ihrem Hit "Weiße Rosen aus Athen" landen.

 

  

A k t u e l l e   H i t s  1961

Ramona - Blue Diamonds

Danke für die Blumen - Siw Malmquist (in der DDR von Helga Brauer gesungen)

Mit 17 fängt das Leben erst an - Ivo Robic

Pigalle - Bill Ramsey

La Paloma - Freddy Quinn

Der Mann im Mond - Gus Backus

Weiße Rosen aus Athen - Nana Mouskouri

Tanze mit mir in den Morgen - Gerhard Wendland

Einen Ring mit zwei blutroten Steinen - Caterina Valente

Michael row the boat - Lonnie Donegan 

Let's Twist again - Chubby Checker

Wooden Heart (Muß i denn) - Elvis Presley

Are you Lonesome Tonight? - Elvis Presley

  

   

 

B A M B I - S i e g e r  1961

 

Das Spukschloss im Spessart (geschäftlich erfolgreichster Film, Preis der deutschen Filmkritik).

Das Wunder des Malachias (künstlerisch wertvollster Film).  

Ruth Leuwerik und O.W. Fischer (beliebteste Stars).  

Weitere Informationen sind auf der Homepage www.bambi.de zu lesen. 

    

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1961

 

Kategorie männliche Filmstars: Gold O.W. Fischer, Silber Hansjörg Felmy, Bronze Rock Hudson

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Ruth Leuwerik, Silber Sabine Sinjen, Bronze Liselotte Pulver

Kategorie Sänger: Gold: Freddy Quinn, Silber: Peter Kraus, Bronze: Elvis Presley

Kategorie Sängerinnen: Gold: Cornelia Froboess, Silber: Caterina Valente, Bronze: Heidi Brühl

TV-Stars weiblich: Inge Meysel, Irene Koss, Uschi Siebert

TV-Stars männlich: Willy Millowitsch, Hans Joachim Kulenkampff, Joachim Fuchsberger

  

  

L I T E R A T U R

 

Kunst oder Kasse - Der Ärger mit dem deutschen Film von Walther Schmieding.

Hamburg: Rütten und Loening. 158 Seiten.

  

Der deutsche Film kann gar nicht besser sein von Joe Hembus.

Bremen: Carl Schünemann. 168 Seiten. 

  

Weitere Bücher des Jahres 1961:

Das dreißigste Jahr von Ingeborg Bachmann (Erzählungen)

Katz und Maus von Günter Grass (Novelle)

Das dritte Buch über Achim von Uwe Johnson (Roman)

Das Licht auf dem Galgen von Anna Seghers (Erzählung)

 

  

 

E i n i g e   K i n o-  u n d  F e r n s e h f i l m e   d e s   J a h r e s  1961

  

Das Wunder des Malachias

Regie: Bernhard Wicki

      

Der letzte Zeuge

Regie: Wolfgang Staudte

Die Geschichte einer Flucht aus der DDR bildet den Rahmen des Films einiger deutsch-deutscher Einzelschicksale. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar aus der ostdeutschen Provinz, das in den Westen flüchten will. Spannend.
  

Flucht nach Berlin

Regie: Will Tremper

Film, der diverse deutsch-deutsche Einzelschicksale beleuchtet. Interessantes und spannendes Zeitdokument. 

   

Schwarzer Kies

Regie: Helmut Käutner

Bei einem kleinen Dorf im Hunsrück wird eine Militärflugbasis für mehrere Tausend amerikanische Soldaten errichtet. Die Einheimischen beäugen sie zwar misstrauisch, erkennen jedoch ihr wirtschaftliches Potenzial. So verdienen zahlreiche Personen an den Amerikanern: als Betreiber von Bars, die ehemals Scheunen waren, als Prostituierte, als Bauherren der Flugbasis. Robert Neidhardt, ein Kieshändler, möchte ebenfalls Geld verdienen. Deshalb schreckt er auch vor dem lukrativen Schwarzhandel nicht zurück. Bei einer Razzia der Polizei gegen die Schwarzhändler muss Robert fliehen, wobei er einen tödlich endenden Verkehrsunfall verursacht. Er flieht weiter und wird dabei immer skrupelloser. Ein weiteres Liebespaar wird durch seine Schuld getötet. (Wikipedia)

Darsteller: Ingmar Zeisberg, Hans Cossy, Anita Höfer.

