Vadim Glowna

 

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Vadim Glowna

 

©Hans Weingartz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geboren am 26. September 1941 in Eutin.

 

Gestorben am 24. Januar 2012 in Berlin.

  

1961 Jobs als Seemann, Hotelpage, Taxifahrer, Schlagzeuger, Journalist. Besuch einer Schauspielschule in Hamburg. Theaterarbeit mit Gründgens, Zadek, Wilfried Minks, Peter Palitzsch, Stefan Heym, Peter Zadek, Heiner Kipphardt u.a. Eigene Inszenierungen in Göttingen und Hamburg. 1981 erster Spielfilm als Regisseur. Lebt in Berlin.

 

Mit Desperado City, eine realistische Milieustudie aus St. Pauli, hat er 1981 sein Regiedebut. Der Film, der in Cannes ausgezeichnet wird, schreibt www.prisma.de ist ein Halbweltdrama ohne Tremolo, realistisch und düster. Auch Dies rigorose Leben (1983) ist ein düsterer Film: Er handelt von deutsch-jüdischen Emigranten der zweiten Generation, die in Texas in einen Hexenkessel aus Liebe, Lebensangst und Gewalttätigkeit geraten.

 

Im Jahr 2000 erhält Glowna eine Rolle in Oskar Roehlers Drama Die Unberührbare mit Hannelore Elsner. Für diese Rolle bekommt er einen Bundesfilmpreis.  Im Laufe seiner 40jährigen Karriere konnte man Vadim Glowna in über 100 Fernsehfilmen-/spielen und in ca. 50 Kinoproduktionen sehen. Eine seiner herausragenden Rollen zeigte er in Eberhard Fechners Fernsehspiel Gezeiten.

 

Der Ullstein-Verlage veröffentlichte im September 2006 unter dem Titel "Der Geschichtenerzähler – Erinnerungen" Glownas Memoiren. 

  

 

Auszeichnungen:

- 1981 Caméra d'Or für den besten Erstlingsfilm bei den Filmfestspielen von Cannes für Desperado City

- 1983 Gilde Filmpreis in Silber für Desperado City

- 2000 Preis der deutschen Filmkritik für seine Darstellung in Die Unberührbare

- 2011 Bremer Stadtmusikantenpreis

  

 

(Quelle: Einige Informationen gelesen in www.prisma.de)

   

    

 

 

Eine Auswahl von Filmen mit Vadim Glowna als Darsteller und Regisseur

 

Titel

Jahr

Regie

Held Henry (Rolle: Bates, ein französischer Soldat)

Henry ist arm, hungrig und ein wahrer Prachtkerl - der König der Straßen von Dublin. Schon mit vierzehn mischt er beim Osteraufstand 1916 mit. Er ist ein Rebell auf einem gestohlenen Fahrrad, ein Freiheitskämpfer - eine irische Legende. (Quelle: Theater der Freien Hansestadt Bremen)

 

1964

Peter Zadek

Verbrechen mit Vorbedacht (Rolle: Anton Katz)

Der Untersuchungsrichter Hanusiewicz aus Warschau reist in die Provinz, um die Vermögensverhältnisse eines heruntergekommenen Gutsbesitzers und ehemaligen Schulkameraden zu klären. Er wird merkwürdig zurückhaltend empfangen. Der Hausherr ist verstorben, kurz nachdem er Hanusiewicz' Depesche erhalten hat. Der Untersuchungsrichter geht von einem Verbrechen aus und quartiert sich im Hause bei den Hinterbliebenen ein, um den Mörder zu finden. Bald belauert jeder jeden, während sich das Netz um den Verdächtigen immer enger zusammenzieht. Es gibt nur ein kleines Problem: Der Tote weist keinerlei Spuren äußerer Gewaltanwendung auf.

