Herrenjahre 

1983

 

Filmliste Axel Corti

 

  

  

Regie

Axel Corti

Drehbuch

Axel Corti

Vorlage

Nach dem Roman von Gernot Wolfgruber.

Gernot Wolfgruber wurde am 20. Dezember 1944 in Gmünd in Niederösterreich geboren. Nach der Hauptschule wurde er Lehrling und Hilfsarbeiter in verschiedenen Berufen, danach Programmierer. Er stammt aus ärmsten Verhältnissen, besucht neben der Arbeit eine Abendschule, holt so auf dem zweiten Bildungsweg die Matura nach und studiert anschließend Publizistik und Politologie. Er lebt heute als freier Schriftsteller in Wien.

Produktion

Thalia-Film GmbH, Wien, Gemeinschaftsproduktion von ORF und ZDF

Kamera

Charly Steinberger

Musik

Hansgeorg Koch

FSK

-

Länge

122 Min.

Sonstiges

Hinweise zum Roman - Mein Film-Tipp!

Auszeichnung

-

Ur-/Erstaufführung

8. Januar 1984

Genre

Fernsehfilm

       

   

    

Darsteller

Rolle

Peter Simonischek

Bruno Melzer

Josefin Platt

Maria Melzer

Lore Krainer

Mutter Melzer

Hermine Czillinger

Großmutter

Johannes Silberschneider

Reinhard Melzer

Erwin Leder

Katzenschlager

Erwin Steinhauer

Koppensteiner

Christine Csar

Gerti

Lore Brunner

Sissy

Karl Friedrich

Jeschko

Ingrid Burkhard

 

Haymon M. Buttinger

 

Georg Corten

 

Robert Dietl

 

Peter Josch

 

Rudolf Knorr

 

Karl Krittl

 

Sepp Löwinger

 

Justus Neumann

 

Peter Pikl

 

Hermann Schmid

 

Alexander Strobele

 

Hannes Thanheiser

 

      

       

       

Inhalt

 

Lehrling und Arbeiter ist Bruno Melzer, die Hauptfigur von Gernot Wolfgrubers Herrenjahre. Als Lehrling hat er noch Hoffnung, einmal aus der langweiligen Mittelmäßigkeit seines Lebens ausbrechen zu können. Nachdem er seine Tischlerlehre abgeschlossen hat, glaubt er, die Zeit ständiger Bevormundung sei zu Ende und die angenehmen Seiten des Lebens warten auf ihn. Doch der Traum vom Schmied des eigenen Glücks und der Unabhängigkeit erweist sich als brüchige Utopie: Er heiratet eine Zufallsbekanntschaft, als sie ein Kind von ihm erwartet. Mit Frau und Kind lebt er auf engstem Raum im winzigen Siedlungshaus seiner Mutter. Um mehr zu verdienen, stellt er sich ans Fließband einer Möbelfabrik. Seine Frau erkrankt an Krebs, der Kehlkopf wird ihr herausoperiert. Kurz nach dem Tod seiner Mutter stirbt auch sie. Mit inzwischen drei Kindern steht Melzer plötzlich allein da.

  

Vor zehn Jahren war er noch ein Unbekannter, heute gehört Gernot Wolfgruber zu den profiliertesten Schriftstellern Österreichs. Eine wichtige Sprosse auf seiner Erfolgsleiter war der Roman Herrenjahre, mit dem Wolfgruber sein hohes Ansehen bei Publikum  und Kritik begründet hat. Dieser zweite Roman des heute 39jährigen Autors wurde an verschiedenen Schauplätzen in Wolfgrubers Heimat verfilmt, dem Waldviertel, wo auch die Handlung des Romans angesiedelt ist. Den Arbeiter Bruno Melzer spielt ein gebürtiger Grazer: Peter Simonischek. Nach Der Einstand (1977, ZDF, Kleines Fernsehspiel), Auf freiem Fuß (1978, ZDF, Kleines Fernsehspiel, Regie: Peter Keglevic), Das Vorbild (1980, ZDF, Regie: Peter Patzak), Der Jagdgast (1981, BR3) und Niemandsland (1982, ZDF, Regie: Dieter Berner) ist Herrenjahre bereits die sechste Verfilmung eines Wolfgruber-Stoffes.

