Deutsche Film- und Zeitgeschichte 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939
1930
Einige Filmdaten 1930:
In Berlin kommt es zur Uraufführung des Josef von Sternberg-Films Der blaue Engel mit Marlene Dietrich als Lola Lola und Emil Jannings als Professor Immanuel Rath nach dem Roman "Professor Unrat" von Heinrich Mann.
Gustav Ucickys Historienfilm Das Flötenkonzert von Sans-souci läuft in den Kinos an. Er ist der erste Tonfilm der zwischen 1920 und 1942 sehr populären Fridericus-Rex-Filme, die sich mit der Geschichte Friedrichs des Großen befassen.
Heinz Rühmann erlangt mit der Komödie Die Drei von der Tankstelle seinen Durchbruch und wird in den folgenden Jahrzehnten zu einem der beliebtesten Filmschauspieler Deutschlands. Weitere Protagonisten im Film sind Willy Fritsch, Lilian Harvey und Oskar Karlweis. Regie führt Wilhelm Thiele.
In dem Lustspiel Wien, du Stadt der Lieder ist Charlotte Ander als bildhübsche Tochter eines Instrumentenhändlers zu sehen.
Der Film 1914 - Die letzten Tage vor dem Weltbrand ist ein Historienfilm, der die Entwicklung der letzten fünf Wochen vor Beginn des Ersten Weltkrieges erzählt.
Uraufführung des Antikriegsfilms Westfront 1918 von Georg Wilhelm Pabst in Berlin.
Die Geschichte eines französischen Justizskandals ist in Richard Oswalds Film Dreyfus zu sehen. Starbesetzt mit Fritz Kortner, Heinrich George und Albert Bassermann.
Robert Siodmak dreht in diesem Jahr zwei Filme: Menschen am Sonntag. Stummfilm über das Leben einiger junger Menschen in Berlin Ende der 1920er-Jahre. Die Entstehungsgeschichte des Films gehört zu den ersten Independentfilmen (lt. Wikipedia "Neue Sachlichkeit") und zu einem Vorläufer des Neorealismus der Nachkriegszeit. Der Film ist unbedingt sehenswert aufgrund seiner dokumentarischen Filmaufnahmen der noch unzerstörten Hauptstadt.
Ein weiterer Film Siodmaks ist Abschied. Hier geht es um Stimmungen und Geschichten in einer Berliner Pension. Darsteller sind u.a. Brigitte Horney und Aribert Moog. Teil des Films ist das Klavierspiel eines arbeitslosen Pianisten (dargestellt von Erwin Bootz von den Comedian Harmonists). Das Lexikon des Internationalen Films schreibt (Zitat): "Berliner Milieustück, in einem für die Frühzeit des Tonfilms überraschend realistischen Stil inszeniert."
Regisseur Richard Oswald wartet in diesem Jahr gleich mit vier Filmen auf: Alraune. Hier ist Brigitte Helm in der Titelrolle mit ihrem Spiel in einer Doppelrolle zu sehen. Albert Bassermann ist ihr gewissenloser Schöpfer. Es ist die erste Tonfilmfassung der 1911 erschienenen Schauergeschichte "Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens" von Hanns Heinz Ewers.
Literatur, Ur- und Erstaufführungen 1930:
Operette "Der Tenor der Herzogin" von Eduard Künnecke
Operette "Viktoria und ihr Husar" von Paul Abraham
Operette "Der verlorene Walzer" von Robert Stolz
Singspiel "Im weißen Rößl" von Ralph Benatzky
Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" von Bertolt Brecht und Kurt Weill in Leipzig
Der thüringische Minister für Inneres und Volksbildung Frick (NSDAP) verbietet die Lektüre des Antikriegsromans "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque an allen thüringischen Schulen. Außerdem erlässt Frick eine Verfügung gegen die "Negerkultur", mit der er gegen "fremdrassige Einflüsse" in der deutschen Kultur vorgehen will. Wikipedia schreibt zum Film: "...kam es am 4. Dezember 1930 im Mozartsaal des Neuen Schauspielhauses am Nollendorfplatz zur Erstaufführung des Films in Deutschland, tags darauf lief er in den deutschen Kinos an. Bereits in dieser Fassung waren Namen jüdischer Mitwirkender aus dem Vorspann getilgt und der Film von 139 Minuten um 53 Minuten auf 85 Minuten gekürzt worden. Geschnitten wurde unter anderem Szenen, in denen beispielsweise die Rekruten den Kasernenhofschinder Himmelstoß verprügeln und die Verweigerung der Ehrenbezeugung durch Paul Bäumer. Auch in anderen Ländern wurden Szenen geschnitten: In Frankreich wurden etwa die Liebesszenen zwischen den französischen Frauen und den deutschen Soldaten entfernt."
Lion Feuchtwanger veröffentlicht den Roman "Erfolg". Der Untertitel lautet Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Er entstand in den Jahren 1927–1930 und erschien 1930. Zusammen mit den Romanen "Die Geschwister Oppermann" und "Exil" gehört er zu Feuchtwangers „Wartesaal-Trilogie“. Er weist deutliche Elemente eines Schlüsselromans auf. (Wikipedia)
Josef Roth schreibt den Roman "Hiob". Er beschreibt den Leidensweg des jüdisch-orthodoxen Toralehrers Mendel Singer in einer fiktiven Stadt in Russland und folgend im amerikanischen Exil in der Zeit von 1900 bis nach dem Ersten Weltkrieg. Mendel erleidet in der Geschichte schwere Schicksalsschläge, durch die seine Frömmigkeit erschüttert und sein Glaube an Gott auf eine harte Probe gestellt werden.
Im gleichen Jahr schreibt Hermann Hesse "Narziß und Goldmund", die Geschichte von zwei ungleichen Männern, die im Kloster leben. Ich habe diesen Roman Ende der 1970er-Jahre gelesen und war so begeistert, dass ich ihn gleich noch einmal gelesen habe.
Robert Musil verfasst den Roman "Der Mann ohne Eigenschaften", sein Hauptwerk, es wird zu den bedeutendsten Romanen des 20. Jahrhunderts gezählt und erschien ab 1930 in drei Bänden. Im Mittelpunkt der hauptsächlich in Wien kurz vor dem Ersten Weltkrieg angesetzten Handlung steht Ulrich, ein junger Intellektueller auf der Suche nach sinnvoller und ihn ausfüllender beruflicher und privater Existenz, der in vieler Hinsicht Züge von Musil selbst trägt. Von Umständen getrieben und mit ihnen experimentierend, wird Ulrich zum Mitakteur in einer Parallelaktion, in der einflussreiche Kreise der Donaumonarchie das 70. Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph im Jahr 1918 vorbereiten. Dieses soll gegenüber dem für dasselbe Jahr zu erwartenden 30. Thronjubiläum des Deutschen Kaisers Wilhelm II. keinesfalls an Glanz und Ausstrahlung zurückstehen. (Wikipedia)
Die erste "Miss Marple-Geschichte" der britischen Autorin Agatha Christie wird veröffentlicht.
Musikalisches 1930:
Schlager des Jahres sind "Ein Freund, ein guter Freund", gesungen von Willy Fritsch und Heinz Rühmann in dem Film Die drei von der Tankstelle "Adieu mein kleiner Gardeoffizier", gesungen von Liane Haid" "Ich bin die fesche Lola" (gesungen von Marlene Dietrich in Der blaue Engel) "Veronika, der Lenz ist da" (Comedian Harmonists) "Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt" von Siegfried Arno "Oh Donna Klara" von Jacques Rotter
Eröffnung der ersten Ausstellung über die Tätigkeit und Entstehungsgeschichte des Bauhauses im Folkwang-Museum in Essen.
Henry Ford legt in Köln den Grundstein für ein Autowerk.
Dem Physiker Manfred von Ardenne gelingt im Laborversuch die weltweit erste vollelektronische Fernsehübertragung mit einer Kathodenstrahlröhre.
Der US-amerikanische FOX-Konzern führt in Deutschland die „tönende“ Wochenschau ein.
Max Schmeling wird Box-Weltmeister.
Rechtsradikale Demonstranten unterbrechen Thomas Manns "Appell an die Vernunft" im Berliner Beethovensaal. Mann warnte in seiner Rede vor der Ausbreitung des Rechtsradikalismus in Deutschland.
Folgende Prominente werden 1930 geboren: (Auswahl)
Mario Adorf (dt. Schauspieler) Thomas Braut (†1979, dt. Schauspieler, Synchronsprecher) Ingeborg Cornelius (†1923, österr. Schauspielerin) Ruth Drexel (†2009, dt. Schauspielerin) Helga Feddersen (†1990, dt. Schauspielerin) Jürgen Feindt (†1978, dt. Schauspieler, Komiker, Tänzer) Gerd Fitz (†2005, dt. Volksschauspieler) Gardy Granass (dt. Schauspielerin) Hans Häckermann (†1995, dt. Schauspieler, Intendant) Joachim Hansen (†2007, dt. Schauspieler, "Und ewig singen die Wälder") Klaus Kindler (†2001, dt. Schauspieler und Synchronsprecher (1965-2000 die Stimme von Clint Eastwood) Doris Kirchner (†2015, österr. Schauspielerin) Ralf Kirsten (†1998, dt. Regisseur, arbeitete oft mit Manfred Krug zusammen) Norbert Kückelmann (†2017, dt. Regisseur, Rechtsanwalt und Autor) Günter Lamprecht (†2022, dt. Schauspieler)
Günter Lüdke (†2011, dt. Schauspieler beim Ohnsorg-Theater) Günter Mack (†2007, dt. Schauspieler) Heinz Meier (†2013, dt. Schauspieler) Lutz Moik (†2002, dt. Schauspieler) Armin Mueller-Stahl (dt. Schauspieler) Robert Stromberger (†2009, Drehbuchautor) Karla Runkehl (†1986, dt. Schauspielerin) Maximilian Schell (†2014, österr. Schauspieler, Regisseur, Produzent, Autor) Ulrich Thein (†1995, dt. Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor) Friedhelm Werremeier (†2019, dt. Drehbuchautor ("Tatort"), Regisseur und Schauspieler) Klaus Wildenhahn (†2018, Dokumentarfilmer, Produzent, Schnitt, Ton) Marianne Wünscher (†1990, dt. Schauspielerin)
Tod bekannter Persönlichkeiten 1930: (Auswahl)
Der norwegische Polarforscher, Zoologe, Ozeanograf, Friedensnobelpreisträger und Diplomat Fridtjof Wedel-Jarlsberg Nansen stirbt am 13. Mai im Alter von 68 Jahren.
Frauenrechtlerin Helene Lange stirbt in Berlin.
Der britische Schriftsteller Arthur Conan Doyle ("Der Hund von Baskerville") stirbt in Crowborough (Sussex).
Der Dirigent und Regisseur Siegfried Wagner stirbt in Bayreuth, der von 1908 bis zu seinem Tode die Bayreuther Festspiele leitete.
Einige Filmdaten:
Der weiße Rausch von Arnold Fanck (1889-1974) mit Leni Riefenstahl in der Hauptrolle.
Der Hauptmann von Köpenick von Richard Oswald.
Bomben auf Monte Carlo von Hanns Schwarz, mit Heinz Rühmann und Hans Albers in den Hauptrollen.
Berlin Alexanderplatz von Phil Jutzi, grandios besetzt mit Heinrich George, Bernhard Minetti und Margarete Schlegel.
Kameradschaft von Georg Wilhelm Pabst und M (Eine Stadt sucht einen Mörder), Regie: Fritz Lang, in der Hauptrolle ist Peter Lorre zu sehen. Hier hatte Regisseur Lang alle Schauspieler beisammen, die zur damaligen Zeit Rang und Namen hatten, wie Gustaf Gründgens, Fritz Odemar, Paul Kemp, Theo Lingen, Otto Wernicke.
Leontine Sagan dreht den Film Mädchen in Uniform nach dem Bühnenstück "Gestern und Heute" von Christa Winsloe. Hertha Thiele und Dorothea Wieck sind in den Hauptrollen zu sehen.
Die erste offizielle Verfilmung des Bram Stoker-Stoffes Dracula hat ihre Uraufführung, Bela Lugosi ist als Dracula zu sehen (und bleibt auch zeit seines Lebens DER Dracula-Darsteller, Regie führte in dieser Romanverfilmung Tod Browning. Bei Wikipedia steht u.a.: "In seinen letzten Lebensjahren war Lugosi oft arbeitslos, was ihn veranlasste, auch in Trashfilmen von Ed Wood mitzuspielen. Nicht zuletzt deshalb genießt Lugosi heute bei Fans dieser Filmgattung Kultstatus".
Für den am 11. März in Santa Barbara / Kalifornien nach einem Autounfall verstorbenen und nach Deutschland überführten F. W. Murnau sprechen auf der Trauerfeier vor den Toren Berlins Carl Mayer und Fritz Lang. Murnau hat ein Ehrengrab auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Wikipedia schreibt: "Im Juli 2015 wurde das Grab von Grabräubern geöffnet und der einbalsamierte Kopf Murnaus entwendet. Der Schauspieler Gerd J. Pohl sprach daraufhin eine Belohnung aus, der Kopf blieb aber bislang verschollen."
