Der Stand der Dinge 1982
Inhalt Ein einsam gelegenes Haus an der portugiesischen Küste. Die Touristensaison ist vorüber, niemand wohnt jetzt hier außer einem amerikanisch-europäischen Filmteam. Vor zwei Jahren hat ein schwerer Sturm das Hotel stark beschädigt: Das große Schwimmbad und Teile des Gebäudes sind eingestürzt und sehen aus wie nach einem Bombenangriff. Das ist der Grund, warum hier ein Film gedreht wird: Das Hotel dient als Kulisse für den Sciencefiction-Film "The Survivors", ein Remaka des Alan-Dwann-Films "The Most Dangerous Man Alive" aus den 1950er-Jahren. Das Filmteam wohnt seit mehreren Wochen in dem intakten Teil des Gebäudes. Man hat schon zwei Wochen gedreht, muss nun unterbrechen, weil Geld und Filmmaterial ausgegangen sind. Gordon, der Produzent, ist nach den ersten Drehtagen mit dem Negativ nach Los Angeles geflogen und sollte einige Tage später mit dem Geld und neuem Material nach Portugal zurückkehren. Aber Gordon kommt nicht und ist auch telefonisch nicht aufzutreiben; nirgendwo eine Spur von ihm. Nach einigen Tagen des Wartens entschließt sich Friedrich, der Regisseur, nach Hollywood zu fliegen, um selbst nach Gordon zu suchen und herauszufinden, ob der Film noch fertig gemacht werden soll oder nicht. Friedrich erfährt, dass Gordon auf der Flucht ist. Schließlich erkennt er, dass er sich in diese Geschichte besser nicht eingemischt hätte.
Wim Wenders zu seinem Film: "Der Stand der Dinge" ist wahrscheinlich der dürsterste Film, den ich bislang gemacht habe. Ein schwarzer Film, nicht nur optisch (der Film ist schwarz-weiß gedreht von dem französischen Kameramann Henri Alekan, der bereits mit Abal Gance, Jean Cocteau, Marcel Garné und vielen anderen gearbeitet hat), sondern auch in seiner Stimmung, die wohl zu der Zeit sehr meiner eigenen entsprach. Wo soll ich beginnen? Es fängt an mit einer Art Remake des Sciencefiction-Thrillers aus dem Jahr 1950 "The Most Dangerous Man Alive" von Alen Dwann, dann wurde daraus dieser Trip, dieses verrückte Abenteuer zwischen Europa und Amerika, das heißt, zwischen Lissavon und L.A., manchmal ein Horrorfilm, manchmal eine Komödie, aber immer den eigenen Gesetzen gehorchend, in unbekanntem Territorium. Ich nenne es das "letzte B-Picture". Es geht um ein Filmteam, das in einem großen Hotel irgendwo an der portugiesichen Küsten hängenbleibt. Der Produzent ist auf geheimnisvolle Weise verschwunden, sie haben kein Geld und kein Material mehr und müssen die Dreharbeiten abbrechen. Somit findet der Film, an dem sie arbeiten, ein plötzliches Ende, aber ein anderer beginnt, der wesentlich mehr mit ihrem Leben zu tun hat und der - letztendlich - sich als viel tödlicher herausstellt, als irgendeine ihrer Fiktionen. "Der Stand der Dinge" handelt vom Filmemachen und vom Leben. Daher der Titel. In der Tradition von "Alice in den Städten", "Im Lauf der Zeit" und "Nick's Film - Lightning Over Water" begann ich auch "Der Stand der Dinge", ohne ein richtiges Drehbuch zu haben. Aber dieses Mal hatte ich einen Autor am Drehort (Robert Kramer), der den Film während der Dreharbeiten weiterschrieb, von Tag zu Tag. Alles begann mit einer spontanen Idee in Portugal, inspiriert durch das Land. Zwei Wochen später war der Film bereits finanziert, besetzt, vorbereitet, und wir begannen wirklich zu drehen. Das muss so eine Art Rekord sein für einen Spielfilm.
(Quelle: Broschüre "SPIEL IM ZDF", Heft 1, Januar 1989, ©1988 by Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Presse / Öffentlichkeitsarbeit, Mainz)
Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus Aktualisiert am 10. Mai 2026
Die Angaben zum o.g. Film sind nach bestem Wissen gesammelt, aufgeschrieben und bearbeitet worden und enthalten zum Teil Texte aus fremden Webseiten bzw. literarischen Quellen. Weiterhin möchte ich bemerken, dass ich auf Inhalte zu externen Webseiten keinen Einfluss habe und keine Gewähr dafür übernehmen kann. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt. Sollten mir bei den o.g. Angaben Fehler unterlaufen sein, so werden diese bei entsprechender Nachricht und Kontrolle ebenfalls entfernt bzw. korrigiert.
|