Dannys Traum 1982
Filmliste Sigi Rothemund
Inhalt Sandra Steiner, Englischlehrerin, interessiert sich für ihren 16jährigen Schüler Danny Tanner, der durch Schlägereien mit Mitschülern auf sich aufmerksam macht. Von ihr darauf angesprochen, entgegnet er: "Man wird geschlagen und schlägt zurück. Die Schwachen suchen sich noch Schwächere. Aber ich will das nicht." Dann erzählt er ihr sein Leben: Vater - Job gekündigt, Hilfsarbeiter, arbeitslos. Säuft, schlägt seine Frau. Macht einen Bankeinbruch. Kommt in Untersuchunshaft. Mutter - Hilfsarbeiterin. Hat neben Danny und dessen 14jähriger Schwester, die auf den Strich geht, noch zwei unmündige Kinder. Ist ängstlich und hilflos. Mit Wut im Bauch attackiert Danny bürgerliche Statussymbole, macht Kratzer in Autolack und wirft eine Frontscheibe ein. Obwohl der Beste im Fußballspiel, hat er "Null Bock", aber "Klauen", verrät er, "bringt 'ne Menge Spannung". Wegen seiner Schwester legt Danny sich mit einem Zuhälter an. Dann klaut er ein Auto und erlebt eine für die Polizei glücklose Verfolgungsjagd durch das nächtliche Berlin. Später hat er eine Schlägerei mit seinem Vater. Bald darauf erfährt er die Rache der Zuhälterfreunde, die ihn zusammenschlagen und ihn auf ein Eisenbahngleis legen. Danach erschießt er den Zuhälter, geht zu einer Nutte, weil er allein ist, und am Ende holt ihn die Polizei mitten aus dem Unterricht. Dies geschieht alles nach einer sich anbahnenden Freundschaft mit seiner Lehrerin, die in ihrem gefühlsmäßigen Engagement soweit geht, mit ihm zu schlafen. So wurde Dannys Traum von menschlichen Beziehungen und einem besseren Leben in einen Alptraum verwandelt, bedingt durch den Zusammenprall zweier Welten. Diese Kluft zwischen Sozialem und Asozialem - beide vom bürgerlichen Wertesystem durchdrungen - konnte Danny allein nicht verkraften. Aber er wird weiterhin allein stehen müssen im Alltag des Strafvollzugs. Und ist Danny nicht auch so etwas wie ein Typus? Werden in westdeutschen Städten nicht viele Dannys herumgetrieben, zeigt sich das Nebeneinander der Welten, Generationen und Ansichten wirklich bereits als demokratisches Miteinander? Bleibt da nichts mehr zu träumen übrig?
Quelle: Broschüre "Das Fernsehspiel im ZDF", Heft 38, Sept.-Nov. 1982, herausg. Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Pressearbeit
Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus Aktualisiert am 21. Januar 2026
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