Deutsche Film- und Fernsehgeschichte 1989

...und ein wenig Zeitgeschichte

    Rückblick - 1989 - Tagesschau   

    

    

  

    

In der Bundesrepublik werden 68 Spielfilme gedreht und 14 Defa-Spielfilme.

 

Klaus Löwitsch

ist Peter Strohm

Foto: VIRGINIA starfotos@virginia-hamburg.de

4. Januar - Klaus Löwitsch mimt in der ARD-Krimiserie den Privatdetektiv Peter Strohm

Peter Strohm ist Leiter der Sonderkommission "Organisiertes Verbrechen". Später, nachdem er den Dienst bei der Polizei quittiert hat, ermittelt er als Privatdetektiv. Strohm ist ein Einzelgänger, der seine Fälle immer hart an der Grenze des Legalen löst... Die Filme, die von unterschiedlichen Sendern der ARD und teilweise auch vom ORF oder der SRG produziert wurden, spielten nicht nur in Deutschland, einige Folgen wurden ganz im Ausland gedreht, z.B. in der Schweiz (Zürich), Italien oder sogar in der Karibik. Dies hatte vielleicht auch damit zu tun, dass es verschiedene Produktionssender (ähnlich wie beim TATORT) gab. Die erste Folge spielt in Peter Strohms Heimatstadt, Hamburg, wo er noch Hauptkommissar bei der Kripo ist. (Quelle: http://krimiserien.heimat.eu).

  

    

  

16. Januar - Der WDR startet die dokumentarische Langzeitbeobachtung Berlin - Ecke Bundesplatz. Die Berliner Filmemacher Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm dokumentieren darin das Leben in einem Berliner Stadtviertel bis zum Jahr 2000.

 

17. Januar - Die Goldene Eins ist der Titel der neu gestalteten Sendung zur ARD-Fernsehlotterie. 

  

20. Januar - 10. Bayerischer Filmpreis - Jubiläumsvergabe durch den neuen Ministerpräsidenten Max Streibl. Es gibt dieses Mal drei Regiepreise (Maria Theresia Wagner, Robert Sigl und Nico Hofmann), fünf Schauspielerpreise (Dana Vavrova, Werner Stocker, Uwe Bohm, Ayse Romey und Klaus Maria Brandauer), einen Preis für die künstlerische Leistung in einer Komödie (Vicco von Bülow in Ödipussi).

  

Der Ehrenpreis geht an Bernhard Wicki.

  

10. bis 21. Februar - Berlinale - Der Film Rain Man mit Dustin Hofman bekommt den Goldenen Bären. Das Forum zeigt den Dokumentationsfilm Hotel Terminus von Marcel Ophuls und Ulrike Ottingers exotischen Reisefilm Johanna d'Arc of Mongolia.

  

Eine der beiden Retrospektiven ist dem Produzenten Erich Pommer  gewidmet, der 100 Jahre alt geworden wäre.

 

24. März - Aufführung der TV-Inszenierung des Schauspiels "Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist. Regie führt Fritz Bornemann. In der Hauptrolle ist Ulrich Mühe zu sehen. Weitere Darsteller sind u.a. Friedo Solter als Kurfürst von Brandenburg und Christine Schorn als Kurfürstin.

  

1. Juni - Die ARD zeigt die Dokumentation "Die Erben des Dr. Barschel" von Cordt Schnibben und Christian Berg in der Radio Bremen-Reihe »Unter deutschen Dächern«.

 

2. Juni - Deutscher Filmpreis - Ein Filmband in Gold vergibt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble an Yasemin. Filmbänder in Silber gehen an Herbstmilch und Wallers letzter Gang. Sieben weitere Filme waren nominiert, darunter u.a. Land der Väter, Land der Söhne und La Amiga. Zu den Preisträgern für die Einzelleistungen gehören Vicco von Bülow für die "komödiantische Leistung" in Ödipussi und Ulrike Ottinger für die "visuelle Gestaltung" von Johanna d'Arc of Mongolia.

  

10. - 15. Juni - ARD und ZDF berichten vom Staatsbesuch des sowjetischen Präsidenten Gorbatschow in der Bundesrepublik.

  

Z 27. Juni - In einem symbolischen Akt zerschneiden der ungarische Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Kollege Alois Mock bei Sopron den Stacheldrahtzaun an der gemeinsamen Grenze. Beseitigt werden nur die Grenzsperren, die Grenzkontrollen bleiben. In der DDR löst dies dennoch einen verstärkten Urlauber- und Flüchtlingsstrom nach Ungarn aus. (Quelle: www.hdg.de

 

11. Juli - Die ARD eröffnet die Sendereihe »Der Dokumentarfilm«.

  

1. September - Sendebeginn des Jugendfernsehprogramms der DDR Elf 99.

   

5. September - 25. November - Das ZDF zeigt die neue Serie Mit Leib und Seele mit Günter Strack als katholischem Pfarrer in der Hauptrolle.

   

23. September - Der 100. "Kessel Buntes" wird ausgestrahlt mit Gastgeberin Helga Hahnemann. Gäste waren u.a. Puhdys (DDR), Soulsister (Belgien), Jiří Korn (ČSSR), Isolde Wilk, Harald Serafin (Österreich), Alfred Müller (DDR), Inka Bause (DDR), Johnny Logan (Irland), Audrey Landers (USA), Frank Schöbel (DDR), Aurora Lacasa (DDR).

  

2. Oktober - Gemeinsam schließen ARD und ZDF mit einem »Mittagsmagazin« die Lücke zwischen Vormittags- und Nachmittagsprogramm.

 

5. Oktober - Die »NDR Talk-Show« feiert am 21.7. und 4.8. ihr 10jähriges Bestehen im Dritten Fernsehprogramm von NDR, RB und SFB.

  

8. Oktober - Der Fernsehroman in sieben Teilen Die gläserne Fackel, dem 40. Jahrestag der DDR gewidmet, hat TV-Premiere. Es wird das dramatische Schicksal von fünf Generationen der Familie Steinhüter gezeigt, die eng mit der Firma Carl Zeiss Jena verbunden ist. Aufstieg, Niedergang und Wiederentstehen einer weltbekannten Marke. Regie: Joachim Kunert, Drehbuch: Joachim Kunert und Wolfgang Held. Darsteller u.a. Alfred Müller, Walfriede Schmitt, Renate Blume-Reed, Horst Drinda, Ulrich Mühe, Klaus Piontek.

 

25. bis 29. Oktober - Hofer Filmtage - Zu den Höhepunkten des mehr oder minder mittelmäßigen deutsches Films gehören die Filme Wedding von Heiko Schier und Der Geschichtenerzähler von Rainer Boldt.

  

30. Oktober - Karl Eduard von Schnitzlers "Der Schwarze Kanal" wird aus dem Programm des DDR-Fernsehens genommen. Schnitzler erhält fünf Minuten Sendezeit für eine abschließende Stellungnahme.

 

Z 9./10. November - Die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze in der Nacht vom 9. auf den 10.11. durch die DDR ist Thema zahlreicher Sondersendungen in Hörfunk und Fernsehen. Die ARD zeigt eine auf 45 Minuten erweiterte »Tagesthemen«-Ausgabe und einen »Brennpunkt Extra«, den über 11 Millionen Zuschauer verfolgen. Gegen 1.35 Uhr gibt es eine Live-Reportage von den volksfestartigen Szenen, Tränen und Umarmungen an den Berliner Grenzübergängen. ZK-Mitglied Schabowski hatte am Abend eine neue Ausreiseregelung für DDR-Bürger erläutert und auf die Frage, wann diese in Kraft tritt, geantwortet: "Sofort, nach meiner Kenntnis unverzüglich".  

   

16. November - Erstmals veröffentlichen DDR-Zeitschriften bundesdeutsche Fernsehprogramme.

 

Z 25. November - Im Jugendmagazin des DDR-Fernsehens Elf 99 wird ein Bericht aus der Waldsiedlung der ehemaligen Partei- und Staatsführung in Wandlitz gezeigt (die sogenannte "Wandlitz-Reportage"). Der Beitrag wird von westlichen Nachrichtensendungen und Magazinen übernommen.

 

1. Dezember - Hans Bentzien wird von DDR-Ministerpräsident Modrow zum Intendanten des DDR-Fernsehens berufen.

  

5. Dezember - Das ZDF zeigt Rolf Schübels mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilm Der Indianer.

  

10. Dezember - Der Fernsehfilm Ich, Thomas Müntzer, Sichel Gottes hat Premiere. Regie führt Kurt Veth.

  

17. Dezember - Premiere für den Fernsehfilm Die gestundete Zeit von Regisseur Bernd Böhlich, der auch das Drehbuch schrieb.

