Matthias Habich

  

Darsteller

   

  

  

  

  

  

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Matthias Habich 

©Marc Schultz-Coulon/T&T

 

  

Matthias Habich wurde am 12. Januar 1940 in Danzig geboren.

Der Schauspieler wird 2015  75 Jahre alt - herzlichen Glückwunsch! Weiteres zum Ehrentag schreiben die Salzburger Nachrichten.

   

Er wuchs in Hamburg auf, wo er an der Staatlichen Hochschule für Musik und dramatische Kunst die Ausbildung zum Schauspieler bei Eduard Marks absolvierte. 1964 ging er an das Pariser Konservatorium, um dort in Workshops bei Lee Strasberg und bei Uta Hagen in New York weitere Erfahrungen zu sammeln. 

  

Unter Gustaf Gründgens spielte Matthias Habich am Deutschen Schauspielhaus seine ersten Rollen, u.a. den Fortinbras im "Hamlet". Mit den Jahren spielte er an den unterschiedlichsten Bühnen, so zum Beispiel im Theater am Neumarkt in Zürich, Sophiensäle in Berlin, Münchner Kammerspiele (hier spielte er den Coringnon in Feydeaus "Die Dame vom Maxim", Regie Dieter Giesing; den Siegfried in Wagners "Der Ring des Nibelungen", Regie: Ulrich Heising); im Schauspielhaus Zürich spielte er von 1977 - 1984 u.a. die Titelrolle in Schillers "Wilhelm Tell", den Simon Harford in O'Neills "Alle Reichtümer dieser Erde", Regie: Gerhard  Klingenberg und den Hector in Shakespeares "Troilus und Cressida", Regie Werner Düggelin); im Schiller-Theater sah man ihn in "Bent" von Sherman und in der Freien Volksbühne Berlin und im Burgtheater Wien (Jason in Grillparzers "Das goldene Vlies", 1983/84).

  

Matthias Habich und Suzanne von Borsody

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg.de

 

Eine kleine Nebenrolle hatte Matthias Habich bereits 1965 in der damals allseits beliebten TV-Serie Der Forellenhof. Weitere Filme, wie 1972 das Fernsehspiel Das Klavier, folgten, wie auch Abenteuer eines Sommers. 1973 besetzte ihn Fritz Umgelters in seinem TV-Sechsteiler Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck (auch glänzend mit Ben Becker, August Zirner und Alexandra Maria Lara unter dem Titel Trenck - Zwei Herzen für eine Krone neu verfilmt! Mit M. Habich in einer Nebenrolle.). Knapp zwei Jahre später hatte er den nächsten großen Fernseherfolg mit dem Vierteiler Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplicissimus. Seitdem hatte er sich einen Platz nicht nur im deutschen, sondern auch im europäischen Fernseh- und Kinogeschäft erobert. In Kinofilmen sah man ihn als Erich von Lhomond in Fangschuss von Volker Schlöndorff. Robert van Ackeren engagierte ihn für Die Reinheit des Herzens (1980), Krzysztof Zanussi für Imperativ (1982) und bei Thomas Brasch spielte er in Der Passagier - Welcome to Germany (1988). Die Franzosen konnten ihn in Filmen von Henri Verneuil, Jacques Rouffio, Edouard Molinaro und Jean-Pierre Mocky bewundern. 1998 erhielt Matthias Habich den Adolf-Grimme-Preis für seine Rolle im TV-Film Das Urteil.

 

Kay Weniger schreibt in seinem "Personenlexikon des Films": "...Dabei suchte Habich seine Filmengagements wie schon zuvor seine Theater- und Fernsehrollen mit großer Sorgfalt aus und achtete darauf, sich nicht in banalen Kommerzprodukten zu verschleißen..."

