Der Mann im Schilf 

1978

 

Filmliste Manfred Purzer

 

  

  

Regie

Manfred Purzer

Drehbuch

Manfred Purzer

Vorlage

-

Redaktion

Kurt Hoffmann

Produktion

Roxy Film GmbH & Co. KG und Bayerischer Rundfunk

Schnitt

Peter Przygodda

Kamera

Charly Steinberger († 27.03.2019)

Musik

Erich Ferstl

FSK

-

Länge

108 Minuten

Sonstiges

-

FBW-Bewertung

-

Ur-/Erstaufführung

30. Juli 1985

Genre

Drama

  

  

  

Darsteller

Rolle

Jean Sorel Robert
Erika Pluhar Hannah
Nathalie Delon Loraine
Bernhard Wicki Sir Gerald
Heinrich Schweiger Mostbauer
Kurt Weinzierl Schemnitzky
Karl Renar Sedlak
Heinz Bennent Felix

                  

 

 

Inhalt  

 

Die Österreich 1934. Terror- und Sabotageakte flammen auf, mal hier, mal dort, heizen das politisch und wirtschaftlich angespannte Klima an, sorgen für Verunsicherung. Baron Felix in Salzburg hofft, dass der Funke der Bewegung auf Österreich überspringt, Ministerialrat Mostbaumer aus Wien, sein Erfüllungsgehilfe, spinnt die Fäden der Subversion.

Ganz andere Probleme bekümmern Felix' Bruder Robert. Drei Jahre hat der Archäologe bei Grabungen auf Kreta verbracht. Nun sitzt er im Zug nach Österreich mit seinem Arbeitgeber, dem reichen britischen Archäologen Sir Gerald und dessen schöner, kühler Frau Lauren. Robert ist ihrem Charme und ihren Verführungskünsten verfallen. Sein Ziel ist Salzburg und die Trennung von seiner Frau Hannah. Aber ihre Salzburger Adresse existiert nicht mehr. Auf der Suche nach ihr begibt sich Robert zunächst zu seinem Bruder. Felix' Welt ist Robert fremd: politische Zwangsvisionen, historische Mission und neue Ordnung tangieren ihn nicht. Robert interessiert sich nur für die Auskunft, dass Hannah sich in einem Schloss auf dem Land in Sicherheit befindet.

Lauren in Salzburg zurücklassend, fährt Robert in Begleitung des Polizeiinspektors Schemnitzky aufs Land. Wider Erwarten ist alles friedlich; die Fahrt wird nur unterbrochen, weil ein in Lumpen gehülltes Bündel Mensch schlafend am Wegrand liegt, ein zitterndes Etwas, das, angesprochen, sofort im nahen Schilf untertaucht.

Wiedersehen mit Hannah. Drückende Sommerschwüle lastet über dem Land, lastet auf beiden. Robert kann es ihr nicht sagen. Spaziergang im Schilf, baden im See. Der Druck weicht nicht. Mostbaumer ist auch Gast im Schloss. In der Nähe feiern die Landbewohner Kirmes auf einer großen Wiese, im Hintergrund kauert ein verschlafenes Dorf im Sonnenlicht.

Außergewöhnlich ist nur die rote Fahne mit dem schwarzen Hakenkreuz, die plötzlich weithin sichtbar am weißen Kirchturm prangt. Zerstört wird die Idylle, als Hauptmann Sedlak aus Wien mit schwerbewaffneten Soldaten auftaucht und dem ausgelassenen Kirmestreiben ein jähes Ende bereitet. Er will den Nazi-Putschisten den Garaus machen. Er und seine Jungs ziehen im Dorf ein, wo sie gähnende Leere empfängt. Durch ein paar Hühner tödlich aufgeschreckt, ballern die unerfahrenen Schützen los und bringen sich gegenseitig um. Zur Rechtfertigung der Toten bedarf es Schuldiger. Von Gegnern, von Nazi-Rebellen fehlt jede Spur.

Die Dorfbewohner müssen antreten. Keiner weiß etwas. Am Abend beim Gelage im Gasthaus, kommt es zu einem weiteren Zwischenfall: Besoffene Soldaten vergewaltigen die Bedienerin. Der Wirt, der ihr zu Hilfe eilt, wird erschossen. Nun gerät Sedlak in Zugzwang. Zum Glück finden seine Männer beim Bauern hinter der Mostpresse ein Maschinengewehr. Es gibt also doch gefährliche Feinde. Erneut müssen alle am Dorfplatz antreten. Herangeschleift wird die Lumpengestalt aus dem Schilf. Man hat sie beim Hühnerdiebstahl erwischt. Sedlak hat seinen Schuldigen und will nun vor allen ein Exempel statuieren.

Hannah und Robert, die das Schauspiel beobachten, greifen ein. Wie kann der Hauptmann sich an einem taubstummen Irren vergehen? Robert gibt vor, in der Nacht einen anderen Mann gesehen zu haben; er verschwand im Schilf. Die Lumpenkreatur darf laufen. Sedlak ist befriedigt. Obwohl alle im Dort wissen, dass der Unbekannte eine Fiktion ist, spielen sie mit. Wissend, dass Sedlakl das Schilf demnächst durchkämmen wird, planen Robert und Hannah, den unschuldigen Taubstummen aus seinem Versteck herauszuholen und in Sicherheit zu bringen.

Plötzlich ist Lauren mir Sir Gerald da. Noch immer laviert Robert. Ebenso wie die persönlichen, überstürzen sich auf einmal die politischen Ereignisse. In Wien putschen die Nazis. Dollfuß wird ermordet, aber die Erhebung scheitert. Mostbaumer verbrennt alle Unterlagen, die Bauern ebenso. Nervosität breitet sich aus. Auch Felix reist an. Mostbauer muss sterben. Beim Spaziergang durch den Wald ist der dicke Ministerialrat allerdings schneller. Felix erliegt einer Kugel, rollt leblos ins Gebüsch.

Sedlak hat Zeit. Er ist sich seiner Beute im Schilf sicher. Mostbaumer kann ihn weder zum Abzug bewegen noch ihn davon überzeugen, dass es keine Rebellen gibt. Lauren drängt auf eine Entscheidung, doch Robert schiebt die Rettungsaktion vor. Hannah und Robert suchen den Irren. Robert fängt ihn schließlich ein. In eine Segelplane gehüllt, wird er im Boot verstaut und in Felix' Auto umgeladen. Sedlak hat alles durchs Fernrohr beobachtet.

Während Robert das Boot abtakelt, fährt Hannah los. Sie kommt nicht sehr weit. Maschinengewehrsalven knattern durch die sommerliche Stille, durchlöchern den Wagen, die Fahrerin und die Fracht. Ein mörderischer Spuk ist vorbei.

Bahnhof. Hannahs Sarg wird verladen. Robert, Lauren und Sir Gerald besteigen gemeinsam den Zug. Ein rotes Hakenkreuz an der Bahnhofsmauer wird entfernt. Die Sonne scheint, der Zug setzt sich langsam in Bewegung.

 

(Quelle: Broschüre "ARD Fernsehspiel Juli - Sept. 1985", herausgegeben von der Pressestelle des WDR, Seite 58/59)

  

  

  

  

 

 

 


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 9. Dezember 2020

  

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