Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1987

...und ein wenig Zeitgeschichte

    Rückblick - 1987 - Tagesschau   

    

    

    

In der Bundesrepublik werden 65 Spielfilme gedreht und 15 Defa-Spielfilme.

 

1. Januar - Die ARD strahlt am 31. Dezember statt der aktuellen Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl versehentlich die Ansprache vom Vorjahr aus. Die aktuelle Rede des Kanzlers wird am 1. Januar nachgeholt.

  

16. Januar - Bayerischer Filmpreis - Der bisher einzige von einem Bundesland ausgeschriebene Filmpreis wird zum achten Mal vergeben u.a. an Peter Timm (Regie Meier).

Für sein "schier unübersehbares Gesamtwerk" erhält Heinz Rühmann einen Ehrenpreis.

  

29. Januar - Das ZDF startet seine Familienserie Das Erbe der Guldenburgs --- dazu gibt es eine "Retro"-Seite beim ZDF.

  

12. Februar - In der BRD läuft der David Lynch-Film Blue Velvet an. Der Film befasst sich mit Sex, Brutalität und sadistischen Exzessen hinter einer typisch idyllischen Fassade einer US-amerikanischen Familie. Es dauert nicht lange und der Film avanciert zum Kultfilm. (Quelle: hdg.de)

    

15. Februar - Die von Rudi Carrell in der ARD moderierte Comedy-Serie "Rudis Tagesshow" löst einen internationalen Eklat aus, weil in einer Szene das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ruhollah Chomeini mit Damenunterwäsche in Verbindung gebracht wird. Dies geht so weit, dass Moderator Carrell sogar Morddrohungen erhält.

  

20. Februar bis 3. März - Berlinale - 37. Filmfestival. Den Vorsitz hat Klaus Maria Brandauer. Deutsche Filme im Wettbewerb: Der Tod des Empedokles (Straub/Huillet; ein unvollendetes Dramenprojekt nach Friedrich Hölderlin), Die Verliebten*) (Jeanine Meerapfel) und So viele Träume von Heiner Carow (DDR).

*)Sie begegnen sich in Jugoslawien. Katharina, eine selbstsichere, energische Karrierefrau, Tochter jugoslawischer Gastarbeiter, in der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen, ist inzwischen zur erfolgreichen Fernsehjournalistin avanciert. Sie besucht das Land ihrer Eltern, um eine Reportage über die Integrationsschwierigkeiten jugoslawischer Gastarbeiterkinder in ihrer "Heimat" zu drehen. Sie selbst fühlt sich fremd zu Hause, meint, dass sie keine Heimat mehr brauche. Peter, ein "untypischer" Mann, träumerisch, nachdenklich, hat seinen festen Job als Komponist für Werbefilme aufgegeben. In Jugoslawien will er etwas über die Vergangenheit herausfinden: Er reist zu den Orten, an denen sein Vater während des Zweiten Weltkriegs im Einsatz war. Die drei gemeinsamen Tage sind eine ständige Konfrontation mit der eigenen Herkunft und Geschichte: Katharina mit ihrem unverarbeiteten Identitätskonflikt, Jugoslawin oder Deutsche zu sein, Peter mit seinem Schuldkomplex gegenüber der Nazi-Vergangenheit seines Vaters. Zusammen besuchen sie das Dorf von Katharinas Mutter. Die Familie hält sie für Verlobte, und sie spielen das Spiel mit. Während einer ziellosen Busreise durch Montenegro entdecken die beiden einander, verlieben sich, spüren, dass es mehr als nur eine flüchtige Affäre sein könnte. Jeder von ihnen wäre bereit auf den anderen zuzugehen. Darsteller: u.a. Barbara Sukowa, Horst-Günter Marx. (Quelle: www.meerapfel.de

  

Das Forum zeigt die deutschen Filme Ein Blick - und die Liebe bricht aus (Jutta Brückner), Triumph der Gerechten (mit Josef Bierbichler nach einer Buchvorlage von Oskar-Maria Graf), Drehort Berlin (Helga Reidemeister) und drei Filme des DDR-Dokumentaristen Jürgen Böttcher.

Die Retrospektive ist dem amerikanischen Regisseur Rouben Mamoulian gewidmet. 

  

Z 9. März - Rocksänger Peter Maffay beginnt in der Werner-Seelenbinder-Halle in Ost-Berlin eine Gastspielreise durch die DDR.

  

Z 1. April - Die Ausgabe der neuen Plastikkarten-Personalausweise beginnt, die angeblich fälschungssicher sein sollen.

    

4. April - Frank Elstner moderiert vor 21,5 Mill. Fernsehzuschauern zum letzten Mal die Sendung "Wetten, daß...?". Sein Nachfolger wird Thomas Gottschalk.

  

1. Mai - Der Privatsender "Eureka TV" beginnt den Sendebetrieb; aus ihm wird am 1. Januar 1989 der Sender Pro7.

  

Z 5. Mai - Zum ersten Mal werden in diesem Herbst 30 Frauen beim Bundesgrenzschutz arbeiten, sie werden Uniform und Waffen tragen.

    

19. Mai - Cannes - Bei den 40. Internationalen Filmfestspielen in Cannes wird Wim Wenders für seinen Film Der Himmel über Berlin mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

  

Z 28. Mai - Der westdeutsche Sportpilot Mathias Rust landet mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau. Unbehelligt war er mittags in Helsinki gestartet und konnte ca. 800 km sowjetischen Luftraum durchfliegen. Das Manöver hat zur Folge, dass der sowjetische Verteidigungsminister Sokolow zwei Tage nach der Landung pensioniert und Luftabwehrchef Koldunow abgesetzt wird. Rust wird zu vier Jahren Arbeitslager verurteilt, aber im August 1988 begnadigt. (Quelle: hdg.de)

  

Günter Pfitzmann spielte den allseits beliebten Dr. Peter Brockmann in der TV-Serie Praxis Bülowbogen - Foto: Ingo Heine

Günter Pfitzmann, bester Doktor in Berlin

©Ingo Heine

Fotograf in Berlin 

Z 6. Juni - Der Fußballtorwart Toni Schumacher wird nach Erscheinen seines Buches "Anpfiff" vom Deutschen Fußballbund (DFB) aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. In seiner Autobiografie behauptete er u.a., dass Doping in der Bundesliga üblich sei. (Quelle: hdg.de)

   

10. Juni - Die ARD beginnt mit ihrer Vorabendserie Praxis Bülowbogen mit Günter Pfitzmann als Dr. Peter Brockmann.

 

13. Juni - Deutscher Filmpreis - Der Innenminister vergibt in diesem Jahr kein Filmband in Gold, sondern drei Filmbänder in Silber u.a. an Das Schweigen des Dichters von Peter Lilienthal. Nominiert wurde 40 qm Deutschland  von Tevfik Baser.

  

Z 7. Juli: Schwerer Unfall in Hessen - In Herborn/Hessen kippt ein mit 36.000 Liter Benzin beladener Tanklaster wegen überhöhter Geschwindigkeit um. Das auslaufende Benzin explodiert und setzt neun Häuser in Brand, die teilweise völlig zerstört werden. Bei dem Unfall kommen fünf Menschen ums Leben. (Quelle: hdg.de)

  

Z 17. Juli - Die Führung der DDR beschließt die Abschaffung der Todesstrafe.

Der "Spiegel" schreibt am 13. Juli 2007: "Die Todesstrafe war eines der größten Geheimnisse der DDR: Vor 20 Jahren schaffte das Politbüro Exekutionen ab. SED-Chef Honecker ging es dabei nicht um Humanismus und Menschenrechte - der Diktator brauchte den Goodwill des Westens, um seinen maroden Staat am Leben zu halten". 

  

Z 16. August - Tennisspielerin Steffi Graf löst durch den Gewinn des Turniers von Manhatten Beach die US-Amerikanerin Martina Navratilova als Nummer Eins der Weltrangliste ab. (Quelle: hdg.de)

    

26. August - Die ARD sendet das sechsteilige Fernsehspiel Sommer in Lesmona (RB) von Reinhard Baumgart und Peter Beauvais (Regie).

