Nosferatu - Phantom der Nacht

1978

 

Filmliste Werner Herzog

 

  

  

Regie

Werner Herzog

Drehbuch

Werner Herzog

Regie-Assistent

-

Vorlage

nach Motiven des Films von Friedrich Wilhelm Murnau und des Romans "Dracula" von Bram Stoker

Produktion

Werner Herzog Filmproduktion München / Gaumont S.A., Paris

Kamera

Jörg Schmidt-Reitwein

Schnitt

Beate Maika-Jellinghaus

Musik

Popol Vuh, Florian Fricke

FSK

ab 16 Jahre

Länge

107 Minuten

Filmbeschreibung

www.follow-me-now.de

Ur-/Erstaufführung

Kinostart 12.04.1979

Genre

Literaturverfilmung, Horrorfilm  

            

      

  

Darsteller

Rolle

Klaus Kinski

Graf Dracula

Isabelle Adjani

Lucy Harker

Bruno Ganz

Jonathan Harker

Jacques Dufilho

Kapitän

Roland Topor

Renfield

Walter Ladengast

Dr. Van Helsing

Jan Groth 

Hafenkommandant

Dan van Husen

Wächter

Carsten Bodinus 

Schrader

Martje Grohmann 

Mina

       

   

  

Inhalt

Die Geschichte beginnt im Jahre 1850 in der kleinen Hafenstadt Wismar an der deutschen Ostseeküste. Dort lebt Jonathan Harker, Angestellter des Grundstückmaklers Renfield. Dieser, ein seltsamer Kauz, schickt Jonathan nach Transsylvanien, ins Schloss des Grafen Dracula, der in Wismar ein altes baufälliges Haus, unmittelbar neben dem Harkers gelegen, kaufen möchte. Die Aussicht auf eine hohe Provision macht Jonathan den Abschied von seiner schönen Frau Lucy leichter; sie ist von düsteren Ahnungen befallen und bestürmt ihren Mann, die Reise nicht anzutreten. So vertraut er sie der Obhut seiner Schwester Mina und seines Schwagers Schrader an.

  

Nach anstrengenden Wochen erreicht Jonathan die Karpaten, sagenumwobene Heimat der Werwölfe, Geister und Dämonen. Bei der letzten Rast in einer Herberge warnen ihn Zigeuner, seine Reise fortzusetzen. Dunkle Andeutungen schwirren durch den Raum. Das Schloss des Grafen gar nicht existent, sondern nur ein Haufen Trümmer und Unrat? Und der Graf selbst...? Niemand ist bereit, über ihn etwas Konkretes zu sagen. Und niemand ist bereit, Jonathan ein Pferd für das letzte Stück Weg zu vermieten. So muss er am Morgen zu Fuß aufbrechen.

  

Unterwegs nimmt ihn eine Phantom-Kalesche, von vier Rappen gezogen, auf. Der Kutscher bleibt stumm und verbirgt sein Gesicht. Bei Eintritt der Dunkelheit erreichen sie das Schloss, einen großen, düstern Steinhaufen. Die Luft ist mit seltsamen Lauten und Geräuschen erfüllt, Fledermäuse fliegen im Zickzack über entlaubte Bäume. Aus dem Nebel taucht eine bleiche, gespenstische Gestalt auf: ein Mann mit kahlem Schädel und tief eingesunkenen Augen. Er stellt sich als Graf Dracula vor, bittet den Gast höflich hinein und serviert ihm ein opulentes Abendessen. Er selbst entschuldigt sich, zu so später Stunde nichts mehr zu sich nehmen zu können. Als Jonathan sich in den Finger schneidet, saugt der Graf besorgt die hervorquellenden Blutstropfen auf. "Das Messer ist vielleicht nicht sauber gewesen", erklärt er. Von der Reise erschöpft, schläft Jonathan ein.

  

Am nächsten Morgen bemerkt er an seinem Hals zwei kleine rote Stellen. Sollte ihn eine Mücke gestochen haben? Ein Rundgang durch das Schloss wirkt äußerst deprimierend: Verfall, Moder, Dunkelheit. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, durch zerbrochene Fensterscheiben pfeift der Wind. Die Landschaft ringsum öde und verlassen. Kein Lebewesen weit und breit außer einem zerlumpten Zigeunerjungen, der im Hof Geige spielt...

  

Am Abend erscheint der Graf, unruhig, nervös, niedergeschlagen. An einer Verkaufsverhandlung scheint er völlig desinteressiert. Aber als Jonathan ein Medaillon mit dem Bild von Lucy aus der Tasche fällt, greift er gierig danach. "Was für ein schöner Hals!" murmelte er verzückt. Ohne weiter nach Einzelheiten oder Preis zu fragen, unterzeichnet er den Kaufvertrag. Um Mitternacht dringt er in das Zimmer von Jonathan Harker ein...

  

Zur gleichen Stunde schreckt Lucy aus bösen Träumen auf. Schlafwandelnd irrt sie durch die verlassenen Straßen, dicht an den Kanälen entlang. Dr. Van Helsing diagnostiziert ihr seltsames, somnambules Verhalten als "akuten Fieberanfall".

  

Am nächsten Tag beginnt Jonathan den wahren Sachverhalt zu ahnen. Er sucht im ganzen Hause nach dem Grafen und findet ihn schließlich im Keller, wie ein Toter in einem Sarg liegend, mit starren, weit geöffneten Augen. Entsetzt verbarrikadiert er sich in seinem Zimmer. Als es zu dämmern beginnt, Geräusche vom Hof her: Särge werden auf einem Tafelwagen gestapelt. In den obersten legt sich der Graf. Wie von magischen Kräften gezogen, setzt sich der Wagen in Bewegung. Jetzt gibt es für Jonathan keinen Zweifel mehr: Lucy befindet sich in höchster Gefahr. So schnell wie möglich muss er nach Hause zurück. Er versucht, durch das Fenster zu fliehen, verletzt sich jedoch beim Sturz. Bauern bringen ihn in ein nahe gelegenes Kloster.