   

Via Mala

Regie: Paul May

Basierend auf John Knittels gleichnamigen Roman, erzählt der Film die Geschichte der Familie Lauretz, die inmitten der zerklüfteten Gebirgslandschaft der Via Mala lebt und unter dem gewalttätigen und alkoholabhängigen Vater Jonas leidet. Dieser hat in betrunkenem Zustand bereits den eigenen Sohn zum Krüppel geschlagen, sich den Knecht zum Feind gemacht und seine Frau in ein verängstigtes, mutloses Geschöpf verwandelt. Auch die beiden Töchter leiden massiv unter dem gewalttätigen Regiment, das der Vater führt. Als Jonas Lauretz ins Gefängnis kommt, schöpft die Familie neuen Lebensmut. Die sich in der Abwesenheit des Vaters einstellende Idylle ist jedoch nur von kurzer Dauer, da der Tyrann vorzeitig entlassen wird. Als eine Tochter von einem Maler, dem sie mehrfach Modell saß, ein Sparbuch erbt, nimmt dies der rabiate Tyrann mit Gewalt an sich und hebt das ganze Geld ab um es zu versaufen. Nur durch einen Akt der Gewalt gegen den Vater sieht die Familie jetzt noch ihren Wunsch nach einem friedlichen und selbstbestimmten Leben realisieren zu können. Der Vater fällt in die Säge und sein Leichnam verschwindet in der Via Mala spurlos. Wer der Täter war, bleibt im Dunkel. Der Knecht verlässt das Sägewerk. Später will man den vermissten Vater dann für tot erklären lassen. Mit dem Fall wird dann der Freund einer Tochter in seiner Eigenschaft als Staatsanwalt von Amts wegen beauftragt... (Quelle: Amazon)

Darsteller: Gert Fröbe, Joachim Hansen, Christine Kaufmann, Christian Wolff, Anita Höfer, Edith Schultze-Westrum

(Anm.: Eine weitere glänzende Verfilmung wurde 1985 von Tom Toelle mit Mario Adorf als Sägemüller Jonas Lauretz in der Hauptrolle gedreht.)

      

Zwei unter Millionen

Regie: Victor Vicas

Drehbuch: Gerd Oelschlegel

Eine der ältesten Geschichten des Kinos: boy (Hardy Krüger) meets girl (Loni von Friedl). Kalle trifft Christine kurz vor dem Bau der Mauer in Berlin. Eine flüchtige Begegnung, aus der nach und nach Liebe wird, unpretentiös, zurückhaltend, behutsam erzählt. Der Film lebt von seinem authentischen Bild auf die Originalschauplätze des zerrissenen Berlin.

   

Tobby

Regie: Hansjürgen Pohland

Die Geschichte eines Jazz-Musikers, der das verlockende Angebot, als kommerzieller Schlagersänger Karriere zu machen, zurückweist und seine künstlerische Integrität behauptet. Hansjürgen Pohlands Regiedebüt ist der bemerkenswerte Versuch, mit avantgardistischen Mitteln aus vorgefundenem Faktenmaterial, improvisierten Dialogen und Laiendarstellern einen "realitätsnahen" Film zu machen.

Hansjürgen Pohland ist einer der Unterzeichner des Oberhausener Manifests.

  

  

Einige D E F A-Filme des Jahres 1961

 

Septemberliebe

Regie: Kurt Maetzig

    

Mutter Courage und ihre Kinder  

Regie: Peter Palitzsch / Manfred Wekwerth

"Die Geschichte der Marketenderin Courage, für die der Krieg eine Möglichkeit des leichten Geldverdienens bedeutet, und die auch nicht bereit ist, aus der Katastrophe zu lernen, besitzt weit mehr als nur theaterhistorische Bedeutung. Sie hat vielmehr, seit sie zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Exil entstand, nicht von ihrer starken ethischen Eindringlichkeit und auch Aktualität verloren. Diese originalgetreue filmische Wiedergabe der noch unter Brechts Mitwirkung entstandenen Berliner Inszenierung bildet eine hervorragende Grundlage für Gespräche in Gemeinden und Jugendkreisen." (...schreibt die Jury der evangelischen Filmarbeit)

  

Professor Mamlock  

Regie: Konrad Wolf

  

Der Fall Gleiwitz

Regie: Gerhard Klein

Unmittelbar nach dem Mauerbau, am 24. August 1961, kam "Der Fall Gleiwitz" von Gerhard Klein, Wolfgang Kohlhaase und Günther Rücker heraus. Ein Film über die Möglichkeiten und Techniken von Provokationen, der Manipulierung von Tatsachen und Meinungen, ein Film, der absolut im Trend der Zeit mit ihrer permanent sich steigenden Spannung zwischen den beiden Supermächten und ihrem jeweiligen Lager lag und mit dieser Intention auch erdacht wurde. Der Überfall auf den Rundfunksender Gleiwitz nahe der polnischen Grenze, der den Grund für den Krieg gegen Polen lieferte, wird hier minutiös rekonstruiert. (Quelle: Amazon)
Darsteller u.a. Hilmar Thate, Hannjo Hasse. 