  

Erich Honnecker und Helmut Kohl am 7. September 1987

Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Foto: Klaus Oberst / CC-BY-SA, Bild 183-1987-0907-017

Z 7. - 11. September - Zum ersten Mal in der Geschichte der beiden deutschen Staaten besucht mit Erich Honecker ein Staats- und Parteichef der DDR die Bundesrepublik. Es werden Abkommen zum Umwelt- und Strahlenschutz sowie über die Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technik vereinbart. >>>weitere Information

  

Z 12. September - Affäre Barschel - Dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel (1944-1987) (CDU) wird von dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorgeworfen, den SPD-Spitzenkandidaten für die bevorstehenden Landtagswahlen, Björn Engholm, bespitzeln zu lassen. Am 18. September gibt Barschel sein persönliches Ehrenwort und eine eidesstattliche Erklärung ab, dass die Vorwürfe gegen ihn nicht gerechtfertigt seien.

Am 25. September 1987 erklärt Uwe Barschel seinen Rücktritt. Er übernimmt damit die volle Verantwortung für die Affäre um die Bespitzelung des SPD-Spitzenkandidaten für die bevorstehende Landtagswahl, bestreitet aber jegliche persönliche Schuld.

Am 1. Oktober 1987 verschafft sich ein Reporter der Zeitschrift "stern" Zugang zum Hotelzimmer des zurückgetretenen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel. Er findet ihn tot in der Badewanne (das Foto ging monatelang durch die verschiedenen Gazetten). Laut Obduktionsbericht soll Uwe Barschel an einer Medikamentenvergiftung gestorben sein. Das Ergebnis einer weiteren von der Familie eingeforderte Obduktion ist nicht bekannt. (Quelle: hdg.de)

      

9. Oktober - Zum ersten Mal übernimmt das DDR-Fernsehen ungekürzt einen politischen Beitrag aus der Bundesrepublik: die am 11.9. live ausgestrahlte ZDF-Sendung »Honecker war da«.

  

21./25. Oktober - ARD-Ausstrahlung des zweiteiligen Fernsehspiels Reichshauptstadt - privat (SFB/NDR) von Wolfgang Menge in der Regie von Horst Königstein.

  

28. Oktober bis 1. November - Hofer Filmtage - Unter den deutschen Filmen werden in diesem Jahr zwei Sozialdramen vorgestellt: Drachenfutter von Jan Schütte und Sierra Leone von Uwe Schrader. Die eher unterhaltsamen Filme Der Madonna Mann (Hans Christoph Blumenberg), Out of Rosenheim (Percy Adlon) und Der gläserne Himmel (Nina Grosse) werden ebenfalls ausgezeichnet.

  

25. November - Im ZDF startet das Jugendjournal "Doppelpunkt" mit einer Sendung über AIDS, Titel: »Muss denn Liebe Sünde sein?«.

  

Z 10. Dezember - Im Ruhrgebiet treten mehr als 100.000 Stahlarbeiter in den Streik. Sie protestieren damit gegen die geplante Schließung des Krupp-Hüttenwerks in Duisburg-Rheinhausen. (Quelle: hdg.de)

   

Z 22. Dezember - Werner Höfer gibt nach einer öffentlichen Diskussion über seine NS-Vergangenheit die Moderation des »Internationalen Frühschoppen« ab. 

  

  

S o n s t i g e s / O h n e   D a t u m

  • Auf der anderen Seite des Gesetzes steht Götz George im Spielfilm Die Katze, seine Partnerin ist Gudrun Landgrebe. Regie führt Dominik Graf.

  • Letzte Sendung des ZDF-Jugendmagazins "direkt". Nachfolgesendung wird das Jugendjournal "Doppelpunkt".

  

  

M U S I K A L I S C H E S  1987

  

  • Johnny Logan singt beim Eurovision Song Contest und gewinnt mit "Hold Me Now" den ersten Platz.

  • Das Michael Jackson-Nachfolge-Album von "Thriller" erscheint mit dem Titel "Bad", worauf die Fans lange warten mussten. Die LP wird die Nr. 1 in 25 Ländern und 30 Millionen mal verkauft.

  • Die amerikanische Band "Nirvana" wird gegründet mit Frontmann Kurt Cobain.

  • Mit seinem 3. Album "Slippery When Wet" gelang Jon Bon Jovi der internationale Durchbruch.

  • Mit ihrem Album "Joshua Tree" war die Band U2 sehr erfolgreich und konnte 3 Single-Songs auskoppeln: "Whit or without you", "Livin' on a prayer" und "I still haven't found what I'm looking for".

  

 

Aktuelle Hits 1987

  

Nikita - Elton John

Brother Louie - Modern Talking

The final countdown - Europe

West end girls - Pet Shop Boys

A kind of magic - Queen

Lesson of love - Level 42

Midnight Lady - Chris Norman

  

 

B A M B I - S i e g e r  1987

  

U.a. waren dabei Alain Delon, Andrew Lloyd Webber, Anne-Sophie Mutter, Bernhard Langner, Caroline Reiber, Charlene Tilton, Gina Lollobrigida, Harold Faltermeier, Helmut Dietl, Helmut Fischer, Horst Wendlandt, Johannes Heesters, Leonard Katzmaan, Maria Schell, Marika Rökk, Mireille Mathieu, O.W. Fischer, Patrick Duffy, Peter Alexander, Pierre Brice, Ruth Maria Kubitschek, Steffi Graf, Thomas Gottschalk, Ursula Späth, Ute Lemper.

  

    

Sieger der "Goldenen Kamera" von HörZu 1987

 

Folgende Künstler bekamen in diesem Jahr die "Goldene Kamera" von HörZu

  

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1987

 

Kategorie männliche Filmstars: Gold Tom Cruise, Silber Sylvester Stallone, Bronze Eddie Murphy

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Kelly McGillis, Silber Jennifer Grey, Bronze Brigitte Nielsen

Kategorie Rock-Gruppen: Gold a-ha, Silber Pet Shop Boys, Bronze Depeche Mode

Hard'n Heavy: Gold Europe, Silber Bon Jovi, Bronze Whitesnake

Kategorie Sänger: Gold Den Harrow, Silber Michael Jackson, Bronze Rick Astley

Kategorie Sängerinnen: Gold Madonna, Silber Sandra, Bronze Sabrina

Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Kate Jackson, Silber Heather Thomas, Bronze Leslie-Anne Down

Kategorie TV-Stars männlich: Gold Don Johnson, Silber Patrick Swayze, Bronze Bruce Boxleitner

Kategorie Sportler: Gold Steffi Graf, Silber Stefan Edberg, Bronze Gabriela Sabatini

 

  

L I T E R A T U R

  

"Lexikon des Internationalen Films" von Klaus Brüne (Red.). 10 Bde. Reinbek: Rowohlt, 5.124 Seiten. Das komplette Angebot in Kino und Fernsehen seit 1945

  

"Filme in der DDR 1945 - 86". Köln: Katholisches Institut für Medieninformation, 651 Seiten. "Kritische Notizen aus 42 Kinojahren" mit Angaben über ca. 4.500 Filme.

   

"Der deutsche Film 1938 - 1945", Boguslaw Drewniak, Düsseldorf: Droste. 990 Seiten.

Eine Fleißarbeit. Der polnische Historiker belegt sein Studium der Akten und Dokumente mit einem eindrucksvollen Anmerkungsapparat. Nützlich im Anhang: ein kommentiertes Personenregister von 70 Seiten.

  

  

E i n i g e   K i n o-  u n d  F e r n s e h f i l m e   d e s   J a h r e s

    

Der Himmel über Berlin

Regie und Drehbuch: Wim Wenders

   

Drachenfutter

Regie und Drehbuch: Jan Schütte

Die tragikkomische Geschichte eines pakistanischen Asylbewerbers und eines chinesischen Kellners, die in Hamburg ein Restaurant eröffnen wollen. 

  

Das Schweigen des Dichters

Regie und Drehbuch: Peter Lilienthal

Das Schweigen des Dichters erzählt in poetischen Bildern die einfühlsame und bewegende Geschichte einer liebevollen Beziehung zwischen Vater und Sohn in Tel Aviv. 

  

38 - Heim ins Reich - Auch das war Wien

Regie: Wolfgang Glück

Die glückliche Beziehung einer Schauspielerin und eines jüdischen Schriftstellers hat beide blind für die politische Entwicklung gemacht. - FBW-Prädikat: Wertvoll. OSCAR-Nominierung.

