Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1982

...und ein wenig Zeitgeschichte

Rückblick - 1982 - Tagesschau

  

  

  

  

In der Bundesrepublik werden 70 Spielfilme gedreht und 14 Defa-Spielfilme.

  

15. Januar - Bayerischer Filmpreis

In München wird der 'Bayerische Filmpreis' an Thomas Brasch (Erstlingsregie, Engel aus Eisen), Eva Mattes (Darstellerin, Celeste), Wolfgang Petersen (Regie, Das Boot) und Jost Vaccano (Bildgestaltung Das Boot) vergeben.

  

24. Januar 

ZDF-Ausstrahlungsbeginn des fünfteiligen Fernsehspiels Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (ZDF, ORF) von Alf Brustellin und Bernhard Sinkel in der Regie von Bernhard Sinkel. 

  

Z 8. Februar

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erhebt Vorwürfe gegen die Spitze des gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzerns "Neue Heimat": Der Vorstandsvorsitzende Albert Vietor und zwei Vorstandskollegen sollen sich unter Missbrauch ihrer Stellung persönlich bereichert haben. Sie werden daraufhin fristlos entlassen. Die Vorgänge in Europas größtem Wohnungsbaukonzern erschüttern das Vertrauen der Bevölkerung in die Gemeinwirtschaft. (Quelle: www.hdg.de

  

12. bis 23. Februar - Berlinale

Im Wettbewerb der Berlinale laufen die Filme Die Sehnsucht der Veronika Voss (Rainer Werner Fassbinder), Kraftprobe (Heidi Genée) und Eine deutsche Revolution (Helmut Herbst) für die Bundesrepublik und Romanze mit Amelie (Ulrich Thein) und Bürgschaft für ein Jahr (Herrmann Zschoche) für die DDR. Der Goldene Bär geht an Fassbinders Die Sehnsucht der Veronika Voss und ein Silberner Bär an die DDR-Schauspielerin Katrin Saß (Bürgschaft für ein Jahr).

Im Forum der Berlinale sind die Filme Macumba (Elfi Mikesch), Normalsatz (Heinz Emigholz), Logik des Gefühls (Ingo Kratisch), Etwas wird sichtbar (Harun Farocki) und aus der DDR Lebensläufe (Winfried Junge) zu sehen.

James Stewart kommt als Ehrengast.

 

Wolfgang Kohlhaase - Foto: Deutsches Bundesarchiv

Schriftsteller und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase im März 1971

Foto: Deutsches Bundesarchiv, Fotografin: Sigrid Kutscher, Bild 183-K0324-0207-008 

Creative Commons CC-BY-SA 3.0

  

12. März - Helmut Käutner-Preis

In Düsseldorf wird erstmals der "Helmut Käutner-Preis" verliehen, ein Preis, der mit 100.000 Mark dotiert ist für Persönlichkeiten, die "durch ihr Schaffen die Entwicklung der deutschen Filmkultur nachdrücklich unterstützt und beeinflusst, ihr Verständnis gefördert und zu ihrer Anerkennung beigetragen haben". Die erste Preisträgerin ist Lotte H. Eisner  (Filmhistorikerin). Die Laudatio hält Werner Herzog. Der alle 2 Jahre vergebene Preis geht in den folgenden Jahren an Wolfgang Staudte (posthum), Bernhard Wicki (1986), Hilmar Hoffmann und Ulrich Gregor (1988), Wolfgang Kohlhaase (1990), Hildegard Knef (1992), Hanns Eckelkamp und Enno Patalas (1995), Rudolf Arnheim (1999), Hannelore Hoger (2001), Wim Wenders (2004), Dieter Kosslick (2007) und Christoph Schlingensief (2009).  

Anmerkung: Wolfgang Kohlhaase wird beim Deutschen Filmpreis 2011 mit dem Ehrenpreis für hervorragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet. 

      

  

  

15. März

Neuer ZDF-Intendant wird Dieter Stolte.

    

29. März

Thomas Gottschalk präsentiert die neue ZDF-Show Na sowas! als 45minütige Live-Sendung mit prominenten Gästen, Kuriositäten und Musik.

  

Z 29. März

Der Komponist Carl Orff stirbt 86jährig in München. Orff hat etliche Opern geschrieben und wurde durch sein musikalisches Schulwerk bekannt.

   

1. April

Das ZDF sendet das neue Feierabendmagazin "tele-illustrierte". Ein halbstündiges Nachmittagsmagazin mit Berichten, Service, Talk und Musik; von 1982 - 1986 moderiert von Ilona Christen (26.05.1951-31.07.2009).

  

Z 2. April 

Streitkräfte aus Argentinien besetzen die britische Kronkolonie Falkland-Inseln, für die Argentinien die Souveränität beansprucht. Die britische Regierung bricht die diplomatischen Beziehungen zu Argentinien ab und beschließt, 3 Tage später Marinetruppen zu den Inseln zu schicken. Am 25. April erobern britische Truppen die von Argentinien besetzte Insel Süd-Georgien zurück. 20./21. Mai: Britische Truppen landen auf den Falkland-Inseln. 14. Juni: Die Befehlshaber der argentinischen Truppen auf den Falkland-Inseln unterzeichnen die bedingungslose Kapitulation vor den Briten. (siehe auch Falkland-Krieg)

  

7. April 

Heiner Müllers Stück "Quartett" wird im Schauspielhaus Bochum in der Regie von B. K. Tragelehn uraufgeführt. 