Inhaltsangabe: Martha (Lotte Meyer) ist eine Frau von 80 Jahren. Trotz des relativ fortgeschrittenen Alters will sie ihr Leben noch einmal grundlegend ändern, sie möchte in Kürze zu ihrer Schwester nach Westdeutschland übersiedeln. Die Wohnung ist schon geräumt, die Umzugskisten sind gepackt. Nur auf den Mann vom Zoll muss Martha noch warten.
Grischa (Torsten Michaelis) ist auch ein Wartender. Er ist 25 Jahre als, arbeitet als Taxifahrer und ist auf der Suche nach einer Wohnung. Martha entschließt sich, den jungen Mann für eine begrenzte Zeit bei sich aufzunehmen. Die beiden ganz unterschiedlichen Menschen richten sich ein - eine Notgemeinschaft für eine kurze Etappe. Martha gelingt es dank ihrer Lebenserfahrung herauszufinden, welche Sorgen ihren jungen Untermieter plagen. Davon abgeleitet, erteilt sie Grischa eine Lektion in punkto Frauen, die selbst diesen stillen Zeitgenossen aus der Reserve lockt. Auf diese Weise aber geschieht etwas Positives: Grischa erkennt, dass der, der die richtige Frau finden will, erst zu sich selbst finden muss, und als ihm dies gelingt, steht auch auf die Frau seiner Träume vor ihm: Doreen (Maren Schumacher).
Bernd Böhlich verfasste das Szenarium für diese TV-Produktion frei nach Motiven der Erzählung “Wohnung mit Telefon” von Peter Will.
(Quelle: Peter Flieher - Fernsehen der DDR)

   

21. Dezember - Der Ministerrat der DDR löst das »Staatliche Komitee für Rundfunk« und das »Staatliche Komitee für Fernsehen« auf.

  

  

S o n s t i g e s / O h n e   D a t u m

  

  • Zwei Frauen heißt Carl Schenkels Film mit Jami Gertz und Martha Plimpton. Kameramann ist Dietrich Lohmann, die Ausstattung stammt von Nikos Perakis.

  • Für die TV-Serie Knastmusik wird in der ehemaligen Lampenhalle eine Gefängnisdekoration errichtet. Regie bei der zwölfteiligen Serie führt Ulrich Stark und bei einer weiteren Staffel Peter Fratzscher: Inhalt: Finkenhain ist ein ganz besonderer Knast. Er nennt ein eigenes Kammerorchester sein eigen. Alle Mitglieder des Quintetts sind schwere Jungs, nämlich der Geiger Erich (verurteilt wegen Wirtschaftskriminalität), Bruno, ein kleiner Ganove, am Kontrabass. Dann gibt es da noch Fred am Klavier, an der Bratsche Dietrich (ein Dieb) und am Cello sitzt Wilhelm, der zu lebenslanger Haft Verurteilte. Da sich  Gefängnisdirektor Fleck vorgenommen hat, der Welt zu beweisen, dass er schwere Jungs zu kultivierten Menschen machen kann, werden sie von ihm auch gut versorgt. Für Erich und Didi kommen in der zweiten Staffel Max (Karl Heinz Vosgerau) und "Beton-Kaiser" (Eckhard Preuß) in den Knast. Darsteller: u.a. der leider 2000 verstorbene Schauspieler und Komiker Diether Krebs. Weiterhin sind mit von der Partie Peter Bongartz, Rolf Zacher, Werner Eichhorn, Dominique Horwitz, Klaus Barner, Martin Semmelrogge, Dieter Pfaff und andere. Die Regie bei der zweiten Staffel hat Peter Fratzscher. (Quelle: Einige Informationen aus dem "Fernsehlexikon" von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)

  • Gabriel Barylli inszeniert nach seinem Roman das Theaterstück Butterbrot fürs Kino. Der Film mit Uwe Ochsenknecht, Heinz Hoenig und Gabriel Barylli wird zu einem der erfolgreichsten deutschen Filme des folgenden Jahres. Inhalt des Theaterstücks: Stefan und Martin haben nach schiefgegangenen Beziehungen die Lösung für ihr Männerleben gefunden: sie teilen eine Wohnung und die Aufgaben. Stefan ist Schauspieler und macht den Haushalt, Martin Architekt und typisch männlich, er kommt zu spät, er vergisst Geburtstage, aber die beiden verstehen sich wunderbar. Sie bereiten den Geburtstag für Freund Peter vor, der mit seiner geliebten Lilli zum Abendessen kommen soll. Überraschung, er kommt allein. Ist auch er in seiner so wunderbaren Ehe gescheitert? Dass er seine Frau seit langem betrügt, fällt für ihn nicht ins Gewicht, dass sie dasselbe tut, kann er nicht ertragen, aber allein sein kann er auch nicht. Also – es gibt einen DREIMÄNNER-HAUSHALT. Trotz kleiner Stolpersteine lebt man gut zusammen. - Die ideale Lösung? Nur so lange, bis Martin wieder eine Frau trifft, die ihn zu neuen Hoffnungen inspiriert. (Quelle: www.gabrielbarylli.at

  • Dominik Graf dreht Spieler mit Hansa Czypionka, Peter Lohmeyer und Anica Dobra.

  

 

M U S I K A L I S C H E S  1989

  

  • Sänger und Songwriter Roy Orbison schaffte es als zweiter Künstler nach Elvis Presley mit fünf Alben gleichzeitig in den Billboard-Charts zu dominieren. Glückwunsch dazu!

  • Bill Wyman, Bassist der "Rolling Stones" (Jahrgang 1936!!!) will seine 19jährige Freundin Mandy Smith ehelichen. Bei Wikipedia ist zu lesen: "Bill Wyman heiratete am 24. Oktober 1959 seine damalige Freundin Diane. Der gemeinsame Sohn Stephen wurde am 29. März 1962 geboren. Nach der Scheidung von Diane war er von 1989 an zwei Jahre lang mit der britischen Sängerin Mandy Smith, einem Model, verheiratet. Die Beziehung erregte viel Aufsehen, weil das 33 Jahre jüngere Mädchen bereits als 14-Jährige mit ihm ausging. Bei der Hochzeit war sie 19 und sein erwachsener Sohn fungierte als Trauzeuge. Nach der Scheidung heiratete Wyman eine langjährige Freundin. Sein Sohn Stephen Wyman heiratete dann 1993 Patsy Smith, die 46-jährige Mutter von Bills Exgattin Mandy Smith. Stephen war damals 30 Jahre alt. So wurde Bill nicht nur der Schwiegervater seiner Ex-Schwiegermutter, sondern auch der Stiefgroßvater seiner ehemaligen Gattin." - Ja, so ist das mit der Verwandtschaft.

 

Aktuelle Hits 1989

  

The first time - Robin Beck

Orinoco Flow - Enya

She Drives Me Crazy - Fine Young Cannibals

You got it - Roy Orbison

The Look - Roxette

Lookin' for freedom - David Hasselhoff

Eternal Flame - The Bangles

Lambada - Kaoma

Personal Jesus - Depeche Mode

West end girls - Pet Shop Boys

A kind of magic - Queen

Lesson of love - Level 42

Midnight Lady - Chris Norman

 

  

B R A V O - O T T O - Leserwahl 1989

 

Kategorie männliche Filmstars: Gold Tom Cruise, Silber Corey Haim, Bronze Patrick Swayze

Kategorie weibliche Filmstars: Gold Kim Basinger, Silber Sophie Marceau, Bronze Jennifer Grey

Kategorie Rock-/Pop-Gruppen: Gold Milli Vanilli, Silber Roxette, Bronze Bros

Hard'n Heavy: Gold Bon Jovi, Silber Europe, Bronze Guns N'Roses

Kategorie Sänger: Gold Jason Donovan, Silber David Hasselhoff, Bronze Michael Jackson

Kategorie Sängerinnen: Gold Sandra, Silber Madonna, Bronze Kylie Minogue

Kategorie TV-Stars weiblich: Gold Heather Locklear, Silber Heather Thomas, Bronze Andrea Elson

Kategorie TV-Stars männlich: Gold David Hasselhoff, Silber Don Johnson, Bronze Richard Dean Anderson

Kategorie Sportler: Gold Boris Becker, Silber Andre Agassi, Bronze Carl Uwe Steeb

Kategorie Sportlerinnen: Gold Steffi Graf, Silber Gabriela Sabatini, Bronze Monica Seles

Kategorie TV-Moderator: Gold Thomas Gottschalk, Silber Kai Böcking, Bronze Günther Jauch

    

 

B a m b i - S i e g e r  1989

  

Folgende Künstler erhielten den Filmpreis BAMBI 1989

Ausgezeichnet wurden u.a. die Darsteller der TV-Serie "Lindenstraße": Amorn Surangkanjanajai, Andrea Spatzek, Arnfried Lerche, Annemarie Wendl, Brigitte Annessy, Dagmar Hessenland, Christian Karmann, Dieter Schaad, Domna Adamopoulou, Georg Uecker, Gérard Herold, Guido Gagliardi, Hermes Hodolides, Irene Fischer, Joachim Luger, Ludwig Haas, Kostas Papanastasiou, Marie Luise Marjan, Moritz A. Sachs, Hans W. Geißendörfer (Regisseur) (und noch weitere Darsteller der TV-Serie "Lindenstraße". 

