Looping - Der lange Traum vom kurzen Glück 

1981

 

Filmliste Walter Bockmayer

 

  

  

Regie

Walter Bockmayer, Rolf Bührmann

Drehbuch

Pea Fröhlich, Peter Märthesheimer

Vorlage

nach einer Idee von Walter Bockmayer

Produktion

Enten-Produktion Köln

Kamera

Michael Ballhaus

Musik

Brian Ferry / Roxy Music

FSK

ab 16 Jahre

Länge

90 Minuten

Sonstiges

-

Auszeichnung

-

Ur-/Erstaufführung

29.04.1981

Genre

-

      

    

  

Darsteller

Rolle
Shelly Winters Carmen
Hans-Christian Blech Johnny
Sydne Rome Tanja
Ingrid Caven Inga
Barbara Valentin Helma
Johanna König Pritty
Adrian Hoven Capone
Peter Chatel Sirmone
Ila von Hasperg Sekretärin
Rolf Bührmann Didi
Wolf Sprenger Verkäufer
Peter Schlesinger Agent
Jürgen Flimm Beamter

       

         

Inhalt  

 

Carmen und Johnny sind Schausteller. Mit ihrer "Show International" tingeln sie von Rummelplatz zu Rummelplatz - immer müder und erfolgloser werdend. Mit der Attraktivität der modernen Fahrgeschäfte können sie nicht konkurrieren. Die "Show International", eine alte Kunstschützennummer von Carmen und Ingas Gesangsauftritt zieht kein Publikum mehr an. Für die drei Artisten reicht der Erlös weder zum Leben noch zum Sterben.

Das war nicht immer so. Als Ingas Mutter noch lebte, war die "Show International" die erfolgreichste Nummer. Sie uns Carmen waren gefeierte Kunstschützen und die Show war immer ausverkauft. Man hatte gemeinsame Träume und Hoffnungen. Ein Looping, eine jener atemberaubenden Himmelfahrten, war der Ehrgeiz des Trios.

Bis dann eine Kugel Ingas Mutter traf. Carmen war die unglückliche Schützin. Ein Unfall, sagt der amtliche Bericht. Für Carmen, Johnny und Inga sicher. Sie blieben übrig, wurden älter, müder, ihre Träume versiegten, wurden schal. Die Beziehung zwischen Johnny und Carmen wurde stumpf und brüchig. Inga verfiel zunehmend dem Alkohol. Nur Carmen beharrt auf dem alten Traum vom Looping, der alles ändern könnte, auch die Beziehung zu Johnny, die nicht tot ist, sondern nur schläft. Für dieses Versprechen auf kommendes Glück wird Carmen von Inga geliebt.

In diese Welt aus zerstörten Träumen und vagen Hoffnungen bricht Tanja ein. Ein Flittchen, meint Johnny dumpf und aggressiv; eine starke Frau, sagt Carmen. Tanja zieht sich aus in der "Show International" und füllt damit das kleine Zelt und die Kassen. Inga, Carmen und Johnny sind in ihrem eigenen Unternehmen nur noch Staffage.

Inga muss schließlich gehen. Sie arbeitet nun für Capone im Autoscooter. Auch in Carmens und Johnnys Leben dringt Tanja ein. Johnny verliebt sich in das Mädchen, träumt von einem Neubeginn an ihrer Seite. Tanja aber spielt nur mit ihm und seinen Gefühlen. Carmen registriert dies wohl, der Gedanke an den Loop aber verdrängt Gefühle und Verletzungen. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter bei der Realisierung ihres Traumes, macht Johnny zum Clown der Veranstaltung. Inzwischen nämlich strippt Tanja nicht mehr im kleinen Zelt. Carmen hat Capones Autoscooter für eine Saison gemietet, lässt die leichtbeleidete Tanja von den Fahrern jagen und Johnny als rettenden Superman auftreten. Carmen verrät alles für die Aussicht auf das kommende Glück, ihre Beziehung zu Johnny, ihre Gefühle für Inga. Der Lohn sind klingende Kassen, und jede Lüge ist ein Schritt hin zum Looping.