  

Der Mann mit dem Objektiv

Regie: Frank Vogel

 

Guten Tag, lieber Tag  

Regie: Gerhard Klingenberg

 

Das Kleid

Regie: Konrad Petzold

 

Das Märchenschloss

Regie: Herrmann Zschoche

  

Hier sind weitere Filme der DEFA von 1961 gelistet

  

 

Auswahl weiterer Fernsehspiele, die 1961 in Westdeutschland produziert wurden: 

 

Johnny Belinda  

Regie: Franz Josef Wild

 

Die Kassette  

Regie: Rudolf Noelte

 

Hamlet - Prinz von Dänemark  

Regie: Franz Peter Wirth

  

Die Journalisten  

Regie: Fritz Umgelter

 

Aus Gründen der Sicherheit  

Regie: Konrad Wagner

(Quelle: http://krimiserien.heimat.eu

      

  

G e b u r t s t a g e  1961

  

07.01. Roland Suso Richter, Regisseur

24.01. Nastassja Kinski, Schauspielerin  

05.02. Dietmar Bär, Schauspieler

20.03. Maja Maranow, Schauspielerin

24.03. Nina Hoger, Schauspielerin

13.04. Uwe Hübner, Radio- und Fernsehmoderator

19.04. Bernd Stelter, Comedian, Schauspieler, Musiker

23.04. Dirk Bach, Comedian (1.10.2012)

10.05. Henry Arnold, Schauspieler (Heimat von Edgar Reitz) und Regisseur

14.05. Ulrike Folkerts, Schauspielerin

28.06. Irina Wanka, Schauspielerin und Synchronsprecherin

10.07. Ulla Kock am Brink, Moderatorin

31.07. Isabel Varell, Schauspielerin und Sängerin

18.08. Birol Ünel, deutsch-türkischer Schauspieler

06.09. Willy Astor, Kabarettist

19.09. Kai Wessel, Regisseur

07.10. Matthias Brandt, Schauspieler

02.12. Gaby Köster, Schauspielerin und Kabarettistin

08.12. Elfi Eschke, deutsch-österreichische Schauspielerin

18.12. Thomas Strittmatter, Autor -  (29.08.1995) (Der Laden)

25.12. Stefan Ruzowitzky, österreichischer Regisseur (Anatomie, Die Fälscher)

30.12. Tom Spieß, Filmproduzent

   

  

  

G e s t o r b e n  1961

 

24. Februar 1961 - Fritz Imhoff, geboren am 6. Januar 1891 

Wiener Volksschauspieler, der mit bürgerlichem Namen Friedrich Arnold Heinrich Jeschke hieß. Opernsänger, Komiker, Variete-Künstler und Akteur in 160 Filmen. Stirbt in Wien an Gallenkrebs. Sein Bruder war der bekannte Wiener Lieder-Komponist Ernst Arnold (bekannt wurde z.B. das von Hans Moser in dem Film Der verkaufte Großvater gesungene "Wann der Herrgott net will..." von Hans Albin). Mit Club der Dicken und Villa daheim begann Fritz Imhoff 1921 mit zwei Kurzfilmen seine Filmkarriere, die bis 1960/61 mit Der brave Soldat Schweijk und dem Dokumentarfilm Operette aus Wien endet. Er reiste für etliche Tourneen durch Deutschland, Holland und hatte mit Richard Tauber Auftritte in der Schweiz und Italien, außerdem Gastspiele in Prag, Budapest und Paris. Von 1945-48 war Fritz Imhoff Direktor des Wiener Raimundtheaters. Eines seiner bekanntesten Lieder war "Armer Gigolo".    >>> Info zum Lied

Eine Liste der Filme mit Fritz Imhoff ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

  

  

12. März 1961 - Hedwig Wangel, geboren am 23. September 1875

Deutsche Charakterschauspielerin, die in ihren jungen Jahren am Theater die gesamte Bandbreite der klassischen Rollen abdecken konnte. Sie spielte die Nora in Ibsens Emanzipationsstück, sie war die Frau Miller in "Kabale und Liebe", die Maria in "Was ihr wollt" und die Frau Alving in "Gespenster". Ab Anfang der 1930er-Jahre war sie auch im Tonfilm präsent und hatte Rollen bis 1958. Ihre letzten Filme waren Rosen im Herbst von Rudolf Jugert (1955) mit Ruth Leuwerik und Ohne dich wird es Nacht, Regie: Curd Jürgens (1956). Weitere Informationen über diese Schauspielerin bei www.steffi-line.de