  

 

G O L D E N E  K A M E R A  1989

 

Folgende Künstler bekamen die "Goldene Kamera" von HörZu 1989

 

 

 

  

E i n i g e   F i l m e   d e s   J a h r e s  1989

   

Johanna d'Arc of Mongolia

Regie, Drehbuch, Kamera: Ulrike Ottinger

Vier Damen und drei Herren reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Osten. Die Damen steigen auf die Transmongolische um, werden von einer exotischen Reiterinnentruppe entführt, lernen archaische Rituale kennen und treffen sich - mit einer Ausnahme - am Ende wieder in der Eisenbahn.

Darsteller: u.a. Irm Hermann und Peter Kern

  

  

Das Spinnennetz

Regie: Bernhard Wicki

Die beschwörende Darstellung des Präfaschismus in der Weimarer Republik. Erzählt wird die Geschichte eines opportunistischen Leutnants. Ein Spätwerk: drei Jahre Drehzeit, unterbrochen von einer schweren Krankheit des Regisseurs. Mit 196 Minuten Laufzeit und 15 Millionen DM Produktionsaufwand ein Mammutfilm.

Darsteller: u.a. Ulrich Mühe, Klaus Maria Brandauer, Armin Mueller-Stahl, Corinna Kirchhoff und Andrea Jonasson.

   

  

Überall ist es besser, wo wir nicht sind    

Regie: Michael Klier

    

Coming Out

Regie: Heiner Carow

  

Das Kaninchen bin ich                     

Regie: Kurt Maetzig

Maria Morzeck, 19, Kellnerin in Ost-Berlin, hätte gerne studiert. Aber sie wurde nicht zugelassen, weil ihr Bruder wegen "staatsgefährdender Hetze" im Zuchthaus sitzt. Maria verliebt sich ausgerechnet in den Richter, der ihren Bruder verurteilt hat. Sie muss erkennen, dass der Mann ein übler Karrierist ist. 1965 gedreht, war der Film ein politisches Streitobjekt und wurde verboten. Seine Rehabilitierung kommt spät.

Die Geschichte wurde auch von Horst Flick unter dem Titel Maria Morzeck 1976 verfilmt mit Charles Brauer und Nora von Collande in den Hauptrollen.

  

Der Philosoph

Regie, Drehbuch: Rudolf Thome)

Ein junger Mann, der bisher scheu-zurückgezogen und nachdenklich wie ein Eremit gelebt hat, schreibt sein erstes Werk. Titel: "Die Liebe zur Weisheit. Eine Anleitung zum Denken." Durch die Veröffentlichung muss er aus sich und seiner bescheidenen Behausung heraus und lernt dabei drei unkomplizierte, junge Frauen kennen. Die sind von ihm angetan, ja anscheinend sogar fasziniert. Georg Hermes kann es nicht fassen. Sie laden ihn ein, verwöhnen ihn, nehmen ihn schließlich sogar bei sich auf und lieben ihn. Ein Dichter und Denker erlebt die Praxis und Freude "Leben".

    

Herbstmilch

Regie: Joseph Vilsmaier

Heimatfilm aus Niederbayern über eine junge Bäuerin zwischen 1938 und 1945: ein kleiner Hof, eine große Familie und ein Mann, der in weiter Ferne einen Krieg ausficht.

Darsteller: u.a. Werner Stocker, Eva Mattes, Dana Vavrova

    

Der Bruch

Regie: Frank Beyer

Gangsterkomödie aus dem Nachkriegs-Berlin mit deutlichem Spaß an Dekor, Kostum und Maske. Defa-Film. 

Darsteller: u.a. Götz George, Rolf Hoppe, Otto Sander, Ulrike Krumbiegel

   

Tiger, Löwe, Panther

Regie: Dominik Graf

  

In meinem Herzen Schatz

Regie, Drehbuch: H. C. Blumenberg

  

  

   

G e s t o r b e n

  

14. Januar: Robert Lembke, *17.10.1913

Journalist und Fernsehmoderator. 

Von 1955 bis 1958 und von 1961 bis 1989 moderierte Lembke 337 Folgen der Sendung Was bin ich? im Ersten Deutschen Fernsehen, in der ein prominentes Rateteam (langjährig insbesondere diese vier Prominenten: Hans Sachs, Marianne Koch, Annette von Aretin und Guido Baumann aus der Schweiz) durch Ja/Nein-Fragen den Beruf eines Kandidaten erraten musste bzw. mit verbundenen Augen einen prominenten Kandidaten.  

  

  

23. Januar: Salvador Dali

Dali war einer der Hauptvertreter des Surrealismus und zählte zu den bekanntesten Malern des 20. Jahrhunderts.

  

  

24. Januar: Siegfried Wischnewski, geboren am 15. April 1922

Deutscher Schauspieler

Wurde als Sohn eines Landarbeiters in Reichenwald, Kreis Gerdauen/Ostpreußen geboren. Abitur 1940 in Berlin. Anschließend wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Ohne eine Schauspielschule besucht zu haben, debütierte er 1946 als Tempelherr in Lessings "Nathan der Weise" am Stadttheater Lüneburg. Weitere Theaterstationen waren Lübeck, Kiel, Darmstadt, Wiesbaden, Düsseldorf. 

Seit Mitte der 50er-Jahre trat S. W. schwerpunktmäßig im Fernsehen auf und so kann er auf ca. 150 TV-Produktionen zurückblicken. Er führt auch selbst Regie. Großen Erfolg hatte er als Drehbuchautor und Titelheld in Seine Majestät Gustav Krause (1970/71, Regie: Günter Gräwert) nach Erich Kästner.

Der Kölner Stadtanzeiger vom 31. Januar 1989 schreibt: Zitat: "Er gehörte zu jenen Schauspielern, deren Auftauchen auf der Bühne schon allein ein Kraftfeld erzeugt. Ein schwerer Held, der Ruhe und Selbstsicherheit ausstrahlte. Er brauchte nicht viel 'Action' zu machen, um Wirkung zu erzielen. Und wenn er mit sonorer, dabei stets ein wenig rauer Stimme sprach, dann 'saß' jeder Ton. ...wurde während der 60er-Jahre zum Star. Eben dies: dass er ohne jeden Aufwand einen Charakter mitsamt dessen kleinen Wendungen und Windungen zeichnen könnte, prädestinierte ihn für Bildschirmauftritte. Wo Siegfried Wischnewski erschien, gekennzeichnet durch runden, nahezu kahlen Schädel, kurzen Bart und intensiven. oft auch misstrauischen Blick aus schmalen Augenschlitzen, da war Konzentration, da hatte die Handlung ein Zentrum. Solche Tugenden nutzen sich ab. Aber Siegfried Wischnewski, dessen populärste Rolle wahrscheinlich die des Tierarztes Bayer in der Serie Ein Heim für Tiere war, blieb ungewöhnliche lange interessant, weil er das Zwielichtige kultivierte, weil er kaum je einfach eine Rolle "abzog", sondern sich selbst einbrachte, vielleicht auch, weil er sich gerne eine Zeitlang zurückzog, las und malte. Wischnewski allbekannt dank Melissa, Die Katze, Bauen, Bonzen, Bomben, spielte gelegentlich auch Theater, aber aus der Ensemblearbeit hatte er sich schon bereits vor einem Vierteljahrhundert gelöst." Zitat Ende

 

Einige Kinofilme und TV-Produktionen mit Siegfried Wischnewski: La donna dell' altro (1959, Kino), Der letzte Zeuge (1960, Kino, Regie: Wolfgang Staudte), Er kann's nicht lassen (1962, Kino, Regie: Axel von Ambesser), Die Revolution entlässt ihre Kinder (1962, TV, Regie: Rolf Hädrich), Die Dreigroschenoper (1962, Kino, Regie: Wolfgang Staudte), Tim Frazer - Der Fall Salinger (1963, TV, Regie: Hans Quest), Mauern (1963, TV, Regie: Egon Monk), Der Teufel und der liebe Gott (1967, nach Satre, TV, Regie: Peter Beauvais), Rotmord (1968, TV, Regie: Peter Zadek), Immobilien (1972, TV, Regie: Otto Jägersberg), Sladek oder Die schwarze Armee (1976, TV, Regie: Oswald Döpke), Es begann bei Tiffany (1979, Regie: Wolfgang Becker), Derrick - Geheimnisse einer Nacht (1983, Regie: Alfred Vohrer), Tatort - Schwarzes Wochenende (1983, Regie: Dominik Graf). Seinen letzten Fernsehauftritt hatte er als Peter Kurbis in dem Tatort mit dem Titel Spuk aus der Eiszeit von 1988. (Quelle: Einige Informationen u.a. aus "Langen Müllers' Schauspieler-Lexikon der Gegenwart" und Kölner Stadtanzeiger vom 31. Jan. 1989)

Weitere Filme mit Siegfried Wischnewski sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

  

Ida Ehre 1980 in "Memoiren der Sarah Bernhardt" von John Murrell
anlässlich der Jubiläumsvorstellung "35 Jahre Hamburger Kammerspiele"
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt, die auch das  Copyright hält.