   

Z 10 Mai

Der deutsche Schriftsteller Peter Weiss stirbt in Stockholm im Alter von 65 Jahren.

  

12. Mai

ARD-Ausstrahlungsbeginn von Schwarz Rot Gold (NDR), einer Krimiserie von Dieter Meichsner in der Regie von Dieter Wedel.

  

16. Juni - Abschied von Rainer Wernder Fassbinder 

Trauerfeier für Rainer Werner Fassbinder, der am 10. Juni an einer Überdosierung von Tabletten und sonstigen Rauschmitteln im Alter von 37 Jahren verstorben ist, auf dem Münchner Südfriedhof in Perlach. 90 Minuten lang erklingt Musik: Kompositionen von Peer Raben und Songs, die Fassbinder liebte.

Peter Buschka, SZ, 18.6.82: "...eine Mischung, die jedes Pathos sofort im Keim erstickte und statt dessen dazu aufforderte, sich Bilder ins Gedächtnis zu rufen."

 

26. Juni - Deutscher Filmpreis

In Berlin bekommt die Firma BIOSKOP für den Film Die bleierne Zeit das Filmband in Gold.

Filmbänder in Silber gehen an die Filme Das Boot, Fitzcarraldo, Das letzte Loch, Lola, Die Nacht des Schicksals, Der Zauberberg, Berliner Stadtbahnbilder und Von Richtern und anderen Sympathisanten. Für 'hervorragendes und langjähriges Schaffen im deutschen Film' werden u.a. die Unterzeichner des Oberhausener Manifestes und Luis Trenker ausgezeichnet. 

  

Z 9. August

Der zweitgrößte bundesdeutsche Elektrokonzern, die AEG-Telefunken, beantragt das gerichtliche Vergleichsverfahren. Bis dahin ist dies der größte Firmenzusammenbruch in der deutschen Nachkriegsgeschichte.  

  

18. bis 27. August - Festival Venedig

Jubiläum, die 50. Biennale. Aus diesem Grund werden 11 Regisseure für ihr Gesamtwerk mit einem Goldenen Löwen ausgezeichnet, auch ein deutscher: Alexander Kluge. Im Wettbewerb ist die Bundesrepublik mit drei Filmen vertreten: Der Stand der Dinge, Fünf letzte Tage, Querelle. Wim Wenders erhält für Der Stand der Dinge den Goldenen Löwen.

  

Z 11. September

Im Bochumer Fußballstadion und weiteren deutschen Stadien treten bei dem einmaligen Konzert unter dem Motto "Künstler für den Frieden" über 200 Künstlerinnen und Künstler auf, um die Friedensbewegung zu unterstützen. Eva Mattes und andere Künstler organisierten die Initiative, die die Friedensbewegung in den 1980er-Jahren unterstützen sollte. Austragungsorte waren Hamburg (Audimax der Uni am 21.11.81), Dortmund (Westfalenhalle), Bochum (Ruhrstadion - heute Rewirpower-Stadion - am 11.09. - ausgerechnet!) und in Hamburg (am 2. u. 3. September im St. Pauli-Stadion. Das Bochumer Konzert war das größte und ich konnte damals Harry Belafonte keine 5 Meter von mir entfernt sehen. Weitere Künstler waren u.a. Joseph Beuys (er sang so schön an der Melodie vorbei!), Franz Josef Degenhardt, Katja Ebstein, Gitte Haenning, André Heller, Hanns Dieter Hüsch, Udo Lindenberg, Ulla Meinecke, Bill Ramsey und Konstantin Wecker. Zu den Rednern zählten Petra Kelly und der Schauspieler Curt Bois.

    

22. September

In Hessen streiten sich der HR und die »Grünen« um die Teilnahme der »Grünen« an der Fernsehdiskussion »Vier Tage vor der Wahl«.

  

Kein Vergleich mehr zu den heutigen Computern/Rechnern, der Commodore 64

©Wikipedia/Bill Bertram

Z September

Der erste Commodore 64 (PC) kommt auf den Markt.

   

Z 1. Oktober

Nach einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) wird Helmut Kohl zum neuen Bundeskanzler gewählt.

 

27. Oktober

Die ARD zeigt die Dokumentation Am Anfang war doch nicht der Pflasterstein, in der jugendliche Hausbesetzer zu Wort kommen.

 

    

27. - 31. Oktober

Bei den 'Hofer Filmtagen' gibt es nur einen herausragenden Film: Das Gespenst von Herbert Achternbusch. Die Brisanz dieses Films wird in Hof noch nicht erkannt.

  

Oktober

ZDF und ARD beginnen mit der Sendung »Videotext für alle«, die - im ZDF von Montag bis Freitag - zweimal nachmittags allen Zuschauern (auch denen, die ein Fernsehgerät ohne Zusatzteil besitzen) auf etwa 15 Informationstafeln eine Auswahl mit dem täglichen Videotext-Programm anbietet.