Literatur, Ur- und Erstaufführungen 1931:
Der Film Die 3-Groschen-Oper von Georg Wilhelm Pabst, nach dem Singspiel von Bert Brecht und Kurt Weill wird in Berlin nach einem Vergleich uraufgeführt. Autor und Komponist haben gegen die Art der Verfilmung zivilrechtliche Schritte (Dreigroschenprozess) eingeleitet. Sie können nicht verhindern, dass der Film in den Kinos gezeigt wird, aber man billigt ihnen einen hohen Geldbetrag zu.
In Los Angeles findet die Uraufführung von Charles Chaplins Film Lichter der Großstadt statt.
In Berlin wird der Regisseur Erwin Piscator wegen Steuerschulden verhaftet. (LeMo)
Musikalisches 1931:
Die angesagten Lieder waren in diesem Jahr: "Das ist die Liebe der Matrosen" (Comedian Harmonists), "Eine Nacht in Monte Carlo" (aus dem Film Bomben auf Monte Carlo mit Hans Albers), "Das gibt's nur einmal", "Das muss ein Stück vom Himmel sein" (beide aus dem Film Der Kongress tanzt), "Ich bin ja heut' so glücklich", gesungen von Renate Müller in dem Spielfilm Die Privatsekretärin und "Ich lass' mir meinen Körper schwarz bepinseln" (gesungen von Willy Fritsch) aus dem Film Einbrecher.
Zeitgeschichte 1931:
Nach einer Bauzeit von über einem Jahr wird in New York das Bürohochhasus "Empire State Building" eingeweiht. Es ist bis dahin das höchste Gebäude der Welt mit 443 Metern bis zur Antennenspitze (mittlerweile abgefallen auf Platz 27, das heute höchste Gebäude ist das Burj Khalifa in Dubai mit 830 Metern mit insgesamt nutzbaren 163 (von 189) Etagen). In Spanien dankt König Alfons XIII. ab, somit endet dort die Monarchie; die Republik wird ausgerufen. 23 Millionen Obdachlose und 8000 Tote sind bei einer Überschwemmungskatastrophe des Jangtsekiangs in China zu beklagen. Wegen Steuerhinterziehung wird der Gangsterboss Al(fonso) Capone zu 11 Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Durch gute Anwälte und "geschmierte" Beamte können ihm weitere Taten, wie etliche brutale Morde, nicht nachgewiesen werden. Die Rechte marschiert. Große Kundgebung in Bad Harzburg. Hier versammeln sich auf Initiative des DNVP-Vorsitzenden Alfred Hugenberg die wichtigsten rechtsextremen Parteien und Verbände der Weimarer Republik, DNVP, NSDAP, Stahlhelm und Reichslandbund und bündeln ihre Opposition gegen die Republik und gegen das Kabinett Brüning zur sogenannten Harzburger Front. Zum SA-Treffen versammeln sich 100 000 Männer, die mit Sonderzügen und Lastwagen gebracht werden. Mittlerweile hat die NSDAP über 800 000 Mitglieder.
Folgende Prominente werden 1931 geboren: (Auswahl)
Caterina Valente (†2024, italienische Schauspielerin, Sängerin, Musikerin, Tänzerin) Hansjörg Felmy (†2007, deutscher Schauspieler) Ernst H. Hilbich (†2025, deutscher Humorist, Schauspieler) Karl Obermayr (†1985, deutscher Schauspieler) Kurt Weinzierl (†2008, deutscher Schauspieler) Hilmar Thate (†2016, deutscher Schauspieler) Willy Harlander (†2000, deutscher Schauspieler) Barbara Adolph (auch Synchronsprecherin, z.B. für Vanessa Redgrave oder Dame Maggie Smith) Ingrid van Bergen (deutsche Schauspielerin) Sieghardt Rupp (†2015, deutscher Schauspieler) Ruth Maria Kubitschek (†2024, dt.-schweizerische Schauspielerin) Peter Fitz (†2013, deutscher Schauspieler) Ingrid Andree (dt. Schauspielerin, Mutter der 2012 verstorbenen Schauspielerin Susanne Lothar) Ivan Rebroff (†2008, deutscher Sänger) Marianne Koch (deutsche Schauspielerin, auch promovierte Ärztin) Franz Rudnick (†2005, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher) Louise Martini (†2013, deutsche Schauspielerin und Radiomoderatorin) Otto Mellies (deutscher Schauspieler und Synchronsprecher) Rolf Losansky (†2016, deutscher Regisseur und Drehbuchautor) Herbert Vesely (†2002, österr. Regisseur und Drehbuchautor)
Tod bekannter Persönlichkeiten 1931: (Auswahl)
Otto Reutter, deutscher Humorist, Sänger und Verfasser von etlichen Liedern und Couplets.
Hans Otto Löwenstein, österreichischer Filmregisseur und -produzent.
Lupu Pick, Regisseur, Autor, Schauspieler, stirbt im Alter von 45 Jahren in Berlin. Pick war zuerst in dem 1910 gedrehten Film Japanisches Opfer zu sehen. Seite letzte Regie führte er 1931 in Les quatre vagabonds; dies ist die französische Version seines Spielfilms Gassenhauer (ebenfalls aus dem Jahr 1931). In den Hauptrollen verkörpern Ernst Busch als Peter und Albert Hörrmann als Paul, Martin Jakob als Emil und Wolfgang Staudte als Gustav die Mitglieder einer fünfköpfigen Gesangsgruppe, die des Mordes verdächtigt werden.
Der mit über 2000 angemeldeten technischen Patenten geniale Erfinder Thomas Alva Edison stirbt im Alter von 84 Jahren.
Der Massenmörder Peter Kürten aus Düsseldorf wird durch das Fallbeil hingerichtet. Die Geschichte des Massenmörders inspirierte Fritz Lang zu seinem Meisterwerk "M" mit Peter Lorre in der Hauptrolle.
Der österreichische Schriftsteller Arthur Schnitzler stirbt im Alter von 69 Jahren.
Einige Filmdaten 1932:
Das Filmfestival in Venedig öffnet zum ersten Mal die Pforten. Großen Erfolg hat der deutsche Beitrag Das blaue Licht von Leni Riefenstahl.
Slatan Dudow führt
Regie bei dem Sozialdrama
KUHLE WAMPE ODER WEM GEHÖRT DIE WELT? Das Buch schreibt Bertolt
Brecht. Darsteller: Ernst Busch und Hertha Thiele. Der 3-Episoden
umspannende Film zeigt Geschichten im Berlin der 1930er-Jahre, in denen
Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und Armut vorherrschen. (Bei LeMo ist zu lesen:
Die Filmprüfstelle in
Berlin verbietet am 31. März die Freigabe des sozialkritischen
Films "Kuhle Wampe" von Slatan Dudow (1903-1963) und
Bertolt
Brecht wegen "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und
Ordnung".)
Zum
Inhalt: "In den vier Kapiteln von
Kuhle Wampe werden
Situationen aus dem Leben von proletarischen Berlinern aufgefächert,
deren Alltag von Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und privaten Problemen
geprägt ist – aber auch von Widerstandsgeist. Obwohl
Kuhle
Wampe heute nur in einer von der Zensur verstümmelten Fassung
vorliegt, stellt der Film ein einmaliges historisches Dokument dar. Er
ist gleichzeitig ein künstlerisches Werk von hohem Rang; vor allem in
der ersten Hälfte. Hier gibt es atemberaubende Szenen, die durch ihr
strenges Arrangement und die verfremdenden Zwischentitel deutlich die
Handschrift Bertolt Brechts tragen. In der zweiten Hälfte dominieren
mit Massenaufmärschen, agitatorischen Aktionen und Sportübungen dann
eher propagandistische Momente. Zuletzt läuft der Film mit seiner berühmten
S-Bahn-Szene wieder zu Höchstform auf. Noch einmal ertönt das
leitmotivische "Solidaritätslied" und Ernst Busch schmettert:
„Wessen Welt ist die Welt?“ --- Bereits zwei Jahre vorher drehte
Dudow im Auftrag des legendären, später ermordeten Willi Münzenberg
den kommunistischen Kurzfilm
Zeitprobleme.
Wie der Arbeiter wohnt. Gezeigt werden katastrophale
Lebensbedingungen in Berliner Mietskasernen.
(Quelle:
Zeughaus-Kino)
Nach
einem Roman (und Drehbuch) von
Curt Siodmak dreht
Karl Hartl den Fliegerfilm
F.P.1
antwortet nicht. Das Drehbuch ist von
Walter
Reisch. Die
Protagonisten sinnd
Hans Albers,
Sybille Schmitz,
Paul Hartmann und
Peter Lorre.
Der
Theaterregisseur
Max
Reinhardt tritt aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt als
Leiter des Deutschen Theaters in Berlin zurück, worauf er 1933 von
den Nationalsozialisten die "Ehren-Arierschaft" angeboten
bekommt, die er empört ablehnt. Er verläßt Berlin und geht nach Österreich,
wo er die Direktion des "Theaters in der Josephstadt" abgibt
und mit den Vorbereitungen seiner Emigration nach New York beginnt, die 1937
stattfindet.
(Quelle: LeMo)
Leni
Riefenstahl dreht mit
Das
blaue Licht (Eine Berglegende aus den Dolomiten)
ihren ersten Film als Regisseurin. Sie agiert hier auch als
Darstellerin zusammen mit
Mathias Wieman.
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1932:
- Lied
"Wenn die kleinen Veilchen blühen" - Singspiel von
Robert
Stolz
-
Operette "Glückliche Reise" von
Eduard
Künneke
-
Operette
"Venus in Seide" von
Robert
Stolz
-
Operette "Sissy" von Fritz Kreisler
- Operette "Ball im Savoy" von
Paul
Abraham
Hans Fallada schreibt den Roman "Kleiner Mann, was nun?"
Im Jahr 1933 dreht
Fritz
Wendthausen den Spielfilm (Drehbuchmitarbeit zusammen mit Herbert Selpin) mit Hermann Thimig als Hans und Hertha Thiele als
Lämmchen.
Intendant
Peter Zadek brachte diesen Roman
1973 mit großem Erfolg auf die Bühne des
Bochumer Schauspielhauses; das Stück
wurde als "schräge Revue" aufgeführt.
Großartig in der Rolle des Lämmchens ist
Hannelore
Hoger. Weitere Rollen sind im Theaterstück:
Heinrich
Giskes (Hans),
Rosel
Zech,
Klaus
Höhne,
Brigitte
Mira und
Karl-Heinz
Vosgerau.
Lion
Feuchtwanger veröffentlicht den ersten Teil seiner Josephus-Trilogie
mit dem Titel
"Der
jüdische Krieg".
Weitere Romanveröffentlichungen sind die drei Generationen umspannende Familiengeschichte
"Radetzkymarsch" von Joseph Roth (1965 von Regisseur
Michael
Kehlmann und 1995
Axel
Corti verfilmt).
Aldous Huxley gibt sein
Werk
"Schöne neue
Welt" heraus.
Musikalisches 1932:
Einige
Schlager des Jahres sind:
"Mein kleiner grüner Kaktus"
und "Schöne Isabella aus Kastilien" (beide Comedian
Harmonists)
"Flieger, grüß' mir die Sonne" und
"Komm' auf die Schaukel, Luise" (beide Hans Albers)
"Irgendwo auf der Welt gibt's ein kleines Stückchen
Glück" (gesungen von Lilian Harvey)
Zeitgeschichte
1932:
Edgar
Wallace, 1928
Quelle:
Das
Bundesarchiv, Bild-Nr. 102-13109. Diese Datei ist unter
der
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„Namensnennung
– Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“
lizenziert
Franklin D. Roosevelt
kann sich in den Vereinigten Staaten als Präsident durchsetzen, er
ist Kandidat der Demokraten.
Nobelpreis
für den deutschen Physiker
Werner
Heisenberg.
Die
britische Rundfunkgesellschaft BBC beginnt mit der Ausstrahlung
eines Fernsehprogramms.
Der
prominente Sportler (Schwimmer mit zig Weltrekorden)
Johnny
Weissmüller wechselt ins Schauspielfach. Er erhält einen
Filmvertrag und wird als "Tarzan, der Affenmensch" auf der
ganzen Welt berühmt.
Die
Automobilfirmen DKW, Horch, Audi und Wanderer schließen sich zur
Auto-Union GmbH mit Sitz in Chemnitz zusammen. Als Markenzeichen erhält
die neue Firma vier ineinandergreifende Ringe.
Mit
vorgezogenen Wahlen gewinnt die NSDAP mit unglaublich über 37 Prozent und wird somit stärkste Partei in Deutschland.
Johanna
Matz, Regisseur Karl Hartl und Vera Tschechowa bei einer
Drehpause zum Film
"Alles
für Papa", am 13.10.1953
Bundesarchiv,
B 145 Bild-F001053-0009 / Brodde / CC-BY-SA 3.0.
Diese Datei
ist unter der
Creative-Commons-Lizenz
„Namensnennung
– Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“
lizenziert.
Am 25.
Februar 1932 erhält Adolf Hitler auf Betreiben der NSDAP ein
braunschweigisches Staatsamt, dadurch bekommt er automatisch die
deutsche Staatsangehörigkeit, die eine Voraussetzung für die Kandidatur bei der Reichspräsidentenwahl 1932
ist.
Max
Schmeling verliert seinen Titel als Boxweltmeister.