16. Februar: Ida Ehre, geboren am 9. Juli 1900

Schauspielerin, Theaterintendantin

Ida Ehre wurde als Tochter eines jüdischen Kantors in Prerau/Tchechien (damals Österreich) geboren. Sie wuchs in Wien auf. Nach dem Abitur war sie von 1916 bis 1919 Stipendiatin an der k.u.k. Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Ab dem 14. Lebensjahr nahm sie Schauspielunterricht bei dem Hofschauspieler-Ehepaar Wilbrandt-Baudius-Prechtler in Wien. Als Iphigenie in Goethes "Iphigenie auf Tauris" debütierte sie 1918 am Theater der Stadt Bielitz/Schlesien. Bis 1930 war sie engagiert in Budapest, Cottbus, an den Bühnen der Stadt Bonn, am Theater Königsberg, am Württembergischen Staatstheater Stuttgart und am Nationaltheater Mannheim unter Herbert Maisch.

1930 wurde sie an das Berliner Lessing-Theater verpflichtet, 1933 erhielt sie durch die Nazis Berufsverbot. Ihr Versuch, 1939 nach Chile auszuwandern, scheiterte. Ihre Mutter und ihre Schwester fielen dem NS-Regime zum Opfer. Der Vater war bereits in ihrer frühen Jugend gestorben.

Am 10. Dezember 1945 gründete Ida Ehre die Hamburger Kammerspiele, denen sie bis zu ihrem Tode vorstand. Die geschäftliche Leitung des zunächst im früheren Logenhaus an der Rothenbauchaussee eingerichteten Theaters hatte Erich Rohlffs übernommen. Ihre ersten Weggefährten waren Wolfgang Liebeneiner, Hilde Krahl, Hans Quest, Eduard Marks, Hermann Lenschau, Helmut Käutner, Erich Lindner, Ulrich Erfurth und Hermann Schomberg.

Wichtige Stücke aus dieser Gründerzeit waren: Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen", Sartres "Die ehrbare Dirne" und "Geschlossene Gesellschaft", Giraudoux' "Der trojanische Krieg findet nicht statt" sowie die Uraufführung von Borcherts "Draußen vor der Tür" (1947, wenige Tage nach dessen Tod).

Von 1946 bis 1948 war Ida Ehre Vizepräsidentin des Deutschen Bühnenvereins, von 1948 - 1952 des Hauptausschusses des NWDR. Sie arbeitete umfangreich für den Hörfunk und wirkte als Synchronsprecherin (deutsche Stimme für Francoise Rosay). 1965 erschien aus Anlass ihres 65. Geburtstages die Monographie "Mutter Courage und ihr Theater". Der Schriftsteller Walter Jens widmete ihr zwei Theaterstücke: "Der Untergang" (nach Euripides' "Die Troerinnen"), 1983, und "Die Friedensfrau" (nach Aristophanes' "Lysistrata"), das im Dezember 1985 zum 85. Geburtstag der Künstlerin Premiere hatte. Ida Ehre ist seit 1928 mit dem Gynäkologen Dr. Bernhard Heyde verheiratet und hat eine Tochter.

Ida Ehre erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Medaille für Kunst und Wissenschaft der Freien Hansestadt Hamburg (1970), Schiller-Preis der Stadt Mannheim (1971), Professoren-Titel, anlässlich des 30jährigen Bestehens der Hamburger Kammerspiele (1975), "Silbernes Blatt", Preis der Dramatiker-Union 1984, Ehrenbürgerin der Freien Hansestadt Hamburg. (Quelle: Einige Informationen aus "Langen Müllers' Schauspieler-Lexikon der Gegenwart")

Weitere Filme mit Ida Ehre sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

Szene aus "Wallenstein" von Franz Peter Wirth:

Wolfgang Kieling (links) als Terzky, Wilhelm Borchert (Mitte) als Wallenstein und Alexander Golling (rechts) als Illo

www.swrmediaservices.de

26. Februar: Alexander Golling, geboren am 2. August 1905

Deutscher Schauspieler

Korpulenter bayerischer Charakterschauspieler mit Rollen, die ihn knorrig-kantig und bullig-brutal erscheinen lassen. Seine künstlerische Ausbildung hatte Golling an der Schauspielschule von Max Bayrhammer in München erhalten. 1924 bereits führte ihn sein erstes Engagement an das Theater Rudolstadt, danach spielte er an den Bühnen in Erfurt, Aussig, Heidelberg, Gera und Leipzig, bis er 1934 nach Berlin kam. Dort trat er u.a. am Schauspielhaus und an der Volksbühne auf. Zeitgleich hatte er auch Angebote vom Film. Da er durch sein grobes Äußeres für Liebhaberrollen gänzlich ungeeignet war, wurde er gerne eingesetzt für bedrohliche Schurkenrollen und zwielichtige Figuren. Mit dem Konstrukteur des ersten U-Bootes, Wilhelm Bauer, in Herbert Selpins 1942 gedrehten Propagandafilm Geheimakte WB 1 erhielt Golling während des Krieges eine seiner sehr wenigen Hauptrollen. Nach dem Krieg setzte er seine Arbeit bei Bühne und Film fort, in späteren Jahren kamen auch Aufgaben beim Fernsehen hinzu, wo er vor allem aufgrund seiner Leistungen in Klassiker-Inszenierungen (z.B. in "Wallenstein" (s. Foto rechts ), "Richard III." und "Der Idiot" im Gedächtnis blieb. 1960 erinnerte sich der USA-Heimkehrer Robert Siodmak Gollings Liebdienerschaft gegenüber den Nazis - das damalige SA-Mitglied wurde für seine aktive NSDAP-Mitarbeit von 1938-45 mit der Intendanz des Bayerischen Staatsschauspiels in München belohnt - und ließ ihn süffisanterweise einen Parteigenossen in der milden Heinz Rühmann-Satire Mein Schulfreund spielen. Alexander Golling war zeitweilig mit der Schauspielerin Annie Markart, die zuvor den Regisseur Herbert Selpin ehelichte, verheiratet. Seine Tochter ist die Schauspielerin Claudia Golling, geb. 1950.

(Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia und "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 3, S. 316-317 - mit Erlaubnis des Autors)

Weitere Filme mit Alexander Golling sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

 

  

  

  

Alfred Balthoff (re.) in dem TV-Film "Ein Todesfall wird vorbereitet" in der Regie von Karl Fruchtmann

Quelle: PIDAX-Film

8. März: Alfred Balthoff, geboren am 8. Dezember 1905

Deutscher Schauspieler

Sein Debüt hatte Alfred Balthoff 1926 im Theater in Breslau in dem Stück "Maria Stuart". Zehn Jahre später ging Balthoff nach Berlin, wo er sich bald mit hintergründigen bis skurrilen Charakteren, auf der Bühne und vor der Kamera einen Namen machte. Er trat in Klassikern (u.a. in der ersten Aufführung von "Nathan der Weise" nach dem 2. Weltkrieg, in der Rolle des Derwischs) ebenso auf wie in leichten Stücken (z.B. in "Die Heiratsvermittlerin", mit der er 1955 in Düsseldorf einen großen Erfolg hatte). Seinen Einstand beim Film gab Balthoff 1947 mit seiner Rolle als verfolgter Jude dem DEFA-Film Ehe im Schatten in der Regie von Kurt Maetzig. Anfang der 1960er-Jahre wandte sich Balthoff auch dem Fernsehen zu, so kamen Fernsehfilme wie Die Auster und die Perle (1961, Regie: R.W. Schnell), Ein Todesfall wird vorbereitet (1963, Regie: Karl Fruchtmann), Der geborgte Weihnachtsbaum (1966, Regie: Dietrich Haugk) u.a. 1970 übernahm Balthoff die Hauptrolle des pensionierten Bahninspektors Kaminski in der 6teiligen TV-Serie Hauptbahnhof München, wozu das Fernsehlexikon schreibt: "Inspektor Kaminski (Alfred Balthoff) von der Bahnpolizei ist längst pensioniert, kümmert sich aber im Münchner Hauptbahnhof noch immer um verschiedene Fälle. Der Schuldige ist dabei natürlich nie der Übeltäter, sondern immer irgendwie die Gesellschaft. Es geht um Gastarbeiter, Alkoholismus, Jugendkriminalität und Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen."

Die unverkennbare knarzende Stimme ältlicher Sonderlinge brachte ihm einige Synchronrollen ein, wie z.B. Fernandel in den Don Camillo-Verfilmungen, Charlie Chaplin in der ersten Synchronfassung von Rampenlicht, Howard Keel in der Musicalverfilmung "Show Boat", Louis de Funès in Der tolle Amerikaner, Alec Guinnes in Hotel Paradiso, Peter Lorre in 20000 Meilen unter dem Meer, Anthony Quinn in Gefangene des Dschungels u.v.a. Seine letzte Synchronrolle war Vampirjäger Prof. Abronsius (Jack MacGowran) in Roman Polańskis Tanz der Vampire. 

(Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia, aus "Das Fernsehlexikon" von Michael Reufsteck / Stefan Niggemeier und aus  "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 1, S. 236 - mit Erlaubnis des Autors)

Weitere Filme mit Alfred Balthoff sind bei IMDb und bei Filmportal gelistet.

   

   

 

Peter René Körner

Foto mit freundl. Erlaubnis von 

Jörg-Peter Körner (Gaststätte Körner's in Köln) 

20. März: Peter René Körner, geboren am 8. Dezember 1921

Schauspieler, früher auch Sänger

Seine Karriere begann nach dem 2. Weltkrieg als Schlagersänger mit z.B. Die süßesten Früchte oder In der alten Hafenbar. In den 1950er-Jahren sang er zahlreiche Lieder, die die Sehnsucht nach einer heilen Welt ansprechen sollten. Mit den Songs So viel Schwung, Meine Schwester und ich oder Bezauberndes Fräulein hatte er auch mit Operetten gewisse Erfolge zu verzeichnen. 1952 sah man Peter René Körner zum ersten Mal in einem Kinofilm mit dem Titel Traumschöne Nacht, Regie führte Ralph Baum. Weitere Künstler in diesem Streifen waren Rudolf Platte und Hubert von Meyerinck. Es folgten Unterhaltungsfilme im Fernsehen. 1962 hatte er eine Rolle neben Willy Millowitsch und Elsa Scholten in einer Aufführung des Millowitsch-Theaters in dem Lustspiel "Tante Jutta aus Kalkutta".

Außerdem war er auch als Hörspiel- und Hörfunksprecher äußerst aktiv. Zu seinen bekanntesten Rollen waren die Francis Durbridge-Geschichten des Privatdetektivs Paul Temple zu hören, diesen sprach Körner von 1949 bis in die 1960er-Jahre. Auch in vielen Operettenproduktionen war Körners Gesangs- und Sprechstimme zu hören, beispielsweise in der vom WDR produzierten Eduard Künneke-Operette "Liselott".

In den 1960er-Jahren wurde der Schauspieler und Sänger zum gefragten Darsteller. Er war durch viele Kindersendungen wie "Kasper und René", "Märchenraten mit Kasper und René" oder in den 1970er-Jahren "Hoftheater mit Kasper und René" auch bei Kindern sehr beliebt. Mit seinen "Kasper"-Sendungen war er sogar mit seinem Team in Tokio. Weitere Kindersendungen hatte Körner mit dem "Hasen Cäsar", hier stand Körner 1968 für den Fernsehfilm Der Hase Cäsar hat Geburtstag vor der Kamera des WDR. 

In den 1970er- und 1980er-Jahren spielte Körner wieder des Öfteren Theater. Im Fernsehen aber war er weiterhin präsent durch die Übertragungen der Stücke aus dem Kölner Theater im Vringsveedel, wo er an der Seite von Trude Herr zu sehen war. 1983 spielte er ebenfalls mit Trude Herr in der weihnachtlichen Groteske "Schöne Bescherung". Weiterhin war er als Erzähler an der Produktion von Janoschs Traumstunde beteiligt.

Peter René Körner erkrankte an Lungenkrebs und starb am 20. März 1989.

  

  

  

26. März: Manfred Seipold, geboren am 7. März 1941

Deutscher Schauspieler

Absolvierung der Staatlichen Musikhochschule in Köln, Schauspielunterricht bei Renate Peter. Eines seiner ersten Theaterengagements hatte Manfred Seipold am Stadttheater Aachen. Bis 1968 war er in der Kleinen Komödie München (Stück "Eine neue Generation") beschäftigt. Häufig sah man den Schauspieler in TV-Serien, wie den ZDF-Mehrteiler Wettlauf nach Bombay, und in Krimiserien wie Tatort, Der Alte oder Der Kommissar. Weitere TV-Filme waren 1968 Von Mäusen und Menschen nach dem Roman von John Steinbeck in der Regie von Rolf Hädrich, 1968 in dem Zweiteiler Krebsstation nach Solschenizyn in der Regie von Heinz Schirk. Er spielte mit bei Thomas Fantls Fernsehfilm Hürdenlauf von 1969 und in Korbinian Körberles Frei bis zum nächsten Mal, ebenfalls von 1969. 1970 sah man Seipold in Alfred Weidenmanns Kriminalfilm Unter den Dächern von St. Pauli, und in Thomas Fantls Drama Lieber Erwin spielt Seipold die Titelrolle. In den beiden Abenteuerserien Omaruru und Morenga war Seipold ebenfalls in größeren Rollen zu sehen. In Oswald Döpkes TV-Film Vor Sonnenuntergang nach Gerhart Hauptmann spielt er eine der Hauptrollen und in Fassbinders Warnung vor einer heiligen Nutte synchronisiert er den Schauspieler Herb Andress. Im Kino war er in Erwin Keuschs preisgekröntem Film Das Brot des Bäckers (1976) zu sehen. Eine seiner letzten Fernsehrollen hatte der Schauspieler in dem Durbridge-Krimi Kein Alibi für eine Leiche 1986, Regie: Wolf Dietrich. Mehrfach hat Manfred Seipold Burt Reynolds synchronisiert und Bruce Willis in Sunset-Dämmerung in Hollywood. Zunächst gab es über seinen Tod widersprüchliche Angaben, da es hieß, der sei an Krebs verstorben; später wurde AIDS als Todesursache genannt. Er starb in seiner Wahlheimat Los Angeles und ist begraben auf dem Friedhof Floriansberg in Oberaudorf.

  

  

  

28. April: Géza von Cziffra, geboren am 19.12.1900

Ungarischer Regisseur. Benutzte auch die Pseudonyme Richard, bzw. Enrique Anden, John Ferguson, Karel Kubela, Horace Parker, Peter Trenck und Albert Anthony.

Von 1930 bis 1970 Regisseur von Revue- und Musikfilmen, Kriminalfilmen und Komödien. Nicht einmal 18jährig verließ Cziffra seine Heimatstadt Arad in Richtung Budapest, wo er bei einer Zeitung als Redakteur arbeitete. Nach einem kurzen Volontariat unter seinem Landsmann Mihaly Kertész (d.i. Michael Curtiz) inszenierte er einen Puppenfilm, der allerdings nicht fertig gestellt werden konnte. 1923 zog Cziffra nach Berlin, wo er viele Jahre lang schriftstellerisch als Kritiker für Zeitungen tätig war, außerdem arbeitete er für Filmfirmen als PR-Mann. 1929 kehrte er zurück zum Film und war vorerst Regieassistent (z.B. Das Land ohne Frauen, 1929, Regie: Carmine Gallone; Der Greifer und Der Draufgänger mit Hans Albers, 1930 bzw. 1931, Regie beide Richard Eichberg). Kurz nach der Machtergreifung der Nazis verließ Cziffra Berlin und nahm ein Angebot aus Budapest an, dort als Filmregisseur zu arbeiten. Im Jahre 1935 war bereits sein zweiter Versuch, Karriere als Regisseur zu machen, beendet und er kam wieder nach Berlin zurück. Dort schrieb er eigene Stücke und wirkte auch an einigen Drehbüchern (insgesamt waren es ca. 130) mit (Es war eine rauschende Ballnacht, 1939; Tanz mit dem Kaiser, 1941; Frauen sind keine Engel, 1942). Bei Wikipedia ist zu lesen: "Im Jahr 1945 drehte er in der damals von den Deutschen besetzten Stadt Prag den Film Leuchtende Schatten. Als kriminalpolizeilicher Berater war dabei der SS-Sturmbannführer Eweler, Angehöriger des SD (Sicherheitsdienst des Reiches) und Bruder der Schauspielerin Ruth Eweler, vorgesehen. Nach einiger Zeit wurde Eweler von Cziffra wegen übertriebener Kritik des Ateliers verwiesen. Kurz darauf wurde Cziffra verhaftet und in das Prager Gestapo-Hauptquartier im Palais Pecec gebracht. Ihm wurde vorgeworfen, im tschechischen Restaurant "Neumann" mehrmals ohne Marken gegessen zu haben. Cziffra wurde schließlich in das Prager Untersuchungsgefängnis Pankrác transportiert und zu einer sechsmonatigen Haft verurteilt, die er am 12. Februar antreten sollte. Eigenen Angaben zufolge konnte sich Cziffra einem Transport nach Theresienstadt nur durch Manipulation von Unterlagen entziehen. Kurz vor Kriegsende wurde Cziffra am 19. April aus der Haft entlassen."