Darsteller: Tobias Engel, Sunnyi Melles, Heinz Trixner. 

   

Der kleine Staatsanwalt

Regie und Drehbuch: Hark Bohm

Ein Staatsanwalt, der einem großen Wirtschaftskriminellen auf die Schliche kommt, wird immer wieder daran gehindert, die Wahrheit ans Licht zu bringen, bis er schließlich den Fall abgeben muss. Eine Studie über die Macht des Geldes und die Verstrickungen von Wirtschaft und Staat.

  

Laputa

Regie und Drehbuch: Helma Sanders-Brahms

  

Die Alleinseglerin

Regie: Hermann Zschoche

Christina lernt gegen alle Widerstände segeln, als ihr Leben in die Krise gerät: Ihr Sohn macht Ärger, sie fühlt sich immer noch zu ihrem geschiedenen Mann hingezogen; einfühlsames Frauenporträt.

  

Out of Rosenheim

Regie und Drehbuch: Percy Adlon

  

Cobra Verde

Regie und Drehbuch: Werner Herzog

  

  

G e s t o r b e n  1987

  

14. Januar: Detlef Sierck / Douglas Sirk

Regisseur

Er wurde 1897 in Hamburg geboren. Bekannter Theaterregisseur und Intendant, bis die Machtergreifung Hitlers seiner Bühnenkarriere ein Ende setzte: Er hatte am 18. Februar 1933 Georg Kaisers / Kurt Weills Silbersee herausgebracht, wonach er mit massiven Drohungen der Nazi-Presse zu rechnen hatte. Probleme gab es auch wegen seiner Ehefrau Hilde Jary, die Jüdin war. Bis 1938 arbeitet Sierck als Regisseur und Oberspielleiter an Theatern in Chemnitz und Bremen, von 1929–35 war er  Intendant des Alten Theaters in Leipzig. 
Da er seine Theaterkarriere gefährdet sah, schlüpfte Sierck, der bei der Ufa sehr willkommen war, beim Film unter, denn er hatte ein Gespür dafür, was die Leute zu sehen wünschten. Er drehte dort Filme wie Stützen der Gesellschaft und Schlussakkord, machte Zarah Leander mit Zu neuen Ufern und La Habanera zum Star. Im Dezember 1937 nach einem Auslandsaufenthalt setzte er sich ab und gelang über Rom, Wien und Rotterdam nach Hollywood. Er nannte sich fortan Douglas Sirk. 

Er realisierte mit dem Film Hitlers Madman, in dem es um einen in England ausgebildeten tschechischen Offizier geht, der die Bürger Bürger von Lidice zum Widerstand gegen die Nazis aufruft und sie gemeinsam das Attentat gegen Reinhard Heydrich ausführen, geht. 

Zwischen 1955 und 1958 entstanden seine berühmten Melodramen: Was der Himmel erlaubt*), In den Wind geschrieben, Solange es Menschen gibt, die teilweise mit dem OSCARS und GOLDEN GLOBES ausgezeichnet wurden. Es war einfach großes Hollywood-Kino im besten Sinne mit den Stars der 50er-Jahre, die damals sehr angesagt waren, wie mit Rock Hudson, Lauren Bacall, John Gavin und Lana Turner. Trotz aller Rührseligkeit gaben diese Filme einen kritischen Blick auf die amerikanische Spießigkeit und Doppelmoral frei. 1959 beendet Sirk seinen Vertrag bei den Universal-Studios und kehrte nach Europa zurück. Unter seinem alten Namen arbeitete er am Theater in München und Hamburg, unter seinem neuen Namen lehrte er an der Münchner Filmhochschule, verehrt von der Crème des jungen deutschen Films (siehe auch Bourbon Street Blues).

(Quelle: Einige Informationen aus cinegraph und filmportal)

*) Seit dem Tod ihres Mannes lebt die wohlhabende Cary Scott (Jane Wyman) einsam und zurückgezogen in einer kleinen Gemeinde in der Provinz von Neu-England. Ihr Sohn Ned (William Reynolds), der in Princeton studiert, und ihre Tochter Kay (Gloria Talbott), die in New York arbeitet, versuchen immer wieder, die Mutter zu mehr Lebensfreude und stärkerem Kontakt zu ihren alten Freundinnen zu animieren - ohne Erfolg. Dann aber lernt Cary eines Tages durch Zufall den Gärtner Ron Kirby (Rock Hudson) kennen. Ron ist ein attraktiver, aber verschlossener Mann, der in der alten, malerischen Mühle seines Großvaters lebt. Zu Cary aber fühlt sich der sensible Einzelgänger vom ersten Moment an hingezogen. Es dauert nicht lange, bis sich zwischen den beiden einsamen Menschen eine zarte Liebe entwickelt. Durch Ron blüht Cary endlich zu neuem Leben auf. Ebenso schnell aber machen in dem Städtchen bösartige Gerüchte die Runde. Ihre konservativen, traditionsbewussten Freunde können nicht verstehen, dass eine Frau wie Cary sich mit einem Mann aus einfachen Verhältnissen eingelassen hat. Selbst Ned und Kay sind von der neuen Beziehung ihrer Mutter entsetzt. Sie werfen ihr vor, durch die den Umgang mit Ron, der in der Stadt nichts gelte, das Andenken des Vaters zu beschmutzen. Vergebens versucht Cary, ihre Umwelt von der Aufrichtigkeit ihrer Liebe zu überzeugen. Als ihre Kinder damit drohen, den Kontakt zu ihr abzubrechen, hat Cary keine Wahl mehr - sie sagt sich von Ron, der sie sogar heiraten möchte, los. Wenig später ist alles wie zuvor: Cary lebt in trister Einsamkeit in ihrem goldenen Käfig. Von Depressionen und psychosomatischen Leiden gequält, realisiert sie schließlich, dass sie nur glücklich werden kann, wenn sie das Geschwätz der Leute vergisst und ihrem Herzen folgt. Sie will zu Ron zurückkehren - und dieses Mal für immer. (Quelle: Pressetext ARD)

  

 

Gustav Knuth als Fischer Christoph Pereikis in "Heimweh", 1937  Foto: Murnau-Stiftung

Gustav Knuth als Fischer Christoph Pereikis in "Heimweh", 1937

Regie: Jürgen von Alten

©Murnau-Stiftung

  

1. Februar: Gustav (Adolf Karl Friedrich) Knuth, geboren am 7. Juli 1901

Deutscher Schauspieler, seit 1935 Staatsschauspieler.

Gustav Knuth wird als Sohn eines Lokomotivführers in Braunschweig geboren. Nach der Volksschule beginnt er eine Schlosserlehre, die aber abgebrochen wurde, als ihm seine ältere Schwester den Schauspielunterricht bei dem Hofschauspieler Casimir Paris bezahlt. 1918 bekommt er am Stadttheater Hildesheim sein erstes Engagement. Es folgen Theater in Harburg, Basel, Hamburg-Altona und ab 1945 Deutsches Schauspielhaus Hamburg unter Karl Wüstenhagen, Preußisches Staatstheater Berlin unter Gustaf Gründgens. Ab 1949 war er ständiges Mitglied des Schauspielhauses Zürich, wobei er bereits direkt nach dem Krieg die schweizerische Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Sein Filmdebüt gab er 1935 als kraftstrotzender Dorfschmied in Der Ammenkönig (1935, Regie: Hans Steinhoff), ein unterschwellig propagandistischer NS-Film. Insgesamt drehte er über 90 Kinofilme. In den 1930er und 1940er Jahren spielte er den lebensfrohen Kumpel und ehrlichen Verlierer, am berührendsten 1944/45 in Käutners Unter den Brücken

 

Therese Giehse als Ärztin Fräulein von Zahnd,  Wolfgang Kieling als Moebius, Gustav Knuth als Beutler, genannt Newton, und Kurt Ehrhardt als Ernesti, genannt Einstein, in DIE PHYSIKER nach Friedrich Dürrenmatt
Foto mit freundlicher Genehmigung von
SWR Media Services; © SWR

    