Folgende
Prominente werden
1932 geboren: (Auswahl)
Thomas
Alder (†1968, deutscher Schauspieler)
Michael
Degen (†2022,
deutscher Schauspieler)
Gerd
Baltus (†2019, deutscher Schauspieler)
Siegfried
Rauch (†2018, deutscher Schauspieler
Helmut
Griem (†2004, deutscher Schauspieler
Fritz
Lichtenhahn (†2004, Schweizer Theater- und Filmschauspieler,
Hörspielsprecher
Fred
Maire (†2004, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Andreas
Hanft (†1996, deutscher Schauspieler und
Synchronsprecher)
Alfred
Edel (†1993, deutscher Schauspieler und Drehbuchautor
Jürgen
Holtz (†2022,
deutscher Schauspieler)
Dietrich
Kuhlbrodt (Schauspieler, Autor und Jurist)
Hartmut
Reck (†2001, deutscher Schauspieler und
Synchronsprecher)
Heinz
Behrens (†2022, deutscher Film- und Theaterschauspieler)
Claus-Peter
Witt (†2017,
deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Dramaturg und
gelegentlich Schauspieler)
Frank
Beyer (†2006, deutscher Regisseur und Drehbuchautor;
Nikolaikirche,
Spur
der Steine)
Edgar
Reitz (deutscher Regisseur, Drehbuchautor;
Heimat)
Alexander
Kluge (deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent;
Abschied
von gestern)
Christiane
Maybach (†2006, deutsche Schauspielerin und
Synchronsprecherin)
Wolfgang Reichmann
(†1991, deutscher Schauspieler)
Stefan
Wigger (†2013, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Elma
Karlowa (†1994, jugoslawische Schauspielerin)
Johanna
Matz (†2013, österr. Film- und Theaterschauspielerin).
Johanna Matz nahm Tanzunterricht bei Grete Wiesenthal.
Ballettauftritte als Kind. Bei Helene Thimig und bei Alfred Neugebauer
nahm sie Schauspielunterricht. Engagements am Burgtheater. In ihrem
ersten Film spielt sie eine vom Leben Gebeutelte in
Asphalt
(1951, Regie:
Harald Röbbeling). Weitere Filme waren in den 1950er-Jahren waren
Im weißen Rössl,
Die Försterchristl,
Der Kongress tanzt u.a. Später war sie auch in Fernsehfilmen zu
sehen. In den 1980er-Jahren zog sich die Schauspielerin von der Bühne
zurück. Heute lebt die Schauspielerin in Unterach am Attersee.
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1932:
(Auswahl)
Louise
Dumont, deutsche Schauspielerin und Theaterleiterin, stirbt am
16. Mai im Alter von 70 Jahren.
Hinweise
zum Bild links:
Louise Dumont als Portia in Shakespeares
"Der Kaufmann von Venedig", 1898.
Dieses
Werk ist
gemeinfrei,
weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Urheber:
Unbekannt. Quelle: Berliner Leben, 1. Jahrgang, Heft 7
Irene
Abendroth, deutsche Opernsängerin, stirbt am 1. September.
Der
Maler
Max
Slevogt stirbt im Alter von 63 Jahren.
Der
englische Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und
Dramatiker
Edgar
Wallace stirbt im Alter von nur 56 Jahren an einer
Lungenentzündung. Abgesehen von Fach-, Sachbüchern, Afrika- und
anderen Romanen entstehen in seinem Schriftstellerleben an die
140 Kriminalromane.
--- Am
30. Januar 1933 beruft Reichspräsident Hindenburg Adolf
Hitler zum Reichskanzler. Damit beginnt in Deutschland die
Nazi-Diktatur ---
Einige Filmdaten 1933:
Regisseur
und Schauspieler Reinhold Schünzel, hier 1921 Foto:
Alexander Binder
Dieses Werk
ist
gemeinfrei,
weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Mit
dem Prädikat "künstlerisch" der Filmprüfstelle wird das patriotische U-Boot-Kriegsdrama
Morgenrot
ausgezeichnet. Regie führt
Gustav
Ucicky. Es geht um die Pflichterfüllung eines U-Boot-Kapitäns,
der diese Eigenschaft als höchstes Gut ansieht. In der Hauptrolle ist
Rudolf
Forster zu sehen. Der Film gilt als einer der ersten
Propagandafilme.
Nach
einem Drehbuch von
Walter Reisch dreht
Friedrich Hollaender die
musikalische Komödie
Ich
und die Kaiserin
mit
Lilian Harvey
und Heinz Rühmann.
Am
1. September nutzt die NSDAP den Reichsparteitag in Nürnberg zur
propagandistisch effektvollen Machtinszenierung.
Leni
Riefenstahl dreht hierüber einen Dokumentarfilm.
Lizzi
Waldmüller, hier 1937 im "Kabarett der Komiker"
in "Valencia"
Lizenz:
CC
BY 3.0;
Max
Ophüls dreht das Lustspiel mit
Heinz
Rühmann und
Lizzi
Waldmüller
Lachende
Erben und das Liebesdrama
Liebelei
mit
Magda
Schneider,
Wolfgang
Liebeneiner und
Luise Ullrich.
Der Film hat Mitte März Premiere, aber Ophüls ist zu diesem
Zeitpunkt schon nicht mehr in Deutschland, sondern nach Paris
emigriert.
Reinhold
Schünzel dreht in diesem Jahr zwei Filme:
Saison
in Kairo und
Viktor
und Viktoria.
Um die unglückliche Liebe eines
kleinwüchsigen Sängers geht es in
Ein
Lied geht um die Welt mit
Joseph
Schmidt in der Regie von
Richard
Oswald.
Der Propagandafilm
SA-Mann
Brand
wird in diesem Jahr von
Franz
Seitz sen.
in Szene gesetzt. Es geht um einen Vater/Sohn-Konflikt
in der "braunen" Zeit. Mit
Otto
Wernicke
und
Heinz Klingenberg
in den Hauptrollen.
Von
Carl Froelich, der in diesem Jahr in die NSDAP eintritt und die
Leitung des Gesamtverbandes der Filmherstellung und Filmverwertung
übernimmt, werden u.a. die Filme
Der
Choral von Leuthen
und
Reifende
Jugend nach dem Bühnenstück "Die Reifeprüfung"
von Max Dreyer uraufgeführt. Von
1939 bis 1945 war Carl Froelich Präsident der
nationalsozialistischen
Reichsfilmkammer.
Bis
auf Filmkomponisten und Drehbuchautoren werden die Filmschaffenden
in Deutschland in der "Reichsfachschaft
Film e.V." organisiert. Dazu gehören Regisseure,
Architekten, Ton- und Schnittmeister, die Kameraführenden,
Komparsen, Maskenbildner etc.; Autoren und Komponisten gehören ab
sofort zur "Reichsschrifttumskammer"
bzw. "Reichsmusikkammer".
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1933:
Erich
Kästner veröffentlicht den Jugendroman "Das fliegende
Klassenzimmer".
Lion
Feuchtwanger schreibt
"Die
Geschwister Oppenheim".
Wikipedia schreibt: "Die ersten beiden Auflagen des
Romans erschienen 1933 und 1935 unter o.g. Titel und nach 1935 unter
dem Titel "Die
Geschwister Oppermann", da ein deutscher Nationalsozialist mit dem Namen
Oppermann durch Drohungen gegen den noch in Deutschland lebenden
Bruder Feuchtwangers eine Namensänderung erzwang. Alle späteren
Auflagen trugen dann den ursprünglichen Titel".
Musikalisches 1933:
Einige
Schlager des Jahres waren:
"Hoppla, jetzt komm' ich" und
"Immer wenn ich glücklich bin" (beide Hans Albers)
"Ein Lied geht um die Welt" (Joseph Schmidt)
"Bei
der blonden Kathrein"
"Schön ist jeder Tag, den du mir
schenkst, Marieluise"
"Mein Mädel ist nur eine
Verkäuferin"
Zeitgeschichte
1933:
Heinrich
Mann legt auf Druck der NSDAP die Präsidentschaft über die
Dichtkunstsektion der Preußischen Akademie der Künstle nieder. Aus
dem gleichen Grund tritt auch
Käthe
Kollwitz aus der Akademie aus, ebenso der Maler
Max
Liebermann.
Katia
und Thomas Mann, 1955
Foto: Abraham
Pisarek, 1955
Erlaubnis zur
Veröffentlichung wurde erteilt am 19.05.017
Thomas
Mann, hier in seinem Arbeitszimmer, 1954 im Exil in Kilchberg/Schweiz
Foto: Fritz
Eschen, 1954.05.07
Ende
Februar fliehen
Helene
Weigel und
Bertolt
Brecht nach Prag ins Exil.
In Berlin wird der KPD-Vorsitzende
Ernst
Thälmann in seinem Versteck verhaftet.
Der Schriftsteller
Thomas
Mann verzichtet auf eine Rückkehr nach Deutschland und lässt
sich in der Schweiz nieder.
Anfang
April beginnt in Deutschland ein Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte
und Rechtsanwälte. SA-Angehörige gehen gewalttätig gegen Juden
und solche Personen vor, die den Boykott ablehnen. Die Stadt
Nürnberg untersagt Juden das Besuchen öffentlicher Bäder.
In
den Maitagen des Jahres werden
"Bücherverbrennungen"
organisiert. Von "Feuersprüchen" begleitet wurden Werke
von Philosophen, Wissenschaftlern, Lyrikern, Romanautoren wie
politischen Schriftstellern den Flammen übergeben. Unter
Beteiligung von Rektoren und Professoren verbrannten auf riesigen
Scheiterhaufen u.a. die Bücher von
Karl Marx,
Heinrich Heine,
Sigmund
Freud,
Thomas Mann,
Heinrich
Mann,
Erich Maria Remarque,
Bertolt
Brecht,
Erich Kästner,
Kurt
Tucholsky,
Carl von Ossietzky
und Alfred Kerr.
Berliner
Gedenktafel für Heinrich Mann in der Fasanenstraße 61 in
Berlin-Wilmersdorf Urheber:
Doris Antony, Berlin, GFDL and CC-BY-SA-2.5
In
Dachau wird das erste Konzentrationslager des NS-Staates eröffnet.
Martin
Niemöller, evangelischer Pfarrer, gründet eine
Widerstandsbewegung gegen den NS-Staat (Pfarrernotbund).
Am
1. Januar wird das politische Kabarett
"Die
Pfeffermühle" in München eröffnet. Initiatoren sind u.a.
Therese
Giehse und
Erika und
Klaus Mann
sowie Markus Henning.
Nur wenige Wochen nach der höchst erfolgreichen Premiere musste
die Truppe vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen.
Die
Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer
Urheberrechte (STAGMA), im Jahr 1947 in
GEMA
umbenannt, erhält in Deutschland das Monopol zur Wahrnehmung von
Musikaufführungsrechten.
Schauspieler
Hilmar Thate (li.), Wolfgang Bayer, Cox Habema und Eberhard
Esche (re.), 1971
Quelle:
Nationaal Archief
Urheber:
Joost Evers / Anefo
Diese
Datei ist unter der
Creative-Commons-Lizenz
„Namensnennung
– Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Niederlande“
lizenziert.
Folgende
Prominente werden
1933 geboren :
(Auswahl)
Klaus
Abramowsky (†1998, deutscher Schauspieler)
Karl-Otto
Alberty (†2015, deutscher Schauspieler)
Brigitte
Antonius (österr. Schauspielerin, TV-Serie "Rote Rosen")
Edgar
Bessen (†2012,
deutscher Schauspieler)
Horst
Buchholz (†2003, deutscher Schauspieler)
Dalida
(†1987, französische Sängerin und Schauspielerin
italienischer Abstammung)
Peter
Ehrlich (†2015, deutscher Schauspieler und Regisseur)
Eberhard
Esche (†2006, deutscher Film- und Theaterschauspieler)
Maxl
Graf (†1996, deutscher Volksschauspieler)
Ludwig Haas
(†2021, dt.
Schauspieler; wird bekannt durch die Rolle des Dr. Ludwig Dressler in der Dauerserie
"Lindenstraße")
Marianne
Hold (†1994, deutsche Schauspielerin)
Johanna
von Koczian (†2024, deutsche Schauspielerin, Sängerin und
Schriftstellerin)
Helmut
Lohner (†2015, österr. Schauspieler und
Theaterregisseur
Christel
Merian (†2012, deutsche Schauspielerin und
Synchronsprecherin
Dieter
Pröttel (†2022, deutscher
Fernsehshow- und Filmregisseur
Emil
Steinberger (Schweizer Kabarettist, Schauspieler, Regisseur und
Schriftsteller
Jean-Marie
Straub (†2022, Drehbuchautor und Regisseur
Johannes
Schaaf (†2019, Film- und Opernregisseur, auch Schauspieler
Walter
Schmidinger (†2013, österr. Schauspieler)
Tod bekannter Persönlichkeiten 1933:
(Auswahl)
Die Künstlerin litt an Tuberkulose. Um
weiterhin als Schauspielerin tätig zu sein, wird sie, um ihre
Schmerzen zu lindern, morphiumabhängig. Sie stürzt sich aus
dem Fenster eines Londoner Hotels.