  

Z 2. November

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts in Lübeck beginnt der Prozess gegen die 32jährige Gastwirtin Marianne Bachmeier (1950-1996), die 1981 im Gerichtssaal den mutmaßlichen Mörder ihrer siebenjährigen Tochter erschossen hat. Sie wird 1983 wegen Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Rechte an "ihrer Geschichte" verkauft Frau Bachmeier an die Illustrierte "Stern". (Info auf www.hdg.de)

  

Z 10. November

Leonid I. Breschnew stirbt in Moskau. Nachfolger als Chef der KPdSU wird Jurij Andropow, der am 9. Februar 1984 stirbt. Am 13. Februar 1984 wird als sein Nachfolger der 72jährige Konstantin Tschernenko gewählt, der am 10. März 1985 stirbt. Daraufhin wird am 11. März 1985 der 1931 geborene Michail Gorbatschow vom Zentralkomitee der KPdSU zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt.

  

Z 12. November

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood (Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt) wird ins Leben gerufen.

  

22. November

Mit der 133. Folge moderiert Ilja Richter zum letzten Mal seine DISCO  im ZDF.

  

10. Dezember

In den bundesdeutschen Kinos läuft der Steven Spielberg-Film "E.T. - der Außerirdische" an. Der Film entpuppt sich als Riesen-Kassenschlager; er erzählt die melancholische Geschichte eines merkwürdigen außerirdischen Wesens, das seine Artgenossen auf der Erde versehentlich zurückgelassen haben. Er schließt Freundschaft mit einem kleinen Jungen und kann schließlich doch seine Heimreise antreten.

   

  

S o n s t i g e s / O h n e   D a t u m

  

 

M U S I K A L I S C H E S  1982

  • Die Sängerin Nicole gewinnt in Harrogate mit dem Titel Ein bisschen Frieden den ersten Platz bei Eurovision Song Contest.

  • Das Album "Thriller" von Michael Jackson erscheint. Mit etwa 65 Millionen verkauften Exemplaren ist dieses Album bis jetzt das weltweit meistverkaufte Album der Tonträgergeschichte.

  • Die Band ABBA trennt sich.

  • Die beiden Punk-Bands "Die Toten Hosen" und "Die Ärzte" gründen sich und sind bis heute (2015) immer noch aktiv und sehr erfolgreich.

  • Der österreichische Sänger Falco (19.02.1957-06.02.1998) landete mit seinem Song Der Kommissar einen äußerst erfolgreichen Hit, der sich über 7 Millionen mal verkaufte.

  • 1982 bescherte uns aber auch eine Reihe wunderbarer Titel, wie ich finde, z.B. Maid of Orleans von OMD (Orchestral Manoeuvres in the Dark), Una Notte Speciale von Alice, I'll find my way home von Jon & Vangelis, Tainted Love von Soft Cell.

  

A k t u e l l e   H i t s  1982

One of us - ABBA

Skandal im Sperrbezirk - Spider Murphy Gang

Der Kommissar - Falco

Maid of Orleans - OMD

Words - F. R. David

Adios Amor - Andy Borg

Do You Really Want To Hurt Me - Cultur Club

Carbonara - Spliff

Goldener Reiter - Joachim Witt

Der blaue Planet - Karat

I Love Rock'n'Roll - Joan Jett & The Blackhearts

Yazoo - Don't Go

  

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1982

Kategorie männliche Filmstars: Gold Max Caulfield, Silber Adriano Celentano, Bronze Arnold Schwarzenegger

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Michella Pfeiffer, Silber Ornella Muti, Bronze Farrah Fawcett

Kategorie Sängerinnen: Gold: Nena, Silber: Kim Wilde, Bronze: Frida

Kategorie Sänger: Gold: Shakin' Stevens, Silber: F. R. David, Bronze: Peter Maffay

Kategorie Beat-Gruppen: Gold: Spider Murphy Gang, Silber: ABBA, Bronze: BAP

Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Victoria Principal, Silber Jutta Speidel, Bronze Linda Gray

Kategorie TV-Stars männlich: Gold Patrick Duffy, Silber Lewis Collins, Bronze Martin Shaw

Kategorie Sportler: Gold Karl-Heinz Rummenigge, Silber Pierre Littbarski, Bronze Toni Schumacher

Kategorie Sportlerinnen: Gold Ulrike Meyfarth, Silber Tina Riegel, Bronze Denise Biellmann

  

    

B A M B I - S i e g e r   1982

 

- Dr. Antje Schaeffer-Kühnemann für ihre Medizin-Sendungen

- Schauspielerin Eliska Balzerova (für ihre Rolle in der TV-Serie "Das Krankenhaus am Rande der Stadt")

- Schauspieler Joachim Fuchsberger

- Schauspielerin Linda Gray ("Dallas")

- Michael Lumley für die Live-Übertragung der Hochzeit von Charles und Diana

- Otto Waalkes

- Patrick Bach (Nachwuchs)

- Stefan Heym (Autor des Buches "Collin")

- Wolfgang Rademann (Produzent, z.B. von "Das Traumschiff", "Die Schwarzwaldklinik")

Was sonst noch bei der Verleihung passierte, ist hier zu lesen und zu sehen www.bambi.de

   

  

Sieger der "Goldenen Kamera" von HörZu 1982

Gewinner der "Goldenen Kamera" von HörZu 1982

  

  

L I T E R A T U R

"Die Oberhausener - Diekholzen: Regie". 215 S. - "Rekonstruktion einer Gruppe 1962 - 1982". Aus welcher Situation heraus haben die 26 Unterzeichner des Oberhausener Manifestes damals gehandelt. Was ist aus ihnen geworden? Wie beurteilen sie die Situation des Films 20 Jahre danach. Der Autor hat die noch Lebenden befragt und zum Teil sehr aufschlussreiche Antworten bekommen.