(Quelle: Beschreibung des Romans von Witold Gombrowicz, WDR3)

 

1967

Peter Lilienthal

Horror (Rolle: Alex)

 

1969

Peter Lilienthal

Insomnia

Insomnia" (lat./med. 'Schlaflosigkeit') ist die Geschichte einer gemeinsamen Nacht von zwei Außenseitern dieser Gesellschaft: der alten, abgeschlafften Reinmachefrau, die früher einmal Klofrau war und nun in einem Tierheim schrubbt, und des verheirateten Gastarbeiters aus einem südlichen Land, der jeden Pfennig, den er hat, für die Familie spart. Er hat eine Schlafstelle bei ihr für diese Nacht und zahlt dafür fünf Mark. Während des verschämten Toilettemachens, während unwirschen Dialogen über Kleinigkeiten und dem vorwurfsvollen Austausch von Lebensleid entsteht allmählich ein inniges Gefühl zwischen diesen beiden Randexistenzen - eine Mischung aus Trostbedürftigkeit und Schicksalsgenossenschaft, die schließlich zu einer aufrichtigen Form von Liebe gerät. Es ist eine zarte Geschichte, getragen von einer unsentimentalen Menschlichkeit - spröde, komisch, ganz aufs Wesentliche beschränkt und doch ein umfassendes Porträt unserer Zeit.

(Quelle: Beschreibung des Hörbuches bei Amazon)

 

1974

George Tabori

Polly oder Die Bataille am Bluewater Creek

Macheath, der Mackie Messer der Brechtschen Dreigroschenoper, ist nach Amerika deportiert worden, und seine treue Polly folgt ihm mit einem Auswandererschiff; geistreiche Paraphrase der "Bettleroper" von John Gay.

 

1975

Jürgen Flimm

Zeit der Empfindsamkeit (Rolle: Peter)

 

1977

Wilma Kottusch

Freddie Türkenkönig (in der Reihe "Notsignale") (Rolle: Fred)

Von Peter Steinbach. Hier findet ein ehemaliger Seemann, Mitte dreißig, den seine bürgerliche Familie als schwarzes Schaf abweist, seinen Platz unter Türken. 

 

Konrad Sabrautzky

Das Verschollene Inka-Gold (Rolle: Brian Jones)

 

Wolfgang Staudte

Ein fliehendes Pferd (Rolle: Helmut Halm)

 

1984

Peter Beauvais

Das Totenreich (Rolle: Mads Vestrup)

Nach dem dänischen Nobelpreisträger Pontoppidan adaptiertes literarisches Gesellschaftspanorama aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts; Politik, Liebe und Klassenverhältnisse sind die Probleme, um die es geht.

Darsteller: Leslie Malton, Michael König, Kurt Raab, Vadim Glowna

 

1985

Karin Brandauer

Die Nacht von Lissabon (Rolle: Der Mann)

 

Zbynek Brynych

Miami Killer (auch bekannt als Zwei Supertypen in Miami - Der Kindermörder) (Rolle: Silveth)

 

1991

Enzo G. Castellari

Dies verlauste nackte Leben (Rolle: Heinrich George)

Der Schauspieler Heinrich George wurde direkt nach dem Krieg verhaftet. Ihm wurde von den Sowjets vorgeworfen, als prominenter Filmschauspieler die Nazi-Herrschaft mit seinen Filmen unterstützt zu haben. 

cinema.de schreibt: "Hans-Christoph Blumenberg inszenierte, angelehnt an die Protokolle von 1945, ein Verhör mit Vadim Glowna als George ­ ein Rededuell über Kunst und Politik, über Pflichterfüllung und Schuld. Faszinierende Rekonstruktion einer Künstler-Karriere." (Siehe hierzu auch meine Seite über Götz George; Meldung vom 28.12.2010.)

 

1997

Hans C. Blumenberg

Les Misérables

 

2000

Josée Dayan

Schwabenkinder  (Rolle: Vater)

Die Geschichte eines 8-jährigen Jungen aus einem Tiroler Bergdorf, der Ende des 19. Jahrhunderts an einen reichen Bauern im schwäbischen Ravensburg verkauft wird, um seine in Not geratene Familie zu unterstützen. 