Ihre Urne wurde auf Veranlassung ihrer
Mutter auf dem
Ohlsdorfer Friedhof
in Hamburg beigesetzt. Ihr Grabstein wurde in den 2001 eröffneten
Garten der Frauen
verlegt. In der Kirche in Shipley befindet sich noch heute eine von
Freunden gestiftete Plakette mit der Inschrift „renowned for genius
in dramatic art“. 2005 wurde ein Gemälde von Anny Ahlers im
englischen Kunsthandel für umgerechnet 150.000 Euro angeboten und
von einem Privatsammler erworben.
Im August 2021 erhielt auf Beschluss des
Hamburger Senats ein Fußweg zwischen Zirkusweg und
Bernhard-Nocht-Straße im Stadtteil St. Pauli den Namen
Anny-Ahlers-Weg.
Hinweis zum Foto:
Das Bild wurde im April 1932
aufgenommen.Quelle:
Bibliothèque nationale de France,
Dieses Werk ist
gemeinfrei,
weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Karl-Otto Alberty, *13. November 1933, stirbt am 25.
April 2015
Weißblonder, stämmiger Schauspieler mit internationaler
Filmkarriere, der überwiegend auf brutale, teutonische Typen
abonniert ist und der unsympathische Typen spielt. Alberti hatte
eine Lehre in der Modebranche durchlaufen und sich anschließend als
Amateurboxer in der Mittelgewichtsklasse versucht, bevor er als
Schauspieler im August 1959 am Konstanzer Stadttheater erstmals auf
der Bühne stand. Im November 1960 verließ er die Bodensee-Stadt und
übersiedelte nach Berlin. Dort erfolgte noch im selben Jahr sein
Kinodebüt; ab 1962 konnte man Alberty auch in US-Produktionen sehen,
wie z.B. an der Seite von Clint Eastwood in "Stoßtrupp Gold".
Einige seiner Filme waren:
Und so was nennt sich Leben (D, 1960),
Gesprengte Ketten (The
great Escape) (USA, 1962),
Das Haus in der Karpfengasse (D, 1963),
Geheimauftrag K
(Assignment K.) (GB 1967),
Auf der Reeperbahn nachts um halb eins (1969,
Plattuß
am Nil (I, 1979) u.v.m.
Quelle: „Lexikon der deutschen Film- und
TV-Stars“ von Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz – mit freundlicher
Erlaubnis des Autoren Berndt Schulz und "Das große Personenlexikon des
Films" von Kay Weniger, Bd. 1, Seite 27/28 - mit seiner freundlichen
Erlaubnis)
Julius
Falkenstein,
geboren
25.2.1879, stirbt am 9.12.1933.
Falkenstein
bekam um 1904/05 sein erstes Engagement in Berlin. In den folgenden
Jahren war er zumeist an Berliner Bühnen zu sehen,
zwischenzeitliches Engagement in Düsseldorf und Wien.
Falkenstein, der vor allem wegen seiner
komödiantische Qualitäten geschätzt war, ging häufig auf
Gastspielreisen und betätigte sich mehrmals selbst als Spielleiter.
Ab 1914 wurde er
auch im Film eingesetzt. Seine Rollen waren meist klein, aber dank
seiner Markenzeichen Glatze und Monokel sehr einprägsam. Er spielte
Adlige, Militärpersonen, Direktoren, ebenso wie Sekretäre und
Buchhalter, manchmal in bis zu 20 Produktionen pro Jahr. Daneben
fand er immer noch Zeit für Theatereinsätze, zuletzt an der
Komischen Oper und im Theater am Kurfürstendamm. Er schrieb auch
selbst eine Komödie namens Julie,
die mit Erfolg aufgeführt wurde. Der Machtantritt der
Nationalsozialisten beendete 1933 jäh die Karriere des Juden Julius
Falkenstein. Zwar bekam er eine Sondergenehmigung, wurde aber nach
März 1933 nur noch ein einziges Mal im Film eingesetzt. Er starb an
einer Gehirnhautentzündung. Sein Grab befindet sich auf dem
jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.
(Quelle: Wikipedia)
Hinweis zum Foto Julius Falkenstein:
Foto von Alexander Binder, Berlin, etwa 1922.
Die
Politikerin und Frauenrechtlerin
Clara
Zetkin stirbt in Archangelskoje (bei Moskau).
Regisseur
und Schauspieler Reinhold Schünzel, hier 1921 Foto: Alexander
Binder
Dieses Werk ist
gemeinfrei,
weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Einige Filmdaten 1934:
Premiere
des Frank Capra-Films
Es
geschah in einer Nacht mit Clark Gable
und Claudette Colbert. Dies ist der erste Film, der
OSCARs in den fünf wichtigsten Kategorien (bester Film, beste Regie,
bestes Drehbuch, bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin)
gewinnen kann.
Von
Harry Piel kommt der
utopische Abenteuerfilm
Der
Herr der Welt mit
Sybille
Schmitz und
Siegfried Schürenberg.
Für
die Zensurprüfung der anstehenden Filmprojekte muss ab 1934 der
Reichsfilmdramaturg entscheiden, welche Filme verfilmt werden
dürfen. Nach Fertigstellung des Films wird dann nochmals von der
Filmprüfstelle entschieden, ob der Film in die Kinos kommt.
Die Hauptaufgabe dieser Institution besteht darin, Filme zu
verhüten, die unzeitgemäße Stoffe liefern.
Paula
Wessely, 1935
Quelle:
Wikimedia
Commons aus Dr. Oskar Kalbus: "Vom Werden deutscher
Filmkunst. 2. Teil: Der Tonfilm"
Gustav
Ucicky erhält für seinen Film
Flüchtlinge
mit Hans Albers und
Käthe
von Nagy den erstmals als Wanderpreis ins Leben gerufenen
"Nationalpreis".
In
den seit diesem Jahr stattfindenden Filmfestspielen in Venedig
erhalten Walter Reisch und
Willy
Forst den Preis für das beste Drehbuch in
Maskerade
mit
Paula
Wessely und
Adolf
Wohlbrück.
Thea von Harbou dreht das
Liebesdrama
Elisabeth
und der Narr mit
Hertha Thiele
und
Fritz Alberti
in den Hauptrollen.
Weitere Filme sind
Gold
(SF-Film über die Herstellung von Gold) mit
Hans
Albers und
Brigitte
Helm
und das Liebesdrama
So
endet eine Liebe
mit
Paula
Wessely und
Willi
Forst, beide von
Karl
Hartl. Weiterhin
Der
verlorene Sohn, Regie, Drehbuch und Darsteller
Luis
Trenker.
Nach dem Roman von Ludwig von Wohl dreht
Reinhold
Schünzel die Komödie
Die
englische Heirat
mit
Adele
Sandrock,
Renate Müller und
Fritz
Odemar.
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1934:
Erich
Kästner schrieb die humorige Geschichte "Drei Männer im
Schnee".
An
der Wiener Staatsoper hat die Franz Lehár-Operette "Giuditta"
unter der Leitung des Komponisten Uraufführung.
Musikalisches 1934:
Einige
Schlager des Jahres waren:
"Gitarren
spielt auf" (Comedian Harmonists)
"Kannst du pfeifen,
Johanna"
"Wir wollen Freunde sein für's ganze
Leben"
"Vor meines Vaters Haus steht eine Linde"
"Du schwarze Zigeuner"
"So oder so ist das
Leben"
Zeitgeschichte
1934:
Der
erste Waschsalon wird in den Vereinigten Staaten eröffnet.
Die
Produktionsfirma
20th
Century Fox wird gegründet.
Der
Fernsehsender Paul Nipkow führt in der Berliner
Krolloper die erste
Fernsehübertragung in Deutschland durch.
(Wikipedia)
Der
seit 1931 musikalische Leiter der Bayreuther Festspiele,
Wilhelm
Furtwängler, wird Ende d. J. von all seinen Ämtern enthoben,
weil er sich für den jüdischen Komponisten
Paul
Hindemith eingesetzt hatte. Furtwängler war einer der
bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhundert.
Albert
Einstein wird aus dem Deutschen Reich ausgebürgert.
Die
Evangelische
Kirche distanziert sich deutlich vom NS-Staat. (Weitere
Informationen)
Urheber
C. Grube
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3.0 nicht portiert“ lizenziert
Rudi
Carrell, hier 1980
Quelle:
Nationaal Archief
Urheber:
Fernando Pereira / Anefo
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– Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Niederlande“
lizenziert.
Heinrich
Himmler, Reichsführer SS, übernimmt die Befehlsgewalt über die
Konzentrationslager, dazu werden SS-Wachmannschaften eingeführt.
In
Japan wütet ein Taifun, vernichtet die Reisernte und nimmt 1600
Menschen mit in den Tod.
Der
Rennfahrer
Hans
Stuck gewinnt 31jährig die 'Großen Preise' für Deutschland,
der Schweiz und der Tschechoslowakei, erstmals fährt er den neuen
Auto-Union-Wagen.
Folgende
Prominente werden
1934 geboren: (Auswahl)
Peter
Berling (†2017, deutscher Filmproduzent, Schriftsteller und
Schauspieler)
Manfred
Bieler (†2002, deutscher Regisseur und Drehbuchautor)
Alfred
Biolek (†2021, Moderator, Journalist, Fernsehproduzent)
Rudi
Carrell (†2006, niederländischer Showmaster u. Entertainer)
Claus
Eberth (†2009, deutscher Schauspieler)
Wolf
Euba (†2013, deutscher Schauspieler, Regisseur und
Rezitator)
Uwe
Friedrichsen (†2016, deutscher Schauspieler, Hörbuch-
und Synchronsprecher)
Roland
Gräf (†2017, DEFA-Filmregisseur, Drehbuchautor, Kameramann)
Eva-Maria
Hagen (†2022, deutsche Schauspielerin, Sängerin, Malerin, Autorin)
Roman Herzog
(†2017, Jurist, 1994-1999 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland)
Uwe
Johnson (†1984, deutscher Schriftsteller; sein
Hauptwerk ist der vierbändige Roman
"Jahrestage")
Udo
Jürgens (†2014, Sänger, Komponist; er besaß neben
der österreichischen seit 2007 auch die Schweizer Staatsbürgerschaft)
Hellmuth
Karasek (†2015, deutscher Journalist, Autor, Literaturkritiker)
Yaak
Karsunke (†2025, deutscher Schriftsteller und Schauspieler)
Pit
Krüger (†2003, deutscher Schauspieler, Sänger und Komiker)
Nana
Mouskouri (griechische Sängerin,
feierte in Deutschland große Erfolge)
Ulrich
Plenzdorf (†2007, Drehbuchautor, Dramaturg und Schriftsteller:
Weite
Straßen - stille Liebe,
Die
Legende von Paul und Paula)
Wolfgang
Rademann (†2016, deutscher Journalist und Fernsehproduzent:
Die
Schwarzwaldklinik,
Das
Traumschiff)
Herbert
Rosendorfer (†2012, deutscher Journalist,
Karikaturist und Schriftsteller)
Peter
Schamoni (†2011, Regisseur und Produzent)
Herrmann
Zschoche (Drehbuchautor und DEFA-Regisseur:
Hälfte
des Lebens,
Weite
Straßen - stille Liebe)
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1934:
(Auswahl)
Max
Pallenberg, österreichischer Schauspieler, Sänger und Komiker,
der häufig unter der Regie von
Max Reinhardt
spielte, stirbt mit 56 Jahren. 1931 war Pallenberg als Kassierer neben
Heinz Rühmann in
Fritz Kortners
Der
brave Sünder zu sehen.
Wilhelm
Diegelmann, Schauspieler, der bereits 1913 auf der Leinwand zu
sehen war. Seinen letzten Auftritt hat der Mime mit einer
kleinen Rolle als Wirt in dem 1929 gedrehten Propagandafilm
Hans
Westmar - Einer von vielen.
Hansi
Niese, österreichische Schauspielerin und Soubrette (Sopran),
stirbt 59jährig in Wien.
Senta
Söneland, Schauspielerin, nahm sich nach dem plötzlichen Tod
ihres Ehemannes das Leben.
Marie
Curie stirbt im Alter von 66 Jahren.
Der
Schriftsteller
Joachim
Ringelnatz wird nur 51 Jahre alt.
Der
deutsche Dichter
Erich Mühsam
stirbt nach Misshandlungen im KZ Oranienburg.
1935
Einige
Filmdaten:
Leni
Riefenstahl
(Schauspielerin,
Kamerafrau, Drehbuchautorin, hier in "SOS Eisberg"
aus dem Jahr 1933, Regie: Arnold Fanck)
Dieses Werk
ist
gemeinfrei,
weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.
Die
Regisseurin
Leni
Riefenstahl erhält den "Nationalpreis für Film". Es
geht um ihren Film über den Reichsparteitag 1934 in Nürnberg mit
dem Titel
Triumph
des Willens, der im Ufa-Palast feierlich uraufgeführt
wird. Hier wird die Ideologie des NS-Staates genauestens
wiedergegeben. Der Film enthält Paraden und Aufzüge sowie
zahlreiche Auszüge aus Reden verschiedener NS-Funktionäre. (Leni
Riefenstahl gilt wegen ihrer Nähe zum Machtapparat des
Nationalsozialismus als eine der umstrittensten und kontrovers
diskutiertesten Personen der deutschen Filmgeschichte, doch mit
ihren innovativen Arbeiten als Regisseurin und Fotografin hinterließ
sie künstlerisch nachhaltige Spuren, setze hinter der Kamera neue
Maßstäbe in der filmischen Reportage.) -
Quelle:
www.steffi-line.de
Gustav Ucicky
dreht den "staatspolitisch wertvollen" Film
Das
Mädchen Johanna, ein Historienfilm über die Jungfrau von
Orleans, mit
Angela
Salloker als Titelheldin, weiterhin
Gustaf
Gründgens,
Heinrich
George und
René Deltgen.