  

An Bord des Schiffes "Contaman" befindet sich Graf Dracula auf dem Weg nach Wismar. Die Särge bergen Tausende pestverseuchter Ratten. Während der Fahrt stirbt nach und nach die gesamte Besatzung. Nur der Kapitän bleibt zunächst noch am Leben.

In Wismar ist Renfield ins Irrenhaus gekommen. Dr. Van Helsing ist in größter Verlegenheit, herauszufinden, wie das bizarre Verhalten des Mannes, der unter steter Prophezeihung "Der Meister wird kommen... Der Meister wird kommen..." Fliegen und Spinnen verzehrt, zu erklären ist. Auch Lucy ist fast von Sinnen aus Sorge um ihren Mann, von dem sie noch kein einziges Lebenszeichen erhalten hat. Die Ahnung, dass etwas Furchtbares im Anzug ist, wird ihr zur Gewissheit.

  

Führungslos legt das Geisterschiff "Contaman" im Hafen von Wismar an. Der Kapitän hat sich am Steuerrad erhängt. Tausende von Ratten überfallen die Stadt. Der Graf hat die Särge gezielt in alle Gegenden verteilt. Als die Hafenbehörde das Logbuch überprüft, stößt sie auf eine Eintragung: PEST!!! Panik bricht aus, die Bevölkerung wird aufgefordert, sich in ihren Häusern zu verbarrikadieren. Noch bevor er eine neue Unterkunft im Hause neben den Harkers bezieht, schickt Dracula Renfield, der aus der Anstalt ausgebrochen ist, mit einer Ladung Ratten nach Riga. In Wismar breitet sich die Pest mit unvorstellbarer Schnelligkeit aus. Man zählt bereits Hunderte von Toten, darunter auch Mina und Schrader. 

  

Jonathan ist wieder in seiner Heimatstadt eingetroffen, hochgradig erschöpft und im Stadium des Deliriums. Er erkennt seine Frau nicht wieder. Am Abend seiner Rückkehr dringt Dracula in Lucys Schlafzimmer ein. Bescheiden, fast demütig, bittet er um Liebe und Verständnis, spricht von seiner unstillbaren Todessehnsucht. "Der Tod ist nicht alles, es ist grausam, nicht sterben zu können." Lucy ist angerührt von seiner Tragik, weist ihn jedoch ab.

  

In der Stadt herrscht chaotische Anarchie. Die Menschen, die von der Seuche befallen sind, geraten in einen euphorischen Rauschzustand. Zum ersten Mal fühlen sie sich frei von bürgerlichen Zwängen und Konventionen. Sie werfen kostbare Möbel aus den Fenstern, tanzen auf den Straßen, baden nackt in den Kanälen. Genießt die Tage, sie sind gezählt - der Sensenmann steht bereit!

 

Lucy weiß, dass etwas geschehen muss. Sie hat das Tagebuch ihres Mannes gelesen und sich Bücher über den Vampirismus besorgt. Als sie zum Marktplatz geht, um Hilfe zu suchen, ist er menschenleer; der Bürgermeister, die Stadträte - alle sind tot. Dr. Van Helsing lehnt es ab, sie anzuhören, da beschließt sie, allein die Vernichtung des Monsters und damit die Rettung ihres Mannes und der noch lebenden Einwohner Wismars auf sich zu nehmen. Sie kennt den Weg: Eine Frau, die "reinen Herzens" ist, muss sich dem Vampir hingeben - bis der Morgen graut, denn Tageslicht bedeutet seine Vernichtung. Sie streut Rest von geweihter Hostie in die Särge und um den Sessel von Jonathan, der in völliger Apathie seine Tage verbringt. In der Nacht kommt Graf Dracula zu ihr, sie gibt ihm ihr Blut, das er gierig und ekstatisch aufsaugt. Beim ersten Hahnenschrei wird er unruhig, blickt ängstlich nach dem Fenster. Da legt Lucy die Arme um seinen Hals, fast zärtlich. Er widerstrebt nicht. Als der erste Sonnenstrahl ins Zimmer fällt, bricht der Vampir mit lautem Röcheln zusammen. Kurz darauf stirbt Lucy - ein rätselhaftes Lächeln auf den Lippen. Dr. Van Helsing, zu spät begreifend, dass Lucys Vermutungen berechtigt waren, stößt Dracula einen Pfahl ins Herz, damit die Menschheit für immer von dieser Geißel verschont bleibt. Ein Gerichtsdiener verhaftet ihn und bringt ihn in ein Gefängnis, das niemand mehr bewachen wird...

  

Jonathan befiehlt den Bediensteten, den Staub rings um seinen Sessel wegzufegen. Er erklärt, dass er viel, sehr viel Arbeit vor sich habe. Mit flatternden Umhang galoppiert er davon, das Böse in der ganzen Welt zu verbreiten. Lucys Opfer war vergeblich. Jonathan Harker ist der neue NOSFERATU. Drohende Wolken ballen sich am Horizont zusammen.

  

(Quelle: KINO - Bundesdeutsche Filme auf der Leinwand 1979/80, herausgegeben von Robert Fischer, Verlag Monika Nüchtern, München)

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  

  


  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 26. Mai 2016

  

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