 

"Es ist ein trauriges, lange Zeit vergessenes Kapitel in der Geschichte der Kinderarbeit: Bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts kamen die Kinder der Ärmsten der Armen aus Tirol, Vorarlberg oder der Schweiz für den Sommer herüber über die Alpen, um im reichen Deutschland auf den Höfen zu arbeiten. Für die Eltern zuhause ein notwendiges Zubrot, um nicht zu verhungern, für die Bauern in der Bodenseeregion eine Möglichkeit, billige Arbeitskräfte zu bekommen. Nach der tagelangen Wanderung durch Schnee und Eis wurden die Halbjahreswaisen auf Kindermärkten als Knechte, Hütejungen oder Mägde verkauft.
Jo Baier (
Der Laden) kam durch den Roman von Elmar Bereuter auf das Phänomen der sogenannten “Schwabenkinder”. Der Grimme-Preisträger, der seine Geschichten am Liebsten aus Vergangenem schöpft, fand in dem Stoff Themen und Motive, die ihn immer schon in seinen Filmen beschäftigt haben: das Herausgerissenwerden eines Menschen aus seiner angestammten Umgebung, das Fremdsein, die Wanderung. "Das Problem des Fremdseins ist immer noch gegenwärtig", so Baier. "Kinderarbeit leider auch." Sein Film erzählt sehr genau eine historische Situation und trifft damit doch gleichzeitig Konflikte und Gefühlslagen von heute.
Im Mittelpunkt des 110-minütigen Films steht der kleine Kaspar. Nach dem Tod seiner Mutter weiß sich der Vater keinen anderen Rat, als den achtjährigen zu den Schwaben zu schicken. Nach der Tortur über die Alpen, die eines der Kinder nicht überlebt, kauft ihn ein Bauer, der sich als grobschlächtiger "Saubauer" erweist. Kaspar muss, statt auf der Weide die Kühe hüten, die Ställe ausmisten. Er wird schikaniert und bestraft, muss barfuß gehen - denn das sei der Brauch. Nach einem Brand wurde er für tot erklärt. Doch 20 Jahre später taucht Kaspar plötzlich wieder in seinem Bergdorf auf. Und er erzählt seinem kranken Vater seine Leidensgeschichte.
"Der Weg, den die Kinder gehen, ist ein Passionsweg", sagt Baier, selbst in einfachen Verhältnissen auf dem Dorf groß geworden. "Die Kinder wurden regelrecht hinausgeworfen auf diesen Kreuzweg und mussten diese Passion erleiden, ehe sie wieder zurückkehren durften." Der Zuschauer leidet mit ihnen (und dem Geistlichen, der sie führt, gespielt von 
Tobias Moretti) beim beschwerlichen Stapfen durch die Eiswüste, durch Nebel und Schneegestöber und beim menschenunwürdigen Verkauf auf dem Kindermarkt. Da die Balance zu halten zwischen Schwarz und Weiß und nicht zu kräftig auf den "Ausbeuter" (Jürgen Tarrach) zu hauen ist nicht ganz einfach. Baier gelingt es, auf dieses unrühmliche Kapitel deutsch-österreichischer Freundschaft anteilnehmend und doch weitgehend historisch beschreibend zu schauen. Von diesem Ende der Kindheit mit dem Segen der Kirche in Rückblenden zu erzählen ist da eine gute Methode. Die Bilder wie alte Gemälde sprechen zu lassen eine andere."

(Quelle: Rainer Tittelbach (www.tittelbach.tv) - Der Fernsehfilm-Beobachter, Text mit seiner freundlichen Genehmigung)

 

Darsteller: Jürgen Tarrach, Vadim Glowna, Tobias Moretti u.a.

 

2001

Jo Baier

In der Mitte eines Lebens (3 Teile)

 

2002

Bernd Fischerauer

Die Rückkehr des Vaters (Rolle: Heinrich Giese)

 

2004

Jörg Grünler

Liebe und so weiter (Rolle: Rob Studebecker), BR

Zitiert dekorativ und mit Anspielungen auf Godard Motive aus der Studentenbewegung. "Was bei Godard Wahrheitsdrang und Stilwille ist, wird hier zur Magie für vom Pop angewehte Esoteriker." (Alf Brustellin in SZ).  