Regine
(nach der gleichnamigen Novelle von Gottfried Keller) von
Erich
Waschneck. In diesem Liebesdrama spielen
Luise
Ullrich und
Adolf
Wohlbrück mit.
Von
Harry Piel kommt der Film
Artisten
in die Kinos, hier ist Piel Regisseur und Akteur, außerdem ist
Hilde
Hildebrandt mit von der Partie.
In diesem Jahr dreht
Douglas
Sierck (Detlef Sierck) sein
erstes Melodram mit dem Titel
Das
Mädchen vom Moorhof, die Geschichte einer unglücklichen
Liebe, mit Hansi Knoteck,
Ellen
Frank,
Eduard von Winterstein
und Kurt Fischer-Fehling in den
Hauptrollen.
Im
Berliner
Harnack-Haus
wird das
Reichsfilmarchiv
eröffnet.
Ein weiterer Film von Sierck ist die
Verwechslungskomödie
April,
April! mit
Carola Höhn und
Albrecht Schönhals.
Liesl
Karlstadt,
Karl Valentin und
Adele
Sandrock sind die Protagonisten der spritzigen Komödie von
Erich
Engels:
Kirschen
in Nachbars Garten.
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1935:
In
Wien wird der Operettenfilm "Im weißen Rößl" mit
Theo
Lingen (1903-1978) uraufgeführt.
Uraufführung
der Oper "Die schweigsame Frau" von
Richard
Strauss in Dresden. Trotz des Erfolgs wird sie verboten, da das
Libretto von dem jüdischen Schriftsteller
Stefan
Zweig geschrieben ist. Strauss tritt bald darauf von seinen öffentlichen
Ämtern zurück.
Jean
Giraudoux schreibt das Drama "Der trojanische Krieg
findet nicht statt".
Von
Heinrich
Mann kommt der Roman "Die Jugend des Königs Henri Quatre".
Alfred
Döblin gibt den Roman "Pardon wird nicht gegeben"
heraus: Im Berlin der 1920er Jahre versucht eine Witwe, sich mit
ihrem drei minderjährigen Kindern irgendwie durchzuschlagen.
Nachdem sie in aller Not einen Suizid versucht hat, richtet sich ihr
Augenmerk jahrelang nur noch auf die Karriere ihres ältesten
Sohnes. Dem Sohn gelingt auch tatsächlich der wirtschaftliche
Aufstieg ...aber leider kommt ihm die Wirtschaftskrise dazwischen.
Wolfgang
Langhoff schreibt den Bericht "Die Moorsoldaten - 13
Monate Konzentrationslager". Nach der Übersetzung durch
Lilo
Linke ins Englische fand dieser Bericht weltweit Beachtung und
gilt als einer der ersten Augenzeugenschilderungen der Brutalität
in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Langhoff war Gründungsmitglied
des
Nationalkomitees
Freies Deutschland in der Schweiz.
Uraufführung
im Titania-Palast in Steglitz-Zehlendorf am 20.12.1935 zum Film
"Kirschen in Nachbars Garten"
-
Leuchtreklame bei Nacht und Schnee -
Quelle:
Deutsche
digitale Bibliothek Diese
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3.0 nicht portiert“ lizenziert. Urheber:
Willy
Pragher
Musikalisches 1935:
Einige
Schlager des Jahres waren:
"Ob blond, ob braun, ich liebe alle
Frau'n" (Jan Kiepura)
"Heut' ist der schönste Tag in
meinem Leben" (Joseph
Schmidt)
"Schön ist die Liebe im
Hafen" aus dem Tonfilm HERZ IST TRUMPF
"Nachts ging das Telefon"
Im
Februar erhalten die
Comedian
Harmonists ein komplettes Auftrittsverbot.
Zeitgeschichte
1935:
Am
15. September 1935 werden auf dem NSADP-Parteitag die "Nürnberger
Gesetze" beschlossen, wobei das eklatanteste Gesetz das
"Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen
Ehre" ist: "Eheschließungen mit Juden werden untersagt.
Ab sofort werden Juden fortschreitend unter Ausnahmerecht
gestellt".
Von
Eugen
Hadamovsky wird an drei Abenden in der Woche vom
Fernsehversuchssender
Paul Nipkow zwischen 20:30 und 22:00 Uhr vom Berliner Funkturm
aus das erste regelmäßige Programm ausgestrahlt, welches aus
Filmen und Teilen der Wochenschau besteht. Für Bürger, die keinen
Fernseher besitzen (und das sind die meisten), werden
"Fernsehstuben" eingerichtet.
Im
August 1935 wird die Großglockner-Hochalpenstraße eröffnet.
Im
Juni 1935 baut Ferdinand Porsche einen Prototypen des künftigen
VW-Käfers.
Der
verschärfte
Paragraf
175, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen
Geschlechts unter Strafe stellt, tritt in Kraft.
Er bleibt in dieser
Fassung (man glaubt es kaum!) bis 1969 bestehen.
Mehr
als 700 Pfarrer der Bekennenden Kirche werden verhaftet, darunter
auch Pfarrer
Martin
Niemöller.
Im
September treffen sich in Paris 51 prominente Emigranten
verschiedener politischer Richtungen zu Beratungen über eine
Volksfront gegen das NS-Regime, unter ihnen
Heinrich
Mann,
Egon
Erwin Kisch und
Lion
Feuchtwanger.
In
Berlin wird die neu errichtete Deutschlandhalle mit Platz für
20.000 Personen eingeweiht.
Folgende
Prominente werden
1935 geboren: (Auswahl)
Wilhelm
Wieben, 2010
Lizenz:
Creative Commons by-sa-3.0 de
Volker
Brandt auf dem WDR5-Literaturmarathon während der lit.Cologne
2008
Urheber:
Elke Wetzig (Elya)
Diese
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– Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“
lizenziert.
Doris
Abeßer (†2016, deutsche Schauspielerin, Hörspiel-
und Synchronsprecherin)
Percy
Adlon (†2024, Film- und Fernsehregisseur, Autor, Produzent)
Elga Andersen
(†1994, deutsche Schauspielerin und Sängerin)
Herb
Andress (†2004, österr. Schauspieler)
Michael
Ballhaus (†2017, deutscher Kameramann)
Rolf
Becker (deutscher Schauspieler und Synchronsprecher; leiblicher
Vater des Schauspielers
Ben
Becker)
Achim
Benning (†2024, deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und
Intendant)
Volker
Brandt (deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Charles
Brauer (deutscher Schauspieler)
Erich
von Däniken (Schweizer Schriftsteller)
Ursula
Dirichs (†2022, deutsche Schauspielerin)
Christian
Doermer (†2022, auch Filmemacher, Regisseur, Produzent und
Drehbuchautor)
Jürgen
Feindt (†1978, deutscher Schauspieler, Komiker und Tänzer)
Anneli
Granget (†1971,
deutsche Schauspielerin)
Brigitte
Grothum (deutsche Schauspielerin)
Michael
Günther (deutscher Regisseur, Schauspieler, Synchronsprecher
und Übersetzer)
Dieter
Hallervorden (Kabarettist, Schauspieler)
Ezard
Haußmann (†2010, deutscher Schauspieler)
Wilfried
Herbst (deutscher Schauspieler, Kabarettist und
Synchronsprecher)
Ursula
Herwig (†1977,
Synchronsprecherin)
Ursula
Hinrichs (deutsche Schauspielerin)
Anaid
Iplicjian (deutsche Schauspielerin)
Horst
Janson (†2025, deutscher
Schauspieler)
Monika John
(deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin)
Winfried
Junge (deutscher Dokumentarist:
"Die Kinder von Golzow")
Wolfgang
Kaus (†2018, deutscher Schauspieler und Regisseur)
Siegfried
Kühn (deutscher Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus
Münster (deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Klaus
Piontek (†1998, deutscher Schauspieler)
Petra
Schürmann (†2010, Fernsehmoderatorin
und -ansagerin)
Hans
Jürgen Syberberg (deutscher Regisseur)
Roland Gräf
(†2017, DEFA-Filmregisseur, Kameramann, Drehbuchautor)
Peter
Thom (†2005, deutscher
Schauspieler)
Wilhelm
Wieben (†2019, Fernsehmoderator, Schauspieler und Autor)
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1935:
(Auswahl)
Alexander
Moissi, österreichischer Schauspieler albanischer Herkunft.
Wikipedia schreibt
u.a.:
"Moissi war der Protagonist des modernen,
zerrissenen, morbiden Menschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Seine berühmtesten Rollen waren der Oswald in Henrik Ibsens
Gespenster, Fedja in
Der
lebende Leichnam von Leo Tolstoi und Jedermann in Max Reinhardts
Inszenierung von Hugo von Hofmannsthals gleichnamigem Stück 1920 am
Salzburger Domplatz." Moissi starb an den Folgen einer
Lungenentzündung.
Paul
Askonas, österreichischer Schauspieler, der im Jahr 1921 in
dem ungarischen Spielfilm
Drakula halála, auf deutsch:
Draculas
Tod, den Titelhelden spielt.
Der
Maler
Max Liebermann stirbt 87jährig in Berlin. Liebermann war ein
bedeutender Vertreter des Impressionismus. Der Berliner Ehrenbürger
wurde wegen seiner jüdischen Abstammung mit einem Berufsverbot
belegt und aller Ämter enthoben.
Der
Journalist und Schriftsteller
Kurt
Tucholsky, der auch unter den Pseudonymen
Kaspar Hauser,
Peter
Panter, Theobald Tiger und
Ignaz Wrobel schreibt, begeht im schwedischen Exil Selbstmord.
Wikipedia schreibt: Tucholsky zählt zu den bedeutendsten
Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter
Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift
Die
Weltbühne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der
Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor,
Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker. Er verstand sich
selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist
und warnte vor der Erstarkung der politischen Rechten – vor
allem in Politik, Militär und Justiz – und vor der Bedrohung
durch den Nationalsozialismus.
Einige
Filmdaten 1936:
Der
Spielfilm
Moderne
Zeiten von und mit
Charles
Chaplin wird uraufgeführt.
Bei
den Filmfestspielen in Venedig wird der
Luis
Trenker-Film
Der
Kaiser von Kalifornien als bester ausländischer Film
ausgezeichnet.
Uraufführung
von "Fury" (dt. Titel
Blinde
Wut), dem ersten in den USA gedrehten Film des 1933
emigrierten Fritz Lang.
Der
erste deutsche Spielfilm in Farbe
Das
Schönheitsfleckchen wird uraufgeführt.
Leni
Riefenstahl dreht den zweiteiligen Dokumentarfilm
Olympia
über die Sommerspiele von 1936, der zu den bekanntesten Filmen des
Nationalsozialismus gehört.
Von
und mit
Luis
Trenker kommen zwei Filme in die Kinos:
Condottieri
(Darsteller, Regie, Drehbuch, Vorlage) und
Der
Kaiser von Kalifornien (Darsteller, Regie, Drehbuch und
Produzent). Zitat von Joe Hembus (Western Lexikon): "Der
Kaiser von Kalifornien ist trotz der deutschen Western-Schwemme
der sechziger Jahre einer der besten deutschen Western geblieben:
Rhythmus und Realismus der Reise nach Kalifornien, der Massenszenen
beim Aufbau von Nova Helvetia und der Szenen auf den Goldfeldern
sind allem, was vergleichbare deutsche und sogar die meisten
amerikanischen Produktionen der Zeit zu bieten hatten, weit voraus".
Detlef
Sierck dreht das Melodram
Schlussakkord
mit
Lil Dagover als Charlotte
Garvenberg und
Willy Birgel
als Dirigent Garvenberg: Ohne zu wissen, wen er da als Erzieherin (Maria
von Tasnady) für seinen adoptierten Sohn einstellt, verliebt
sich Garvenberg in die leibliche Mutter des Sohnes Peter.
Für
die Staatspolitik "besonders wertvoll" ist auch das
nationalsozialistisch gefärbte Psychodrama um einen versponnenen
Lehrer:
Traumulus
von Carl Froelich, nach einem Drehbuch
von
R.
A. Stemmle. Als weiteren "staatspolitisch künstlerisch
besonders wertvollen" Film ist auch der von
Karl
Ritter in Szene gesetzte Spionagefilm
Verräter
zu werten.
Das
Mädchen Irene
von
Reinhold
Schünzel, mit
Lil Dagover als
Modeschöpferin Jennifer Lawrence, läuft in den Kinos.
Hans Kyser dreht
Der
Kurier des Zaren
mit
Adolf
Wohlbrück in der Hauptrolle.
Paul Hörbiger ist zu sehen als
Lumpazivagabundus
(Knieriem) in
Géza
von Bolvárys (österreichischen Komödie nach Motiven des
Dichters Johann Nestroy. Vom gleichen Regisseur gab es in diesem
Jahr noch weitere Filme, u.a.