Weitere Filme, in denen Gustav Knuth zu sehen ist: Schatten über St. Pauli (1938, Regie: Fritz Kirchhoff), in Große Freiheit Nr. 7 von 1944 mimt er den Matrosen Fiete, in dem 1945 von Erich Engel gedrehten Film Fahrt ins Glück ist er der Antiquitätenhändler Holm, weiterhin ist er als Fischer Frerk in dem Drama Das Mädchen von Fanö zu sehen und neben Gustaf Gründgens (als Friedemann Bach in der Titelrolle) sieht man Knuth hier als deutschen Komponisten und Organisten Christoph Altnikol; eine Hauptrolle hat er 1945 in dem (nicht fertig gestellten) Film von Wolfgang Liebeneiner Das Leben geht weiter. In Helmut Weiss' Gangsterfilm Das Geheimnis der roten Katze hat Knuth den Part des Ganoven Pitou und in Spion für Deutschland (1956, Regie: Werner Klingler) ist er ein gewisser Roger Bentley, in der allseits beliebten und tausendmal wiederholten Sissi-Trilogie spielt er in allen 3 Filmen (1955, 1956 und 1957) Herzog Max von Bayern und Vater von Königin Elisabeth. Als Stationsvorsteher Istvan Rasc wirkt er in Ich denke oft an Piroschka mit. Selten war Gustav Knuth in negativen Rollen zu sehen, aber eine hatte er als Waffenschieber Karrari in dem Spionagedrama von Walter Reisch Die Mücke (1954), eine weitere in Das kunstseidene Mädchen (1960, nach dem Roman von Irmgard Keun von 1932). Beeindruckend war auch seine Rolle als Fuhrunternehmer Karl John in Robert Siodmaks Die Ratten (1955) und In Alfred Weidenmanns Buddenbrooks (1959) hat Knuth die Rolle des Lotsenkommandeurs Schwarzkopf. 

Filmszene aus DIE POWENZBANDE (links Gustav Knuth, Bildmitte Ruth Maria Kubitschek), Regie: Michael Braun, 1973

Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

 

Für das Fernsehen wurde Knuth ebenfalls früh entdeckt, dort war er ab den 1960er-Jahren bereits ständiger Gast, z.B. als Dr. Karl Hofer in der Familienserie Alle meine Tiere oder als Carlo Doria in der Artistenserie Salto Mortale. Er mimte in dem großartigen Fernsehspiel von Fritz Umgelter Die Physiker den "Verrückten" Herbert Georg Beutler, der sich als Isaak Newton sah.

Ab Mitte/Ende der 1960er-Jahre sah sich Knuth gezwungen, in Filmen, die nicht seinem Niveau entsprachen, mitzuwirken, da der "deutsche Film" zu verkommen drohte. So sah man ihn in dümmlichen Soft-Sex-Filmchen wie Frau Wirtin hat auch einen Grafen oder Komm liebe Maid und mache... und in "Pauker-/Penne-Filmen" wie Harald Reinls Pepe, der Paukerschreck von 1969. Eine feine Rolle hatte er in Franz Josef Wilds Fernsehspiel Die heilige Johanna als Robert de Baudricourt. Eine Paraderolle, wie für ihn gemacht, gab ihm Wolfgang Staudte 1978 als letzter Berliner Droschkenkutscher Gustav Hartmann in Der eiserne Gustav

  

Gustav Knuth als Dr. Karl Hofer und Renate Schacht als die extravagante Marion Kunert, die Hofer schöne Augen macht
Foto mit freundlicher Genehmigung von SWR Media Services; © SWR

Seit 1940 war Knuth er mit der Schauspielerin Elisabeth Lennartz verheiratet. Sein Sohn Klaus (, der ebenfalls Schauspieler ist, stammt aus seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Gusti Busch. Knuth lebte in Küsnacht in der Schweiz. Seine Memoiren erschienen 1974: "Mit einem Lächeln im Knopfloch". 1962 konnte Knuth den Ernst-Lubitsch-Preis, 1967 den Bambi und 1968 und 1980 die 'Goldene Kamera' von HÖRZU entgegennehmen.

Er starb an einem Herzinfarkt in Küsnacht/Schweiz, wo er auch begraben liegt (Grabstelle).

  

Weitere Filme mit Gustav Knuth sind bei IMDb und Filmportal (+ biografische Angaben) zu finden. 

  

  

 

 

 

 

10. Februar: Hans Rosenthal (Nachruf im "Spiegel" am 12.02.1987), geboren am 2. April 1929

Hans Rosenthal war Sohn eines Bankangestellten. Er wuchs im Stadtteil Prenzlauer Berg auf, wo er auch die Volksschule sowie danach die jüdische Mittelschule besuchte. Sein Bruder Gert wurde 1932 geboren. Als die Nazis an die Macht kamen, hatte die Familie Rosenthal keine leichte Zeit und ständig lauerte die Angst, deportiert zu werden. Hans' Vater starb bereits 1937 im Alter von 36 Jahren als Nierenversagen, seine Mutter starb 1941 an einer Darmkrebserkrankung. Beide Jungen, damals 16 (Hans) und 9 (Gert) Jahre alt, kamen in ein Waisenhaus, wo beide Jungen sogenannte "Zwangsnamen" erhielten - Hans hieß demnach "Hans Israel Rosenthal". Im Oktober 1942 wurde Bruder Gert mit einem Transport nach Riga deportiert und wenige Tage später im KZ Majdanek ermordet. Hans Rosenthal überlebte Gott sei Dank diesen Irrsinn dank hilfsbereiter Leute, die ihn versteckt hielten. Seine verspätete Karriere als Moderator begann also beim Berliner Rundfunk, später arbeitete er als Regieassistent, dann Wechsel in den Westsektor Berlins zum RIAS. Dort stellte er sich mit selbst ausgedachten Quiz- und Ratesendungen vor und brachte es durch Fleiß und viele Ideen später bis zum Chef der Unterhaltungsabteilung. Im Radio waren seine diversen Ratespiele wie "Wer fragt, gewinnt" oder "Allein gegen alle" beliebt, aber vor allem aber durch das Fernsehen mit der Rateshow "Dalli Dalli" (erstmals ausgestrahlt am 13. Mai 1971) wurde er zum damals angesagtesten Quizmaster. 

1980 kamen seine Lebenserinnerungen "Zwei Leben in Deutschland" heraus, in denen er sein Leben während der Nazizeit beschrieb. Bis zum Jahre 1980 unterstützte Hans Rosenthal seine jüdischen Mitbürger als Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. 

Hans Rosenthal starb in seiner Heimatstadt Berlin an einer Magenkrebserkrankung. Er ruht in einem Ehrengrab des Landes Berlin auf dem Jüdischen Friedhof Heerstraße. Foto seiner Grabstelle bei knerger.de.

   

  

    

Anny Ondra und Max Schmeling, kirchliche Trauung 1933 in Bad Saarow

Bundesarchiv, Bild 102-14813 / CC-BY-SA 3.0 

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“ lizenziert.

28. Februar: Anny Ondra, *1902

Tschechisch-polnische Schauspielerin des Kinos der frühen 1920er- bis 1940er-Jahre. Anny Ondra wurde als Anna Ondráková als Offizierstochter geboren. Sie wuchs auf in Prag, wo sie im Alter von 14 Jahren an dortigen Bühnen als Statistin begann. 16jährig spielte sie die Lulu in Frank Wedekinds gleichnamigem Theaterstück und wurde von Regisseur Gustav Machary gesehen, der sie begeistert in seiner Komödie "Dáma s malou nozkou" verpflichtete. Mit diesem Stück hatte sie großen Erfolg in ihrer tschechischen Heimat. Seit Ende 1927 spielte sie auch im deutschen Film, wo sie in den ersten Tonfilmjahren große Erfolge feiern konnte. Als Partnerin von Vlasta Burian und Karal Lamač wurde sie zur bekanntesten Komikerin des tschechischen Films. Alfred Hitchcock holte sie für seinen letzten Stummfilm The Manxman und seinen ersten Tonfilm Erpressung nach London. Allerdings musste sie aufgrund ihres Akzentes von einer englischen Kollegin nachsynchronisiert werden. Damit konnte Anny Ondra eine Karriere im britischen Kino leider vergessen. In den 1930er-Jahren kehrte sie wieder in ihre tschechische Heimat zurück und spielte dort und weiterhin auch in Deutschland. Von 1930 bis 1937 entstanden Filme aus ihrer eigenen Produktion, der Ondra-Lamač-Film. 1933 heiratete Ondra den Boxer und Gelegenheitsschauspieler Max Schmeling (1905-2005), mit dem sie bis zu ihrem Tod verheiratet blieb. An seiner Seite spielte Anny Ondra im Winter 1934/35 in dem von Lamač mitinszenierten Boxerfilm Knock-out. Nachdem Karel Lamač 1938 Deutschland verlassen hatte, zog sich Anny Ondra allmählich ins Privatleben zurück.