Dann eines Tages ist das notwendige Geld für den Kauf des allein seligmachenden Gerätes beisammen. Zwar sind die Beteiligten nur noch ausgebrannte Hüllen, der Loop jedoch steht. Die erste gemeinsame Fahrt ist denn auch das definitive Ende des Traums vom Glück. Inga erschießt die beiden Geschäftsleute, die sich vor langer Zeit einmal liebten und seinen gemeinsamen Traum hatten.

(Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1981/82, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)

 

  

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Rolf Bührmann zu seinem Film:

"Wir hatten vor ungefähr zwei Jahren für das Fernsehen die Rockoper Victor gedreht, und die spielte im Zirkus. Looping knüpft inhaltlich an dieses Fernsehspiel an. Da wir beide gerne auf Rummelplätze gehen, kamen wir auf den Gedanken, einmal dieses Milieu zu verfilmen. Es gibt übrigens eine schöne Parallele: Unser allererster Super-Acht-Film spielte auf dem Rummelplatz. Er war etwa zehn Minuten lang.

Wir mussten das Drehbuch vorher bei Deutschen Schaustellerverband einreichen, um überhaupt eine generelle Drehgenehmigung zu erhalten. Dort fand man die Atmosphäre und die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr genau getroffen. Daraufhin sahen wir uns auf einem Berliner Rummelplatz um und erkundigten uns einfach, wer Lust hätte, mitzumachen. Mit einigen von ihnen ist der freundschaftliche Kontakt bis heute erhalten geblieben. Sie rufen ab und zu an und erkundigen sich, wie es uns geht und was wir machen. Ich hatte eigentlich gar nicht erwartet, dass es möglich wäre, ihre Wohnwagen für rund zehn Wochen anzumieten, aber sie sind ganz selbstverständlich für diese Zeit in ein Hotel umgezogen. Das war für mich sensationell, denn normalerweise gehen diese Leute nie im Leben aus ihren Wohnwagen heraus. Der Spielbetrieb ging übrigens während der Dreharbeiten unbeeinflusst weiter. Wir filmten bei den Berliner Schaustellern, die nur innerhalb Berlins reisten. Sie sind alle vier Wochen woanders...

Der Film hat knapp drei Millionen gekostet und ist in acht Wochen abgedreht worden. Ein beträchtlicher Teil der Kosten ging für die Gagen drauf, denn wenn man schon mit solch populären Stars filmt, muss man auch entsprechend gutes Geld zahlen, sonst bekommt man sie erst gar nicht. Wir hätten auch mehr Geld in die Ausstattung stecken können, aber in diesem Fall wären wir auf deutsche Schauspieler angewiesen gewesen. Nichts gegen die deutschen Schauspieler, aber es gibt einige Charaktere, die man mit hiesigen Schauspielern einfach nicht besetzen kann. Ich wüsste nicht, auf welche Künstler ich zurückgreifen könnte, um die Rollen, die Shelly Winters und Sydne Rome spielen, glaubhaft ausfüllen zu können.

Wir bereiten einen Film vor, den wir im August, September drehen wollen, der heißt Kiez. Ihn wollen wir wieder mit ausschließlich deutschen Schauspielern besetzen, weil die Zusammenarbeit mit internationalen Stars zwar sehr schön, aber auch von der Planung her sehr umständlich ist. Außer unserer normalen Theaterarbeit werden wir zwischendurch einen Dokumentarfilm über das Theaterfest der Nationen in Köln machen. Im Durchschnitt möchten wir jedes Jahr zwei Theaterstücke und einen Film auf die Beine stellen."

(Quelle: Kino - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1981/82, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)

  

  

  

 

   

Anmerkung

Für alle, die es nicht wissen: Johanna König ist die Frau, die jahrelang die "Clementine" für Werbesports für ARIEL (Waschmittel) gemimt hat. (rk)

 

  

  
  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 10. Febr. 2016

  

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