Das
Schloss in Flandern
und
Die
Entführung.
Der
Schauspieler
Paul
Hörbiger,
E.
W. Emo und ein österreichischer Konsul gründen in Berlin die
Algefa-Filmgesellschaft.
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1936:
Klaus
Mann veröffentlicht den Roman "Mephisto".
Der
Südstaaten-Roman "Vom Winde verweht" von Margaret
Mitchell erscheint.
Der Roman erschien am 30. Juni 1936 und
wurde sogleich einer der größten Bestseller in der Geschichte der
amerikanischen Literatur; bereits im Oktober waren mehr als eine
Million Exemplare verkauft worden. 1937 wurde Mitchell für den Roman
mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Bis heute wurden weltweit rund
30 Millionen Exemplare verkauft. 1939 kam die von David O. Selznick
produzierte
gleichnamige Verfilmung in die US-amerikanischen Kinos, die zu
einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten wurde.
Ernest
Hemingway veröffentlicht die Kurzgeschichte "Schnee
auf dem Kilimandscharo".
Zeitgeschichte
1936:
Vom
1. - 16. August finden in Berlin die 11. Olympischen Sommerspiele
statt. Der amerikanische Leichtathlet Jesse
Owens gewinnt vier Goldmedaillen. Die deutschen Kunstturner
Konrad
Frey (1909-1974) und
Alfred
Schwarzmann (1912-2000) gewinnen insgesamt 11 Medaillen, davon 6 in
Gold.
Einige
Schlager des Jahres sind:
"Auf der Reeperbahn nachts um halb
eins" (Hans Albers)
"Ich wollt, ich
wär' ein Huhn" (gesungen von Lillian Harvey und Willy Fritsch)
"Komm' spiel' mit mir Blindekuh"
(sang Hilde Hildebrand)
"Wenn die Sonne
hinter den Dächern versinkt" (sang auch Udo Lindenberg auf
seinem 1986 herausgegebenen Album PHOENIX)
"Was du mir erzählt hat
von Liebe und Treu" (von Schauspielerin Camilla Horn)
"Du sollst mein Glücksstern
sein" (vermutl. aus dem Film mit Gene Kelly und Debby Reynolds
"Du sollst mein Glücksstern sein")
Klaus
Löwitsch, 1988
Foto:
Werner Bethsold
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Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international“
Nur
noch Mitglieder der
Hitlerjugend
sollen in Deutschland für die Beamtenlaufbahn zugelassen werden.
Die Hitlerjugend (HJ) wird offiziell zur "Staatsjugend"
erklärt.
Das
US-amerikanische Magazin The Billboard veröffentlicht
erstmals auf der Welt eine Hitparade beliebter Musiktitel.
Durch
ein k.o. in der 12. Runde besiegt
Max
Schmeling in New York den bis dahin ungeschlagenen Amerikaner
Joe Louis.
In
Berlin heiraten die Schauspieler
Marianne
Hoppe (1911-2002) und
Gustaf
Gründgens.
Sepp
Herberger übernimmt als Trainer die deutsche
Fußballnationalmannschaft.
Nach
dreijähriger Zurückhaltung in politischen Fragen erscheint Thomas
Manns öffentliche Absage an das nationalsozialistische
Deutschland in der "Neuen Zürcher Zeitung". Im Dezember
wird ihm die deutsche Staatsbürgerschaft und das Bonner
Ehrendoktorat, welches ihm 1919 verliehen wurde, aberkannt. Thomas
Mann wird tschechoslowakischer Staatsbürger.
Klaus
Doldinger, Komponist, Saxophonist, Klarettist, 2009
Autor:
Stephan Wirwalski
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Folgende
Prominente werden
1936 geboren:
(Auswahl)
Rainer
Brandt (†2024, deutscher Schauspieler, Synchronsprecher und
Synchronregisseur)
Peter
Sodann (†2024, deutscher Schauspieler, Regisseur und
Theaterintendant)
Elisabeth
Volkmann (†2006, deutsche Schauspielerin
und Synchronsprecherin)
Klaus
Löwitsch (†2002,
deutscher Schauspieler, Tänzer )
Elisabeth
Orth (†2025, österr. Kammerschauspielerin)
Jürgen
Hentsch (†2011,
deutscher Schauspieler)
Sabina
Sesselmann (†1998, deutsche Schauspielerin)
Arthur
Brauss (deutscher Schauspieler)
Klaus
Jepsen
(†2005,
deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Rex Gildo
(†1999,
deutscher Sänger, Tänzer und Schauspieler)
Gerd
Böttcher (†1985,
deutscher Schlagersänger)
Alice
und Ellen Kessler ("Kessler Zwillinge",
Sängerinnen,
Tänzerinnen)
Klaus
Doldinger (Klarinettist, Saxophonist, Komponist Titelmusik "Das Boot")
Lothar
Warneke (†2005, deutscher Regisseur und Drehbuchautor)
Gudrun Ritter (deutsche Schauspielerin)
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1936: (Auswahl)
-
Schauspieler
Max
Schreck (*1979 -
Nosferatu
- Eine Symphonie des Grauens)
-
Rudyard
Kipling, Autor des "Dschungelbuchs" stirbt im Alter von 70
Jahren in London
-
Der russische Schriftsteller
Maxim
Gorki (*1868, bekannt wurde "Wassa
Schelesnowa")
Einige
Filmdaten 1937:
Zarah
Leander in "Der blaue Nachtfalter"
Regie:
Wolfgang Schleif, 1959
Mit
Erlaubnis
PIDAX-Film
In
diesem Jahr präsentiert die Ufa einen gewaltigen Kassenschlager:
Zarah
Leander gewinnt die Herzen der deutschen Zuschauer mit
Detlef
Siercks Liebesdrama
Zu
neuen Ufern, in dem sie als Music-Star Gloria Vane ihre
wunderbare Stimme zum Besten gibt mit u.a. den Songs "Yes,
Sir" und "Ich steh' im Regen". Der Film wird ein so großer Erfolgt, dass die Ufa noch einen weiteren Film mit ihr
abdreht und Ende des Jahres in die Kinos bringt. In
La
Habanera, ein weiterer Sierck-Film, mimt sie eine junge Schwedin,
die sich in der Karibik in den falschen Mann (Ferdinand
Marian) verliebt. Beim Kinostart 1937 war der Film mit einem
Jugendverbot
eingestuft. Hier singt Zarah den Titel "Der Wind hat mir ein Lied
erzählt".
Der
erste deutsche Tonfilm um Sherlock Holmes,
Der Hund von
Baskerville, startet in zwei Berliner Kinos.
Truxa
von Hans H. Zerlett (†6. Juli 1949 im
Speziallager
Nr. 2 Buchenwald). Ein Film aus dem
- und Varieté-Künstlermilleu
mit
La
Jana, Peter Elsholtz,
Ernst
Fritz Fürbringer und
Hannes
Stelzer in den Hauptrollen. Ein weiterer Film von Hans H.
Zerlett in diesem Jahr ist
Der
Katzensteg
nach einem Roman von
Hermann
Sudermann.
Mit
Unternehmen
Michael und
Patrioten
schickt Regisseur
Karl Ritter gleich
zwei Filme an den Start. Der erstgenannte ist ein Film über
Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg, mit
Heinrich
George und
Mathias
Wieman. PATRIOTEN
ist ein im Fliegermilieu 1918 spielender Liebes- und Kriegsfilm.
Hier agieren neben
Lida
Baarova wieder
Mathias Wieman in
den Hauptrollen. Auch die beiden Filme von Karl Ritter sind
"staatspolitisch und künstlerisch wertvoll" bzw.
"besonders wertvoll".
Mit
Heinz Rühmann,
Heli
Finkenzeller,
Leny Marenbach
und
Hans Söhnker gibt Regisseur
Wolfgang
Liebeneiner eine lustige Komödie mit dem Titel
Der
Mustergatte
um einen langweiligen Ehemann.
Bei
den Filmfestspielen in Venedig erhält
Emil
Jannings für seine Rolle in
Der
Herrscher, ein Film von
Veit
Harlan, als bester Schauspieler den Preis.
Regisseur
Karl Hartl dreht mit
Hans
Albers und
Heinz Rühmann die
Krimikomödie
Der
Mann, der Sherlock Holmes war. Am Drehbuch schrieb Hartl und
Robert
A. Stemmle mit.
Mit
der Jahrestagung der Reichsfilmkammer beginnt die
Verstaatlichung des deutschen Films, d.h. der Ufa.
Gründung
der Tobis-Filmkunst GmbH. Wikipedia schreibt u.a.:
"Nach
der Ufa war die Tobis die größte deutsche
Filmproduktionsgesellschaft, was sie nach dem
nationalsozialistischen Regierungsantritt 1933 für die neuen
Machthaber, die ihren Propagandaapparat ausbauen und die bereits
gleichgeschaltete UFA von Konkurrenten befreien wollten, besonders
interessant machte. Direktor wurde Goebbels' Günstling Helmut
Schreiber.
Die Berliner
Tobis, die sich – wie fast alle deutschen Filmproduktionsfirmen
– 1936/37 am Tiefpunkt einer Rentabilitätskrise befand, wurde
reorganisiert. Nach dem Aufkauf der Aktienmehrheit der Intertobis
durch die
Cautio
Treuhand GmbH wurde die Filmproduktion in die Tobis Industrie
GmbH (Tiges) überführt, die am 27. November 1937 in Tobis
Filmkunst GmbH umbenannt wurde. Der Schauspieler
Emil
Jannings wurde zum Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt. 1942
wurde die Tobis in den UFA-Konzern eingegliedert und behielt nur
noch formale Selbstständigkeit."
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1937:
John
Steinbeck veröffentlicht den Südstaaten-Roman "Von Mäusen
und Menschen", der 1968 von
Rolf
Hädrich verfilmt wird.
Wolfgang
Reichmann ist in Hädrichs Verfilmung der gutmütige Riese Lenny und
Peer
Schmidt sein Freund George. Weitere Rollen spielen
Hellmut
Lange,
Hans Clarin und
Ingmar
Zeisberg.
Nach
Angaben der Buchhändler hat in der Belletristik der Roman "Die
Biene Maja und ihre Abenteuer" von Waldemar Bonsels die
höchste Auflage in diesem Jahr erreicht.
In
Paris wird "Die
Gewehre der Frau Carrar" von
Bertolt
Brecht uraufgeführt.
Das Stück entstand 1937 und wurde im
selben Jahr in Paris mit Helene Weigel als Frau Carrar aufgeführt.
Ernest
Hemingway veröffentlicht seinen Roman "Haben
und Nichthaben",
Anna
Seghers "Die
Rettung" und
Werner
Bergengruen schreibt die Novelle "Die
drei Falken".
Die
Carmina
Burana von
Carl
Orff, die zu einem der populärsten Chorwerke des 20.
Jahrhunderts gehört, wird am 8. Juni 1937 in der Oper zu Frankfurt
am Main unter der musikalischen Leitung von Bertil Wetzelsberger und
der Regie von Oskar Wälterlin uraufgeführt.
Musikalisches 1937:
Einige
Schlager des Jahres waren:
"Ich tanze mit dir in den Himmel
hinein"
"Dunkelrote
Rosen bring ich, schöne Frau"
"Jawohl, meine Herr'n", "Wozu ist die Straße
da", "So ein Regenwurm hat's gut (alle drei Heinz
Rühmann)
"Ich hab' eine tiefe Sehnsucht in mir"
und "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" (beide Zarah Leander).
Zeitgeschichte
1937:
Deutschen
Wissenschaftlern wird die Annahme eines Nobelpreises untersagt.
Juden werden im Deutschen Reich nicht mehr zur Promotion
zugelassen.
Eröffnung
der
Weltfachausstellung in Paris.
Der
mechanische
Rechner
Z1, entwickelt 1937 von
Konrad
Zuse, arbeitet als erstes frei programmierbares Rechenwerk mit
binären Zahlen. Die "Z1" gilt als Vorläufer des heutigen modernen
Computers.
Bei
einer Verhaftungswelle gegen Mitglieder der 'Bekennenden Kirche' wird
auch
Martin
Niemöller inhaftiert, der 1933 eine
Widerstandsbewegung gegen den NS-Staat (Pfarrernotbund)
initiiert hatte.
Paul
Klee: "Revolution des Viadukts", 1937. Hamburger
Kunsthalle
Dieses Werk ist gemeinfrei, weil die urheberrechtliche
Schutzdauer abgelaufen ist.
Paul
Klee: "Aufgehender Stern", 1931, Öl auf Leinwand,
Fondation
Beyeler, Riehen bei Basel
Dieses Werk ist gemeinfrei, weil die urheberrechtliche
Schutzdauer abgelaufen ist
Eine
unglaubliche Missachtung großer Kunstwerke beginnt und wird
"entartete Kunst" genannt. Künstler, die keine
"rassische", "nordische", "völkische"
oder "heroische" Kunst vorweisen können, müssen sich
das Prädikat "artfremd" gefallen lassen. Hier finden sich
Werke von u.a.
Paul
Klee,
Emil
Nolde,
Erich
Heckel,
Oskar
Kokoschka,
Otto
Dix,
Wassily
Kandinsky oder
Max
Beckmann. Die Werke der genannten Künstler werden mit
"typische Werke der Verfallskunst aus der Systemzeit"
bezeichnet.