 

 

 

E i n i g e   K i n o-  u n d  F e r n s e h f i l m e   d e s   J a h r e s

   

Die Sehnsucht der Veronika Voss

Regie Rainer Werner Fassbinder

    

Fitzcarraldo                                                   

Regie und Drehbuch Werner Herzog

    

Uliisses

Regie, Drehbuch Werner Nekes

  

Die weiße Rose

Regie: Michael Verhoeven, Drehbuch: Michael Krebs und Michael Verhoeven

  

Der Stand der Dinge

Regie und Drehbuch: Wim Wenders

  

Das Gespenst

Regie, Drehbuch Herbert Achternbusch

  

    

Parsifal

Regie Drehbuch Hans Jürgen Syberberg

  

Querelle

Regie: Fassbinder,  Drehbuch: Fassbinder/Burkhard Driest

   

    

G e b u r t s t a g e  1982

 

10.02.  Tom Schilling, Schauspieler

03.08.  Robert Stadlober, Schauspieler

  

  

G e s t o r b e n  1982

  

7. März - Konrad Wolf, geboren am 20. Oktober 1925 ( Biografie innerhalb dieser HP)

Regisseur und Drehbuchautor

Sohn des Schriftstellers Friedrich Wolf. Er war eine herausragende Persönlichkeit im Kulturleben der DDR und ihr wichtigster Filmregisseur. Er stellte Fragen nach der Vergangenheit und reagierte auf die Gegenwart. Die Filmhochschule in der ehemaligen DDR gab sich seinen Namen.

  

 

Romy Schneider, 1971

Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, B 145 Bild-F034157-0009;
Fotograf: Engelbert Reineke / Datierung: 23. Juni 1971 / Lizenz CC-BY-SA 3.0..
Originalfoto und Beschreibung:
Deutsches Bundesarchiv B 145 Bild-F034157-0009 bzw. Wikimedia Commons

29. Mai - Romy Schneider, geboren am 23. September 1938

Rosemarie Magdalena Albach. Deutsch-französische Schauspielerin

Tochter des Schauspieler-Ehepaares Magda Schneider und Wolf Albach-Retty, Enkelin der Schauspielerin Rosa Albach-Retty. Nachdem Romy ihre deutsch-österreichische Phase der Schnulzenfilme beendet hatte, spielte sie fast ausschließlich in französischen/italienischen Produktionen mit unter Luchino Visconti, Orson Welles, Otto Preminger, Joseph Losey und Claude Sautet.

  

Durch ihre Mutter, Magda Schneider, wurde die junge Romy 1953 in die Filmwelt eingeführt. Unter dem Namen Rosemarie Schneider-Albach spielt sie als 14jähriges Mädchen die Filmtochter ihrer Mutter Magda Schneider in Wenn der weiße Flieder wieder blüht. Ab ihrem zweiten Film Feuerwerk tritt sie als Romy Schneider auf.

Schon in ihrem dritten Film, einem Remake der royalen Jenny-Jugo-Romanze Mädchenjahre einer Königin, spielt sie die Haupt- und Titelrolle der späteren britischen Königin Victoria. Schneider spielt neben Hans Albers in dem Film Der letzte Mann und erhält eine Hauptrolle in dem Film Die Deutschmeister. Nach drei weiteren Filmen avancierte die junge Romy zum Superstar des deutschsprachigen Kinos mit ihrer Titel gebenden Rolle der bayerischen Prinzessin und späteren Kaiserin von Österreich, Elisabeth, genannt 'Sissi', dem ersten Film einer gigantisch erfolgreichen Filmtrilogie. Diese drei Filme, die vor Kitsch und Pathos nur so trieften, waren die größten österreichischen Kinokassenschlager der Nachkriegszeit (...und jedes Jahr aufs Neue werden sie im Fernsehen wiederholt). 

Seit dieser litt die junge Schauspielerin unter dem Fluch, vor allem von der deutschsprachigen Presse und Öffentlichkeit einzig mit dieser Rolle der k.u.k.-Monarchie identifiziert zu werden. Immerhin war sie so klug, 1958 den vierten Sissi-Film abzulehnen. Sie war nicht einmal zwanzig Jahre alt und war schon mit einem Etikett versehen, das an ihr klebte wie die Pest. Um sich davon zu lösen, brach sie alle Brücken im deutschsprachigen Raum ab und ging fortan nach Frankreich, wo sie sich in Paris niederließ. Ihre erste Rolle, die sie dort angeboten bekam, war Christine (1958), ein Remake der Max Ophüls-Verfilmung Liebelei nach Arthur Schnitzer. 

Bei einem kurzen Aufenthalt in Deutschland 1960 versuchte sich Romy Schneider in als Charaktermimin, und zwar in Fritz Kortners provokantem Fernsehfilm Die Sendung der Lysistrata, der beim Publikum nicht gut ankam (der Bayerische Rundfunk schaltete sich sogar wegen "Freizügigkeit" aus dem Programm). Sie spielt dann noch die Rolle der Leni in der Verfilmung von Franz Kafkas Roman Der Prozess unter der Regie von Orson Welles (1915-1985). Für ihre Darstellung erhält sie in Paris den Preis der besten ausländischen Darstellerin.