Aufgrund seines Erfolges mit dem Revuefilm aus dem Eiskunstlaufmilieu Der weiße Traum verschrieb sich der Regisseur für die nächsten Jahre komplett den Musik- und Schlagerfilmen. Nebenher gab es das eine oder andere Melodram und gelegentlich auch einen Kriminalfilm. In der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre gerieten seine Werke aber immer stärker zum Lustspielklamauk, wobei Peter Alexander sein wichtigster Protagonist wurde (So ein Millionär hat's schwer, Schlag auf Schlag, Peter schießt den Vogel ab, Salem Aleikum etc.). Mit der Regie des Sexfilmchens Josefine, das liebestolle Kätzchen hatte er 1969 seinen absoluten Tiefpunkt erreicht, so dass er seitdem seine Filmarbeit auf das Schreiben von Drehbüchern äußerst simpler Filme beschränkte, wie beispielsweise die deutsch-italienischen Koproduktionen Der gestohlene Himmel (1974) und Zwei Teufelskerle auf dem Weg ins Kloster (1975). Der Regisseur war fünfmal verheiratet. Er schrieb zwei Autobiographien: "Kauf dir einen bunten Luftballon" (1975) und "Ungelogen" (1988). Er starb in Diessen am Ammersee.

Weitere Filme von Géza von Cziffra sind bei IMDb und Filmportal gelistet. (Quelle: teilweise aus  "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 2, S. 245-246 - mit Erlaubnis des Autors)

  

 

 

5. Mai: Wolfgang Neuss, geboren am 3. Dezember 1923 ( Biografie innerhalb dieser HP)

Deutscher Schauspieler, Kabarettist

In den westdeutschen Unterhaltungsfilm hat er - zusammen mit seinem Partner Wolfgang Müller (1960 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen) - einen frechen Unterton gebracht. Zwei eigene Filme - Wir Kellerkinder (1960) und Genosse Münchhausen (1962) - bekamen Kultstatus, als Neuss selbst schon eine lebende Legende war.

  

   

    

17. Mai: Walter Gross, geboren am 5. Februar 1904

Deutscher Schauspieler, Kabarettist

Walter Gross - Foto: VIRGINIA

Walter Gross

Foto: Virginia Shue (Hamburg)

Von 1921 bis 1924 kaufmännische Lehre und fast zeitgleich die Schauspielschule besucht. Seit seinem Debüt in einer Charell-Revue ("Von Mund zu Mund") 1926 war er ständig an Berliner Bühnen engagiert und entwickelte sich in den kommenden Jahrzehnten zu einem der populärsten Nebendarsteller des hauptstädtischen Theaterbetriebes (primär an Revuebühnen). Ab Jahresbeginn 1933 fand der aufgrund seiner kabarettistischen Aktivitäten durch die Nazis gefährdete Gross auch reichlich Beschäftigung beim Film. Gross galt als Berliner Original, der alle Arten von Faktoten, grummelige Mitmenschen mit einem Herzen aus Gold, kleine Angestellte und Verkäufer, verlässliche Kumpel und gute Freunde des Helden spielte. 1935 wurde Gross, zusammen mit seinen Kabarettkollegen aus "Die Katakombe" Werner Finck und Günther Lüders, von den Nazis inhaftiert und für vier Monate in einem Konzentrationslager interniert. Danach erhielt Gross durch das Propagandaministerium Göbbels' anderthalb Jahre Auftrittsverbot.

Walter Gross, 1939

Walter Gross

1939 im "Kabarett der Komiker"
Urheber: Willy Pragher; Lizenz: CC BY 3.0; Rechteinhaber: Landesarchiv Baden-Württemberg
Quelle: Deutsche Digitale Bibliothek bzw. Wikimedia Commons

Bis Mai 1945 hatte Gross somit eine weitgehend unpolitische Tätigkeit beim Film, aber gleich nach Kriegsende nahm er seine kabarettistische Tätigkeit wieder auf und schloss sich der von Günter Neumann gegründeten West-Berliner Truppe "Die Insulaner" an (Walter Gross war hier "Jenosse Funzionär"). Daneben trat er auch weiterhin regelmäßig vor die Kamera, durchgehend in harmlosen Lustspielen und Schwänken wie Das Nachtgespenst oder Kein Mann zum Heiraten. Seit 1956 wirkte Walter Gross auch häufiger in TV-Produktionen mit wie Witzakademie (wozu PIDAX schreibt: "Dies ist kein Witz! Die größten deutschen Komiker versammeln sich, um einer geneigten Hörerschaft zu vermitteln, wie man am besten Witze erzählt! Geleitet wird die neugegründete Akademie von „Professor“ Theo Lingen, der Gastdozenten wie Heinz Erhardt beruft, um sich gemeinsam mit seinen Studenten – darunter Kurt Schmidtchen, Gerhard Wollner (beide bekannt aus „Nonstop Nonsens“), Evelyn Gressmann („Drei Damen vom Grill“) und Gerhard Frickhöffer („Percy Stuart“) – einem bisher unerforschten Studienobjekt zu widmen: dem Witz. Schüler- und Kindermundwitze sind ebenso Forschungsgegenstand wie Kalauer aus Ost und West und auch politische Witze von damals bis heute."). Weiterhin ist Gross als Egon Kullermeier in Im Ballhaus ist Musike zu sehen (1967, Regie: Thomas Engel), in 30 Episoden der beliebten TV-Serie Drei Damen vom Grill, in Unser Pauker oder Pension Schöller. Eine "ernste" Rolle gab ihm Wolfgang Petersen in dem Thriller Einer von uns beiden nach einem Roman von -ky (Bosetzky) 1977 an der Seite von Jürgen Prochnow und Klaus Schwarzkopf.

(Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia, PIDAX und aus  "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 3, S. 413-414 - mit Erlaubnis des Autors)

 

  

  

  

 

22. Mai: Gerd Oswald, geboren am 9. Juni 1916

Österreichisch-deutscher Film- und Fernseh-Regisseur

Sohn des berühmten Stummfilmregisseurs Richard Oswald. Bereits als Teenager hatte Gerd Oswald Kontakt zum Film geknüpft. Von 1932 bis 1954 war er Regieassistent. 1933 trat er in einem österreichischen Film seines Vaters (Wenn du jung bist, gehört dir die Welt) mit einer kleinen Rolle vor die Kamera. 1941 betätigte sich Oswald jr., der seinem Vater 1939 ins amerikanische Exil gefolgt war, als Filmarchitekt bei Richard Oswalds Remake vom Hauptmann von Köpenick, I Was a Criminal und Isle of Missing Men (USA 41). 1942 arbeitete er bei der Paramount, u.a. mit  Billy Wilder, William Dieterle und Cecil B. DeMille zusammen. Danach konnte er bei der 20th Century Fox als Produktionsleiter, Regie-Assistent und Regisseur anfangen. Des öfteren arbeitete er für Centfox auch in Europa, u.a. an Elia Kazans "Man on a Thightrope" (Ein Mann auf dem Drahtseil, 1953) und erhielt 1954 einen 7-Jahres Vertrag als Regisseur. Nach routinierten Billigproduktionen für die United Artists kehrte Oswald nach zwei Jahren wieder nach Deutschland zurück. Hier drehte er den Film Am Tag, als der Regen kam, weiterhin die exotische Abenteuergeschichte Das Todesauge von Ceylon und zwei Literaturverfilmungen (Schachnovelle, nach Stefan Zweig und Bis zur bitteren Neige, ein Alkoholdrama nach dem Roman von Johannes Mario Simmel. Zwischenzeitlich war Gerd Oswald immer wieder in Los Angeles, ehe er sich dort endgültig niederließ. In den 1950er- und 1960er-Jahren hatte der Regisseur zahlreiche Folgen amerikanischer TV-Serien wie "Perry Mason", "The Outer Limits", "Bonanza" und "Star Trek" (1966/67) etc. inszeniert.

Weitere Filme von Gerd Oswald sind bei IMDb und Filmportal (+ biografische Angaben) gelistet.

  

  

    

14. Juni: Ottomar Domnick, geboren am 20. April 1907

Nervenarzt und Filmemacher

Er war Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Seine Affinität zur Bildenden Kunst dokumentiert sich in den 1950er-Jahren in verschiedenen Kurzfilmen. Sein Spielfilmexperiment Jonas (1957), das eigentlich von Herbert Vesely realisiert werden sollte, hat dem Jungen deutschen Kino den Weg bereitet. Die vier nachfolgenden Filme, darunter Ohne Datum und N.N., bestätigten die Außenseiterrolle des Autodidakten.

Ottomar Domnick war einer der großen Außenseiter im bundesdeutschen Kino, einer der ersten deutschen Nachkriegsregisseure, die Mut zum Experiment zeigten, und ein extremer Vorläufer des Autorenfilms. Zusammen mit Herbert Vesely bildet er die Vorhut für den Jungen Deutschen Film. 
Der Göttinger Filmverleih "Die Lupe" hat 2009 alle Filme des Regisseurs Ottomar Domnick auf DVD herausgebracht.
(aus: nordmedia.de)

Weitere Filme von Ottomar Domnick sind bei IMDb und Filmportal (+ biografische Angaben) gelistet.

