Krieg und Frieden

1983

Dokumentarfilm mit Spielhandlung, der nach Redkationsschluss aus dem Programm genommen wurde

 

Filmliste Alexander Kluge

 

  

  

Episodenfilm über Krieg u. Frieden von

Regie und Drehbuch

Nur Drehbuch

  • Heinrich Böll (5., 6., 7. Episode)

Schnitt

Musik

 

 

 

Ausstattung


Bernd Lepel

Kamera

Franz Rath

Werner Lüring

Thomas Mauch

Bernd Mosblech

Igor Luther

Produktionsfirma

Pro-jekt Filmproduktion
Kairos-Film und ZDF innerhalb des Rahmenabkommens Film / Fernsehen

Produktion

Eberhard Junkersdorf, Theo Hinz

Redaktion

Christoph Holch

FSK

ab 16 Jahre

Länge

123 Minuten

Filmbesprechung/-inhalt

Filmportal

FBW-Prädikat

Wertvoll

Ur-/Erstaufführung

TV-Erstsendung (DE): 16.11.1987, ZDF
Aufführung (DE): 29.10.2008, Hof, Internationale Filmtage

Genre

Dokumentarischer Spielfilm

      

  

   

Darsteller Rolle
Bruno Ganz Ministerialrat Hoppe (2. Episode)
Jürgen Prochnow Kevin Kellerher (5. Episode)
Günter Kaufmann Max Broker (5. Episode)
Manfred Zapatka Nikolai Raiski (5. Episode)
Karl-Heinz Merz Ivan Golkov (5. Episode)
Heinz Bennent Joe (6. Episode)
Edgar Selge Oscar (6. Episode)
Angela Winkler Margot (7. Episode)
Michael Gahr ?
Hans-Michael Rehberg General (3. Episode)
Dieter Traier Interviewer (3. Episode)
 

          

Inhalt:

Der Kollektivfilm KRIEG UND FRIEDEN hat Tolstois Epik im Sinn, im Visier der Kamera aber Deutschland, die "Knautschzone Europas". Es geht den Autoren sowohl um historische als auch hautnahe Perspektiven zu einem alten und aktuellen politischen Thema.

Der Film wurde in den Jahren 1980 - 1982 gedreht, wurde in einer ersten Fassung im Herbst 1982 bei den Hofer Filmtagen und 1983 bei den Berliner Festspielen in einer zweiten, gestrafften Fassung vorgestellt. Anlass war die bevorstehende NATO-Nachrüstung mit Mittelstreckenraketen vom Typ Pershing II.

 

Stefan Aust dokumentiert, wie es dazu kam, informiert übr die Overkill-Waffensysteme und beschreibt Hattenbach, ein Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, das in den Planspielen der Supermächte schon heute "ground zero", also atomares Explosionsziel ist.

 

Wie verhalten sich 'die da oben' und 'die da unten', Regierende und Regierte, angesichts der atomaren Bedrohung? Politische Willensäußerung an der Basis filmten Alexander Kluge und Volker Schlöndorff bei der Friedensdemonstation in Bonn, Axel Engstfeld bei der öffentlichen Verteidigung von Bundeswehrrekruten.

 

Schlöndorff beobachtete dann das Gipfelgespräch von neun Regierungschefs in Versailles, wo Frieden verhandelt wurde, während ein neuer Krieg im Libanon ausbrach. Diese Polit-Schau kommentiert er mit satirischen Bildern, die zerschossenen Straßenzüge Beiruts mit Wut und Trauer.

 

Wie ein paar übrig gebliebene Menschen sich verhalten, nachdem die Erde durch einen Atomschlag unbewohnbar gemacht worden ist, hat Heinrich Böll in Kurzszenen dramatisiert, die Schlöndorff inszeniert hat.

 

Alexander Kluge kommt in der Szene "Vom Standpunkt der Infanterie" durch energische Versachlichungen des Ernstfalles zu einer erstaunlichen Konsequenz. In anderen Passagen stellt Kluge die Evolution der Menschheit, immerhin 4 Milliarden Jahre unterwegs, dem entgegen, was in den letzten 150 Jahren an Rüstung dazugekommen ist. Seine Assoziationsketten aus Bildern und Texten zum Thema "Krieg" und zum Theme "Frieden" mobilisieren vorhandene Erfahrungen, Gespräche und Phantasie gegen die viel zitierte > Angst vor dem Untergang <.

 

Rainer Werner Fassbinder wollte in diesem Gemeinschaftswerk (wie 1977 in DEUTSCHLAND IM HERBST) einen größeren Beitrag übernehmen und KRIEG UND FRIEDEN im privaten, zwischenmenschlichen Bereich behandeln. Alexander Kluge schreibt darüber in seinem Buch "Die Macht der Gefühle"... "Für das Wochenende nach seinem Tod hatte Rainer Werner Fassbinder die Absicht, sein Teilstück zum Film KRIEG UND FRIEDEN zu inszenieren. Was er vorhatte, war in fünf Treffs besprochen. Da Fassbinder ungewöhnlich präzise arbeitet, konnte man diesen Filmteil, der das kollektive Projekt eröffnen sollte, vor dem geistigen Auge ablaufen lassen. In der Nacht, in der Fassbinder starb, habe ich die Abschluss-Sequenz an den Fassbinder-Teil zum Ende montiert. Die sollte die Sequenz 2 werden. Ich war etwa nach 24 Uhr fertig..."

 

(Quelle: Broschüre SPIEL IM ZDF, Heft 3, März 1987, Seite 14, herausgegeben vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung)


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus

Aktualisiert am 29. September 2026

 

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