(Quelle: Informationen aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 6, S. 64-65 - mit Erlaubnis des Autors)

  

Weitere Filme mit Anny Ondra sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

   

   

  

  

10. April: Berta Drews, geboren am 19. November 1901

Deutsche Schauspielerin

Berta Drews wurde  als Tochter eines Professors in Berlin geboren. Sie wuchs in Posen auf und besuchte dort das Lyzeum. Von 1920 bis 1922 absolvierte sie in Berlin ein Gesangsstudium bei Prof. Weißenborn an der Hochschule für Musik. 1923 besuchte sie die Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Als Lady Mortimer in Shakespeares "Heinrich IV." debütierte sie am damaligen Landestheater Stuttgart (1925). Von 1926 bis 1930 war sie unter Otto Falckenberg Mitglied der Münchner Kammerspiele. Karl-Heinz Martin holte sie 1930 an die Volksbühne Berlin. Zuvor lernte sie bei einem Gastspiel am Preußischen Staatstheater Heinrich George kennen, den sie 1932 heiratete. Von 1934 bis 1938 musste sie ihre Bühnenlaufbahn wegen einer schweren Krankheit unterbrechen. Unter der Intendanz ihres Mannes schloss sie sich 1938 dem Ensemble des Berliner Schiller-Theaters an, dem sie bis zur Zerstörung 1944 angehörte. 1946 starb Heinrich George im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin. Nach einer erneuten Pause gastierte sie bis 1949 erstmals am Berliner Hebbel-Theater. Unter Boleslaw Barlog kam sie 1951 an die Staatl. Schauspielbühnen Berlin, denen sie weiterhin angehörte. Seit 1979 war sie an dieser Bühne Ehrenmitglied. Aus der Ehe mit Heinrich George stammen zwei Söhne: Jan-Albert (geb. 1931) und Götz (geb. 1938). Götz George wurde ebenfalls ein bekannter Schauspieler. 1959 veröffentlichte sie das Buch "Heinrich George - Eine Schauspielerleben". 1986 erschienen ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel "Wohin des Wegs". Nach dem Krieg spielte Drews nur noch sporadisch in Filmen mit. Ich erinnere an die schreckliche Ehefrau des Film-Ehemannes Gert Fröbe in Es geschah am hellichten Tag oder die Zimmervermieterin in Wolfgang PetersenEiner von uns beiden nach einem Thriller von Horst Bosetzky (-ky). (Quelle: Einige Informationen entnommen aus Langen Müller's Schauspieler-Lexikon der Gegenwart von Hermann J. Huber, Seite 196, ISBN 3-7844-2058-3)

  

Einige Kinofilme mit Berta Drews: Schleppzug M17 (1933, Regie: Heinrich George), Der Kaiser von Kalifornien (1936, mit und unter der Regie von Luis Trenker), Urlaub auf Ehrenwort (1937, Regie: Karl Ritter), Heimkehr und Das Mädchen vom Moorhof (1941 und 1958, beide Regie: Gustav Ucicky), Der große Schatten (1942, Regie: Paul Verhoeven), Die Fastnachtsbeichte (1961, Regie: William Dieterle), Ich kann nicht länger schweigen (1962), Die Blechtrommel (1979, Regie: Volker Schlöndorff). Im Fernsehen sah man sie u.a. in Unser Haus in Kamerun (1961, Regie: Alfred Vohrer), Sie werden sterben, Sire (1964, Regie: Imo Moszkowicz).

Weitere Filme mit der Schauspielerin Berta Drews sind bei IMDb und bei Filmportal gelistet. 

 

  

  

Attila Hörbiger als Andreas Aichwalder, Lehrer und Führer der Bergwacht, in dem 1940 gedrehten Film "Im Schatten der Berge" Foto: Murnau-Stiftung

Attila Hörbiger als Andreas Aichwalder, Lehrer und Führer der Bergwacht, in dem 1940 gedrehten Film "Im Schatten des Berges"

©Murnau-Stiftung

    

27. April: Attila Hörbiger, geboren am 21. April 1896

Schauspieler

Attila Hörbiger wurde als Sohn des Ingenieurs und Begründer der sogenannten "Welteislehre" Hanns Hörbiger in Budapest geboren. Dort und in Wien ist er aufgewachsen. Realschule und Kriegsmatura 1915. Freiwillige Beteiligung am Ersten  Weltkrieg. 1919 Beginn eines Studiums für Bodenkultur in Wien, im selben Jahr bereits Wechsel auf die Schauspielschule des Deutschen Theaters Berlin. Theaterdebüt in der Operette "Der fidele Geiger" am Stadttheater in der Wiener Neustadt. Erstes festes Engagement an der Schwäbischen Volksbühne Stuttgart. Weitere Theaterstationen waren Theater Bozen, Raimund Theater Wien (1922/23), Lustspieltheater Wien, Deutsches Theater Brünn, Neues Deutsches Theater Prag, Theater in der Josefstadt und andere, zuletzt Burgtheater Wien (seit 1950). Dort seit 1971 Ehrenmitglied.

  

Ab 1931 spielte er bei den Salzburger Festspielen, 1951-54 bei den Festspielen in Bad Hersfeld. Von 1930 bis 1976 machte er über 25 Tourneen durch die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Rumänien, die Schweiz, die Bundesrepublik Deutschland, Polen Holland, Luxemburg, Belgien, Liechtenstein und Großbritannien. Weitere Gastspiele: Schauspielhaus Bremen, Tiroler Landestheater Innsbruck, Theater am Kurfürstendamm in Berlin, Düsseldorfer Schauspielhaus, Schauspielhaus Zürich. Am Neuen Deutschen Theater in Prag traf er zum ersten Mal die Schauspielerin Paula Wessely, die er 1935 heiratete (erster gemeinsamer Auftritt 1926). Sein Debüt im Kino war der Stummfilm Nachtlokal (1929, Regie: Max Neufeld). Gegen Ende der 1930er-Jahre überzeuge Hörbiger mit dramatischen und melodramatischen Stoffen. Mit Gustav Ucicky den Überfall auf Polen rechtfertigenden Streifen Heimkehr wirkte Hörbiger 1941 auch in einem erklärt profaschistischen Machwerk mit. Auch der Film Wetterleuchten um Barbara aus dem Jahre 1941 ist ein propagandistisches Heimatdrama, welches den Anschluss Österreichs ans Dritte Reich als Befreiung der Tiroler Bergbauern zeigt.

Einige weitere Filme mit Attila Hörbiger: Das Flötenkonzert von Sanssouci (1930, Regie: Gustav Ucicky), Manege (1937), Fracht von Baltimore (1938), Grenzfeuer (1939), Im Schatten des Berges (1940), Die letzte Runde (1940, Regie: Werner Klingler), Das Mädchen mit dem guten Ruf (1938, Regie: Hans Schweikart), Menschen vom Varieté (1939, Regie: Geza von Bolvary), Frau im Strom (1939, Regie: Gerhard Lamprecht), Wetterleuchten um Barbara (1941, Regie: Werner Klingler), Vagabunden der Liebe (1949, Regie: Rolf Hansen), Cordula (1950, Regie: Ucicky). 1981 war Attila Hörbiger in 2 Folgen der österreichischen TV-Serie Ringstraßenpalais zu sehen.

Weitere Filme mit Attila Hörbiger sind bei IMDb und Filmportal zu finden.

 

Hans Weigel veröffentlichte 1963 das Buch "Der Schauspieler Attila Hörbiger". Hörbigers älteste Tochter, die Schauspielerin Elisabeth Orth, stellte 1975 die Publikation "Märchen ihres Lebens - Meine Eltern Paula Wessely und Attila Hörbiger" vor.