     

Matthias Habich

©Virginia Shue, Hamburg

starfotos@virginia-hamburg

Den größten Ruhm aber hat er sich durch zwei Fernsehfilme erworben, die ihn auch im Gedächtnis eines breiten Publikums verankert haben. In Martin Buchhorns Verfilmung des Grass-Romans Die Rättin spielte er jemanden, der die Apokalypse ahnt, und in Klemperer - Ein Leben in Deutschland verkörperte er sehr intensiv den historischen Victor Klemperer, der mit seinen Tagebüchern aus dem Dritten Reich nach seinem Tode großen Erfolg hatte. Hierzu lobte  Nikolaus von Festenberg im "Spiegel" den Film in den höchsten Tönen, dem ich mich nur anschließen kann. 

  

Letzte Film- bzw. Fernseharbeiten mit dem beliebten Schauspieler sind Die Schwester mit Cornelia Froboess und Rosemarie Fendel (2009/2010, Regie: Margarethe von Trotta), Die halbe Ewigkeit, hier spielt er an der Seite von Lambert Hamel und Peter Franke die Hauptrolle (2010/11, Regie: Matthias Tiefenbacher) und Vivian Naefes Kinofilm Der Geschmack von Apfelkernen nach dem Roman von Katharina Hagena.

 

Ein weiterer beeindruckender Film mit dem Künstler war das Drama Und alle haben geschwiegen, welches die große Liebesgeschichte des Mädchens Luisa (als Erwachsene von Senta Berger dargestellt) erzählt, die im kirchlichen Erziehungsheim auf ihren Leidensgenossen Paul trifft. Hier erfahren sie beide die ganze Härte des Systems, werden seelisch und körperlich misshandelt und dienen als billige Arbeitskräfte. Besonders Schwester Ursula scheint es auf Luisa abgesehen zu haben. Während Luisa zur offenen Rebellion neigt, plant der stille Paul heimlich ihre gemeinsame Flucht, um dem Grauen zu entkommen. Doch ihre Freiheit währt nur wenige Stunden... 

 

Im April 2014 hatten die Dreharbeiten zu neuem ZDF-Fernsehfilm, der den Arbeitstitel "Die Betreuungsfalle" trägt begonnen. Der Film wurde jetzt unter dem Titel Sein gutes Recht am 7. November 2014 20:15 Uhr auf "arte" gezeigt (eine Wiederholung war am  9. November 2014 um 9:35 zu sehen).

 

Außerdem stand Matthias Habich für Margarete von Trotta (Regie und Drehbuch) seit März 2014 vor der Kamera für ihren neuen Kinofilm Die abhandene Welt: Paul (Matthias Habich) sieht durch Zufall im Internet das Foto einer bekannten US-Opernsängerin (Barbara Sukowa), sie seiner verstorbenen Ehefrau sehr ähnlich sieht. Mit dieser Feststellung wird sein Leben und auch das seiner Tochter (Katja Riemann), die in Düsseldorf als Sängerin arbeitet, völlig auf den Kopf gestellt. Der Film wurde bereits in Düsseldorf-Kaiserswerth der Presse vorgestellt und soll 2015 in die Kinos kommen.

 

  

Auszeichnungen für den Künstler (eine kleine Auswahl)

1997  Goldener Löwe in der Kategorie "Bester Fernsehfilm-Schauspieler" für die Tatort-Folge Der kalte Tod

1998  Adolf Grimme-Preis für den Film Das Urteil

2001  Deutscher Fernsehpreis für Jahrestage

2002  Deutscher Filmpreis in der Kategorie "Bester Nebendarsteller" für Nirgendwo in Afrika

2010  Adolf Grimme-Preis für den Film Ein halbes Leben

   

  

Weitere Filme mit Matthias Habich

Titel

Jahr Regie

Klemperer - Ein Leben in Deutschland (12teil. TV-Serie) (Rolle: Victor Klemperer)

(Wissenswertes über Victor Klemperer >>>)

(Die Serie hat nicht nur gute Kritiken bekommen, siehe ZEIT-online >>>)

