Michael Gwisdek

  

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Michael Gwisdek bei filmportal

      

TV-Filmvorschau für die nächsten 4 Wochen

 

   

   

  

  

  

 

Michael Gwisdek mit seiner Lebensgefährtin Gabriela Lehmann bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am 25.04.2008 in Berlin

Foto: Christian Behring

Geboren am 14. Januar 1942 in Berlin.

Keine Zeit für's, Rentnerdasein. Michael Gwisdek zum 75. Geburtstag.

 

Machte eine Ausbildung als Dekorateur und arbeitete kurze Zeit in diesem Beruf. In den folgenden Jahren verdiente er sein Geld in eher unkünstlerischen Berufen und beschloss im Alter von 23 Jahren, sich als Schauspieler ausbilden zu lassen. Nach zweimaliger Aufnahmeablehnung machte er endlich seine Ausbildung bis 1968 an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin. Dann erhielt er ein Bühnenengagement in Chemnitz. 1973 holt ihn Benno Besson an die Volksbühne Berlin. Dort spielt er 1974 die Titelrolle in Thomas Langhoffs-Inszenierung "Schlötel oder Was soll's". Weitere Rollen hat er in "Wie es euch gefällt" (1975), "Was ihr wollt" (1981), "Hamlet" (1977). Ab 1983 spielt er im festen Ensemble des Deutschen Theaters, hier in Stücken wie "Bunbury" nach Oscar Wilde, "Die Fliegen" nach Sartre. In der Uraufführung von Heiner Müllers "Der Bau" (1980) spielte er den Donat, in Müllers Inszenierung seiner "Macbeth"-Bearbeitung (1982) verkörperte Gwisdek einen der drei Macbeths.

  

Bis in die 1970er-Jahre musste sich Gwisdek beim Film nur mit Nebenrollen unterschiedlichster Art zufriedengeben, weil seine Arbeit für das DDR-Fernsehen eindeutig Vorrang gegenüber seiner Kinotätigkeit hatt. In einer kleinen Nebenrolle hatte Gwisdek im Defa-Western Spur des Falken, das war 1968. Eine große Chance in dem 1975 gedrehten Kinofilm Mann gegen Mann bei Kurt Maetzig; hier glänzte er in der Rolle des Kriegsheimkehrers Michael Mär. Danach spielt er zusammen mit Winfried Glatzeder in dem Film Zünd an, es kommt die Feuerwehr, Regie: Rainer Simon (1979). 1982 gibt ihm der Regisseur Ulrich Weiß in seinem Spielfilm Dein unbekannter Bruder die Rolle des Conférenciers Walter. Dieser ist in einer Widerstandsgruppe gegen die Nationalsozialisten aktiv, bis sich herausstellt, dass er ein Nazi-Spitzel ist und zum Verräter wird. Auch mit der Titelrolle des Films Olle Henry über einen Profiboxer, der Schwierigkeiten hat, nach dem Krieg weiterzuboxen. Mir ist Michael Gwisdek erstmals 1989  aufgefallen mit seiner Rolle als schwuler Barkeeper in Heiner Carows Film Coming Out.

  

Mit dem Film Treffen in Travers gab Gwisdek sein Regiedebüt, wobei Corinna Harfouch und Hermann Beyer jeweils bei Spielfilmfestivel in der DDR (übrigens das letzte!) Hauptpreise erhielten, außerdem läuft dieser Film auch beim Filmfest in Cannes. 

Der Filmemacher Hark Bohm konnte den Schauspieler Gwisdek für einige Kinorollen sogar in den Westen holen, er setzte ihn ein in  Keine Zeit für Tränen - Der Fall Bachmeier (1984), Der kleine Staatsanwalt (1987) und Yasemin (1987/88). 1990 mimte Gwisdek in Bohms Herzlich willkommen einen Hausmeister. 1991 bekam er für seine Rolle in Roland Gräfs Der Tangospieler den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller. Da sich Michael Gwisdek über Rollenangebote nicht beklagen konnte und diese reichlich kamen, beschloss er 1991, als freier Schauspieler zu arbeiten.

  

1994 führt er Regie in dem Streifen Abschied von Agnes, hier ist er Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller. Dieser Film läuft auf der Berlinale außer Konkurrenz. In der Beziehungskomödie Das Mambospiel führt er ebenfalls Regie, der im Wettbewerb der Berlinale 1996 zu sehen ist. Großen Eindruck machte M. Gwisdek auf mich mit seiner Rolle in dem 1999 von Oskar Roehler gedrehten Film Die Unberührbare mit einer ebenfalls grandiosen Hannelore Elsner. Für den Film Nachtgestalten von Andreas Dresen bekommt er den Ernst-Lubitsch-Preis und den Silbernen Bären auf der Berlinale als "Bester Darsteller". Sein komisches Talent bewies er als Direktor Klapprath in der Kinokomödie Good bye Lenin. Inzwischen ist Michael Gwisdek auch in TV-Serien zu sehen,  wie z.B. in Der letzte Zeuge, Bella Block, Edel & Starck, Tatort.

   

1985 heiratete er seine Schauspieler-Kollegin Corinna Harfouch, mit der er zwei Söhne hat. Das Paar ist seit 2007 geschieden. Heirat mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Schriftstellerin Gabriela Lehmann, jetzt Gabriela Gwisdek.