Aus der Ehe mit Paula Wessely stammen neben der Tochter Elisabeth Hörbiger (geb. 1936) auch die Schauspielerin Christiane Hörbiger (geb. 1938) und Maresa Hörbiger (geb. 1945). Der Bruder von Attila Hörbiger ist der Schauspieler Paul Hörbiger. (Quelle: Einige Informationen aus der Webseite www.steffi-line.de und aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 4, S. 58-59 - mit Erlaubnis des Autors)

  

  

  

30. Mai: Hilde Weissner 

Deutsche Schauspielerin

Eine herbe Schönheit im Film der 30er und 40er Jahre. Ihre Theaterlaufbahn begann 1929 am Altonaer Schillertheater, wo sie als Debütstück als "Maria Stuart" zu sehen war. Kurzzeitig am deutschen Theater in Prag tätig kam sie 1933 an Staatstheater nach Berlin, wo sie von Gustaf Gründgens noch im selben Jahr die Hauptrolle in der Filmkomödie Die Finanzen des Großherzogs bekam. An ihrer Seite Viktor de Kowa, Heinz Rühmann und Paul Henckels. Meistens spielte Hilde Weissner moderne und selbstständige Frauen und oft auch geheimnisvolle femmes fatales. 1937 hatte sie einen ganz besonderen Erfolg mit der Rolle einer eiskalten, berechnenden Frau in der von Karl Hartl inszenierten Albers-Rühmann-Kriminalkomödie Der Mann, der Sherlock Holmes war. Nach dem 2. Weltkrieg konnte sie mangels Rollenangeboten keine größeren Parts mehr spielen. Ihre letzte größere Rolle auf der Filmleinwand spielte sie 1966 als Ute, Stamm-Mutter des rheinischen Nibelungengeschlechts, in der gleichnamigen Neuverfilmung der Germanen-Saga (Die Nibelungen 1. + 2. Teil) in der Regie von Harald Reinl. In ihren späteren Jahren wirkte die vom österreichischen Staat zur Professorin ernannte Künstlerin vor allem als Schauspiellehrerin, außerdem leitete sie ab 1962 das Mozarteum in Salzburg. 1986 wurde sie mit dem Filmband in Gold für ihr langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film ausgezeichnet.  In den 1970er-Jahren hatte sie einige Male in diversen TV-Krimiserien mitgespielt, z.B. in Derrick (Folge 1: Waldweg und 42: Abendfrieden) und Der Kommissar (3 Folgen). 

Aus Hilde Weissners Beziehung mit dem Schauspieler Lothar Müthel stammt ihre Tochter Viola, die 1935 geboren wurde. Danach war sie mit dem Komponisten Peter Holm, der 1944 im Krieg fiel, verheiratet. Aus dieser Verbindung ging Sohn Rolf Dieter, geb. 1941, hervor. Danach kurzfristige Ehe mit dem Rundfunkjournalisten Gerd Ribatis. 

Ihr Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf.

Weitere biografische Informationen hat www.steffi-line.de, IMDb und Filmportal.

(Quelle: Einige Informationen aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 8, S. 316-317 - mit Erlaubnis des Autors)

  

  

  

Hannelore Schroth und Carl Raddatz in "Eine Frau für drei Tage" aus dem Jahre 1943, Regie: Fritz Kirchhoff - Foto: Murnau-Stiftung

Hannelore Schroth und Carl Raddatz in "Eine Frau für drei Tage" aus dem Jahre 1943

Regie: Fritz Kirchhoff

©Murnau-Stiftung

  

7. Juli: Hannelore Schroth, geboren am 10. Januar 1922

Deutsche Schauspielerin

Sie war ein Schauspielerkind, ihre Mutter war Käthe Haack, der Vater Heinrich Schroth, ihr Halbbruder war der Schauspieler Carlheinz Schroth. In Berlin und der Schweiz (Lausanne) aufgewachsen, Internat bis 1938, dann zu den Eltern nach Berlin zurück. Beretis als achtjähriges Mädchen stand sie schon vor der Kamera (Dann schon lieber Lebertran), ihre eigentliche Karriere begann aber 1938, als der Regisseur Roger von Norman sie gerade mal 16jährig für Spiel im Sommerwind holte, die erste Hauptrolle spielte sie ein Jahr später als Hotelmaniküre in Kitty und die Weltkonferenz (1939, Regie: Helmut Käutner), seither war Hannelore Schroth in fast fünfzig Filmen zu sehen. Beispielsweise in Friedrich Schiller - Triumph eines Genies (1940), Unter den Brücken (1945), Taxi-Kitty (1950), Vor Sonnenuntergang (1956), Geliebte Corinna (1956), Die Freundin meines Mannes (1957), Liebling der Götter (1960), Polizeirevier Davidswache (1964), Bomber und Paganini und der Tatort: Peggy hat Angst (1983) (Wie ich finde, einer der besten Filme der Serie überhaupt. rk)

Während des Krieges spielt sie auch am Theater, vornehmlich in Berlin, nach Kriegsende auch in Wien. Freie Schauspielerin seit 1949, mit wechselnden Engagements in München, Düsseldorf, Hamburg. Sie ist am Berliner Theater die Franziska in Hauptmanns "Fuhrmann Henschel" (1940), spielt in Priestleys "Seit Adam und Eva" (1949), in Shakespeares "Ende gut, alles gut" und in Odets' "Das Mädchen vom Lande" (Schauspielhaus Düsseldorf, im Schlosspark-Theater Berlin ist Schroth in "Jeanne oder Die Lerche", "Die heilige Johanna" und "Die Liebe der vier Obersten" zu sehen. Im Schauspielhaus Hamburg sieht man sie als Madame La Morale in "Die Abenteuer des Königs Pausole" und in "Requiem für eine Nonne". Außerdem spielt sie unter der Regie von Lothar Müthel die Regine Engstrand in Ibsens "Gespenster". Man sieht sie im Hamburger Thalia-Theater als Spelunken-Jenny in der "Dreigroschenoper", als Blanche in Williams' "Endstation Sehnsucht" und in Porters "Kiss me Kate", um hier nur einige wenige Theaterstationen aufzuzeigen.

Das Fernsehen entdeckte die Mimin Ende der 1960er-Jahre, so hatte sie in Heinz Schirks TV-Film Heinrich VIII. und seine Frauen, sie war die Frau Hofer in der allseits beliebten TV-Serie Alle Hunde lieben Theobald an der Seite ihres Halbbruders Carlheinz Schroth, weitere weit über 30 Fernsehfilmen folgen. Die Mimin hat auch mit ihrer für eine Frau relativ tiefen Stimme immer wieder Synchronisationen, beispielsweise lieh sie ihre Stimme u.a. Ingrid Bergmann (als Golda Meir) in dem gleichnamigen Film, Shirley MacLaine (als Irma La Douce) in Das Mädchen Irma La Douce, Elizabeth Taylor (als Martha) in Wer hat Angst vor Virginia Woolf und Paulette Godard (als Hannah) in Der große Diktator.

In erster kurzer Ehe war Hannelore Schroth mit dem Schauspielerkollegen Carl Raddatz verheiratet und in zweiter mit dem Tiefseeforscher Hans Hass, mit dem sie einen Sohn, Hans Hass jun., Schauspieler und Schlagersänger, hat. Hans Hass jr. wählte 2009 den Freitod durch Erhängen. Die Schauspielerin lebte bis zu ihrem Tod mit ihrem dritten Mann, dem Rechtsanwalt Peter Köster, in München-Schwabing, mit dem sie ebenfalls einen Sohn (Christoph) hat.

Auszeichnungen für Hannelore Schroth: Großer Bad Hersfeld-Preis 1969, Filmband in Gold für ihr langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film 1980.

Weitere Filme mit Hannelore Schroth sind bei IMDb und Filmportal (+ biografische Hinweise) gelistet.