Am 29. März 1961 findet die Premiere des Theaterstücks "Schade, dass sie eine Hure ist" im Théâtre de Paris statt. In dem Inzest-Drama spielt Schneider zusammen mit Delon unter der Regie von Luchino Visconti (1906-1976). Das Stück wird ein voller Erfolg und der Beginn ihrer Karriere als Bühnenschauspielerin. Delon und Schneider werden ein Paar, aber die Verbindung hält nicht allzu lange, brachte ihr aber doch im fremden Land weitere Publicity ein. 1963 trennen sie sich wieder. Mit dem Ende dieser Beziehung kann Romy Schneider nicht umgehen, ist verzweifelt und macht einen Suizidversuch.

Seit 1962 stand Romy Schneider dann fast ausschließlich in französischen (vorwiegend), italienischen und in einigen US-amerikanischen Filmen vor der Kamera. Ein weiterer Film war das deutsch-französische Drama Schornstein Nr. 4 (OT: La voleuse) (1966), das zu großen Teilen in Oberhausen gedreht wurde und das Schneider erstmals an der Seite von Michel Piccoli zeigte.

Während der Dreharbeiten zu Spion zwischen zwei Fronten (1966) lernte Romy Schneider den intellektuellen Schauspieler und Theaterregisseur Harry Meyen (1924-1979, Selbsttötung) kennen. Am 15. Juli 1966 heiratete das Paar. Im gleichen Jahr wurde Sohn David Christopher Haubenstock (Meyen hieß mit richtigem Namen Harald Haubenstock) geboren. 

Des Kindes wegen zog sie sich die nächsten zwei Jahre ins Privatleben zurück. Die Ehe zerbricht, das Paar lässt sich 1975 scheiden. 

Ein nächster Kinofilm war der 1969 gedrehte Die Dinge des Lebens (Regie: Claude Sautet), der ein großes internationales Publikum erreichte. Die Kritiker waren des Lobes voll und endlich konnte Romy Schneider beweisen, dass sie eine Charakterdarstellerin mit einer schauspielerisch großen Bandbreite war. Von da an spielte sie mit allen französischen Spitzenstars (Piccoli, Montand, Trintignant, Noiret, Ventura). Weitere Filme waren u.a. Trio infernal (1974, Regie: Francis Girod), Eine einfache Geschichte (1978), Regie: Sautet), César und Rosalie, Die Unschuldigen mit den Schmutzigen Händen (1975, Regie: Claude Chabrol) und Das Mädchen und der Mörder (1972).

1975 heiratet Romy Schneider ihren langjährigen Sekretär Daniel Biasini. Im Herbst 1976 beginnen die Dreharbeiten zu der Verfilmung von Heinrich Bölls Roman Gruppenbild mit Dame. Schneider wird für diese Rolle 1977 mit dem Filmband in Gold des Deutschen Filmpreises als beste Darstellerin ausgezeichnet. Am 21. Juli 1977 kommt Sarah Magdalena Biasini, die Tochter von Romy Schneider und Daniel Biasini zur Welt. Sarah Biasini ist fünf Jahre alt, als ihre Mutter stirbt. Nach dem Tod von Romy erhält Daniel Biasini das Sorgerecht für seine Tochter. Sie wächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Starrummel auf.

Sohn David kommt im Alter von 14 Jahren 1981 auf tragische Weise ums Leben.  An diesem Verlust verzweifelt die Schauspielerin und stirbt ein knappes Jahr später am 29. Mai 1982.

(Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia, aus der Webseite HDG (Haus der Geschichte) und "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 7, Seite 148-149 - mit Erlaubnis des Autors)

    

  

10. Juni - Rainer Werner Fassbinder, geboren am 31. Mai 1945 ( Biografie innerhalb dieser HP)

Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Kameramann, Cutter, Ausstatter, Komponist

 

  

 

  

Curd Jürgens - Foto: VIRGINIA

Curd Jürgens

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

18. Juni - Curd Jürgens, geboren am 13. Dezember 1915

Deutscher Schauspieler

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Geboren in München als Sohn eines Hamburger Exportkaufmanns und einer Südfranzösin. Seine Eltern hatten sich am Petersburger Zarenhof kennen gelernt. Aufgewachsen und Abitur in Berlin. Kurzzeitig war Jürgens als Journalist tätig, bevor er Schauspielunterricht bei Walter Janssen nahm. 1936 brachte ihn das erste Engagement an das Metropoltheater in Berlin. In den nächsten Jahren spielte er in Wien und München Theater. Während des Krieges und bis 1953 war Jürgens beim Wiener Burgtheater (immerhin waren es über 40 Jahre) verpflichtet. 

 

Im Alter von gerade mal 20 Jahren hatte Curd Jürgens bereits seine erste Hauptrolle in der Romanze Königswalzer, wo er den jungen Kaiser Franz Joseph spielte. Kay Weniger schreibt u.a.: "Dort lernte Jürgens den Kollegen Willi Forst kennen, der ihn während des Krieges in Wien für tragende Rollen in drei seiner herausragendsten Regiearbeiten (Operette, Frauen sind keine Engel, Wiener Mädeln) engagierte." 