 

 

  

  

19. Juli: Carl-Heinz Schroth, geboren am 29. Juni 1902

Österreichisch-deutscher Schauspieler

Schauspieler Carl-Heinz Schroth

 

Copyright: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

  

Carlheinz Schroth, gebürtiger Tiroler, wurde als Sohn des Schauspielers Heinrich Schroth in Innsbruck geboren. Er wuchs in Berlin auf und studierte nach dem Abitur an der Universität München Rechtswissenschaften, Literatur und Theaterwissenschaft, brach sein Studium vorzeitig ab und nahm Schauspielunterricht. Sein erstes Engagement bekam er 1924 am Theater Frankfurt an der Oder. In Bozen konnte er seinen ersten Erfolg als Tänzer in dem Stück "Broadway" feiern. Nach vielen Jahren an Wanderbühnen und Verpflichtungen in Brünn und Düsseldorf, an den Münchner Kammerspielen, am Theater in der Josefstadt in Wien sowie am Deutschen Theater in Berlin (unter Heinz Hilpert) holte ihn Erich Ziegel 1928 an die Hamburger Kammerspiele, denen er bis 1941 angehörte.

  

Barbara Hutterer und Carl-Heinz Schroth

 

Copyright: Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

Von 1948 bis 1954 gehörte Schroth zum Ensemble des Thalia-Theaters. Sein Filmdebüt, wobei er nur als Statist auftrat, gab der Mime 1922 in Nathan der Weise, einem Stummfilm von Manfred Noa, mit Werner Krauß als Nathan. In den Jahren 1952 bis 1964 arbeitete Schroth auch immer wieder mal als Regisseur, wie bei der 1952 gedrehten Komödie nach einem Drehbuch von Curt Goetz Der Hund im Hirn oder 1954 Männer im gefährlichen Alter mit Liselotte Pulver und Hans Söhnker, weiterhin 1954 bei Das Fräulein vom Amt nach einem Drehbuch von Curth Flatow. Bis auf seine stumme Statistenrolle 1922 hatte Schroth 1931 sein eigentliches Filmdebüt - sogar mit einer der Hauptrollen - in einem der größten Erfolge vor 1945, und zwar als Metternichs Geheimsekretär Peppi in Der Kongress tanzt. Durch den Rummel um diesen erfolgreichen Film mit all den Publikumslieblingen blieb Schroth lange Jahre dem Kino weitgehend fern. Erst als Gefahr drohte, dass er noch 1944/45 zum Volkssturm einberufen werden könnte, kehrte Schroth vor die Kamera zurück und ließ sich bis Kriegsende für eine Reihe von  belanglosen Filmen verpflichten, wie für eine Rolle als Pianospieler in Die Brüder Noltenius oder als Psychologe in Vier Treppen rechts. Für mich hatte Carlheinz Schroth eine wunderbare Rolle in dem 1963 von Rainer Erler inszenierten TV-Film Orden für die Wunderkinder als Oberregierungsrat Ziegler.

  

Einen späten Ruhm konnte der sympathische Schauspieler im Alter von fast 70 Jahren verzeichnen, als ihm 1969 die Hauptrolle in der TV-Serie Alle Hunde lieben Theobald ("Heitere Geschichten eines Hundenarren") vom ZDF angeboten wurde. Eine weitere Serienrolle, die ihn von 1982-89 zum Fernsehliebling werden ließ, war sein Schauspiel als Jacob Biedermann in Jacob und Adele mit Brigitte Horney an seiner Seite.

Seine Memoiren kamen 1984 heraus mit dem Titel "Keine Angst vor schlechten Zeiten". Er war fünfmal verheiratet. Aus seiner Ehe mit der Schauspielerin Ruth Hausmeister stammen seine Tochter Sabine (geb. 1940) und Katharina (geb. 1945). Aus der Ehe mit der Schauspielerin und Regisseurin Karin Jacobsen stammt sein Sohn Alexander (geb. 1950) (auf dem Foto oben befindet sich seine Ehefrau, die Schauspielerin Barbara Hutterer). Carlheinz Schroth ist der Halbbruder der Schauspielerin Hannelore Schroth, die der Ehe seines Vaters mit der Schauspielerin Käthe Haack entstammt. Er lebte in Vacciago di Ameno am Orta-See in Italien. (Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia und "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 7, S. 182-183 - mit Erlaubnis des Autors)

Weitere Filme mit Carlheinz Schroth sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

       

  

5. September: Wenzel Lüdecke, geboren am 26. März 1917

Produzent

Er profitierte von der deutschen Gewohnheit, ausländische Filme nicht im Original oder mit Untertiteln zu sehen, sondern 'synchronisiert', mit übersetzten Dialogen. Seine Firma Berliner Synchron in Lankwitz, 1949 gegründet, als als Branchenführer, vor allem für amerikanische Filme und TV-Serien. Er wurde am 15. September 1989 im Krematorium Berlin-Wilmersdorf eingeäschert. Die Urne wurde nach Westerland auf Sylt überführt, wo eine Seebestattung stattfand.

  

  

  

Günther Ungeheuer und Hannelore Schroth in in der TV-Fassung von Harold Pinters "Der Liebhaber" (1964)
Regie: Peter Schulze-Rohr

Foto mit freundlicher Genehmigung von

SWR Media Services
mit weiteren Infos zu dem Fernsehspiel; © SWR

13. Oktober: Günther Ungeheuer, geboren am 15. Dezember 1925

Deutscher Schauspieler

Wurde als Sohn eines Ingenieurs in Köln geboren, wo er auch aufwuchs. Nach der Schule besuchte er 1942/43 die Schauspielschule in Köln. Nach Kriegsende hatte fand Ungeheuer erste Engagements an den Städtischen Bühnen Münster, am Theater Oberhausen und in Köln. Unter Heinz Hilpert stand er anschließend acht Jahre im Ensemble des Deutschen Theaters in Göttingen. Er arbeitete aber auch am Thalia-Theater Hamburg, am Fritz-Rémond-Theater im Zoo und am Theater 'Die Komödie' in Frankfurt/Main. 1958 hatte ihn das Fernsehen entdeckt und außerdem ist er umfangreich als Synchronsprecher tätig.

Sein Leinwanddebüt hatte der Mime 1958 mit einer kleinen Rolle in dem Kriegsdrama Hunde, wollt ihr ewig leben gegeben, im Verlaufe der Zeit sah man ihn in in Filmen wie Fabrik der Offiziere (1960), 1963 mit der Hauptrolle des KZ-Aufsehers Willi Köhler neben Götz George als Häftling in Mensch und Bestie oder 1964 als brutalen Gangster Bruno Kapp, der Rache am Polizeibeamten Glantz alias Wolfgang Kieling nehmen will, in Polizeirevier Davidswache. 1965 mimte er den Prof. Schmoll in Diamantenbillard, agierte 1966 in Jürgen Rolands Krimi Vier Schlüssel als Alexander Ford, der nicht bis zur Rente warten will und gewaltsam eine Bank erpresst, und in dem Rühmann-Film Maigret und sein größter Fall sah man ihn im gleichen Jahr als geheimnisvollen Mr. Holoway. Nur wenige Male löste sich Ungeheuer von seinem Gangster-Image und übernahm Rollen in Komödien wie beispielsweise 1984 als Baltuschek in dem Juhnke-Film Sigi, der Straßenfeger, 1986 als Direktor Müller in Hallervordens Didi auf vollen Touren sowie 1988 als Dr. Heck in Didi – Der Experte – Ungeheuers letztem Kinofilm.

Im Fernsehen spielte er in über 100 Produktionen mit. Dort sah man ihn u.a. als Gauleiter Kessler in Alte Kameraden von Georg Hurdalek (1959, Regie: Franz Peter Wirth), Der Liebhaber (1964, Regie: Peter Schulze-Rohr), Die selige Edwina Black (1965, Regie: Günter Gräwert), Leuchtfeuer (1967, Regie: Kurt Wilhelm), An Einzeltischen, nach Terence Rattigan (1968, Regie: Franz Josef Wild), Die Anarchisten, nach Mortimer (1971, Regie: Oswald Döpke). 1967 spielte er unter Peter Beauvais in dem 3teiligen Fernsehfilm Ein Mann namens Harry Brent nach Francis Durbridge. Außerdem war er immer wieder in Serien wie Derrick, Der Polizeifunk ruft, Dem Täter auf der Spur, Tatort, Der Kommissar, Percy Stuart und Das Kriminalmuseum zu sehen.  