 

      

9. Juli: Rudolf Lenz, geboren am 26. Mai 1920 in Graz

Österreichischer Schauspieler

Sohn eines Motorradfabrikanten. Studiert zunächst Maschinenbau und wird Schiffsingenieur bei der Handelsmarine, ehe er Schauspielunterricht bei seiner Tante, der Schauspielpädagogin Lorie Weiser und bei Prof. Kirchner in Wien nimmt. Debüt 1950 in Graz und Klagenfurt, danach kommt er ans Theater in der Josefstadt in Wien. Erste Filmrolle in Hexen 1949, es folgten einige kleinere Rollen. Mit seiner ersten großen Filmrolle in Echo der Berge (Verleihtitel: Der Förster vom Silberwald) (nach 6 Nebenrollen) macht er Karriere. Daraufhin kamen weitere "Jäger- und Försterrollen", auf denen Lenz ganz schnell festgelegt war. Weiterhin spielte er Edelmänner, Priester, Galane der alten Schule. In Ernst Marischkas Mädchenjahre einer Königin (1954) ist Lenz der Zar Alexander von Rußland, in der Ludwig Ganghofer-Verfilmung Das Schweigen im Walde von 1955 hat Lenz die Rolle des Fürst Heinz von Ettlingen inne, zwei weitere Ganghofer-Verfilmungen waren 1957 Der Jäger von Fall und Der Edelweißkönig, beide in der Regie von Gustav Ucicky. Ehrenplätze in der Kinoerinnerung erhielt Lenz im 'Neuen Deutschen Film' bei H. J. Syberberg (Karl May, 1974), R. W. Fassbinder (Fontane - Effi Briest, 1972-74 und Welt am Draht, 1973), bei Niklaus Schilling (Die Vertreibung aus dem Paradies, 1976) und bei Peer Raben (Adele Spitzeder, 1971) oder in Fernsehfilmen (als von Hitler unter Druck gesetzter österreichischer Kanzler Kurt von Schuschnigg in Der Tod des Engelbert Dollfuß (Regie: Franz Peter Wirth). In seinen letzten Lebensjahren zog sich Lenz weitgehend von der Schauspielerei zurück und leitete seit 1979 als Heilpraktiker ein Sanatorium im Kreis Traunstein. Dort stirbt er an einem Herzinfarkt. Er ruht auf einem Friedhof in Inzell Krs. Traunstein.

Weitere Filme mit Rudolf Lenz sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

  

Pola Negri und Emil Jannings in "Vendetta", 1919, Regie: Georg Jacoby - Foto: Murnau-Stiftung

Pola Negri und Emil Jannings in "Vendetta", 1919, Regie: Georg Jacoby

©Murnau-Stiftung

  

1. August: Pola Negri

Schauspielerin

Pola Negri und Emil Jannings in "Die Augen der Mumie Má", 1918, Regie: Ernst Lubitsch

©Murnau-Stiftung

Pola Negri wurde als Barbara Apolonia Chalupiec am 31. Dezember 1894 in Lipno, Polen, geboren. Gestorben ist sie in San Antonio/Texas. Als 14jährige begann die Tochter eines ungarischen Zigeunergeigers und einer Polin mit ihrer Ballettausbildung. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wirkte sie in einigen polnischen Filmen mit. Deshalb hieß sie auch nicht lange Chalupek, sondern Negri - Pola Negri. 1916 kam sie, von Max Reinhardt bei einer Märchen-Pantomime im besetzten Polen entdeckt, nach Deutschland, und dass sie hier kein Wort sprechen konnte, musste im Stummfilm nicht weiter stören. Hatten ihre polnischen Filme so aussagestarke Titel wie Sklaven der Sinne, Studentenliebe, Die Frau, Liebe und Leidenschaft gehabt, so hießen ihre ersten Filme in Deutschland Zügelloses Blut; Rosen, die der Sturm entblättert; Carmen; Die Bergkatze und Die Augen der Mumie Ma. Bei dem hatte ein noch unbekannter Filmneuling Regie geführt, der rasch einer der Größten werden sollte: Ernst Lubitsch. Gleich nach dem Krieg, 1919, drehte er mit ihr Madame Dubarry. Sein enormer Erfolg schlug auf Amerika derart durch, dass sofort ein Run auf den Erwerb deutscher Filme einsetzte, von denen man sich nun hohe Gewinne versprach. Die Shareholder verloren viel Geld, schon weil jene deutschen Zugpferde nun selbst auswanderten nach Hollywood: Lubitsch und Pola Negri werden als erste schon 1922 von der Paramount verpflichtet - sie wird sofort ein "Star" in Hollywood, samt Phantasiegagen und allen dazu nötigen Skandalen. Berühmt wurde ihre publicityträchtige Affäre mit Chaplin, berüchtigt ihre Liaison mit dem Traum aller Frauen und vieler Männer, Rudolph Valentino. Als er, viel zu jung, starb, warf sich Pola schluchzend in die Grube, was ihr dann doch übel genommen wurde: schließlich gehörte Rudolfo allen! Sie nahm dann einen georgischen Prinzen (der keiner war), im Gegensatz zu ihrem echten polnischen Grafen, mit dem sie zuvor verheiratet war. Millionäre kreuzten ihr Etablissement, auch eine Millionärin. - Als der Krieg begann, ging Pola Negri für immer nach Amerika. Und als sie starb, ließ sie sich in New York, in der Nähe von Rudolph Valentino, begraben. (Quelle: Einige Textpassagen aus: Bayerischer Rundfunk - Kalenderblatt)

      

  

11. August: Alexander Ziegler

Schweizer Schauspieler, Publizist und Schriftsteller

30 Jahre später: Schauspieler Ernst Hannawald, der 1977 in Die Konsequenz den Thomas Manzoni spielt, hier 2007 mit  seiner Ehefrau

©Andrea Pollak

Im November 1977 wurde die Fernsehfassung des Romans von Alexander Ziegler Romans Die Konsequenz in der Regie von Wolfgang Petersen ausgestrahlt, die die bedrückende und dramatische Beziehung zwischen dem Schauspieler Martin Kurath (gespielt von Jürgen Prochnow) und dem Heimzögling Thomas Manzoni (hervorragend Ernst Hannawald!) schildert. Dieser Film, der nur in einer zensierten Fassung erscheinen konnte und vom Bayerischen Rundfunk vollständig boykottiert wurde, löste ein ungeheures Echo aus und gab vielen jungen Schwulen den Mut zur Selbstfindung. Seit dieser Zeit war Ziegler der bekannteste und meistgelesene zeitgenössische Schriftsteller deutscher Sprache. In rascher Folge erschienen seine weiteren Romane: "Eines Mannes Liebe", "Die Zärtlichen", "Drogenstation". Seine Theaterstücke: "Zellengeflüster", "Happy End", "Tribunal oder Der Sittlichkeitsverbrecher", "Kokain" sowie die Aufsatzsammlung "Kein Recht auf Liebe". Gleichzeitig stand Ziegler, der zusammen mit seinem Freund bei Zürich lebte, ununterbrochen als Schauspieler auf Schweizer Bühnen.

Im Juli 1987, nach der Premiere seines Stückes Kokain oder der einsame Kampf des Philipp Neukomm, schluckte er eine Überdosis Schlaftabletten, an deren Folgen er in der Nacht vom 10. zum 11. August 1987 in den Räumen des Zürcher Kammertheaters starb. (Quelle: wikipedia)

  

  