Eine Liste der Filme mit Hedwig Wangel ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

  

 

Filmplakat von Helmuth Ellgaard

Filmplakat "Das Erbe von Björndal"

Quelle: Familienarchiv Ellgaard 

Urheher: Helmuth Ellgaard (1913-1980) - Holger.Ellgaard

Gustav Ucicky

(um 1930)

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26. April 1961 - Gustav Ucicky, geboren am 6. Juli 1899

Österreichischer Filmregisseur und Kameramann.

Ucicky war einer der erfolgreichsten Regisseure in den 1930er-Jahren des Tonfilms. Nach seinem Schulabschluss hatte Ucicky eine graphische Ausbildung durchlaufen und war 1916 zum Film gekommen. Nachdem er als Kamera-Assistent, dann als Fotograf bei einigen Wochenschauen der k.u.k.-Zeit aktiv gewesen war, war er als zweiter Kameramann bei einigen Spielfilmproduktionen, ehe er im Alter von 20 Jahren Chefkameramann wurde. Bis zum Jahre 1925 arbeitete er hauptsächlich mit dem Regisseur Michael Curtiz, aber auch mit anderen zusammen. Ende des Jahres 1926 führte er Regie des Films Die Pratermizzi, mit Anni Ondra in der Titelrolle, das Drehbuch stammt von Walter Reisch. Ab dann arbeitete er nur noch als Regisseur. 1928 kam er nach Deutschland zurück, wo seine Karriere einen deutlichen Schub nach oben bekam. Kai Weniger schreibt: "Der Österreicher erfreute die deutsch-nationale, politische Rechte mit militärisch-patriotischen Historienstücken ("Das Flötenkonzert von Sanssouci", "Yorck") und bewies gleichfalls eine sichere Hand bei musikalisch-leichten ("Der unsterbliche Lump") und komödiantischen Geschichten ("Hokuspokus"). Nach seinem Heimkehrerdrama "Ein Mensch ohne Namen" inszenierte Gustav Ucicky noch im selben Jahr 1932 mit "Morgenrot" erneut ein chauvinistisch-bellizistisches Drama, mit dem der Wiener soldatische Tugenden und den Heldentod fürs Vaterland pries...(ff) Fortan war Ucicky einer der Vorzeigeregisseure des 3. Reiches, der sich bei andauernder Tätigkeit im Propagandafilm als ein Mann von hoher handwerklicher Qualität erweisen sollte. Mit "Flüchtlinge" thematisierte er noch 1933 die Flucht der Wolgadeutschen, und auch seine perfideste Arbeit "Heimkehr" behandelte ein angeblich von slawischer Seite bedrohtes Deutschtum im Ausland... (ff) Neben solch willfährig angenommenen Film-Aufträgen versuchte sich Ucicky - mit großem Erfolg - als Umsetzer von Literaturadaptionen. Fand bereits seine Kleist-Verfilmung "Der zerbrochene Krug" mit Emil Jannings als Dorfrichter Adam viel Anerkennung, so wurde seine in Folge des Hitler-Stalin-Pakts in Auftrag gegebene Kino-Fassung von Puschkins Klassiger "Der Postmeister" mit Lobeshymnen, Ehrungen und Auszeichnungen überhäuft. Auch nach dem Krieg galt dieses Werk, trotz seines Entstehungshintergrundes, als das beste Werk Ucickys gesamter Karriere."

Nach dem Krieg ging er zurück nach Wien und führte weiterhin Regie, oft in melodramatischen Heimat- oder Liebesschnulzen; sein letzter Film war die Fortsetzung des österreichischen Heimatfilms Und ewig singen die Wälder von Paul May Das Erbe von Björndal mit Joachim Hansen.

Eine Liste der Filme von Gustav Ucicky ist bei IMBD und bei Filmportal gelistet.

