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Luftwaffenhelfer 1980
Inhalt
Vom Schicksal einer Berliner Schulklasse, die im Februar 1943 eine Flakstellung am Rand der vom Bombenkrieg bedrohten Reichshauptstadt bezieht, handelt die Geschichte der 154. Schweren Flakbatterie in Berlin-Lübars. Es sind fast noch Kinder, die da in den Krieg geworfen werden. Sie empfinden ihre neue Situation zunächst als Abenteuer, als die häufig ersehnte Loslösung vom Elternhaus, als Leben in jugendlicher Clique. Die Schule verfolgt die Jungen aber auch hierhin, denn neben dem Flakhelferdienst gibt es dreimal wöchentlich Unterricht: Tacitus unter Kanonen. Eine Anpassung an die neuen Verhältnisse in den Flakstellungen vollzieht sich dennoch nicht so recht. Die militärischen Ausbilder - Unteroffiziere - sind den jungen Oberschülern bisweilen sozial und intellektuell unterlegen, und das wird von den jungen Flakhelfern ausgenutzt. Dann kommt das tägliche Erlebnis mit einer Arbeitskolonne russischer Kriegsgefangener. Die meisten von ihnen sind direkt von der Vorlesung Hochschulen in den Krieg gezogen. Hier in der Flakstellung spüren die deutschen und die gefangenen russischen Jungen eine seltsam anmutende Verbundenheit - in Bezug auf ihr jugendliches Alter, das tägliche Drilleinerlei und die gemeinschaftliche Gefahr im Taumel der Luftangriffe. Da gibt es Erlebnisse, die den jungen deutschen Flakhelfern die Augen öffnen - bis hin zu jenen später Novembernächten, in denen große Teile Berlins in Schutt und Asche fallen und die Flakbatterie durch 'Feindeinwirkung' die Hälfte ihrer Flakhelfer verliert. Im Vordergrund der Handlung stehen vier Freunde: Ignaz, Sohn eines streng katholischen Flakgenerals, Kalle, dessen Vater sozialdemokratischer Landrat in Jena war und der sich nun als Wirtschaftsprüfer durchs Leben schlägt, Kurt, der Sohn eines Chirurgen und fanatischen Nationalsozialisten, sowie schließlich Paulchen, der - zu seinem großen Kummer - nicht Luftwaffenhelfer werden darf, weil er Halbjude ist. Dies ist die Geschichte vom Tod junger Menschen, deren Ideale missbraucht wurden: vom "Führer", vom "Anführer" - das Verb 'anführen' hat auch die Bedeutung 'betrügen'.
(Quelle: Broschüre "SPIEL IM ZDF", Heft 3, März 1989, ©1989 by Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Presse / Öffentlichkeitsarbeit, Mainz)
Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus Aktualisiert am 12. Mai 2026
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