In einem ZDF-Pressetext ist zu lesen: "Mit seiner stattlichen Gestalt, den blonden Haaren und den blauen Augen galt Curd Jürgens in den folgenden Jahren als Idealbesetzung für den leicht unterkühlten, schönen Aristokraten. Es war seine Darstellung des Wehrmachtsfliegers Harras in der Zuckmayer-Verfilmung Des Teufels General, die ihn 1955 über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt machte und endgültig zeigte, wie gut er auch zweifelhafte Charaktere spielen konnte. Fortan war Curd Jürgens ein international gefragter Filmstar."

Danach spielte er noch einige passable Filme, bei denen er beweisen konnte, dass er ein ernst zu nehmender Schauspieler war. Das zeigten die Filme Die Ratten mit Maria Schell, Regie: Robert Siodmak (1955), Teufel in Seide, Regie: Rolf Hansen (1955/56) und die deutsch-französische Produktion Die Helden sind müde, Regie: Yves Ciampi, ebenfalls 1955.

In seinen letzten 20 Lebensjahren, schreibt Kay Weniger, stand der Künstler fast ununterbrochen vor der Kamera und nahm jeden einigermaßen gut bezahlten Film. Das führte zu einer endlosen Zahl von (meist minderwertigen) internationalen Unterhaltungsfilmen, in denen der Schauspieler das teutonische Element - zuletzt hochrangige Wehrmachtsoffiziere in schludrig hergestellten, undifferenzierten Kriegsstreifen - zu verkörpern hatte. Von 1968 bis 1971 schlossen sich mit fünf St. Pauli-Filmen auch wieder rein deutsche Produktionen an.

Er nahm auch wieder Theaterrollen an und spielte in Salzburg ab 1973 den "Jedermann" und in dem Ein-Person-Stück "Im Zweifel für den Angeklagten". Seit 1973 gehörte er zum Ensemble des Burgtheaters. Eine seiner letzten Rollen war 1981 die Verfilmung des Romans von Stefan Heym "Collin", wo Jürgens einen DDR-Schriftsteller spielte, der herzkrank wurde, weil er nicht die Wahrheit schrieb.

Curd Jürgens war fünfmal verheiratet und lieferte der Presse über mehrere Jahrzehnte immer Stoff für die Klatschspalten, in denen er mit Geschichten seiner "Geliebten" aufwartete. Seine erste Ehefrau hieß Lulu Basler (1938), Judith Holzmeister (1947-1955) und Eva Bartok (1955-1957), sodann mit dem Mannequin Simone Bicheron (1958) und schließlich von 1978 an mit Margie Schmitz

(Quelle: Einige Informationen aus wikipedia, aus einem ZDF-Pressetext  und aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 4, S.274-276 - mit Erlaubnis des Autors)

Seine 1976 veröffentlichten Memoiren hatten den Titel "...und kein bißchen weise".

Weitere Filme mit Curd Jürgens sind auf der IMDb-Website gelistet.

  

  

7. Juli - Hermann Thimig, geboren am 3. Oktober 1890

Österreichischer Theater- und Filmschauspieler und Regisseur. Verheiratet mit der Schauspielerin Vilma Degischer.

        

  

  

   

Dieter Borsche und Barbara Rütting

in "Rot ist die Liebe", 1956, Regie: Karl Hartl

©Murnau-Stiftung

  

  

5. August - Dieter Borsche, Schauspieler

Er wurde als Dieter Albert Eugen Rollomann am 25. Oktober 1909 in Hannover in eine musikalische Familie hineingeboren. Sein Vater war Musiklehrer und Kapellmeister der Städtischen Oper, seine Mutter war Sängerin. Er nahm Tanzunterricht bei Ivonne Georgi und Harald Kreutzberg und tanzte fünf Jahre (bis 1935) bei der Städtischen Oper in Hannover. Dazu kam Schauspielunterricht, sein erstes Engagement erhält er in Weimar. 

Weitere Theaterstationen waren 1935 Kiel, 1939 bis 1942 Danzig und 1944 Breslau.

Nach Kriegsende trifft Borsche in München auf Bernhard Minetti, der dafür sorgt, dass er wieder an das Theater nach Kiel kommt, hier ist er dann von 1947 bis 1959 Oberspielleiter. Sein Filmdebüt gab Borsche 1935 in der Filmklamotte Alles weg'n dem Hund (Regie: Fred Sauer). 1938 wurde sein Film Die preußische Liebesgeschichte von Goebbels verboten, der Film kam aber 1945 (andere Quellen 1950) unter dem Titel Liebeslegende erneut in die Kinos. Als Borsche 1935 seine Filmkarriere startete, sah man in ihm zunächst den jugendlichen Liebhaber. Aber jugendliche Galane lagen ihm nicht so sehr und man konnte erst 1949 die eigentlichen Qualitäten von Borsche sehen, zunächst als Kaplan von Imhoff in Nachtwache an der Seite von Luise Ullrich und René Deltgen, der seinem protestantischen Amtsbruder aus einer Lebens- und Glaubenskrise hilft (1949, Regie: Harald Braun). Der sensationelle Erfolg dieses Films hob ihn in die erste Reihe der 50er-Jahre-Stars. Man sah Borsche in der 1953 gedrehten Königliche Hoheit, eine Thomas-Mann-Verfilmung mit Ruth Leuwerik den Prinzen Klaus Heinrich spielen. Und immer durfte er edel und gut sein, in  Schmonzetten mimte er Ärzte (Dr. Holl, Die große Versuchung), einen Kaplan (Der Kaplan von San Lorenzo) oder Offiziere (Es kommt ein Tag). Aber er blieb auch weiterhin dem Theater treu, so sah man Borsche in 1963 in Berlin als Papst Pius XII. in Hochhuths Der Stellvertreter, hier konnte er sein echtes Schauspieltalent beweisen.