 

  

28. April 1961 - Erich Abraham Collin, geboren am 26. August 1899

Sänger (zweiter Tenor der legendären "Boy Group" der 1920er- und 1930er-Jahre Comedian Harmonists). Collin verstarb während einer Blinddarm-OP an Herzversagen. In dem Film von Joseph Vilsmaier wurde Collin durch den Schauspieler Heinrich Schafmeister dargestellt. (Weitere Informationen über die Comedian Harmonists bei www.steffi-line.de)   

      

  

  

10. Juli 1961 - Dagny Servaes, geboren am 10. März 1894

Dagny Servaes, Foto: Alexander Binder

Foto: Dagny Servaes, vor 1930
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia; Photochemie-Karte K 1754 (Ausschnitt); Angaben zur Lizenz siehe links)

Deutsch-österreichische Theater- und Filmschauspielerin. Tochter des Schriftstellers Franz Servaes. Sie ließ sich als Schauspielerin  an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst ausbilden. Erstes Engagement 1912 am Herzoglich Sächsischen Hoftheater in Meiningen. Ein Jahr später kehrte sie nach Berlin zurück und wurde von Max Reinhardt an das Deutsche Theater geholt. Dort blieb sie einige Jahre, wobei sie von 1926-1928 mit dem Reinhardt-Ensemble für eine Gastspielreise in die USA ging. Dort feierte sie mit den Stücken "Jedermann", "Ein Sommernachtstraum" und "Diener zweier Herren" große Erfolge. Auch beim Film war die attraktive Frau erfolgreich, ihre erste Filmrolle bekam sie 1916 in Das Tagebuch des Dr. Hart an der Seite von Heinrich Schroth und Käthe Haack. Weitere Filme waren Oberst Redl (1924, Regie: Hans Otto Löwenstein), Grand Hotel (1927, Regie: Johannes Guter), Preußische Liebesgeschichte (1938, Regie: Paul Martin, Der Fall Deruga (1938) mit Willy Birgel, Kleine Mädchen, große Sorgen (1941) an der Seite von Fritz Odemar und Hannelore Schroth, wobei sie in etlichen Filmen auch die Hauptrolle spielte. Oft war ihr Leinwandpartner Emil Jannings. Große Rollen hatte sie aber nur in Stummfilm, in Tonfilmen war sie verstärkt in  österreichisch/tschechischen Filmen zu sehen und dort auch nur in mehr oder weniger attraktiven Rollen. Ab 1936 wohnte die Schauspielerin in Wien und spielte ab 1938 über zehn Jahre lang am Theater in der Josefstadt. Von 1952 bis zu ihrem Tode 1961 war sie dem Burgtheater verpflichtet.

Dagny Servaes war mit Erwin Goldarbeiter verheiratet, und weil ihr Ehemann jüdischen Ursprungs war, wurde sie aus der "Reichsfilmkammer" ausgeschlossen und nach ihrer Scheidung erst wieder aufgenommen. Tochter Evi Servaes wurde ebenfalls Schauspielerin. Dagny Servaes starb am 10. Juli 1961 in Alter von 67 Jahren in Wien. Ihr Grab findet sich auf dem Wiener Grinzinger Friedhof (Foto der Grabstätte >>>  www.knerger.de.

Eine Liste der Filme mit Dagny Servaes ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.

 

  

  

22. Juli 1961 - Eduard von Winterstein, geboren am 1. August 1871 in Wien

Seine Mutter war die aus Ungarn stammende Schauspielerin Luise von Wangenheim-Dub, bei der er auch Schauspielunterricht nahm. 1989 kam er zur Bühne und sein erstes Engagement war in Gera.  Zur Eröffnung des Theaters in Annaberg am 2. April 1893 spielte er dort die Titelrolle im Egmont. „Ich war in Annaberg wie neu geboren, war ein ganz anderer Mensch geworden. In diesem kleinen Städtchen war ich erst wirklich zum Schauspieler geworden. […] So wurde die Annaberger Zeit eine der schönsten in meinem Beruf“, schrieb er in seiner Autobiographie. An diesem Theater lernte er auch die Schauspielerin Minna Mengers kennen, die er 1894 auf der Wartburg heiratete (gemeinsamer Sohn: der Schauspieler Gustav von Wangenheim, 1895-1975). Das Theater in Annaberg-Buchholz trägt heute den Namen Eduard-von-Winterstein-Theater. (Quelle: Wikipedia)

Eine Liste der Filme mit Eduard von Winterstein ist bei IMDb und bei Filmportal zu finden.

  

  

23. September 1961 - Seymour Nebenzahl (<<< ausführliche Informationen bei cinegraph.de), geboren am 22. Juli 1897 

Vor 1933 Produzent, z.B. DreigroschenoperM - Eine Stadt sucht einen Mörder, Das Testament des Dr. Mabuse, Die Büchse der Pandora).  

