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Ivan Desny (eigentlich: Ivan Nikolai Desnitzky)
Darsteller
Geboren am 28.12.1922 in Peking
Gestorben am 13.04.2002 in Ascona (Schweiz)
Mit seinem richtigen Namen hieß er Ivan Nikolai Desnitzky. Sein Vater war Russe und Botschaftssekretär an der französischen Botschaft in Peking. Er hatte eine schwedische Mutter. Besuch von Schulen in Teheran, Washington, Paris und Brisbaine. Seine Schauspielausbildung machte er in Paris. Die ersten Arbeiten beim Film waren Kostümzeichnen und Dekorieren.
Nachdem Ivan Desny 1947 und 1949 in London erste kleinere Rollen spielte, setzte ihn der Regisseur David Lean 1950 in dem Film Madeleine für eine Hauptrolle ein. Hier spielte er an der Seite von Ann Todd und Leslie Banks. International bekannt wurde Desny 1952 mit der Rolle des Senatorensohnes Fred Clarke, der in der Sartre-Adaption Die ehrbare Dirne die Zeugin eines Mordes an einem Farbigen verführt und sie zu einer Falschaussage bezüglich des Täters, seines Cousins, verleitet.
Nach diversen französischen Filmrollen auch Arbeiten in Deutschland, wo er in Weg ohne Umkehr 1953 in einem überzeugenden Porträt einen flüchtigen Sowjet-Ingenieur spielte. Ivan Desny machte mit seinem unverkennbaren Akzent in seiner Stimme internationale Karriere, wurde aber in Deutschland von Fassbinder und Wenders für den "Neuen deutschen Film" entdeckt, so hatte er eine Hauptrolle in Fassbinders Welterfolg Die Ehe der Maria Braun und spielte auch in Welt am Draht, Lola und Berlin Alexanderplatz mit. Wim Wenders setzte ihn 1974 in seinem Film Falsche Bewegung ein.
In den 1970er-Jahren spielte er für das Fernsehen in den Tatort-Folgen des Zollfahnders Kressin (Sieghardt Rupp) mit, indem er einen gewissen Herrn Sievers verkörperte, der hinter etlichen Verbrechen der Kressin-Folgen steckte, aber nie gefasst wurde - "Fantomas" lässt grüßen ;-).
1980 erhielt er für sein 'langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film' das Filmband in Gold.
Desny spielte unter anderem in Michelangelo Antonionis Film Die große Rolle und in Anastasia, die letzte Zarentochter (Regie: Falk Harnack; Inhalt: 1920 wird aus dem Berliner Landwehrkanal eine Unbekannte gerettet, die behauptet, Anastasia, die einzig überlebende Tochter des Zaren Nikolaus II. zu sein. Sie wird zur Schachfigur im Spiel der politischen und dynastischen Intrigen. Ein dramatisches Frauenschicksal vor zeitgeschichtlichem Hintergrund (1918-1953), in Form eines Tatsachenberichtes angelegt...) zu sehen.
Eine seiner letzten Arbeiten war Andre Techines Krimi-Psychodrama Diebe der Nacht (Les Voleurs/1996) mit Catherine Deneuve und Daniel Auteuil. Zuletzt hatte der Schauspieler 2002 unter anderem in der ARD-Serie St. Angela in der Folge "Der erste Tango" und in dem Fernsehspiel Scheidung mit Hindernissen (2001) mitgewirkt.
Ivan Desny starb an einer Lungenentzündung. Sein Grab befindet sich in Ascona auf dem Friedhof Cimitero Comunale.
(Quelle: Einige Infos entnommen aus "Das große Personenlexikon des Films" von Kay Weniger, Verlag Schwarzkopf und Schwarzkopf - mit Erlaubnis des Autors)
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