Der
amerikanische Komponist George Gershwin
stirbt im Alter von 38 Jahren in Beverly Hills.
Folgende Prominente werden 1937 geboren:
(Auswahl)
Nicole
Heesters am 10.11.2014 in der Wiener Stadthalle
Urheber: Manfred Werner – Tsui;
Lizenz
CC-BY-SA
3.0; Quelle:
Wikimedia
Commons
Peter
Matic
am
8.11.2010 im Burgtheater Wien
Peter
Vogel (†1978, österr. Schauspieler)
Gerhart
Lippert (deutscher Schauspieler)
Enzi
Fuchs (deutsche Schauspielerin)
Edgar
Hoppe (deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Almut
Eggert (†1923, deutsche
Schauspielerin und Synchronsprecherin)
Martin
Schwab (deutscher
Schauspieler)
Manfred
Krug (†2016, deutscher Schauspieler und Sänger)
Nicole
Heesters (deutsche
Schauspielerin und Hörspielsprecherin)
Karin
Eickelbaum (†2004, deutsche Schauspielerin)
Annekathrin
Bürger (deutsche Schauspielerin)
Witta
Pohl (†2011, deutsche Schauspielerin)
Ulrich
Wildgruber (†1999,
deutscher Schauspieler)
Franz
Buchrieser (österr. Schauspieler)
Alexandra
Kluge (deutsche Schauspielerin und Ärztin - Schwester des
Regisseurs Alexander Kluge)
Helke
Sander (deutsche Regisseurin, Autorin und Filmemacherin)
Sigmund
Jähn (Jagdflieger, Kosmonaut, erster Deutscher im Weltall)
Rita
Süssmuth (ehem. deutsche Bundestagspräsidentin)
Hans-Dieter
Grabe (deutscher Dokumentarfilmer, Kameraführung, Produzent)
Thomas
Mauch (deutscher Darsteller, Regisseur, Drehbuchautor,
Produzent, Kameraführung)
Horst
Seemann (†2000, deutscher Regisseur,
Drehbuchautor, Schauspieler und Komponist [DDR])
Peter
Matić (österr.
Schauspieler, Synchronsprecher [seit Jahren die Synchronstimme von Ben Kingsley])
Gisela
Elsner (†1992, Schriftstellerin, Mutter des Regisseurs
Oskar
Roehler)
Roberto
Blanco (afro-kubanischer Schlagersänger)
Claus
Peymann (deutscher Theaterregisseur, Direktor des Wiener
Burgtheaters 1986-1999, Intendant des Berliner Ensembles 1999-2017)
Herbert
Feuerstein (deutscher Kabarettist, Journalist und Schauspieler)
Wolf
von Lojewski (deutscher Fernsehjournalist und Sachbuchautor)
Peter
Beil (†2007, deutscher Schlagersänger, Trompeter, Komponist und
Bandleader)
Ernst
Wendt (†1986, deutscher Hörspiel- und
Theaterregisseur)
Peter
Fleischmann (deutscher Regisseur)
Helga
Hahnemann (†1991, Entertainerin, Kabarettistin und
Schauspielerin)
Jurek
Becker (†1997, deutscher Schriftsteller, Drehbuchautor
und DDR-Dissident)
Peter
Stein (deutscher Theater-, Opern- und Filmregisseur und
ehemaliger Theaterleiter)
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1937:
(Auswahl)
Adele
Sandrock (*1864)
Renate
Müller (*1906)
Schauspieler
Alfred
Abel
(geb. 12.3.1879 in Leipzig
– 12.12.1937 in Berlin)
Alfred Abel bei Filmportal
Alfred Abel
stirbt im Alter von nur 58 Jahren nach einer längeren Krankheit.
Weitere Filme mit Alfred Abel: 1913-1929
über 50 Stummfilme, 1929 wurde der letzte mit dem Titel
Ehe in Not
gedreht. Ab 1930 war er in etlichen Tonfilmen zu sehen, u.a.
Meine
Frau, die Hochstaplerin, in
Der Kongress tanzt ist Abel
der König von Sachsen (beide 1931), Spione im Savoy-Hotel, Das
schöne Abenteuer, Brennendes Geheimnis (1932), 1937 war Alfred Abel
1937
in seinem letzten Film
Frau Sylvelin zu sehen.
Der
böhmische Volkssänger und Mundartdichter,
Anton
Günther, stirbt im Alter von 60 Jahren.
Pierre
de Coubertin, französischer Pädagoge, Historiker und
Begründer der modernen Olympischen Spiele, stirbt im Alter von 74
Jahren in Genf.
Der
Komponist des weltberühmten Musikstückes "Bolero",
Maurice
Ravel, stirbt in Paris.
Einige
Filmdaten 1938:
Die
beiden Leni Riefenstahl-Filme über die
Olympischen Spiele mit den Titeln
"Fest
und Völker" und "Fest der Schönheit" haben
Premiere.
Uraufführung
des Films
Der
Berg ruft von und mit Luis Trenker.
„In beeindruckenden Aufnahmen schildert Luis Trenker die
Ereignisse um die Erstbesteigung des Matterhorns im Jahre 1864.“
(Zitat aus: Das große TV-Spielfilm-Lexikon).
Nach
einem Schauspiel von Hermann Sudermann
produziert
Carl
Froelich das Melodram
Heimat
und führt auch Regie. Hauptakteure sind Heinrich
George und
Zarah Leander
als Vater und Tochter. Da auch dieser Film "staatspolitisch und
künstlerisch wertvoll" ist, wird er 1939 mit dem Nationalen
Filmpreis belohnt, und Carl Froelich wird beim Filmfestival in
Venedig für diesen Film ausgezeichnet.
Einige
weitere Filme waren die Gesellschaftskomödie
Napoleon
ist an allem schuld von und mit
Curt
Goetz, außerdem sind
Valerie
von Martens und
Paul
Henckels mit dabei.
Von
Veit
Harlan kommen in diesem Jahr zwei Melodramen:
Jugend
Die
"Bavaria Filmkunst GmbH" wird in München gegründet.
Die
"Deutsche Filmakademie mit dem Arbeitsinstitut für
Kulturfilmschaffen" wird gegründet. Der Akademie kommt die
Aufgabe zu, den Nachwuchs auszubilden. Die Filmkünstlerische
Fakultät wird von
Wolfgang
Liebeneiner geleitet.
Regisseur
Wolfgang Liebeneiner
(in
den 1980er-Jahren)
©Virginia
Shue, Hamburg
Zahlreiche
Künstler fliehen ins Exil,
unter ihnen
Carl
Zuckmayer und Alfred Polgar
(1873-1955). Im Alter
von 82 Jahren verlässt der Psychologe
Sigmund
Freud Wien und emigriert nach London. Filmkünstler wie Billy
Wilder, Joe May, Peter
Lorre und Curt Siodmak kehrten nicht
mehr auf Dauer nach Deutschland zurück. Der österreichische Regisseur Ernst
Deutsch ging in die USA, der österreichische Schauspieler Oskar
Karlweis ging ebenfalls über die Schweiz in die USA, ebenfalls
die österreichische Schauspielerin Leopoldine
Konstantin. Der Produzent Seymour Nebenzahl
floh 1933 nach Paris und 1938 in die USA. Regisseur
Richard
Oswald ging 1933 über Österreich und England in die USA. Diese
Liste ließe sich noch endlos lang fortsetzen mit Personen, die für den
deutschen Film noch so viel hätten tun können.
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1938:
Im
gleichen Jahr, in dem
Ödön
von Horváths Roman
Jugend
ohne Gott in acht verschiedene Sprachen übersetzt wird,
wird er in Deutschland auf die
Liste
des schädlichen und unerwünschten Schrifttums gesetzt.
In
Princeton (New Jersey / USA) wird das Theaterstück
"Unsere
kleine Stadt" von Thornton Wilder (1897-1975) uraufgeführt.
In
Paris hat das Theaterstück "Furcht und Elend des Dritten
Reiches" von Bertolt Brecht Premiere.
Musikalisches 1938:
Einige
Schlager des Jahres waren
"Eine Frau wird erst schön durch
die Liebe" und "Kann denn Liebe Sünde sein (beide Zarah
Leander)
"Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n"
(Heinz Rühmann)
"O mia bella Napoli"
"Der Onkel Doktor hat
gesagt"
"Eine Insel aus Träumen geboren".
Zeitgeschichte
1938:
Hitler
läßt ein Gesetz zum
"Anschluss"
Österreichs an das Deutsche Reich verkünden. Die staatlichen
Einrichtungen Österreichs werden durch deutsche Behörden übernommen.
Alle österreichischen Beamten werden auf die Person Hitlers
vereidigt.
Der
US-amerikanische Konzern
DuPont
bringt ein erstes Nylonprodukt auf den Markt: eine Zahnbürste.
Heinrich
Harrer bezwingt mit seiner Seilschaft die
Eiger-Nordwand.
Im
niedersächsischen Ort Fallersleben (1972 in die Großstadt
Wolfsburg eingemeindet) wird der Grundstein für das erste
VW-Autowerk gelegt. Hier soll das größte Automobilwerk der Welt
entstehen und ein Auto für die NS-Organisation "Kraft
durch Freude" (KdF), der von Ferdinand Porsche (1875-1951)
entwickelte KdF-Wagen, produziert werden.
Der
oppositionelle Pfarrer und Führer der
Bekennenden
Kirche,
Martin
Niemöller, wird nach Verbüßung seiner Haftstrafe in ein KZ
eingeliefert.
Romy
Schneider als Lili, Szene aus
"Das
Mädchen und der Kommissar", 1970
Urheber:
Airair
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generisch“ lizenziert.
In
der Carnegie Hall in New York fordert der Schriftsteller Thomas
Mann den Sieg der Demokratie über den Nationalsozialismus.
Der
Transatlantikdampfer "Queen Elizabeth" läuft in Glasgow
vom Stapel.
In
einem Weltmeisterschaftskampf schlägt Joe Louis seinen
Herausforderer,
Max
Schmeling, schon in der ersten Runde K.o.
Otto
Hahn und sein Assistent Fritz Straßmann entdecken im
Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin die
Kernspaltung
des Urans, die wissenschaftliche und technologische Grundlage der
Kernenergie.
Grabsteinplatte
für Curt Goetz Urheber:
Axel Mauruszat
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Folgende Prominente werden 1938 geboren: (Auswahl)
Dany
Mann (†2010, deutsche Schlagersängerin und
Schauspielerin)
Karin
Dor (†2017, deutsche Schauspielerin)
Romy
Schneider (†1982,
deutsche Schauspielerin)
Christian
Wolff (deutscher Schauspieler)
Hans
Michael Rehberg (†2017, deutscher Schauspieler und Regisseur)
Günter
Schubert (†2008, deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Jürgen
Schmidt (†2004, deutscher Schauspieler)
Horst
Jonischkan (†1979, deutscher Schauspieler)
Rainer
Basedow (†2022, deutscher Bühnen- und Filmschauspieler,
Kabarettist)
Maria
Perschy (†2004, österr. Schauspielerin)
Klaus
Dahlen (†2006, deutscher Schauspieler)
Hans-Peter
Hallwachs (†2022, deutscher Schauspieler)
Frank
Hoffmann (†2022, deutsch-österr. Schauspieler)
Götz
George (†2016, deutscher Schauspieler)
Ingrid
Caven (deutsche Schauspielerin, auch Sängerin)
Grit
Böttcher (deutsche Schauspielerin)
Antje
Hagen (deutsche Schauspielerin)
Corinna
Genest (†2023, deutsche Schauspielerin)
Ursula
Lillig (†2004, deutsche Schauspielerin und
Hörspielsprecherin)
Christiane
Hörbiger (†2022, österr. Schauspielerin)
Hans
Brenner (†1998, österr. Schauspieler)
Eckhart
Schmidt (†2024, deutscher Regisseur und Drehbuchautor)
Regisseur
Eckhart Schmidt, hier 1984
©Virginia
Shue, Hamburg
István
Szabó (ungarischer Regisseur)
Thomas
Langhoff (†2012, deutscher Regisseur)
Michael
Verhoeven (†2024, Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler)
Dieter
Wedel (†2022, Regisseur, Drehbuchautor)
Herbert
Achternbusch (†2022, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent,
Kameraführung, Schauspieler)
Fritz
Pleitgen (†2022, Journalist, ehem. WDR-Intendant)
Karl
Moik, (†2015, Fernsehmoderator und Entertainer)
Ula
Stöckl (Filmemacherin, Regisseurin, Schauspielerin)
Heidi
Genée (†2005, Regisseurin, Schnittmeisterin)
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1938:
(Auswahl)
Paul
Morgan/Georg Paul Morgenstern,
Schauspieler,
Conférencier, Bühnen- und Buch-Autor.
Egon
Friedell, österr. Schriftsteller, Dramatiker, Philosoph,
Theaterkritiker und Schauspieler,
begeht Selbstmord, indem er sich aus Angst vor der
Gestapo aus dem Fenster seines Hauses stürzt.
Carl
von Ossietzky (deutscher Journalist, Pazifist und
Schriftsteller).