Kay Weniger schreibt: "...und rührte mit seinen Rollen stets die Herzen des (meist weiblichen) Publikums. Er war entweder besonders nobel (als Gatte der Bertha von Suttner in Herz der Welt) oder sensibel (als Hermann Löns in Rot ist die Liebe), oft auf monarchisch (als Königliche Hoheit, als Friedrich Wilhelm III. in Königin Luise oder als Kaiser Wilhelm II. in Wenn Ludwig ins Manöver zieht)."

In dem Streifen Fanfaren der Liebe konnte Borsche sogar beweisen, dass er auch ein komisches Talent hatte. Seine Traumpartnerinnen waren Maria Schell und Ruth Leuwerik. In den 60er-Jahren übernahm er in Ermangelung "schöner und lieber" Rollen auch Ganovenrollen und fortan war er der böse Strippenzieher in Edgar-Wallace-Filmen wie Die toten Augen von London und Der schwarze Abt. Seine Popularität erreichte 1969 noch einmal einen Höhepunkt mit dem 3teiligen Fernsehkrimi Das Halstuch von Francis Durbridge. 

Zuletzt lebte er in dritter Ehe mit der Schauspielerin Ulla Willich in Nürnberg. Sein Sohn ist der Kameramann und Regisseur Kai Borsche. 1951 und 1952 erhielt Dieter Borsche als publikumsstärkster Filmstar den Medienpreis Bambi, 1974 bekam er das Filmband in Gold für sein langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film und 1979 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

(Quelle: Einige Informationen aus Wikipedia, www.cyranos.ch und aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 1, S.479-480 - mit Erlaubnis des Autors)

 

   

 

12. September - Franz Grothe, Komponist

Franz Grothe wurde 1908 in Berlin in einen musikalischen Haushalt hineingeboren. Sein Vater war Pianist und Vertreter der Pianoforte-Fabrik Blüthner, seine Mutter Konzertsängerin. Im Alter von fünf Jahren erhielt der kleine Franz bereits Violinunterricht und ein Jahr später begann er mit dem Klavierspielen. Seine ersten Kompositionen konnte er mit zehn Jahren schreiben. Er begann ein Studium an der Berliner Musikhochschule. Im Jahre 1926 bereitete Hugo Hirsch eine Revue mit dem Titel "Wieder Metropol" mit Hans Albers und Max Hansen vor und Franz Grothe arrangierte die Musik. So begann seine Karriere, wobei er für zig Filme, Musicals und Revuen die Musiken schrieb. Im 3. Reich war Grothe einer der populärsten und bestbeschäftigten Filmkomponisten des Landes, ihm ebenbürtig allenfalls noch Peter Kreuder, Theo Mackeben und Michael Jary. Von 1940-45 war Franz Grothe Leiter des Deutschen Tanz- und Unterhaltungsorchesters. Wichtige Filme in dieser Zeit waren welche mit Willi Forst und Martha Eggerth. 1938 komponierte er die Musik zu Curt Goetz-Filmen: Napoleon ist an allem schuld, 1950 Frauenarzt Dr. med. Hiob Prätorius, 1951 Das Haus in Montevideo. Mit dem Regisseur Kurt Hoffmann verband Grothe eine langjährige Freundschaft. Grothe schuf die Filmmusiken zu Ich denke oft an Piroschka, Das Wirtshaus im Spessart, Musik bei Nacht, Ave Maria, Rosen im Herbst sowie Wir Wunderkinder und viele mehr. Weitere bekannte Melodien bzw. Lieder von ihm waren "In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine", "Auf den Flügeln bunter Träume", "Ein Walzer für dich und für mich", "So schön wie heut', so müsst' es bleiben" und viele andere. Seit 1965 war Grothe ständiger musikalischer Leiter in der beliebten Fernsehsendung Der blaue Bock. Hier konnte er viele neue Lieder schreiben unter anderem für Rudolf Schock, Erika Köth, Renate Holm oder Willy Hoffmann. Auf der Seite der Franz Grothe-Stiftung ist zu lesen: "Er stirbt am 12. September 1982 in Köln, nachdem er zwei Tage zuvor während eines ihm gewidmeten Konzerts beim Westdeutschen Rundfunk einen Herzanfall erlitten hatte. Die letzte Ruhestätte fand Franz Grothe auf dem Bergfriedhof in seinem langjährigen Wohnort Bad Wiessee." In Berlin gibt es ihm zu Ehren einen Franz-Grothe-Weg.