Eine Liste der Filme mit/von Seymour Nebenzahl ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

  

  

13. November 1961 - Max Hansen, geboren am 22. Dezember 1897

Max Hansen vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; zeitgenössische Postkarte.
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Schauspieler

Max Hansen wurde in Mannheim geboren. Wuchs in Deutschland auf und hatte die dänische Staatsangehörigkeit. Er wurde als unehelicher Sohn der dänischen Schauspielerin Elly Benedicte Hansen (1873–1930), die damals als Eva Haller am Mannheimer Apollo-Theater auftrat, geboren. Die Identität des Vaters blieb lange im Dunkeln. Im Taufregister ist Joseph Walder als Vater eingetragen, ein ungarischer "Artist" jüdischer Herkunft und Kollege der Mutter (Wikipedia). Hansen hatte in Kopenhagen Gesangsunterricht erhalten und er begann seine künstlerische Laufbahn 1914 am Münchner Kabarett "Simplicissimus". Weiterhin verdiente er sein Geld als Sänger mit Couplets, Sketche und Opernparodien. Seine Programme führte er in den Niederlanden und auch in Rußland auf. Auf einer Tournee, die ihn durch Kopenhagen führte, gab er sein Debüt als Filmschauspieler. Mit der Darstellung des Csupan in Hubert Marischkas Inszenierung von "Gräfin Mariza" konnte sich Hansen als Operettensänger durchsetzen. Er feierte Erfolge wo immer er hinkam. Max Reinhardt setze ihn ein in seinem Film Die schöne Helena, bei Erik Charell war er für Die lustige Witwe engagiert. Er nahm Schallplatten auf und hatte ab 1927 auch regelmäßig Liveauftritte im Radio. Er spielte weiterhin im Kabarett und hatte seinen größten Erfolg in der Rolle des Kellners Leopold im "Weissen Rössl" (Urauff. 1930 in Berlin). Wikipedia schreibt: "Mit dem Aufkommen des Tonfilms steigt Hansen dort ebenfalls groß ein und bekommt einen weiteren Popularitätsschub. Charakteristisch ist seine leicht näselnde Stimme, wie man sie heute von Max Raabe kennt. Allein zwischen 1930 und 1933 steht Hansen für zehn Filme vor der Kamera, meist Komödien und Musicals, viele davon mit der Schauspielerin Jenny Jugo. Mit Paul Morgan und Carl Jöken gründet er sogar eine eigene Filmgesellschaft, die Trio-Film GmbH, die aber nicht über ihre erste Produktion „Das Kabinett des Dr. Larifari“ hinauskommt. Der Film, bei dem Hansen als Drehbuchautor, Komponist, Liedtexter und Schauspieler mitwirkt, wird kein kommerzieller Erfolg.

Über Max Hansen hat der Regisseur Douglas Wolfsperger 2004/05 eine äußerst sehenswerte und mit dem Prädikat "Wertvoll" (FBW) ausgezeichnete Dokumentation gedreht mit dem Titel "War'n Sie schon mal in mich verliebt".

Eine Liste der Filme mit Max Hansen ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

   

  

14. Dezember 1961 - Aribert Wäscher, geboren am 1.Dezember 1895 in Flensburg

Eigentlicher Name: Robert Ernst Wilhelm Wäscher. Theater- und Filmschauspieler, Schriftsteller. 

Nach einer Ausbildung zum Schauspieler begann er 1919 in Berlin seine Bühnenlaufbahn am "Kleinen Theater", ein Jahr später wechselte er an das "Deutsche Theater", wo er bis 1923 wirkte. Weitere Stationen waren das "Lustspielhaus", 1924 die "Volksbühne" und die "Barnowsky-Bühne" von 1925 bis 1926), das "Staatstheater", welches bis Ende des 2. Weltkrieges seine künstlerische Heimat wurde. Nach dem 2. Weltkrieg gehörte er von 1946 bis 1950 zum Ensemble des "Deutschen Theaters", spielte ab 1947 ein Jahr lang am "Renaissance-Theater" und trat seit 1950 bzw. 1951 am "Schloßtheater" sowie dem "Schillertheater" auf. Im Verlaufe seiner Karriere avancierte Wäscher nicht nur auf der Bühne zu einem der bedeutendsten Charakterdarsteller Deutschlands. Zu seinen herausragenden Shakespeare-Verköperungen zählte unter anderem der Oberkämmerer Polonius in "Hamlet" oder der Narr in "Was Ihr wollt". 
  
