Angelica Domröse

 

Schauspielerin

 

 

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Angelica Domröse

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg)
zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

Angelica Domröse wurde am 4. April 1941 in Berlin geboren.

 

Sie starb am 15. Mai 2026 in München.

 

 

Während ihrer Schulzeit besuchte sie einen dramatischen Zirkel im "Haus der jungen Talente". Sie lernte den Beruf der Stenotypistin.

Bewerbung an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg, leider wurde sie abgelehnt. Regisseur Slatan Dudow setzte sie für eine Rolle in seinem Film VERWIRRUNG DER LIEBE ein.

 

Während ihres Studiums hatte sie 1959 weitere Rollen in DEFA-Produktionen.

 

Einem breiteren Publikum wurde sie 1960 durch die Titelrolle in dem Fernsehfilm PAPAS NEUE FREUNDIN bekannt (Regie: Georg Leopold).

1961 Abschluß des Schauspielstudiums, dann Engagement am Berliner Ensemble.

 

1966 wurde sie zur besten Schauspielerin des Jahres gewählt. Wechsel an die Ost-Berliner Volksbühne, hier sieht man sie in vielen klassischen Rollen.

 

Von 1967 - 1969 war sie in diversen Fernsehfilmen zu sehen, wie z. B. in der 5teiligen TV-Serie WEGE ÜBERS LAND, hier ist sie die selbstherrlische Gräfin Palvner (Regie: Martin Eckermann), weitere Schauspieler waren hier Armin Mueller-Stahl, Ursula Karusseit, Carmen Maja Antoni und Manfred Krug. Als Proletarierin war sie als Guste Keuben-Krause in KRUPP UND KRAUSE in der Regie von Horst E. Brandt zu sehen, und sie hatte die Titelrolle der Effi Briest in Wolfgang Luderers gleichnamigem Film nach der Novelle von Theodor Storm.

Weiterhin übernahm sie 1967 eine Rolle in dem tschechischen Film JA, SPRAVEDLNOST (aufgeführt 1975 in der BRD unter dem Titel ALS HITLER DEN KRIEG ÜBERLEBTE*)) in der Regie von Zbyneck Brynych.

*) Hinweis: Obwohl seine sterblichen Reste verbrannt wurden, findet man Hitler nach dem Krieg an einem geheimnisvollen Platz, wo er von einer Geheimorganisation auf grausame Weise immer wieder gefoltert und bis an den Rand des Wahnsinns getrieben wird. Gleichzeitig versucht eine kleine Gruppe fanatischer Hitleranhänger den Führer aus den Klauen seiner Peiniger zu befreien. Der Arzt Dr. Herman, der dazu bestimmt war, Hitler für die Folterungen am Leben zu erhalten, sieht sich zu einer Gewissensentscheidung genötigt. Laufzeit: 1h26.
Eine dokumentarisch-kühl inszenierten Fiction Story mit einer brisanten Botschaft: Die Anti-Faschisten von gestern könnten die Faschisten von morgen werden.

 

In der ersten Hälfte der 1970er-Jahre wurde sie dreimal zur DDR-Fernsehkünstlerin des Jahres gewählt.

 

1973 kam dann wohl ihr größter Erfolg, indem sie die Paula in dem Film DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA an der Seite von Winfried Glatzeder spielt; Regie führt hier Heiner Carow. Dieser große Publikumserfolg ist wohl eine der ersten DEFA-Produktionen, die auch in der BRD zu sehen ist.

 

Weitere Produktionen sind 1978/79 die Dinah-Nelken-Verfilmung FLEUR LAFONTAINE in der Regie von Horst Seemann. Hier spielt sie ein über mehrere Jahrzehnte andauerndes Frauenschicksal. Und in Heiner Carows BIS DASS DER TOD EUCH SCHEIDET sah man sie letztmalig in einem DEFA-Film auf der Leinwand in der DDR. Nach der Unterzeichnung der Protestresolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR im November 1976 wurde sie zunehmend in ihrer Arbeit behindert. Darum beschloss sie - wie einige andere Künstler auch (z.B. Manfred Krug) - in den Westen zu gehen. Hier gastierte sie 1979 am Thalia-Theater.