  

"Ich habe ja schon vor Erscheinen des Buches 1976 die Druckfahnen von Herrenjahre gelesen und war auf Anhieb fasziniert davon", erinnert sich Axel Corti, der damals sofort die Idee hatte, daraus einen Fernsehfilm zu machen. Natürlich kennt er sämtliche Wolfgruber-Romane und zählt sie zu den interessantesten Werken der österreichischen Gegenwartsliteratur. Vor allem bewundert Corti darin die Präzision, mit der Wolfgruber die Menschen schildert: "Er kennt genau, was er beschreibt, und weiß auch genau, worüber er schreibt", erklärt Corti. Wolfgruber kennt diese Menschen aus dem ländlichen Arbeitermilieu von Angesicht zu Angesicht: 1944 in Gmünd geboren, schlug er sich zunächst als Lehrling und Hilfsarbeiter durchs Leben, machte dann die Externistenmatura und absolvierte ein Universitätsstudium.

 

(Quelle: Broschüre Das Fernsehspiel im ZDF, Heft 43, Dez. 1983 - Febr. 1984, hrg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung / Öffentlichkeitsarbeit)

 

  

 

P r e s s e s t i m m e n   z u m   Fi l m:

 

"Die Melzers sind keine jener schicken und interessanten Fernsehfamilien oberflächlicher Machart... Die Melzers sind anders; sie sind eine Herausforderung."

(Frankfurter Neue Presse)

 

"Gewiss kein fröhlicher Film, aber einer, der auch nicht traurig macht. Weil er ohne Selbstmitleid Einsichten und Menschlichkeit vermittelt."

(Münchner Merkur)

 

"Der mit ungeheurer Liebe zum Detail gedrehte Film illustriert an einem besonders bedrückenden Beispiel die Zerbrechlichkeit von Jugendträumen."

(Allgemeine Zeitung Mainz)

 

"Es gelingt Corti mit seltsamer Eindringlichkeit, die Macht des Alltäglichen, des Banalen darzustellen, das alles überwuchert, das den Jugendträumen ihren Glanz nimmt und Hoffnungen platzen lässt."

(Stuttgarter Zeitung)

 

"Axel Corti hat mit einer Realistik inszeniert, die manches Mal glauben macht, er zeige eine Dokumentation. Der Film ist auch vorzüglich fotografiert, oft erinnert er an die besten italienischen  neorealistischen Arbeiten."

(Südwestpresse)

 

"Das tragische Geschick, das über die Familie des Tischlers Bruno Melzer hereinbricht, schlug den Beachter unabweichlich in Bann, zumal Regisseur Axel Corti grandiose Schauspieler zur Verfügung hatte."

(Die Welt)

 

"Eine fatale Geschichte. Und doch zugleich optimistisch, weil es Autor, Regisseur und dem Darsteller Peter Simonischek in einer sehr authentisch erscheinenden Inszenierung von Lebensabläufen gelingt, die menschlichen Stärkern eines Bruno auch noch in den gröbsten männlichen Ruppigkeiten aufzuspüren... Alles, was läuft, geht eigentlich über ihn hinweg, über ihn, den Tischler mit den großen Kinoträumen. Trotzdem meistert er sich und das Leben, dem er immer hinterherrennt. Aber mit den Anforderungen wächst seine Stärke... Das ist auch bestes Fernsehkino.

(Frankfurter Rundschau)

 

 

 

  
  

 

 

  

   

   

   

   

   

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus

Aktualisiert am 8. Oktober 2026

 

Die Angaben zum o.g. Film sind nach bestem Wissen gesammelt, aufgeschrieben und bearbeitet worden und enthalten zum Teil Texte aus fremden Webseiten bzw. literarischen Quellen. Weiterhin möchte ich bemerken, dass ich auf Inhalte zu externen Webseiten keinen Einfluss habe und keine Gewähr dafür übernehmen kann. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft. Rechtswidrige Inhalte waren zum Zeitpunkt der Verlinkung nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist jedoch ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden derartige Links umgehend entfernt. Sollten mir bei den o.g. Angaben Fehler unterlaufen sein, so werden diese bei entsprechender Nachricht und Kontrolle ebenfalls entfernt bzw. korrigiert.