Der Snob 

1983

 

Filmliste Wolfgang Staudte

 

  

  

Regie

Wolfgang Staudte

Drehbuch

Wolfgang Staudte

Vorlage

Komödie nach Carl (von) Sternheim

Szenenbild

Frank Hein

Redaktion

Heribert Wenk

Produktion

Ufa-Fernsehproduktion / Gemeinschaftsproduktion ZDF / ORF

Kamera

Lajos Koltai

Kostüme

Jutta Schwarzat

FSK

-

Länge

89:45 Min.

FBW-Bewertung

-

TV-Ausstrahlung

4. März 1984

Genre

Fernsehspiel

  

  

  

Darsteller

Rolle

Klaus-Maria Brandauer Christian Maske
Sigfrit Steiner Theobald Maske
Gudrun Genest Luise Maske
Nicole Heesters Sybil Hull
Heinz Bennent Graf von Palen
Anne Bennent Marianne von Palen
Heinz Baumann Gerardo
Gabi LaFari Zofe Anna
Klaus Miedel Fotograf
Viktor Dzidzonou Manasse
Gerhard Soor Portier
Karl-Heinz Meienburg Pfarrer
Horst Paul Hoteldiener
Bernhard Schnier Diener Georg
Erich Schwarz Regisseur
Eva Ebner Souffleuse

                  

 

 

Inhalt  

 

Berlin um 1910. An der Schwelle noch zu größeren Erfolgen, noch höherem Ansehen glaubt Christian Maske, ein erfolgreicher Industrieller mit den Lebenszielen des Pervenüs, alles entfernen zu müssen, was an seine kleinbürgerliche Herkunft erinnern könnte. Um von der Familie des Grafen von Palen als Schwiegersohn akzeptiert zu werden, schreckt er vor keiner Charakterlosigkeit zurück: Er verstößt seine langjährige Geliebte, sie mondäne Schauspielerin Sybil Hull, die einst dem armen, linkischen Philosophiestudenten den Weg zum Aufstieg erst gewiesen hatte. Auch die Eltern, harmlose Spießer, die typischen Provinzler ihrer Epoche, müssen aus seiner Nähe verschwinden und ihren Lebensabend in der Schweiz verbringen, um seine Karriere nicht zu behindern.

Im Haus des Grafen von Palen erklärt Maske seinen Eltern kurzerhand für tot. Zwar tragen ihn diese lieblosen Manipulationen den Posten eines Generaldirektors der Monambo Minen Gesellschaft in Deutsch-Südwestafrika ein. Dafür quälen ihn aber in unbeobachteten Momenten Alpträume, in denen der Graf seinen totgesagten Vater trifft, Sybil sich aus Liebeskummer erschießt, um dann wieder gemeinsam mit der Komtesse den Provinzler auszulachen, als der er einst nach Berlin kam; oder in denen seine Mutter beim gräflichen Hauskonzert plötzlich erscheint - mit Kapotthütchen und Stullen!

 

Während im Haus von Palen über das Für und Wider der Verbindung von Komtesse Marianne mit Maske beraten wird, gibt dieser ein letztes Mal den erotischen Avancen Bybils nachm, díe sich so leicht nicht geschlagen geben will, aber es letztendlich muss.

 

Eine Schreckensvision wird Wirklichkeit: Der Vater sucht ihn auf, um ihm den Tod der Mutter mitzuteilen - und begegnet dem Grafen von Palen. Dass die beiden alten Herren sich glänzend verstehen, stürzt Maske vollends in Ängste und Zweifel: In Schreckensvisionen sieht er auf der letzten Sprosse zum Erfolg die ganze Leiter zusammenbrechen. Schweißgebadet sieht er sich vor dem Traualtar - mit Sybil als Braut, während die Kirche vom höllischen Gelächter der aristokratischen Sippe dröhnt. Hereros überfallen die Diamantenfelder und Minen, ruinieren Maske und sein Unternehmen. Als eine Art Freiheits- und Rachegöttin bedrängt ihn schließlich seine ehemalige Geliebte, wie einem Gemälde von Delacroix entstiegen.

Ein Gemälde ist es dann auch, das dem gejagten Christian Maske und seinen Aufstiegsfantasien endgültig Entlastung verschafft. In der Brautnacht interpretiert er seiner jungen Frau einen kostbaren renoir, den er soeben erwarb, überaus frei als Porträt seiner Mutter, aus den Liasion mit einem Vicomte er, mithin ein Adliger, entstammte. Marianne ist entzückt von der "süßen Ehebrecherin", er dagegen fortan den Spitzen der Gesellschaft endgültig und unstreitig zugehörig.

  

(Quelle: Broschüre Spiel im ZDF, Heft 3, März 1987, S. 26-27, hrsg. vom Zweiten Deutschen Fernsehen, Informations- und Presseabteilung)

  

  

  

  

   

   

   

   

   

 

 

 

 

   

    

   

   

  

Layout: Rosemarie Kuheim - Deutsches Filmhaus

Aktualisiert am 18. September 2026

  

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