1999 Kai Wessel, ab Folge 7 Andreas Kleinert
Unkenrufe (Rolle: Alexander Reschke) 2005 Robert Gliński
Der Untergang (Rolle: Prof. Dr. Werner Haase) 2004 Oliver Hirschbiegel
Deutschlandlied (Rolle: Konrad Schubeck) 1994 Tom Toelle
Der Passagier - Welcome to Germany (Rolle: Körner)

Darsteller: Katharina Thalbach, Tony Curtis, Matthias Habich  

1987 Thomas Brasch
Jahrestage (Rolle: Heinrich Cressphal) 1999 M. von Trotta

Zwei Tage Hoffnung (Rolle: Otto Kaminski)

Darsteller: Sebastian Koch, Hans Werner Meyer, Lisa Martinek, Matthias Habich, Cornelia Schmaus, Christoph Waltz, André Hennicke, Peter Rühring, Hanns Zischler, Udo Schenk, Bernd Stegemann, Manfred Lehmann

2002 Peter Keglevic

Raus ins Leben (Rolle: Michael Lucius)

Film um eine 17jährige talentierte Geigerin, bei der die Eltern die außergewöhnliche Begabung der Tochter fördern, wo und wann immer sie können. Aber mit der Zeit bekommt das Wunderkind Konkurrenz und fühlt sich dem Druck nicht mehr gewachsen. Als Klara, das Mädchen, sich verliebt, beginnt sie, sich gegen ihre Eltern aufzulehnen... (rk)

2003 Vivian Naefe

Das Urteil (Rolle: Der Fremde)

1997 Oliver Hirschbiegel

Die Rättin (Rolle: Markus Frank)

Der Künstler Marcus Frank wird von einer sprechenden Ratte darüber informiert, dass das Ende der Welt bevorsteht. Aber weil er die Zeichen der Zeit nicht ernst nimmt, obwohl er sich sehr wohl mit dem Problem auseinandersetzt, erobern die Ratten die Erd und lassen sich auch durch Atombomben nicht aufhalten. Nach dem Roman von Günter Grass. (rk)

Stimme der Rättin: Katharina Thalbach.

Buchbeschreibung von Dieter Wunderlich >>>

1997 Martin Buchhorn

Lauras Entscheidung (Rolle: Joachim Böllinger)

Darsteller: Suzanne von Borsody, Heino Ferch, Chantal de Freitas, Matthias Habich, Uwe Janson, Peter Sattmann

2004 Uwe Janson

Im Vorhof der Wahrheit (Rolle: Miroslav - als Erwachsener)

Zweiter Weltkrieg, Miroslav ist neun Jahre alt. Sein Vater nahm ihn mit an die Front, wo die Mutter war, wusste niemand. Das Sterben, der Tod, die Grausamkeiten prägten sein Kinderleben. Als gebürtiger Tscheche wird er im Nachkriegsdeutschland zwischen den Besatzungszonen hin- und hergeschoben, landet nach Schwarzmarktgeschäften im Gefängnis und kommt schließlich in ein Strafarbeitslager. Er wird zum "Outsider" und sucht sein Recht, sucht Anschluss an die bürgerliche Gesellschaft. Aber er schafft es nicht. Hat er einen Menschen getötet? Fühlt er sich schuldig oder wurde die Gesellschaft schuldig an ihm? Das Gericht gelangt nur in den Vorhof der Wahrheit.

(Quelle: Presse- und Informationsbroschüre des Sender Freies Berlin, Dezember 1973)

Darsteller: Matthias Habich, Gerhard Acktun, Günter Maislinger, Gertraud Jesserer, Maria Körber, Karl-Heinz von Hassel u.a.

1974 Fritz Umgelter

Silberhochzeit (Rolle: Ben)

2006 Matti Geschonneck
Weitere Filme mit Matthias Habich sind auf der IMDb-Website gelistet.

  

  

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

 

  

  

  

  

 

 

 

 

 

 

 

Layout: Rosemarie Kuheim

Bearbeitet: 4. Febr. 2016

 

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