Ingrid Caven

Schauspielerin

    

  

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Eine Diseuse wird 75. Herzlichen Glückwunsch!

(aus Frankfurter Neue Presse vom 2. August 2013)

    

  

  

  

  

   

Ingrid Caven

(Filmfest Hamburg 1979)

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

    

Geboren wurde Ingrid Caven als Ingrid Schmidt am am 3. August 1938 in Saarbrücken. Sie ist die Schwester der Opernsängerin Trudeliese Schmidt.

  

Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Pädagogik legte sie ihr Erstes  Staatsexamen ab und arbeitet als Lehrerin. Erst mit 30 Jahren entscheidet sie sich für eine künstlerische Laufbahn. So begegnete sie Ende der 60er-Jahre Rainer Werner Fassbinder. 

  

Ingrid Caven und Udo Lindenberg

(Filmfest Hamburg 1979)

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de  

     

Er wird ihr Lebensgefährte (Heirat 1970, Scheidung 1972) und sie seine Muse. Der Regisseur des jungen deutschen Films überredet sie, als Schauspielerin zu arbeiten. In der Folge wird sie Mitglied des "antiteater" und tritt in den Filmen des Regisseur auf. Für ihre andauernde Beschäftigung bei Fassbinder hat Ingrid Caven folgende Erklärung: "Das lag an unserer speziellen Beziehung und daran, dass er hauptsächlich mit mir deshalb arbeiten wollte, damit ich dann da war, nicht um mich da irgendwie rauszubringen. Es war für mich eine Liebeserklärung und lag an unserer intensiven Beziehung. Ich war eigentlich nicht als Schauspielerin da."
     

Auch mit anderen Regisseuren der Zeit des jungen deutschen Films arbeitet Ingrid Caven, u.a. ist sie die Lola Montez in Ludwig - Requiem für einen jungfräulichen König (1972) in der Regie von Hans-Jürgen Syberberg. Lothar Lambert engagiert sie für Verbieten verboten (1987) oder Daniel Schmid und Peer Raben sind weitere Regisseure, die mit der Schauspielerin arbeiten möchten und ihr Rollen anbieten. 
  
Mitte der 70er Jahre wechselt Ingrid Caven das Fach und arbeitet vorrangig als Sängerin. Sie ist bereits in Filmen von Rainer Werner Fassbinder als Sänger aufgetreten, u.a. in Der amerikanische Soldat (1970). Obwohl sie in vielen Filmen immer wieder als Sängerin auftritt, haben Freunde ihr noch geraten, einen Liederabend mit Fassbinder-Liedern zu bestreiten. Sie sagt: "Rainer hat mir dann Lieder geschrieben, und wir haben ein Potpourri zusammengestellt. Es sollte nur ein Experiment sein, aber es wurde ein großer Spaß." Peter Zadek lud sie nach Bochum ein und erfüllt ihr dann "einen Wunschtraum" in Form eines Liederabends in Paris. Was sie dann abwertend "eher als Gag" bezeichnete, wurde ein Riesenerfolg und bald feierte man sie als Kultsängerin. Es folgten Tourneen durch Deutschland und Italien.  Ihre tiefe Stimme eignet sich für diese Laufbahn. In Frankreich wird sie zur Diva, die mit Edith Piaf-Chansons und Arnold Schönberg-Interpretationen gefeiert wird. Als Sängerin tritt sie auch in ihrem vorerst letzten Film Stille Nacht - Ein Fest der Liebe (1995) von Dani Levy auf.

Ingrid Caven lebt mit dem Autor Jean-Jacques Schuhl zusammen. Er hat einen Roman über ihre Lebensgeschichte veröffentlicht, der auch als Performance auf der Bühne unter dem Titel "Schattenzonen" mit Ingrid Caven in der Hauptrolle inszeniert worden ist.

  

Ihre vorerst letzte Filmtätigkeit für einen deutschen Film hatte sie 2008 als Maja Mertens in Friederike Jehns Spielfilm Weitertanzen.

(Einige Textauszüge auf aus "Die neuen Stars des deutschen Films" von Siegfried Tesche, Heyne TB Nr. 78, 1985 - mit freundlicher Genehmigung)

  

Weitere Filme mit Ingrid Caven sind in der IMDb-Website gelistet.

     

 

      

Eine kleine Auswahl von Filmen mit Ingrid Caven

  

Titel

Jahr Regie

Ingrid Caven spielte in folgenden Fassbinder-Filmen mit

Warum läuft Herr R. Amok?

Liebe - kälter als der Tod

Götter der Pest

Warnung vor einer heiligen Nutte

Rio das Mortes

Die Niklashauser Fart

Der amerikanische Soldat

Händler der vier Jahreszeiten

Fontane Effi Briest

Welt am Draht

Martha

Angst essen Seele auf

Faustrecht der Freiheit

Satansbraten

Mutter Küsters' Fahrt zum Himmel

Angst vor der Angst

Despair - Eine Reise ins Licht

In einem Jahr mit 13 Monden

  

1969 bis 1978 R.W. Fassbinder

 

Der Bomberpilot

1970

Werner Schroeter

Der Tod der Maria Malibran

1971

Werner Schroeter

Die wilden Fünfziger

Nach dem Simmel-Klassiker "Hurra, wir leben noch"

1982

Peter Zadek

Stille Nacht

1995

Dani Levy

Deepfrozen

Ronnie (Peter Lohmeyer) ist der Inhaber einer Firma für Tiefkühlwaren in einem kleinen verschlafenen Dorf an der Mosel. So tiefgekühlt wie seine Produkte, so scheint es, sind auch seine Gefühle. Bis eines Tages ein wunderbares Geschöpf in dem Dorf strandet. Der Pfarrer hat Zoya (Lale Türkan Yavas) als Haushälterin angestellt. Innerhalb von Tagen verdreht sie den Männern im Dorf den Kopf. Auch Ronnie verliebt sich in sie... und heiratet sie. Doch dann geschehen merkwürdige Dinge. Jeder, der versucht, in Zoyas Vergangenheit herumzustöbern, stirbt oder verschwindet. Und Ronnie beginnt sich unwohl zu fühlen...

2006

Andy Bausch

Schatten der Engel

1976

Daniel Schmid

Die Zärtlichkeit der Wölfe

1973

Ulli Lommel

Looping

In Looping spielt Ingrid Caven das Mädchen Inge, eine bei einem heruntergewirtschafteten Schaustellerunternehmen angestellte Sängerin, die so versoffen ist, dass man sie abschiebt. Am Ende des Films wird sie von dem Ehepaar, dass das Unternehmen führt, erschossen. Obwohl der Film vier Bundesfilmpreise erhielt, was allgemein als Skandal galt, ist der Film unglaublich schlecht, und die Kritiken sprachen eine deutliche Sprache, von der auch Ingrid Caven getroffen wurde. (Zitiert aus "Die neuen Stars des deutschen Films" von Siegfried Tesche, Heyne TB Nr. 78, 1985)

1981

Walter Bockmayer

  

  

  

 

 

 

 

 

  

  

 

 

 

  

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 2. März 2016

 

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