Dannys Traum 

1982

 

Filmliste Sigi Rothemund

  

   

   

 

Regie

Sigi Rothemund

Drehbuch

Hans Frick

Redaktion

Wolfgang Baecker

Produktion

Artur Brauner, CCC Television GmbH, Berlin

Kamera

Rolf Deppe

Kostüme

Ilse Stripp

Aufnahmeleitung

Peter Wittchen
Günther Ruß

Länge

90 Minuten

Sonstiges

Klassiker des deutschen Fernsehspiels

Auszeichnung

-

Ur-/Erstaufführung

November 1982

Genre

Fernsehspiel

      

    

  

Darsteller

Rolle

Alexander R. Rosenberg

Danny
Jutta Speidel Sandra
David Ashkenasi Paolo
Dagmar Biener Mutter von Danny
Andreas Mannkopff Vater von Danny
Horst Pinnow Duc
Maud Ackermann  
Andrea Bajon  
Katharina Lehmann  

      

      

       

Inhalt

Sandra Steiner, Englischlehrerin, interessiert sich für ihren 16jährigen Schüler Danny Tanner, der durch Schlägereien mit Mitschülern auf sich aufmerksam macht. Von ihr darauf angesprochen, entgegnet er: "Man wird geschlagen und schlägt zurück. Die Schwachen suchen sich noch Schwächere. Aber ich will das nicht."

Dann erzählt er ihr sein Leben: Vater - Job gekündigt, Hilfsarbeiter, arbeitslos. Säuft, schlägt seine Frau. Macht einen Bankeinbruch. Kommt in Untersuchunshaft.

Mutter - Hilfsarbeiterin. Hat neben Danny und dessen 14jähriger Schwester, die auf den Strich geht, noch zwei unmündige Kinder. Ist ängstlich und hilflos.

Mit Wut im Bauch attackiert Danny bürgerliche Statussymbole, macht Kratzer in Autolack und wirft eine Frontscheibe ein. Obwohl der Beste im Fußballspiel, hat er "Null Bock", aber "Klauen", verrät er, "bringt 'ne Menge Spannung". Wegen seiner Schwester legt Danny sich mit einem Zuhälter an. Dann klaut er ein Auto und erlebt eine für die Polizei glücklose Verfolgungsjagd durch das nächtliche Berlin. Später hat er eine Schlägerei mit seinem Vater. Bald darauf erfährt er die Rache der Zuhälterfreunde, die ihn zusammenschlagen und ihn auf ein Eisenbahngleis legen. Danach erschießt er den Zuhälter, geht zu einer Nutte, weil er allein ist, und am Ende holt ihn die Polizei mitten aus dem Unterricht.

Dies geschieht alles nach einer sich anbahnenden Freundschaft mit seiner Lehrerin, die in ihrem gefühlsmäßigen Engagement soweit geht, mit ihm zu schlafen. So wurde Dannys Traum von menschlichen Beziehungen und einem besseren Leben in einen Alptraum verwandelt, bedingt durch den Zusammenprall zweier Welten. Diese Kluft zwischen Sozialem und Asozialem - beide vom bürgerlichen Wertesystem durchdrungen - konnte Danny allein nicht verkraften. Aber er wird weiterhin allein stehen müssen im Alltag des Strafvollzugs. Und ist Danny nicht auch so etwas wie ein Typus? Werden in westdeutschen Städten nicht viele Dannys herumgetrieben, zeigt sich das Nebeneinander der Welten, Generationen und Ansichten wirklich bereits als demokratisches Miteinander? Bleibt da nichts mehr zu träumen übrig?                                                                                           

 

Quelle: Broschüre "Das Fernsehspiel im ZDF", Heft 38, Sept.-Nov. 1982, herausg. Zweites Deutsches Fernsehen, Information und Pressearbeit

 

  

  

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 19. Mai 2024

  

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