Der
nach Paris ins Exil geflohene
Ödön
von Horváth,
österr.-ungarischer
Schriftsteller ["Jugend ohne Gott", "Geschichten aus dem
Wienerwald"], wird von einem herab fallenden Ast auf den Champs-Elysées erschlagen.
Im gleichen Jahr, in dem
Ödön von Horváths Roman
Jugend
ohne Gott in acht verschiedene Sprachen übersetzt wird,
wird er in Deutschland auf die
Liste
des schädlichen und unerwünschten Schrifttums gesetzt.
Der
expressionistische deutsche Maler
Ernst
Ludwig Kirchner begeht im Schweizer Exil Selbstmord.
Thomas
Wolfe (amerik. Schriftsteller ["Schau heimwärts, Engel -
Eine Geschichte vom begrabenen Leben", 1961 exzellent für das
Fernsehen verfilmt von
John
Olden, mit Inge Meysel, René
Deltgen und
Dietmar
Schönherr]).
1.
September:
Auf
Befehl Hitlers marschieren deutsche Truppen (ohne Kriegserklärung) in Polen ein.
Dies ist der Beginn des Zweiten
Weltkrieges.
Einige
Filmdaten 1939:
In
diesem Jahr werden in Deutschland eine große Anzahl Filme gedreht,
die das Prädikat "künstlerisch wertvoll" und
"besonders wertvoll" erhalten:
...
zum Beispiel
Wasser
für Canitoga mit
Hans Albers
als Leiter einer Großbaustelle in Kanada. Albers singt hier das
Lied für seinen Freund "Good Bye, Johnny". Das 'Lexikon
des Internationalen Films' nannte den Film einen "mitunter
simpel-rührseligen Abenteuerfilm". Regie führt
Herbert
Selpin.
Weiterhin
Es
war eine rauschende Ballnacht von Carl Froelich, mit
Zarah
Leander,
Marika
Rökk und
Hans
Stüwe. Begebenheiten aus dem Leben des Komponisten Peter
Tschaikowskys. Hier ist der Schlager "Nur nicht aus Liebe
weinen" zu hören. Für diesen Herz-Schmerz-Film, der nur im
Entferntesten etwas von Tschaikowskys Leben preisgab, wird beim
Filmfestival in Venedig eine Bronzemedaille verliehen.
Auch das Melodram
Johannisfeuer
in der Regie von
Arthur
Maria Rabenalt hat das Prädikat "künstlerisch
wertvoll" erhalten. Rabenalt inszeniert in diesem Jahr noch
weitere Filme:
Flucht
ins Dunkel und
Weißer
Flieder.
Käthe
Dorsch, 1946
Quelle:
Deutsche
Fotothek
Erlaubnis
zur Veröffentlichung am 19. Mai 2017 Presseball
1939. Der Volkswagen, der den Hauptgewinn der Tombola
darstellte, stand im Mittelpunkt des Interesses. Rechts Heinrich
George neben ihm Bengt Berg, weiter links der
Konstrukteur des Volkswagens Dr. [Ferdinand] Porsche mit
Frau Elsa Ellinghausen, der glücklichen Gewinnerin
Fotograf
unbekannt. Quelle: Bundesarchiv Deutschland.
Namensnennung:
Bundesarchiv, Bild 183-E01426
/ CC-BY-SA 3.0.
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lizenziert
Gustaf Gründgens dreht
die Literaturverfilmung "Effi Briest" mit
dem Titel
Der
Schritt vom Wege. Hier ist
Marianne
Hoppe Effi Briest und
Karl
Ludwig Diehl Baron von Instetten.
Von
Gustav Ucicky kommt ein
Melodram über eine alleinstehende Frau mit dem Titel
Mutterliebe
in die Kinos.
Käthe
Dorsch ist hier die liebende, aufopfernde Mutter von vier
Kindern, die sich als Wäscherin verdingt, um die Kinder
durchzufüttern.
Ein weiterer Film des Regisseurs ist
Der
Postmeister (nach der Erzählung von Alexander Puschkin) mit
Heinrich
George und
Hilde
Krahl. Bei Wikipedia ist über diesen Film zu lesen: "Der
Film entstand 1939/1940 in Wien, unter anderem am Bahnhof
Klein-Schwechat (heute Kaiserebersdorf). Die Uraufführung fand am
25. April 1940 statt. Nach dem Beginn des Krieges gegen die
Sowjetunion im Sommer 1941 kam der Film nicht mehr zur Aufführung
in den Kinos, da er dem goebbelsschen Propagandaministerium ein zu
sympathisches Bild der russischen Menschen zeigte, die jetzt als
Feinde galten."
Der Film mit der ersten Regie
Helmut
Käutners
Kitty
und die Weltkonferenz wird zeitnah kurz nach der Premiere
verboten, weil die Figur des Sir Horace Ashlin (gespielt von Fritz
Odemar) zu sympathisch war und der Film im allgemeinen zu
England-freundlich (Wikipedia).
Von
Veit Harlan kommen in diesem Jahr zwei Filme in die Kinos:
Das
unsterbliche Herz: Die Geschichte des Uhrmachers Peter
Henlein im Nürnberg des 16. Jahrhunderts mit
Heinrich
George in der Rolle des Peter Henlein. Ein weiterer Film Harlans
ist das Melodram über einen Mann, der zwei Frauen liebt:
Die
Reise nach Tilsit mit Kristina Söderbaum (Ehefrau des
Regisseurs Harlan) nach einem Roman von Hermann Sudermann, mit "geändertem
Schluss und rassistischen Tendenzen"
(Filmportal)
Der
in die USA emigrierte Albert Einstein warnt US-Päsident Roosevelt
vor dem möglichen Bau einer Atombombe durch die Deutschen.
In
Luzern werden zahlreiche Kunstwerke aus deutschen Museen, die von
den Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert worden
sind, zu einem Bruchteil ihres Wertes versteigert.
Der
amerikanische Monumentanfilm
Vom
Winde verweht, ein Südstaaten-Epos, wird in den USA
uraufgeführt. Protagonisten sind Vivian Leigh
als Scarlett O'Hara,
Clark Gable als Rhett Butler und Olivia de Havilland als Melanie
Hamilton.
Professor
Carl Froelich wird als Präsident der
Reichsfilmkammer berufen.
Musikalisches 1939:
"Good Bye Johnny" (Hans
Albers)
"Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern"
(Heinz Rühmann)
"Man kann sein Herz nur einmal verschenken"
und "Penny
Serenade" (beide R.
Schuricke)
Lili Marleen
(Lale Andersen)
Du hast Glück bei den
Frauen, Bel Ami" singt Willi Forst.
Literatur,
Ur- und Erstaufführungen 1939:
Klaus
Mann veröffentlicht den Roman "Der Vulkan".
Er behandelt das Schicksal deutscher politischer Emigranten
nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Er
gilt neben Anna Seghers’ als einer der bedeutenden
Exilantenromane.
John
Steinbeck schreibt den Roman "Früchte des Zorns".
Wikipedia schreibt hier:
"Früchte des Zorns (englischer
Originaltitel: The Grapes of
Wrath) ist der 1939 veröffentlichte, bekannteste
Roman des US-amerikanischen Schriftstellers und späteren
Nobelpreisträgers
John Steinbeck. Noch im Jahr seines Erscheinens wurde er
mit dem National Book Award
und 1940 mit dem
Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Das Magazin "Time" zählt
ihn zu den besten 100 englischsprachigen Romanen, die
zwischen 1923 und 2005 veröffentlicht wurden.
Franz
Werfel schreibt den Roman "Der veruntreute Himmel", der
ursprünglich "Der gestohlene Himmel" hieß.
Regisseur Ernst Marischka drehte 1958 nach diesem Roman ein
Filmdrama mit Annie Rosar in der Hauptrolle; die
Schauspielerin war hier bereits 70 Jahre alt.
Zeitgeschichte
1939:
Nach
der Scheidung von seiner jüdischen Ehefrau heiratet
Heinz
Rühmann seine Schauspielkollegin
Hertha
Feiler.
Bevor
er Dänemark am 23. April verlässt, vollendet
Bertolt
Brecht das Drama
"Mutter
Courage und ihre Kinder".
Die
Reichsmusikkammer gibt am 20. März bekannt, dass unerwünschte
Musikwerke, deren Verlegung und Aufführung verboten ist, künftig
in einer Liste geführt werden (siehe auch
In
der Zeit des Nationalsozialismus verfolgte Komponisten). Die erste
Liste unerwünschter musikalischer Werke wird aber erst mit
Kriegsbeginn veröffentlicht.
Folgende Prominente werden 1939 geboren:
(Auswahl)
Claus
Dieter Clausnitzer (†2014, deutscher TV- und Theaterschauspieler)
Volker
Schlöndorff
Foto:
Mariusz Kubik,
http://www.mariuszkubik.pl
Rudolf
Thome, 2013 Urheber:
Gerd W. Zinke
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ist unter den
Creative-Commons-Lizenzen
„Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen
3.0
nicht portiert“,
„2.5
generisch“,
„2.0
generisch“ und
„1.0
generisch“ lizenziert.
Rüdiger
Bahr (†2023, deutscher Schauspieler [Lockruf
des Goldes])
Kathrin
Ackermann (deutsche
Schauspielerin, Synchronsprecherin [Mutter der Schauspielerin Maria
Furtwängler])
Hermann
Lause (†2005, deutscher
Schauspieler)
Erika
Pluhar (österr. Schauspielerin, Sängerin und Autorin)
Peter
Kraus (österr. Sänger und Schauspieler)
Henning
Venske (deutscher Kabarettist, Moderator und Schriftsteller)
Burkhard
Driest (†2020, deutscher Autor, Regisseur und Schriftsteller)
Uta
Hallant (†2022, deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin)
Veruschka
Gräfin von Lehndorff (deutsche Schauspielerin [Blow
up], Malerin, Fotografin, ehem. Fotomodell)
Hark
Bohm (deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und
Schauspieler)
Dieter
Prochnow (deutscher Schauspieler)
Helga
Piur (deutsche Schauspielerin [DDR])
Rainer
Artenfels (†1991, österr. Schauspieler und
Theaterregisseur)
Uta
Sax (österr. Schauspielerin)
Margot
Eskens (†2022, dt. Schlagersängerin)
Claus
Wilcke (deutscher Schauspieler und Synchronsprecher)
Klaus
Dittmann (†2016, deutscher Schauspieler und
Synchronsprecher)
Peter
Fricke (deutscher
Schauspieler und Synchronsprecher)
Marita
Böhme (deutsche
Schauspielerin [DDR])
Dagmar
Koller (österr. Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin)
Robert
Hoffmann (†2022, österr. Schauspieler)
Vivi
Bach (†2013,
dänische Sängerin, Schauspielerin, Moderatorin
und Autorin [Ehefrau des Schauspielers Dietmar Schönherr])
Joachim
Ansorge (†1980 (Freitod), deutscher Schauspieler und
Synchronsprecher [häufig Alain Delon])
Matthias
Fuchs (†2001, deutscher Schauspieler [Wer erinnert sich
nicht an den "schönen" Ethelbert vom
"Immenhof"?]
Erika
Runge (†2023, deutsche Regisseurin und Schriftstellerin)
Joseph
Vilsmaier (†2020, deutscher Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann)
Volker
Schlöndorff (deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent)
Reinhard
Hauff (deutscher
Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, ehem. Präsident der
Deutschen Film- und Fernseh-Akademie Berlin)
Krzysztof
Zanussi (polnischer Regisseur mit etlichen Arbeiten in
Deutschland, Drehbuchautor, Produzent)
Roland
Klick (deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent)
Ulrich
Schamoni (†1998, Schauspieler, Regisseur,
Drehbuchautor und Medienunternehmer)
Rudolf
Thome (deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Produzent)
Hans-Ulrich
Schlumpf (Schweizer Filmregisseur)
Tod
bekannter Persönlichkeiten 1939:
(Auswahl)
Max
Skladanowsky, Wegbereiter des Films, der mit seinem Bruder Emil
(1866–1945) das
Bioscop
entwickelte, mit dem beide am 1. November 1895 erstmals kurze Filmsequenzen vor
einem zahlenden Publikum projizierten. Mit dieser Pionierleistung
ging der Name Skladanowsky in die Filmgeschichte ein.
Der
österreichische Neurologe und Begründer der Psychoanalyse,
Sigmund
Freud, stirbt im Alter von 83 Jahren in London.
Der
emigrierte Schriftsteller
Ernst
Toller begeht in New York Selbstmord.
Joseph
Roth, österreichischer Schriftsteller und Journalist, stirbt in
Paris an einer doppelseitigen Lungenentzündung.
Der
deutsch-amerikanische Filmproduzent
Carl
Laemmle, der 1912 die Universal Studios in Universal City im Los
Angeles County begründete, stirbt an mehreren Herzinfarkten.
Layout:
Rosemarie Kuheim
Einige Ereignisse sind entnommen aus
den Webseiten
"Lebendiges Museum online /
LEMO,
www.geschichte-projekte-hannover.de,
der Freien Enzyklopädie
Wikipedia
und
dem TB "Schlagzeilen
des 20. Jahrhunderts", Verlag Naumann & Göbel, Köln.
Außerdem bedanke ich mich bei Herrn Dr. Kai Weniger, der mir
erlaubt hat, Textstellen aus seinem großen Personenlexikon des
Films zu übernehmen. |