  

Beim 31. Filmfestival Max Ophüls Preis, das vom 18. bis 24. Januar 2010 in Saarbrücken stattfindet, wird Michael Gwisdek eine eigene Filmreihe gewidmet. Als einer der bekanntesten und renommiertesten deutschen Schauspieler präsentiert er selbst eine Reihe ausgewählter Filme, die für seinen Werdegang wichtig waren.

  

Zwei meiner Lieblingsfilme mit Michael Gwisdek sind Zoltan Spirandellis Vaya con dios (>>> Trailer) (2002) mit einem noch ganz jungen Daniel Brühl und Boxhagener Platz von Matti Geschonneck (2010).

    

      

Auszeichnungen

1991 Deutscher Filmpreis in Gold für Der Tangospieler
1999 Silberner Bär an der 49. Berlinale als bester Darsteller für Nachtgestalten
2000 Ernst Lubitsch-Preis der Berliner Filmjournalisten

2008 Deutscher Fernsehpreis als bester Schauspieler in einer Nebenrolle für Das Wunder von Berlin

  

(Quelle: Einige Informationen auf dieser Seite aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf,  S. 455 - mit Erlaubnis des Autors)

   

        

Eine Auswahl von Filmen mit Michael Gwisdek

  

Titel

Jahr Regie

Olle Henry (Rolle: Henry Wolters)

1982 Ulrich Weiß

Hälfte des Lebens (Rolle: Jakob Gontard)

1984 Herrmann Zschoche

Sansibar oder der letzte Grund (Rolle: Heinrich Knudsen)

Wicki gelang eine faszinierende Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alfred Andersch, für die er mit dem Adolf Grimme Preis in Gold ausgezeichnet wurde.

Darsteller: u.a. Peter Kremer, Cornelia Schmaus, Gisela Stein, Michael Gwisdek, Elisabeth Endriss, Peter Sodann, Ulrich Mühe.

1987 Bernhard Wicki
Yasemin (Rolle: Vater Eggers) 1987 Hark Bohm

Die Spur des Bernsteinzimmers (Rolle: Costello)

1991 Roland Gräf

Abschied von Agnes  (Rolle: Heiner)

1993 in Ostberlin. Heiner fühlt sich einsam. Seit dem Tod seiner Frau Agnes ist das Diktiergerät der einzige Zuhörer des frühpensionierten Wissenschaftlers. Überraschend bekommt er Gesellschaft. Der von der Presse gejagte Ex-Stasi-Major Stefan sucht Unterschlupf bei ihm. Der Fremde scheint hervorragend über Heiner informiert zu sein - er kennt auch die Details, über die eigentlich nur seine Ehefrau Bescheid wissen kann. Mit der Zeit wird die Lage für beide unerträglich. Nach einer Erzählung von Hans Löffler. Bundesfilmpreis 1994. (rk)

Darsteller: Michael Gwisdek, Sylvester Groth, Heide Kipp

1994 Michael Gwisdek

Das Mambospiel (Rolle: Martin)

Darsteller: Jürgen Vogel, Franziska Petri, Henry Hübchen, Uwe Kokisch, Anna Loos, Uli Krohm

1997 Michael Gwisdek

Die Bubi Scholz-Story (Rolle: Lado Taubeneck, Manager)

Das Drama ist mit viel Liebe zum Detail ausgestattet und hat einen wunderbaren Soundtrack. Benno Fürmann und Götz George liefern eine großartige Leistung, und die Besetzung stimmt bis in die kleinste Nebenrolle, hier ist besonders Angela Winkler als Ehefrau hervorzuheben. Roland Suso Richter erhielt 1998 für diesen Film den Bayerischen Filmpreis. (rk)

1997 Roland Suso Richter
Die Unberührbare (Rolle: Joachim) 1999 Oskar Roehler

Vaya con dios (Rolle: Benno) - (Mein Film-Tipp) -

Weil es der Brandenburger Cantorianer-Abtei an Nachwuchs und Geld fehlt, muss sie geschlossen werden. Die drei verbliebenen Mönche Benno, Tassilo und Arbo (Michael Gwisdek, Matthias Brenner und Daniel Brühl) reisen deshalb in die Toskana, wo das letzte Kloster dieser Art existiert. Auf dem Weg dorthin bleibt jedoch der gemütliche Tassilo am Kochtopf seiner Mutter hängen, während sich der kämpferische Benno mit seinen schärfsten Gegnern, den Jesuiten, anlegt und der blutjunge Arbo dank der attraktiven Fotografin Chiara (Chiara Schoras) mit der Fleischeslust konfrontiert wird. (Quelle: Amazon)

2000 Zoltan Spirandelli
Herr Lehmann (Rolle: Der Trinker) 2002 Leander Haußmann
Kleinruppin forever (Rolle: Erwin Panzer) 2003 Carsten Fiebeler
Polizeiruf 110 - Der Fensterstecher (Rolle: Herr Lohmann) 1976 Hans Knötzsch
Polizeiruf 110 - Eifersucht (Rolle: Jürgen Weigbrecht) 1988 Bernd Böhlich
Weitere Filme mit Michael Gwisdek sind in der IMDb-Website gelistet.

  

  

 

  

 

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 15. Febr. 2016

 

Diese Kurzbiografie kann nur rudimentär sein und die genannten Filme nur eine Auswahl von Filmen des Künstlers enthalten. Die Angaben erheben daher keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit, deshalb sind Links angebracht, die weitere Hinweise geben. Da ich auf Inhalte zu externen Webseiten keinen Einfluss habe, kann ich auch keine Gewähr dafür übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt.

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