 

1980 verließ sie gemeinsam mit Hilmar Thate die DDR. Nach ihrer Arbeit am Hamburger Thalia-Theater gingen sie und Hilmar Thate zum Ensemble des Berliner Schiller-Theaters.

Weitere Filme folgten, wie z.B. DIE ZWEITE HAUT, 1982, in der Regie von Frank Beyer. Hier bekam sie für ihre Rolle der Sandra den Darstellerpreis beim Festival International de Télévision de Monte Carlo. Ein weiterer Film ist Egon Günthers HANNA VON ACHT BIS ACHT.

 

1984 beschließt Angelica Domröse, "frei" zu arbeiten und verlässt das Schiller-Theater. Sie arbeitet nun an bedeutenden deutschsprachigen Bühnen und für Film und Fernsehen.

1985 und 1986 hat sie ein Engagement am Staatstheater Stuttgart.

 

1992 arbeitet sie wiederum mit Regisseur Heiner Carow zusammen. Es entsteht der Film VERFEHLUNG, hier ist sie die fünfzigjährige Elisabeth Bosch, die aus einem Dorf der ehemaligen DDR stammt und eine Beziehung zu einem Mann aus Hamburg hat.

Im selben Jahr folgt ihr Debüt als Theaterregisseurin. Sie inszeniert das Stück "Brut" von Matthias Zschokke, "Schreib mich in den Sand" von I. von Dullemen und "Maria Magdalena" von Hebbel und "Michael Kramer" von Gerhard Hauptmann.

Außerdem wird sie 1992 Dozentin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin.

 

Als Kriminalkommissarin Vera Bilewski ermittelte sie ab 1994 für den SDR in der Krimireihe POLIZEIRUF 110, darunter auch in der umstrittenen Folge Samstags, wenn Krieg ist. 1996 folgte dann die Folge KLEINE DEALER, GROSSE TRÄUME und 1998 HETZJAGD. Damit endete die Serie für den SWR, da der Sender nach dem Zusammengehen des Süddeutschen Rundfunks mit dem Südwestfunk am 1. Oktober 1998 keinen weiteren Polizeiruf mehr für die ARD produzierte.

 

2003 ist sie zu sehen in dem Film TAL DER AHNUNGSLOSEN von Branwen Okpako und im selben Jahr erscheint ihre Autobiographie "ICH FANG MICH SELBST EIN"

 

2006 sieht man sie am Potsdamer Hans-Otto-Theater die Mary Tyrone in "Eines langen Tages Reise in die Nacht" von Eugene O'Neill.

 

In erster Ehe war die Schauspielerin bis 1975 mit dem Schauspieler und Schriftsteller Jiří Vršťala, der als Clown Ferdinand in der DDR bekannt wurde, verheiratet. 1976 heiratete sie den Schauspieler Hilmar Thate. Ihre letzte Rolle war die der Annegret Simon in dem Fernsehfilm von Bernd Böhlich: BIS ZUM HORIZONT, DANN LINKS!

 

  

Weitere Filme mit Angelica Domröse (eine Auswahl)

 

VIELGELIEBTES STERNCHEN ...Regie: Rudi Kurz, 1961, Rolle: Irene Bach

 

AN FRANZÖSISCHEN KAMINEN ...Regie: Kurt Maetzig, 1962/63, Rolle: Jeanne

 

DIE ABENTEUER DES WERNER HOLT ...Regie: Hans-Joachim Kunert, 1964/65, Rolle: Uta Barnim

 

EIN LORD AM ALEXANDERPLATZ ...Regie: Günter Reisch, 1966, Rolle: Ina

 

DER ARZT WIDER WILLEN ...Regie: Benno Besson, 1971, Rolle: ?

 

DIE BRÜDER LAUTENSACK ...Regie: Hans-Joachim Kasprzik, 1971/72, Rolle: Ilse Kadereit

 

UNTERM BIRNBAUM ...Regie: Ralf Kirsten, 1973, Rolle: Ursula Hradschek

 

DANIEL DRUSKAT ...Regie: Lothar Bellag, 1974, Rolle: ?

 

ABSCHIED VOM FRIEDEN ...Regie: Hans-Joachim Kasprzik, 1976/77, Rolle: Irene von Claudi

 

FRÄULEIN ... Regie: Michael Haneke, 1984/85, Rolle: Johanna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus

Aktualisiert am 26. September 2026

 
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