(Quelle: Einige Informationen aus  "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 3, S. 417-418 - mit Erlaubnis des Autors)

  

  

  

Bully Buhlan, 1946

Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_roe-neg_0000083_003)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek
Urheber: Roger Rössing (1929–2006) Renate Rössing (1929–2005).
Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Originalfoto und Beschreibung: Wikimedia Commons bzw. Wikipedia

7. November - Bully Buhlan, geboren am 3. Februar 1924 in Berlin

Deutscher Schlagersänger, Jazzsänger, Pianist und Schauspieler. Eigentlicher Name: Hans-Joachim Buhlan.
Den Namen "Bullyâ" erhielt er allerdings schon früh als Spitznamen von seinen Schulkameraden.
Im Alter von acht Jahren begann er Klavier zu spielen, was ihm nicht immer Freude bereitete. Als er 14 Jahre alt war, gründete er in seiner damaligen Schule, des Lichterfelder Realgymnasiums, die Band "Die weißen Mäuse". Er selbst spielte Klavier, Klassenkameraden spielten Geigen, Schlagzeug und Kontrabass. Sogar einer seiner Lehrer spielte mit.
Als er sein Abitur im Februar 1942 bestanden hatte, wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, aber im Frühjahr 1943 wegen einer schweren Verletzung wieder entlassen. Er begann Jura zu studieren und verdiente sich nebenher in Bars und Orchestern zusätzlich Geld. Sogar so viel, dass er sich noch im selben Jahr ein eigenes Boot auf der Havel kaufen konnte.

Kurz nach Kriegsende gründete Michael Jary die erste Big-Band Deutschlands, das "RBT", das "Radio-Berlin-Tanzorchester". Bully wurde von Jary als Pianist angeheuert. Doch als Jary eines Tages Bulhans Stimme hörte, war er so verblüfft, das er als Sänger eingesetzt wurde. So entstanden im Jahre 1946 seine ersten Plattenaufnahmen bei Amiga (teilweise auch in englischer Sprache). Einige Titel waren "Ich mach Musik", "Ja, wenn ich ein Tänzer wär", "Rosemary" oder der "Kötzschenbrodaexpress" (Glenn Miller-Evergreen "Chattanooga-Cho-Cho").
Ab dem Jahre 1947 entstanden auch Aufnahmen für den westdeutschen Markt auf Odeon. In der Zeit 1947 bis 1949 entstanden auf diesem Label einige Swingaufnahen von ihm. Die "Räuberballade", "Gib mir einen Kuss durchs Telefon", die "Wunschballade" oder auch der sehr schöne Titel "Don Chuan". Als Begleitorchester spielte bei all diesen Aufnahmen sein guter Freund Erwin Lehn und dessen Orchester.
Im Jahre 1949 trennte er sich musikalisch von Erwin Lehn und ging zum Label Telefunken. Die Titel "Ich bin ein armer Troubadour", "Nur die Ruhe" und viele weitere wurden mit Werner Müller und dem RIAS-Tanzorchester aufgenommen.
Noch im gleichen Jahr wechselten Bully Buhlan und Werner Müller zum Plattenlabel Polydor. In dieser Zeit nahm er viele (auch heute noch bekannte) Titel auf. "Ein Musikus, ein Musikus", "Ich hab noch einen Koffer in Berlin", "Ein Gläschen Wein und du", den "Mäckie-Boogie", "Es liegt was in der Luft" und viele weitere. Auch arbeitete er mit namhaften Duettpartnerinnen zusammen, z.B. Brigitte Mira, Rita Paul, Mona Baptiste und auch Caterina Valente.

In dieser Zeit war er sehr populär in Deutschland. Er hatte viele TV-Auftritte und spielte in einigen Filmen mit (Das singende Hotel, Schlagerparade, "Große Starparade" und viele mehr). Auch privat fand er sein Glück. Am 3.7.1950 heiratete er seine Jugendliebe Charlotte.
1956 kam seine Tochter Sabine zur Welt und ein Jahr später sein Sohn Joachim.
Auch in den späten 50ern und frühen 60ern veröffentlichte er noch einige Schallplatten, allerdings längst nicht so viele wie noch 1950. Es wurde stiller um ihn. Sein Stil war nicht mehr gefragt. Die Jugendlichen suchten sich andere Idole wie Peter Kraus oder Cornelia Froboess.

In den späten 60ern, sowie in den gesamten 70er Jahren hörte man fast gar nichts mehr von dem einst so beliebten Schallplattenstar.
Erst in den frühen 80er Jahren wurde er im Zuge einer Nostalgiewelle wiederentdeckt. Seine alten Hits waren wieder gefragt und er hatte auch einige TV-Auftritte. Er plante zusammen mit Bibi Johns und Mona Baptiste eine Tournee durch Deutschland zu machen.
Doch dann starb Bully Buhlan plötzlich am 7.11.1982 in Berlin an einem Herzinfarkt. Er wurde nur 58 Jahre alt.
(Herzlichen Dank für die Übernahme des Textes an Yanick Reinartz / http://grammophon-platten.de

  

  

27. Dezember - Erwin Bootz, *1907

Pianist der legendären Berliner Musiker-Ensembles "Comedian Harmonists" (Webseite der Dokumentation von E. Fechner).

Weitere Informationen bei www.comedian-harmonists.de >>>

  

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

Weiter zu 1983

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 13.12.2015

 

Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den jeweiligen Jahren nur eine Auswahl von Nachrichten treffen konnte.

 Alle Informationen der Film- u. Fernsehchronik sind nach bestem Wissen gesammelt und aufgeschrieben worden,

sollten sich aber doch Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine E-Mail. Vielen Dank.

   

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Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Kay Weniger, der mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem "Personenlexikon des Films" für diese Chronik zu übernehmen.

Diese Chronik enthält auch Informationen aus der Website HDG/LEMO (Haus der Geschichte/Lebendiges Museum Online) und aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.