 

1968

George Moorse

Warum bellt Herr BobikoW? (Rolle: Schwonder)

 

1975

Alberto Lattuada

Police Python 357 (Inspektor Abadie)

 

1976

Alain Corneau

Steiner - Das Eiserne Kreuz (Rolle: Gefreiter Kern)

Dramatische Geschichte aus den Tagen des 2. Weltkrieges. Im Mittelpunkt steht Feldwebel und Zugführer Steiner, ein Mann, der die Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges am eigenen Leib erfahren hat. Nach einer entscheidenden Schlacht gerät er mit seinen Leuten hinter die russische Front. In blutigen Kämpfen, Mann gegen Mann, versuchen sich die Soldaten zu den eigenen Stellungen durchzuschlagen.

 

1976

Sam Peckinpah

Gruppenbild mit Dame (Rolle: Erhard Schweigert)

 

1977

Aleksander Petrovic

Der Hauptdarsteller (Rolle: Max Schneider)

 

1977

Reinhard Hauff

KETTEN

 

1978

Karl Fruchtmann

Der Schneider von Ulm (Rolle: Kaspar Fesslen)

 

1978

Edgar Reitz

Die Mars-Chroniken (Rolle: Sam Hinston)

 

1979

Michael Anderson

Der Brocken

Deutschland kurz nach der Wiedervereinigung: Ein Häuschen auf Rügen ist der ganze Stolz der Ada Fanske. Schon haben gierige West-Makler die Finger danach ausgestreckt. Doch Ada ist nicht auf den Kopf gefallen, handelt nach eigenen Regeln...

 

Aus Chronik der Wende: "Ein früher Wendefilm mit geradezu prophetischen Qualitäten: Elsa Grube-Deister spielt eine ostdeutsche Mutter Courage auf der schönen Insel Rügen, die sich mit gegen die feindliche Übernahme ihres Gehöftes durch westdeutsche Geschäftemacher und die Bundeswehr mit allen Mitteln zur Wehr setzt. Rolf Zacher spielt herrlich schmierig den zwielichtigen, skrupellosen Glücksritter aus dem Westen.
Vadim Glownas Film wurde seinerzeit allgemein unterschätzt, vielleicht weil man noch nicht ahnte, daß er mit sicherem Gespür ein Thema aufgegriffen hatte, das die Deutschen noch über viele Jahre spaltet: das ungute Gefühl vieler Ostdeutscher, vom Westen einfach nur abkassiert zu werden."

Darsteller: Elsa Grube-Deister, Rolf Zacher, Muriel Baumeister

 

1991

Vadim Glowna

Des Teufels Paradies

Verfilmung des Romans Sieg von Joseph Conrad mit einigen Meriten bei Ausstattung und Ambiente, aber noch mehr Schwächen in Dramaturgie und Inszenierung.

Darsteller: Jürgen Prochnow, Sam Waterston, Mario Adorf

 

1986

Vadim Glowna

Desperado City

Glownas erste Regiearbeit ist eine düstere Großstadtballade um einen Taxifahrer und seine Freundin, die mit allen Mitteln versuchen, sich aus ihrem kleinkriminellen sozialen Umfeld zu lösen, mit ihren Träumen jedoch an der harten Realität scheitern.

Darsteller: Siemen Rühaak, Beate Finckh, Vera Tschechowa, Karin Baal, Vadim Glowna, Witta Pohl, Georg Moorse.

 

1981

Vadim Glowna

Dies rigorose Leben

 

1982

Vadim Glowna

Tatort (Bauernopfer)

 

1993

Vadim Glowna

Tschechow in meinem Leben

Dokumentation über Anton Tschechow und seine Nachkommen im Moskau des Jahres 1983. Die in der Bundesrepublik Deutschland geborene Schauspielerin Vera Tschechowa, Urgroßnichte des Dichters und Schriftstellers sowie Enkelin der Filmschauspielerin Olga Tschechowa, begegnet Familienangehörigen, Literaten und Theaterleuten. 

(Quelle: Information aus dem Filmlexikon bei Zweitausendeins)

 

1985

Vadim Glowna

Auftrag Schutzengel (Rolle: Werner Sievert)

 

2008

Peter Fratzscher

     

    

   

    

    

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim
Bearbeitet: 1. Januar 2024

 
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