Ungeheure Popularität erlangte Wäscher durch seine meist prägnanten Nebenrollen in zahlreichen Kinoproduktionen, sein Leinwanddebüt hatte er 1920 in dem stummen Streifen Das Fest der schwarzen Tulpe sowie ein Jahr später in Gerhard Lamprechts Der Friedhof der Lebenden (1921) gegeben. In den folgenden Jahren erschien er in weiteren Produktionen wie Frauenbeichte (1921), Die Verrufenen (1925) oder Geliebte des Gouverneurs (1927). Doch vor allem im Tonfilm konnte er seine schauspielerische Vielseitigkeit beweisen, nuancenreich mimte er Gauner jedweder Couleur, feiste Lebemänner oder verfettete Bürokraten. Am stärksten im Gedächtnis geblieben ist wohl sein chinesischer Oberrichter in Gerhard Lamprechts Literaturverfilmung Prinzessin Turandot (1934) oder die Figur des Thebener Kriegsministers in Reinhold Schünzels musikalischen Komödie "Amphitryon" (1935), unvergessen der unberechenbare, misstrauische, zaristische Großgrundbesitzers Michael Iwanowitsch Murakin in dem Zarah-Leander-Film Es war eine rauschende Ballnacht (1939). Auch in den nachfolgenden Jahren blieb Wäscher ein vielbeschäftigter und beliebter Darsteller beim Film, so stand er unter anderem als Spezereiwarenhändler Nievergelt zusammen mit Heinz Rühmann für Helmuth Käutners Gottfried Keller-Adaption Kleider machen Leute (1940) vor der Kamera, mimte den galanten Landgraf in dem ersten Farbfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten" (1941) an der Seite von Marika Rökk und Willy Fritsch oder den Dr. Bartholo in "Ein toller Tag" (1945), eine Komödie, die allerdings erst Ende September 1954 zur Uraufführung gelangte.
Im Nachkriegsfilm zeigte sich Wäscher nicht mehr so häufig, mimte beispielsweise in Robert A. Stemmles Satire Berliner Ballade (1948) den Anton Zeithammer oder wirkte mit kleineren Parts in Unterhaltungsstreifen wie Eva im Frack (1951) mit. Leni Riefenstahls Berg-Melodram "Tiefland" nach Eugen d'Alberts gleichnamigen Oper mit der Regisseurin in der weiblichen Hauptrolle der Betteltänzerin Martha gelangte nach jahrelanger Vorbereitung am 11. Februar 1954 zur Uraufführung, neben Bernhard Minetti als Don Sebastian gab Aribert Wäscher dessen Verwalter Camillo. Ein einziges Mal wirkte der Schauspieler auch in einer internationalen Kinoproduktion mit und überzeugte mit der Figur des Westagenten Halendar neben James Mason und Claire Bloom in Carol Reeds Politthriller "The Man Between" (1953, Gefährlicher Urlaub), letztmalig trat er in dem melodramatischen Krimi Ein Mann vergisst die Liebe (1955) in einer Kinoproduktion in Erscheinung. Danach konzentrierte er sich in seinen letzten Lebensjahren ausschließlich auf seine Arbeit am Theater.
 
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Theater und Film machte sich der Schauspieler auch als Schriftsteller und Feuilletonist einen Namen: Bereits 1939 veröffentlichte er "Gedanken nach 2 Uhr nachts", es folgten die Erzählungen "Der unzufriedene Riese" (1940), die Gedichtbände "Unter den Sternen" (1947), "Ich mach mir meinen Vers" (1956) und "Zuhaus im lieben Leben" (1957), seine Glossen und Betrachtungen "Das ist das Schöne an den Frauen" erschienen 1951. Außerdem stammen die Bühnenstücke "Götter unter sich" (1930) und "Die zärtliche Gattin" aus seiner Feder.

Aribert Wäscher, dessen Leistungen 1955 mit dem "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse" gewürdigt worden waren, starb am 14. Dezember 1961 nach langer schwerer Krankheit im Alter von 66 Jahren in Berlin, nachdem er schon zwei Jahre lang nicht mehr hatte auftreten können. Zum letzten Male sahen die Berliner den Charakterschauspieler in dem Stück "Unter dem Milchwald" von Dylan Thomas auf der Bühne des Berliner "Schillertheaters": Schon ein todkranker Mann, sein Leiden erlaubte ihm das Stehen nicht mehr, und seine Rolle war stumm. Das Dunkel des Bühnenbildes ließ ihn kaum erkennbar werden, aber seine Leidenschaft zum Theaterspielen war so unbändig, dass er sich auch damit begnügte, wenn er nur überhaupt auf der Bühne sein durfte. Aribert Wäscher war seit 1954 mit der Schauspielerin Gudrun Genest (1914 – 2013) verheiratet. Aus einer früheren Verbindung stammt ein Sohn, der ebenfalls Aribert Wäscher heißt. (Quelle: www.steffi-line.de)

Eine Liste der Filme mit Aribert Wäscher ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet. 
   