8. September: Konrad Georg, geboren am 25. Dezember 1914 in Mainz

Ehe er seine Ausbildung zum Schauspieler in Frankfurt am Main 1934 am Konservatorium Dr. Hochs startete, spielte er mit dem Gedanken, Priester zu werden. 1937 debütierte er in Bremen, war in der Saison 1940/ 1941 in Graz engagiert, 1942 in Straßburg und mit Unterbrechungen von 1943 bis 1953 in Frankfurt am Main, ehe er 1958/ 59 am Schauspielhaus Zürich arbeitete. Später erinnerte er sich daran, dass er vor allem in Zürich und Frankfurt die größten und schönsten Erfolge feierte. Er war der Alba in "Don Carlos", der Wurm in "Kabale und Liebe", der Gianettino Doria in "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua und der Adelbert von Weislingen in "Götz von Berlichingen", um hier nur einige Stücke zu nennen.
Der Theaterschauspieler wirkte ab Ende der 1950er-Jahre in 300 Bühnenrollen mit, tritt auch im neuen Medium Fernsehen mit. Erste Erfahrungen hier sammelte der Schauspieler in Fernsehfilmen, die das Gesetz schlechthin vertreten haben; man sah ihn als Inspektor, Anwalt, Staatsanwalt etc. Beim Publikum konnte Georg mit seiner Rolle als  Geheimdienstchef Charles Ross in dem 6teiligen Durbridge-Krimi Tim Frazer (1964) punkten. Danach kam die große Aufgabe der Hauptrolle in
Kommissar Freytag auf ihn zu, für die er ohne Zweifel auch durch seinen Part im Durbridge-Krimi auserkoren wurde. Für damalige Zeit unglaubliche 39 Folgen lang, stand er mehr als drei Jahre vor der Kamera und gab den eleganten Ermittler. Danach stieg er aus, weil er nicht auf eine Rolle festgelegt werden wollte. 
Nach und durch Kommissar Freytag wurde Konrad Georg zu einem der beliebtesten und meist eingesetzten Nebendarsteller im deutschen Fernsehen. Er spielte sich durch alle großen (Krimi)reihen, von Das Kriminalmuseum über "Der Kommissar" bis hin zu Der Alte und Derrick und bekam vor allem in den Kinofilmen von Alfred Vohrer größere Rollen, so etwa in
Der Mönch mit der Peitsche (1967), Sieben Tage Frist (1969, hier sogar eine Hauptrolle!) oder in dessen Simmel-Verfilmungen (Und Jimmy ging zum Regenbogen, Liebe ist nur ein Wort, Der Stoff, aus dem die Träume sind, Alle Menschen werden Brüder und Die Antwort kennt nur der Wind). In der Edgar-Wallace-Epigone Sieben Tote in den Augen der Katze (1973) war er ebenso dabei, wie in großen Fernsehmehrteilern wie Der Strick um den Hals (1975) oder Alexander Zwo (1973).
Nach über 125 Film- und Fernsehauftritten starb Konrad Georg im 73. Lebensjahr in München.
Sein Sohn Michael Georg war ebenfalls in der Fernsehbranche tätig, arbeitete jahrelang als Kameraassistent bei Produktionen Helmut Ringelmanns wie Der Kommissar, Derrick und Der Alte, ehe er selbst an die 120 Serienepisoden für den Münchner Produzenten als Kameramann ablichtete.
(Quelle: Einige Angaben aus der "Krimihomepage" - mit Erlaubnis des Verfassers)

  

  

  

4. November: Ekkehard Fritsch, *1921

Deutscher Schauspieler

Bekannt wurde Ekkehard Fritsch vor allem durch seine Mitarbeit in der Jury der Fernsehshow Dalli Dalli mit Hans Rosenthal.  

Er spielte in Serien wie Berliner Weiße mit Schuss, Die Wicherts von nebenan und Liebling Kreuzberg.

  

    

28. November: Wolfgang Liebeneiner ( Biografie innerhalb dieser HP)

Deutscher Regisseur, Schauspieler. Vater der Schauspielerin Johanna Liebeneiner.

 

  

  

Kirsten Heiberg und Gustav Fröhlich in "Alarmstufe auf Station III", 1939, Philipp Lothar Mayring - Foto: Murnau-Stiftung

Kirsten Heiberg und Gustav Fröhlich in "Alarm auf Station III", 1939, Regie: Philipp Lothar Mayring 

©Murnau-Stiftung

  

22. Dezember: Gustav Fröhlich, geboren am 21. März 1902

Deutscher Schauspieler 

Er wurde in Hannover geboren, wuchs bei Pflegeeltern auf und ging in Wiesbaden und Berlin 

Gustav Fröhlich als Graf Eugen Colloredo in "Barcarole", 1935, Regie: Gerhard Lamprecht 

©Murnau-Stiftung

 

zur Schule. Volontär bei einer Zeitung in Celle, trat in einem Varieté auf und schloss sich dann einer Wanderbühne an. Danach nahm er Schauspielunterricht in Heilbronn. Engagements an einigen  Provinzbühnen folgten. Von 1921 bis 1923 spielte er in Berlin am Neuen Volkstheater und später bei der Volksbühne. Seine allererste Rolle hatte Fröhlich 1922 in dem von Theo Frenkel gedrehten Ein neues Leben. Eine erste größere Rolle hatte er in Friesenblut aus dem Jahre 1925, Regie: Fred Sauer. Aber schon 1926 bekam er die Hauptrolle des Freder Fredersen in Metropolis mit Brigitte Helm. Durch seine Bühnenerfahrung gelang ihm der Sprung vom Stumm- zum Tonfilm mühelos; seine erste wirkliche Sprechrolle hatte er in Der unsterbliche Lump (1930) mit Liane Haid. Er heiratete am 5. April 1931 die Opern- und Operettensängerin Gitta Alpár. Gitta und Gustl wurden beim Publikum ein beliebtes Filmpaar. Zusammen verließen sie, da Gitta Jüdin war, 1933 Deutschland; doch wurde die Ehe auf Druck der Nationalsozialisten geschieden, obgleich 1934 ihre Tochter Julika geboren wurde.

Nach Deutschland zurückgekehrt, verliebte er sich während der Dreharbeiten zu Barcarole (1935) in seine Partnerin Lida Baarova. Beide lebten gemeinsam in einem Haus auf der Halbinsel Schwanenwerder in Berlin als Nachbarn der Familie des Reichspropagandaministers Dr. Goebbels. Als ihm Goebbels Lida Baarova ausspannte, kam es 1937 zu einer erregten Auseinandersetzung zwischen den Männern.  Da Goebbels sich scheiden lassen und auf alle Parteiämter verzichten wollte, um Lida Baarova zu heiraten, fand diese Ministerromanze erst 1938 ein Ende durch Einspruch Hitlers. Lida Baarova wurde in die Tschechoslowakei abgeschoben, die öffentliche Aufführung ihrer Filme war nicht mehr erwünscht.

Gustav Fröhlich als Freder in "Metropolis", 1925/26

Regie: Fritz Lang 

©Murnau-Stiftung

1941 wurde Gustav Fröhlich zur Wehrmacht eingezogen, aber für die Filmarbeit jeweils freigestellt. Er heiratete in zweiter Ehe Maria Hajek. Nach Kriegsende war er weiter in vielen Filmen zu sehen, schrieb einige Drehbücher, führte Regie und spielte bis 1976 regelmäßig Theater, danach nur noch gelegentlich. Er lebte in Brissago am Lago Maggiore. 1972 wurde er mit der Silbernen Plakette der Stadt Salzburg ausgezeichnet und 1973 von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Filmband in Gold. Der Künstler starb am 22. Dezember 1987 nach einer Operation in Lugano. (Textpassagen aus: www.kinosessel.de - Seite existiert nicht mehr)

  

Einige weitere Filme mit Gustav Fröhlich: In Paganini (1922/23, Regie: Heinz Goldberg) spielt er den Franz von Liszt, Der Meister von Nürnberg (1926/27, Regie: Ludwig Berger), Schwere Jungs - leichte Mädchen (1927, Regie: Carl Boese), Heimkehr (1928, Regie: Joe May), Alarm in Peking (1937, Regie: Herbert Selpin), Renate im Quartett (1939, Regie: Paul Verhoeven), Familie Buchholz (1943/44, Regie: Carl Froelich).

Mit dem durch eine Nacktszene von Hildegard Knef zu Skandal-"Ehren" gekommenen Willi Forst-Streifen Die Sünderin erregte Fröhlich 1950 noch einmal Aufsehen, seine weiteren Filmaufgaben bis zum Ende seiner Leinwandkarriere waren unerheblich. 

Weitere Filme mit Gustav Fröhlich sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

  

27. Dezember: Harry Buckwitz, geboren am 31. März 1904  ( Biografie innerhalb dieser HP)

Deutscher Regisseur

   

 

 

 

 

 

 

 

   

  

  

 

 

    

  

  

  

  

 

 

Weiter zu 1988

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 22. September 2015

 

Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den jeweiligen Jahren nur eine Auswahl von Nachrichten treffen konnte.

 Alle Informationen der Film- u. Fernsehchronik sind nach bestem Wissen gesammelt und aufgeschrieben worden,

sollten sich aber doch Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine E-Mail. Vielen Dank.

   

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Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Kay Weniger, der mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem "Personenlexikon des Films" für diese Chronik zu übernehmen.

Diese Chronik enthält auch Informationen aus der Website HDG/LEMO (Haus der Geschichte/Lebendiges Museum Online) und aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.