Seit 1952 war er mit der auch als Managerin für ihn arbeitenden Roswitha Krämer verheiratet. Er stirbt an den Folgen seines Krebsleidens 63jährig in Bonn. Seine Grabstelle liegt auf dem Friedhof Schwall bei Emmelshausen im Hunsrück. (Quelle: Einige Informationen aus Langen Müllers' Schauspieler-Lexikon der Gegenwart und www.steffi-line.de)

  

 

  

28. Oktober: Martin Brandt, geboren am 7. Mai 1903

Deutscher Schauspieler

Martin Brandt wurde in Landsberg a.d. Warthe geboren, er begann seine Theaterlaufbahn 1921. Seit 1933 lebte er in Berlin und engagierte sich bis 1941 im Kulturbund Deutscher Juden. Im Frühjahr 1941 flüchtete er über Paris und Lissabon in die USA. Dort spielte er u.a. am Deutschen Theater in New York und am Broadway. Martin Brandt spielte u.a. den Friedrich Hofstätter in Das Urteil von Nürnberg (1961), den General Heinz Guderian in Hitler zusammen mit Cordula Trantow und Maria Emo (1962), in Die Akte Odessa (1974), in dem TV-Mehrteiler Holocaust (1978), in Der Gehilfe (1978) und in Frank Beyers Der König und sein Narr (1980). (Quelle: wikipedia) 

    

  

  

25. November: Claus Clausen, geboren am 15. August 1899

Deutscher Schauspieler

Deutscher Bühnenschauspieler mit gelegentlichen Ausflügen zu oft propagandistisch gefärbten Filmen der 1930er- und 1940er-Jahre, wie z.B. als Bannführer Kass in Hitlerjunge Quex aus dem Jahr 1933. Nach dem Abitur 1920 hatte Clausen sein erstes Engagement an das Weimarer Nationaltheater erhalten, wo er vier Jahre spielte. Anschließend Wechsel an das Reußische Theater nach Gera, danach war er in der 1928/29er-Spielzeit am Schauspielhaus Zürich. 1929 ging Claus Clausen zurück an die Volksbühne Berlin und hatte in diesem Jahr auch sein Filmdebüt mit dem Film Scapa Flow. Weitere Theaterarbeit am Neuen Schauspielhaus in Königsberg. Bis zur Schließung aller deutschen Theater war er in Berlin engagiert. Noch vor Machtantritt Hitlers hatte er mit dem zentralen Part des Leutnants im Schützengraben von G.W. Pabsts dezidiertem Antikriegsfilm aus dem Jahr 1930 Westfront 1918 diesen Rollentypus deutlich relativiert; der Schrecken des Krieges in all seinen Facetten spiegelte sich im Gesicht des Clausen-Charakters wider: Der Leutnant, vom Wahnsinn des unaufhörlichen Mordens gezeichnet, schreit am Ende mit aufgerissenen Augen immer wieder "Hurra!". Clausen lieferte mit dieser Rolle seine ergreifendste und beste Leistung vor der Kamera ab. Weitere Filme waren Der alte und der junge König, ein Historienfilm aus dem Jahre 1934 in der Regie von Hans Steinhoff, das Drama Der Feuerteufel aus dem Jahre 1939, von und mit Luis Trenker, der mit vielen Stars (Werner Hinz, René Deltgen, Will Quadflieg, Hans Quest, Paul Wegener, Karl John...) besetzte NS-Propagandafilm Mein Leben für Irland (1941) und der von Veit Harlan unsägliche Durchhaltefilm Kolberg aus dem Jahre 1945, der am 30. Januar 1945, dem 12. Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung, uraufgeführt wurde. Seine letzten Rollen hatte Claus Clausen als Norbert de Varenne in Helmut Käutners Fernsehfilm Bel Ami von 1968 und als Eustache de Saint-Pierre in dem Fernsehfilm Die Bürger von Calais von 1968, Regie: Heribert Wenk und Wilhelm Speidel. (Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia und "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf, Band 2, S. 84-85 - mit Erlaubnis des Autors)

Weitere Filme mit Claus Clausen sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

  

  

  

27. November: Achim Strietzel, geboren am 9. Oktober 1926

Kabarettist und Schauspieler

Besuch der Theaterschule der Staatstheater in Berlin. Schauspielprüfung bei Paul Bildt. Weitere Theatertätigkeit für zwei Jahre am Hebbel-Theater in Berlin. 1951 nahm Strietzel Kontakt auf mit der politischen Kabaretttruppe "Die Stachelschweine", zu der damals bereits bis in die 1960er-Jahre Edith Elsholtz, Beate Hasenau, Ingrid van Bergen und Wilfried Herbst gehörte. Zwanzig Jahre nach der Gründung waren schließlich fast alle früheren Ensemblemitglieder ausgeschieden. Lediglich Wolfgang Gruner und der Künstlerische Leiter und Haupttexter Rolf Ulrich setzten die Arbeit mit wechselnden Darstellern fort. Strietzel blieb bis 1969, danach wechselte er zum politischen Kabarett "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" mit Programmen wie "Schimpf vor zwölf" oder "Von Menschen und Mäusen", wo er Hans Jürgen Dietrich ersetzen sollte. Strietzel konnte gut parodieren, vor allem hatte er großen Erfolg mit der Nachahmung des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. Nachdem sich die Lach- und Schieß aufgelöst hatte, war er immer noch als kabarettistischer Kanzlerimitator tätig, z.B. bei Rudis Tagesshow. Weiterhin gab er Gastspiele in Frankfurt/Main und in Salzburg. 

Ab Ende der 1950er-Jahre war Strietzel auch schauspielerisch tätig, so spielte er mit seinem Kabarett-Partner Jo Herbst in der Satire Der Hauptmann und sein Held, in Wolfgang Neuss' sozialkritischer Satire Genosse Münchhausen. Er hatte Rollen in Der Bucklige von Soho, in der Klamotte Zum Teufel mit der Penne und er mimte einen gewissen Kunkelmann in Die Herren mit der weißen Weste. In der von Volker Schlöndorff gedrehten Heinrich-Böll-Adaption Die verlorene Ehre der Katharina Blum ist er der Konzernherr Lüding. In der Kafka-Verfilmung Die Verwandlung ist er als Prokurist zu sehen und in Egon Monks Nazi-Drama Die Geschwister Oppermann ist er Prokurist Hinze. Gastauftritte hatte er in diversen Fernsehserien wie Stahlnetz, Derrick, Berliner Weiße mit Schuss und Drei Damen vom Grill

Als Synchronsprecher war er auch umfangreich tätig und lieh seine Stimme u.a. Jamie Farr, Paul Lynde, Kenneth Mars und dem Geier "Ziggy" in Walt Disneys Dschungelbuch.

Im Alter von 63 Jahren starb Achim Strietzel an einem Herzinfarkt. Seine Tochter Daniela Strietzel ist ebenfalls als Schauspielerin tätig. 

Weitere Filme mit Achim Strietzel sind bei IMDb und Filmportal gelistet.

(Quelle: Informationen teilweise aus Wikipedia)

  

  

  

18. Dezember: Hans Helmut Dickow, Schauspieler

Schauspieler Hans Helmut Dickow, hier bei einer Hörspielproduktion 1987

Foto: mit Erlaubnis des Fotografen Werner Bethsold

Entnommen aus der Webseite www.steffi-line.de

Geboren am 14. April 1927 in Dresden, dort auch aufgewachsen. Nach Kriegsende begann er mit dem Studium am Dresdner Konservatorium und später an der dortigen Hochschule für Musik und Theater seine Schauspielausbildung u.a. bei Erich Ponto und Paul Hoffmann. Sein Theaterdebüt gab er im Staatstheater Dresden als Andres in Büchners "Woyzeck". 1964 wurde er zum Staatsschauspieler ernannt.

Bis Anfang der 70er-Jahre arbeitete H. H. Dickow am Theater, u.a. an den Städtischen Bühnen Köln, am Schauspielhaus Zürich und unter Günter Rennert am Württembergischen Staatstheater.

Ab 1972 arbeitete er ausschließlich nur noch für das Fernsehen, und man konnte ihn wohl in über 200 Rollen sehen.

 

Eine kleine Auswahl von TV-Filmen: Die Gerechten (2 Fassungen, 1959 u. 1964, Regie: Rolf Hädrich), Die Friedhöfe (1960, Regie: Rolf Hädrich) Ich war Schlemihl (1963, Regie: Dietrich Haugk), Menschenfresser (1977, Regie: Rainer Boldt), Die Rakete (1975, Regie: Dieter Wedel), Achsensprung (1977, Regie: Rolf von Sydow), Oblomows Liebe (1977, Regie: Claus Peter Witt), Der Urlaub (1980, Regie: Thomas Engel), Tatort - Sterne für den Orient (1979, Regie: Günter Gräwert), Tod eines Schülers (1981, Regie: Claus Peter Witt), Heinrich Heine - Die zweite Vertreibung aus dem Paradies (1983, Regie: Karl Fruchtmann), Tatort - Freiwild (1983, Regie: Wolfgang Staudte).

    

  

 

  

  

  

  

  

  

    

    

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Weiter zu 1990

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 6. Oktober 2016

 

Ich bitte um Verständnis, dass ich zu den jeweiligen Jahren nur eine Auswahl von Nachrichten treffen konnte.

 Alle Informationen der Film- u. Fernsehchronik sind nach bestem Wissen gesammelt und aufgeschrieben worden,

sollten sich aber doch Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um eine E-Mail. Vielen Dank.

   

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Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Kay Weniger, der mir erlaubt hat, Textstellen aus seinem "Personenlexikon des Films" für diese Chronik zu übernehmen.

Diese Chronik enthält auch Informationen aus der Website HDG/LEMO (Haus der Geschichte/Lebendiges Museum Online) und aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.