  

18. Dezember 1961 - Friedrich Domin, geboren am 15. Mai 1902 in Beuthen / Oberschlesien

Schauspieler und Theaterregisseur. Bereits im Alter von 16 Jahren wirkte er in einer Schüleraufführung von "Alt-Heidelberg" mit. Eigentlich hatte Domin die Absicht, Architekt zu werden und ging 1920 an das Weimarer Bauhaus zu Walter Gropius. Ein Jahr später fiel für ihn aber die Entscheidung, Schauspieler zu werden und er ging zur Ausbildung an das Reinhardt-Seminar in Berlin. Sein Bühnendebüt gab Friedrich Domin als Lachmann in dem Theaterstück "Michael Kramer" nach Gerhart Hauptmann. Es folgten weitere Engagements in Berlin, Königsberg, Zürich, Gera und Kassel. 1934 kam er zum Ensemble der Münchner Kammerspiele, wo er quasi bis zum seinem Tode Theater spielte. Kay Weniger schreibt: "Dort (in München) debütierte Domin mit der Rolle des Philipp in einer Aufführung von "Don Carlos". Man ließ ihn zunächst Bonvivants spielen, später immer häufiger tiefschürfende Charaktere. Sowohl in klassischen als auch in modernen Stücken überzeugte der Schauspieler mit der sonoren Stimme und dem vertrauenserweckenden, Autorität und Väterlichkeit verheißenden Äußeren. Domin wirkte in Inszenierungen nach Brecht, Dürrenmatt, Beckett und Zuckmayer, aber auch in solchen nach Vorlagen von Ibsen, Schiller, Goethe und Hauptmann.

Seit 1939 trat Domin auch vor der Filmkamera auf und wurde vor allem besetzt als "gütiger Honoratior" wie z.B. als Gefängnisdirektor in Der Hauptmann von Köpenick an der Seite von Heinz Rühmann, als General in Ein Mädchen aus Flandern, als Zirkusdirektor in Lola Montez, als Vater von Filmtochter Ruth Leuwerik in Franziska. Seine letzten beiden Filme waren Die Fastnachtsbeichte (Regie: Wilhelm Dieterle, 1960), wo er den Domkapitular Dr. Henrici spielte und Das schwarze Schaf an der Seite von Heinz Rühmann (1961, Regie:  Helmuth Ashley).

Eine Filmographie ist bei IMDb und bei www.filmportal.de gelistet.

  

  

30. Dezember 1961 - Paul Richter, geboren am 1. April 1895

(Weitere Bilder des Schauspielers)

Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Siegfried in Fritz Langs Stummfilmklassiker Die Nibelungen von 1924, den man mit satten 293 Minuten durchaus als Monumentalfilm bezeichnen könnte.

Später in der Tonfilmzeit sah man Paul Richter zumeist in Heimat- bzw. Ganghofer-Filmen, z.B. 1953 Der Klosterjäger, 1954 Schloß Hubertus, 1955 Das Schweigen im Walde, 1957 Der Jäger von Fall, 1957 Wetterleuchten um Maria und 1958 Die singenden Engel von Tirol.

Paul Richter war mit der norwegischen Schauspielerin Aud Egede Nissen verheiratet. Wikipedia schreibt: "Dank seiner klassischen Theaterausbildung konnte Paul Richter auch nach dem Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm seine Karriere erfolgreich fortsetzen. Er spielte insgesamt in mehr als siebzig Filmen einige Haupt- und zahlreiche Nebenrollen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der passionierte Bergsteiger und Jäger Paul Richter noch in mehreren Heimatfilmen zu sehen, ehe er 1959 infolge einer Augenoperation seine Karriere beendete. Er liegt auf dem Friedhof Weidling bei Klosterneuburg in Österreich begraben." 

Eine Filmographie ist bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

  

   

  

  

  

    

  

 

 

   

    

  

    

    

  

  

      

  

  

    

  

  

  

  

 

Weiter mit 1962

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 23. Mai 2015

 

Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den jeweiligen Jahren nur eine Auswahl von Nachrichten treffen konnte.

 Alle Informationen der Film- u. Fernsehchronik sind nach bestem Wissen gesammelt und aufgeschrieben worden,

sollten sich aber doch Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine E-Mail. Vielen Dank.

   

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Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Kay Weniger, der mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem "Personenlexikon des Films" für diese Chronik zu übernehmen.

Weiterhin enthält diese Chronik Informationen aus der Website HDG/LEMO (Haus der Geschichte/Lebendiges Museum Online) und aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.