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Der Snob 1983
Inhalt
Berlin um 1910. An der Schwelle noch zu größeren Erfolgen, noch höherem Ansehen glaubt Christian Maske, ein erfolgreicher Industrieller mit den Lebenszielen des Pervenüs, alles entfernen zu müssen, was an seine kleinbürgerliche Herkunft erinnern könnte. Um von der Familie des Grafen von Palen als Schwiegersohn akzeptiert zu werden, schreckt er vor keiner Charakterlosigkeit zurück: Er verstößt seine langjährige Geliebte, sie mondäne Schauspielerin Sybil Hull, die einst dem armen, linkischen Philosophiestudenten den Weg zum Aufstieg erst gewiesen hatte. Auch die Eltern, harmlose Spießer, die typischen Provinzler ihrer Epoche, müssen aus seiner Nähe verschwinden und ihren Lebensabend in der Schweiz verbringen, um seine Karriere nicht zu behindern. Im Haus des Grafen von Palen erklärt Maske seinen Eltern kurzerhand für tot. Zwar tragen ihn diese lieblosen Manipulationen den Posten eines Generaldirektors der Monambo Minen Gesellschaft in Deutsch-Südwestafrika ein. Dafür quälen ihn aber in unbeobachteten Momenten Alpträume, in denen der Graf seinen totgesagten Vater trifft, Sybil sich aus Liebeskummer erschießt, um dann wieder gemeinsam mit der Komtesse den Provinzler auszulachen, als der er einst nach Berlin kam; oder in denen seine Mutter beim gräflichen Hauskonzert plötzlich erscheint - mit Kapotthütchen und Stullen!
Während im Haus von Palen über das Für und Wider der Verbindung von Komtesse Marianne mit Maske beraten wird, gibt dieser ein letztes Mal den erotischen Avancen Bybils nachm, díe sich so leicht nicht geschlagen geben will, aber es letztendlich muss.
Eine Schreckensvision wird Wirklichkeit: Der Vater sucht ihn auf, um ihm den Tod der Mutter mitzuteilen - und begegnet dem Grafen von Palen. Dass die beiden alten Herren sich glänzend verstehen, stürzt Maske vollends in Ängste und Zweifel: In Schreckensvisionen sieht er auf der letzten Sprosse zum Erfolg die ganze Leiter zusammenbrechen. Schweißgebadet sieht er sich vor dem Traualtar - mit Sybil als Braut, während die Kirche vom höllischen Gelächter der aristokratischen Sippe dröhnt. Hereros überfallen die Diamantenfelder und Minen, ruinieren Maske und sein Unternehmen. Als eine Art Freiheits- und Rachegöttin bedrängt ihn schließlich seine ehemalige Geliebte, wie einem Gemälde von Delacroix entstiegen. Ein Gemälde ist es dann auch, das dem gejagten Christian Maske und seinen Aufstiegsfantasien endgültig Entlastung verschafft. In der Brautnacht interpretiert er seiner jungen Frau einen kostbaren renoir, den er soeben erwarb, überaus frei als Porträt seiner Mutter, aus den Liasion mit einem Vicomte er, mithin ein Adliger, entstammte. Marianne ist entzückt von der "süßen Ehebrecherin", er dagegen fortan den Spitzen der Gesellschaft endgültig und unstreitig zugehörig.
(Quelle: Broschüre Spiel im ZDF, Heft 3, März 1987, S. 26-27, hrsg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung)
Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus Aktualisiert am 18. September 2026
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